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noch jetzt führt. 1867 dehnte er seine Herrschaft bis Koten (an der Grenze von Thibet) aus, seinem weiteren Verbringen gegen Osten aber wurde durch die russische Stellung am JaxarteS ein Ziel gesetzt. Seit dem unterhielt er mit der Petersburger Regierung die freundlichsten Beziehungen. Der Atalik zeichnet sich durch Energie und Vernachlässigung der conventionellen Formen aus, eine Seltenheit bei einem Orientalen Am 12. Januar 1869 ward der englische Reisende von ihm empfangen; beide Zeigefinger gegen einander krümmend, um ihre Freundschaft darzuthun, befahl er für Shaw Sahib ein fleischfarbenseidenes Kleid, und bat ihn, sich einige Tage zu unterhalten, Alles auzu- sehen, den Platz und seinen ganzur Inhalt als sein eigen zu betrachten unD am dritten Tag wiederzukoin- men, um die freundliche Unterhaltung fortzusetzen. Bei der zweitm und dritten Zusammenkunft zeigte der König größere Kenntniß von der Königin von England , der „Malika Padischah" und Herrscherin von sieben Himmelsstrichen, wie er' sie nannte, las das erste Mal, wo er erstaunt war zu hören, daß sie größer sei als der Vicekönig, der „8oib Sahib". Er drückte den Wunsch aus, Ihrer Majestät Geschenke zu senden, zugleich mit einem Gesandten, der Shaw Sahib bei seiner Heimreise begleiten solle. Die königlichen Geschenke für Shaw selbst schienen einen Werth von fast 700 Pfund Sterling zu haben. Trotz dieser und ähnlicher Zeichen des Wohlwollens, die sich bei der Abreise wiederholten, gelang es Herrn Shaw erst nach mancherlei Schwierigkeiten und Verzögerungen heim-
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sind bei St. Martin und wollen Sturm läuten, die Metzger sind auf's Schloß los!" —
„Run steh' uns Gott bei!" schrie Schrendeisen und seine Ehehälfte bei Seite schiebend, stürzte er hinaus.
Andres hatte das Haus des Schöffen Amrhein bald erreicht gehabt und den Thürklopfer gehörig in Bewegung gesetzt, so daß das ganze Gesinde zusammen gelaufen war, und als der junge Herr selbst erschien, entledigte sich der Gesell ohne Umschweife seine» Auftrages.
Kaum hatte Balser erfahren, was vorgefallen, als er das Gesinde feines Vaters nach verschiedenen Rich inngrn hinaussandte.
(Fortsetzung folgt.)
Deutsches Reich.
•• Berlin, 16. Jan. Ueber b>e Entlassung deS Herrn v. Mühlrr und seine Ersetzung ist noch immer ft ine formelle Entscheidung erfolgt, obgleich man in unterrichteten Kreisen nicht zweifelt, daß Se. Majestät daS Gesuch deS CultuSrninisters genehmigt, und an der bereits ausgesprochenen Vermuthung festhält, daß Herr Dr. Falk an seine Stelle treten wird. Der Um stand, daß in den letzten Tagen ebenfalls der Präsident des OberkirchenratheS, MatthiS, vom Monarchen empfangen worden, hat auch auf diesen die Blicke gelenkt. Doch dürfte man sich in dieser Conjectur irren, wenn auch die Vacanz bei Kultusministeriums ben Kaiser veranlaßt haben wirb, Herrn MatthiS zu sich zu bescheibtN, um vor der Besetzung eines für die evangelische Kirche so wichtigen Postens den Rath dieses Beamten zu hören Ueber die Ursachen, welche Herrn v. Mühler zu seinem so plötzlichen Entschlüsse gebracht, cursiren die verschiedensten Gerüchte, deren Mehrzahl schwerlich in Den Thatsachen begründet sein dürfte. So weist man auf angebliche Differenzen zwischen ihm und dem Kronprinzen hin, die in Folge der Berufung und Wirksamkeit des Grafen Usedom entstanden fein sollen Ist dieS nicht der Wahrheit gemäß, so wäre eS voch immerhin möglich, daß die Besetzung Der Stelle eines Decernenten für Kunstan gelegenheiten Anlaß zur Trübung des Verhältnisses zwischen Sr. kaiserl. Hoheit und dem CultuSminister
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Ueber die politische Gestaltung von Ost-Turkestan giebt ein kürzlich in London erschienene» Reisewerk Robert Shaw'S Ausschluß, der um so werthvoller ist, als von diesen wilden und umvirthlicheu Gegenden säst nie zuverlässige Nachricht bis zu un6 dringt, denn seit Marko Polo ist kein Europäer lebend vcn dort zurückgekehrt. Die fraglichen Gegenden gehörten früher zum chinesischen Reich, 1863 aber nahm ein unternehmender Häuptling, Kusch-Begee Mohammed Aakub, die Stadt Dang Hissar, und zwei Jahre später die bedeutenDen Städte Kaschgar und Aarkand ein, wurde vom Emir von Bochara als „Atalik-Ghazee“ oder „Beschützer der Kämpfer" begrüßt, welchen Titel er
Die Kosten der aus Marmor und Erz zu fertigende» Gedenktafel sind auf 13,000 Fl. veranschlagt. Nachdem die königliche Hofbau-Jntendanz einen hierauf be. züglichen Antrag früher ablehnte, wird sich der Magistrat jetzt an bett König wenden, um die Bewilligung zur Aufstellung der Gedenktafel zu erhalten. Auch soll aus dem nördlichen Friedhof ein Denkmal für die dort beerdigten Krieger auf Kosten der Gemeinde der Residenzstadt errichtet werden.
München, 15. Jan. Nachdem jetzt auch die Kammer der Reichsräthe dem Gesetzentwurf über Abänderung deS Gesetzes, den Geschäftsgang deS Landtags bett., beigestimmt hat, bedarf es nur noch der Sanktion des neuen Gesetzes durch den König und seine Promulgation,- wonach die beiden Kammern daran gehen können, ihre Geschäftsordnungen zu reorgaiii- firen, wozu sie selbstständig das Recht haben. Von da an wird sodann die Schwerfälligkeit und Langweiligkeit des bairischen Landtages hoffentlich ihr Ende erreicht haben.
Lindau, 11. Jan. Die „Constanzer Zeitung' bestätigt, daß vor 14 Tagen die Prinzessin Alexandrine von Hohenlohe -Oehringen, Tochter des ehemaligen Kurfürsten von Hessen, auf ihrer Villa bei Lindau gestorben ist. Der Tod erfolgte bei der Geburt von Zwillingen. Ter Berich, setzt hinzu: „Sie wurde, letztwilliger Verfügung entsprechend, innerhalb de« Gartens besagter Villa begraben. Der Gatte der Verblichenen befindet sich seit einer Reihe von Jahren au« ähnlichen Ursachen wie die Grafen Bassenheim und Getto in Luzern."
Oesterreich-Ungar«.
Wie«, 14. Jan. Die kurze Erklärung, welche gestern der Minister-Präsident Fürst Auersperg über den Adreß-Entwurf abgab, hat keineswegs den Zweck, einen grundsätzlichen Gegensatz zwischen Regierung und Abgeordnetenhaus zu constatiren, sondern nur die Grenzen zwischen der Aufgabe Der Ex-culivgewalt und Dem Berufe der Volksvertretung zu ziehen. Daß sie die prinzipielle Uebereinstirnrnung der Thronrede und der Adresse anerkenne, bekundet dir Regierung damit, daß sie sagt, sie würde in der Adresse, so wie sie ist, ein Vertrauensvotum erblicken. Das Ministerium findet es nur nicht angemessen, daß auf dem Boden deS gemeinschaftlichen Programms die Abgeordneten die Führung übernehmen. Regieren muß die Regierung, nicht die Kammer. Letzterer steht frei, da« Cabinet, falls sie Tendenz oder Methode deffelben mißbilligt, durch parlamentarifche Mittel zum Rücktritt zu zwingen. Aber so lange sie dem Programm zu- stimmt, darf sie über die Ausführung, für welche nur die Regierung verantwortlich ist, keine Vorschriften geben. Ministerium und Volksvertretung sind einig über die Nothwendigkeit sowohl des Ausgleichs mit den Polen, als der Einführung birecter Wahlen zum ReichSrath. Aber bie Kammer verlangt, baß beide Maßregeln im Zusammenhang behandelt und gleichzeitig votirt werden; das Ministerium erhebt Einsprache dagegen. Nicht als ob eS unter allen Umständen das Gegentheil zu thun gedächte; allein eS will nicht gebunden sein. ES sind sehr wohl Veranlagungen denkbar, welche die Regierung bestimmen können, ben Pact mit ben Polen vor der Wahlreform in Angriff zu nehmen, oder umgekehrt. Sie verwahrt sich demnach dagegen, für eine bestimmte Reihenfolge in ihrer Action förmlich verpflichtet zu werden. Die Verhältnisse sind so unklar und verworren, die Mittel, über welche verfügt werden können, so unsicher und so wenig übersichtlich, daß daS Ministerium sich freie
fjuvm uuijii]uu)tn uno dic repuDitrantjcpen FD een zu verbreiten. Schließlich nahm Dann die Versammlung eine Erklärung an, in welcher man constalirt, daß die Mitglieder DeS unken Centrums in gemeinschait- licher Uebereinstimmung und übrigens, dem beständigen Programme der Gruppe getreu, die Aufrechterhaltung der republikanischen Form und ihre Befestigung durch liberale Reformen wolle.
Römische Correspondenzen hatten die Nachricht verbreitet, daß der Abgesandte des Königs von Italien, General Pralormo, vom Cardinal Antonelli um eine Audienz beim Papste nachgesucht habe, um demselben die Segenswünsche des Königs zum neuen Jahr zu übermitteln. Das Organ Des Vaticans, die „Genfer CoiresponDeitj", veröffentlicht nun die folgende Note, dir ganz den Charakter einer officiösen Mittheilung hat: „Wir befinden unS", schreibt das clericale Blatt, „in der Lage, dieser Darstellung ein entschiedenes T e menti entgegenzustellen. Jin Öuirinal (Residenz des Königs) scheint man vollkommen zu verstehen, waS gewisse andere Regierungen gegenwärtig nicht mehr begreifen, nämlich, daß der beraubte Papst und der Usurpator in keinerlei Beziehungen zu einander treten tonnen."
Der schwedische Gesandte erklärt in einer Zuschrift an die „Times", die' Mittheilung einer Corre spondenz dieses Blattes, wonach ein Artikel des Journals „Aftonblabet", welcher heftige Ausfälle gegen Deutschland enthielt, von dem König von Schweden herrühre, sei unbegründet. Der König habe sich niemals mit Zeitungspolemik beschäftigt, sondern nur einige Gebuchte unter Der Chiffre „C" veröffentlicht. — Der „Times" zufolge beabsichtigt die canadische Regierung, eine Eisenbahn burch daS britische Gebiet bis zum stillen Oceau zu bauen.
Anlouin be Serpa (ehemaliger Minister für öffeut- ltche Arbeiten) hat von ber portugiesischen Regierung den Auftrag erhalten, mit dem deutschen Gesandten in Lissabon, Grafen Brandenburg, über einen Hanbe.Srertrag mit Deutschland zu beratheu.
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gegeben hätte. Keineswegs dürfte aber Letzterer hierdurch bewogen sein, um seinen Abschied einzukommen. Ebenso salsch ist Die Nachricht, daß das Staatsministerium in seiner Sitzung am Donnerstag das von ihm entworfene Unterrichtsgesetz zurückgewiesen habe und dies den Minister bestimmt hätte, auszuscheiden. Wie man hört, stand aus seinem Reffort nur die Civilehe auf der Tagesordnung. v
Durch die Ernennung des Herrn v. Ende zum Regierungs-Präsidenten in Düsseldorf ist dessen Mandat als Abgeordneter erledigt. — Der Minister deS In nern hat die Suspension des Bürgermeisters von Liegnitz, gegen den die DiSciplinar-Untersuchung ein- geleitet war, bestätigt. — TaS neueste Centralblatt für die gefammte U^sterrichtsvenvaitung in Preußen bringt den vom .Röntg in feiner Antwort an die Bischöfe am 18. October angekündigten Erlaß des Cul« tusminftiers, welcher bereits unter dem 25 November ergangen ist. — Der Reichskanzler hat dem Bundes rathe ein Gesetz über die Erhaltung ber Krieger- Gräber in Elsaß-Loihringeii zugestellt, durch welches sowohl ben Ansprüchen genügt werben soll, welche Private oder Gemeinden an dem betreffenden Grund und Boden erheben könnte», als auch ber vielfach hcrvorgetretene böse Wille ber dortigen Franzosenschwärmer paralvsirt werden soll. — Nach einem andern eingebrachten Entwürfe soll daS Gesetz vom 8. Juni 1871 über Inhaber-Papiere mit Prämien auch aus daS Reichsland ausgedehnt werden.
Die Ueberweisung eines fiScalstchen Grundstücks m Berlin zur Errichtung eines Gebäudes für daS landwirthschaftliche Museum und die mit ber Univ er fität verbunbenc landwirthschaftliche Lehranstalt ist vom Staatsministeriulil beschlossen worden. Es wird dazu die Hälfte des nördlichen, größeren Theils des ehemaligen Artillerie-Werkstätleii-Gnindstücks, zwischen Dorotheenstraße und Spree belegen, verwendet werden. Die andere Hälfte ist dem CultuSmiuisteriuin überwiesen. Auch für die Sitzungen deS Landes-Oekonomie- CollegiumS soll in den zu errichtenden Gebäuden ein Raum hergestellt werden. Zur Erlangung der zu diesen Bauten erforderlichen Mittel wird dem Land tage eine Vorlage gemacht werden.
Berlin, 16. Jan. Die „Kreuzzeitung" glaubt die Annahme, daß die D otaticnen ber Generale in ben bevorstehenden Tagen zur Vertheilung kommen sollen, als unbegründet bezeichnen zu dürfen Die Erwägungen über diese Angelegenheit seien noch nicht vollständig abgeschlossen.
Hannover, 14. Jan. Der commanbirenbe General bes 10. ArmeecorpS veröffentlicht ein am 12. b. Mts., als bem letzten Schlachttage von le Mans, von Sr. Majestät bem Kaiser unb König eingegon genes Schreiben: „An den General v. Voigts-Rhetz — Berlin. Ich gedenke mit erneuter Anerkennung unb Dankbarkeit ber Jahrestage von le Mans, wo Sie in ben letzten, entscheibende» Kämpfen mit Ihren braven Truppen so viel zum Schluß bes siegreichen FelbzugeS von 1870/71 beitrugen, gez. Wilhelm." — „Es ist mir eine ehrenvolle Pflicht und eine aufrichtige Freude, vorstehendes eigenhändiges Schreiben Sr. Majestät des Kaisers und Königs hiermit auch zur Kenntniß derjenigen Invaliden, Wehrleute und Reservisten zu bringen, die nicht mehr in der Front des 10. ArmeecorpS stehen gez. v. Voigts-Rhetz."
München, 12. Jan. Der hiesige Magistrat genehmigte in heutiger Sitzung den Plan zu einer in der Feldherrenhalle aufzustellenden Gedenktafel der im letzten Kriege gefallenen Krieger aus hiesiger Stadt.
i wärts bis zur Stadt Aarkand vorzubringen. Vor- - schützen von Geschäften und gelegentliche Kriegszüge : bildeten des Königs Entschuldigung für offenbare Verachtung ober Verdacht seinem europäischen Gast ge- : genüber. Auch mag ein Schwanken in des Atalik Gemüth zwischen englischen und russischen Neigungen dazu beigetragen haben. Seine Unterredungen, politisch und sorgfältig zurückhaltend wie sie waren zeigten ihn eifrig empfindlich für seine persönlichen Interesten in Beziehung zu jeder von beiden Mächten. Scharfsichtig, von festem Willen im Rath wie im Krieg, ftieng in der Justiz, edel in ber Vergeltung bei Guten, babei schonungslos in Bestrafung bes Bösen, zeigt er die Hauptvorzüge eines astatischen Despoten. Er hat den Sclavenhandel abgeschafft. Ein gut gespickter Galgen ward von dem Reisenden bei seinem Ginzug in Kargalik gesehen. Nicht wenige Eingeborene sah er, deren rechte Hand wegen Diebstahls abgeschlagen war. Wie von Harun al Raschid wirb von bem Atalik erzählt, daß er bie Gewohnheit habe, allein verkleibet auSzugehen. Oft sei er babei von feiner eigenen Polizei als Lanbstreicher aufgegriffen worden. Wehe dem Unglücklichen, der bei solcher Gelegenheit das ihm vom Gefangenen für seine Freilassung angebotene Geschenk annimmt. Die geringste Strafe am andern Morgen ist strenge Peitschung, diejenigen Dagegen, die ber Versncbung wiberftanben haben, werben geehrt unb befördert. Ter König hat die Anlegung eines Canal- angeordnet, unter feinem Schutz sind Buchhandlungen häufig in Kaschgar.
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