nouimk»!, dcnsclbcu abzuhclfe», und Härte deshalb gewünscht, eS bei der Anregung bewenden zu lassen und von der Resolution Abstand zu nehmet:.
Abg. R e ich e u s p er g e r tritt Len Ausführungen des Abg. Karsten bei, glaubt jedoch, daß eine Sieorganisa- ticn weiter greifen müsse, als die beantragte Resolution eS ausspreche. Am besten'werde man daS Ingenieur, vom Bauwesen gänzlich trennen. TaS theoretische Moment müsse wie in England bei der Ausbildung gegen die practische künftig mehr in den Hintergrund treten, und es sei zu überlegen, ob man nicht zu den alttn Meisterschulen zurückkehren solle.
Abg. Karsten zieht hierauf seine Resolution zurück, i»dem er sich für die Schlußberathung eine andere Formulirung derselben vorbehält.
Zu Tit. 20 (zur Unterhaltung der Gewerbe-Akademie in Berlin 47,900 Thlr.) befürwortet der
Abg. Löwe, an der Gewerbe-Akademie einen Lehrstuhl für gewerbliche Gesundheitspflege zu errichten.
HandclSminister v. Jtzenplitz: Ein Lehrstuhl, wie der von Löwe gewünschte, existire bereits in der Bauacademie und sei von Herrn Hobrecht besetzt; auch für die Gewerbe-Academie sei die Errichtung eines solchen Lehrstuhls in Aussicht genommen.
Die Position wird bewilligt.
Zu Tit. 21 (zur Unterhaltung der technischen Lehranstalten in den Provinzen, 123,500 Thlr.) bespricht der
Abg. Jacobi daS große Mißverhältniß, daS zwischen der sachlichen und der allgemeinen Bildung der Schüler der betreffenden Anstalten obwalte, und empfiehlt die Reform der Provinzialgewerbeschulen.
Handelsminister v. Jtzenplitz: Diese Schulen seien noch in der Entwickelung begriffen, und cs sei wünschendwerth, über die Frage noch Erfahrungen zu sammeln; auch hänge die Reorganisation dieser Schulen theilweise von der Bereitwilligkeit der Ge- meinden ab, gewiffe Leistungen für die Schulen namentlich einen Theil der Unterhaltungskosten derselbe», zu übernehmen. Das Schulgesetz, von welchem die Reorganisation der Gewerbeschulen einen Theil gebildet haben würde, sei nicht zu Stande gekommen; ob er hätte mit den Gewerbeschulen warten sollen, bis da« Schulgesetz durchgebe? Er habe vorgezogen, erstere einstweilen im PerordnungSwege zu reorganisiren. (Beifall.)
Auch diese und die übrigen Positionen im Or dinarium de« Etats des Handelsministeriums werden geiiebmigt. Zu Tit. 3 der außerordentlichen Ausgaben dieses Etats (Zuschuß zu den Ouaibauten der Stadt Altona, Gesammtbetrag 350,000 Thlr., 1 Rate pro 1872 150,000 Thlr.) wird genehmigt und damit ist der Etat des Ministeriums für Handel u. f. w. erledigt. -*
Um 31/4 Uhr vertagt sich das HauS bi» Montag 1 Uhr. (Etat des auswärtigen Ministeriums, Eisenbahnverwaltung rc)
— Das Referat über die beim Abgeordnetenhause cin- gegangenen und der Unterrichts - Commission überwiesenen Petitionen, welche auf Aufbesserung der Gehälter der Elementarlehrer gerichtet sind, ist dem Abgeordneten Hoffmann übertragen worden, und hat derselbe in der letzten Sitzung der Unterrichts - Commission angekündigt, daß er, um die dringend gebotene Berücksichtigung dieser Petitionen zu trist, was man sagt, daß die Bestien einen Schwarzen im Geruch haben und nach seinem Fleische lüstern sind.
DaS sind ungefähr die berühmteste» Löwcnkönige. Meist ist eS der Trunk, der jit inS Verderben bringt, und das ist nicht zu verwundern. Doch Ihr habt auch wohl von Löwenköniginnen gehört? Die erste trat auf in Joe Hilton's Circus auf Kitty Lee's Rath, um dem Löwenkönige Crockett den Rang abzulaufen. ES war HiltonS eigene Tochter, unter dem Namen „Madame Pauline de Vere, die Löwendame" (the Lady of Lions mit Anspielung auf Bulwcr's Diama the Lady of Lyons). Sie war schon vorher bei de» Löwen im Käfig gewesen. Dann erschien in Womb- well'S Menagerie als Rivalin Mish Helen Chapman, jetzt Frau George Sanger, welche auch vor dem Hofe in Windsor auflrat Helen Blight, eine Dritte, wurde bald nach ihrem ersten Auftreten von einem Tiger zer- riffen. Es war in Greenwich. Als Mish Blight sich von dem ältesten Tiger abwandte, um ihre Kunststücke mit dem anderen zu beginnen, sprang der alte Satan brüllend und de» Schweif schlagend auf fie zu und biß sie in die Kehle, daß sie tobt war, ehe sie aus dem Käfig gebracht werden konnte. Rach diesem fürchterlichen Unglücke wurden Löwenköniginnen vom Ober- Kammerherrn verboten; und daS war für die Kasse ein schlimmer Schlag, denn die Löwenkönizinnen brachten Geld ein wie Niemand anders. Aber eS war Zeit. Helen Blight war getödtet unv Madame de Vere io wit Mish Chapman schon mehr als einmal gehörig zerfleischt worden
Löwe» sind gerade wie Menschen; jeder hat sein Temperament. Manchen kann man auf immer vertrauen, bis sie Blut geschmeckt haben; andere kann man nicht vorsichtig genug im Auge halten, denn sie werden zubeißen, wenn sie nur können. Und dann werd.» sie in der Gefangenschaft an den meiischlichen
möglichen, Anträge in folgendem Sinne stellen werde: 1) den Ueberschuß, welchen der diesjährige Staatshaushalts-Etat ergeben wird, nicht zu einem Steuererlaß, sondern zur Aufbesserung der Gehälter der Elementarlehrer zu verwenden; 2) den Art. 25 der Verfassungs-Urkunde in der Richtung ab- zuändern, daß die materielle Fürsorge für die öffentliche Volksschule in zweiter Linie den Kreisen und erst in dritter Linie dem Staate auferlegt werde; 3) den Kreisen resp. den in keinem Kreisverbande stehenden Städten die Mittel zur Erfüllung der ihnen aufzulegenden Verpflichtung in ent- prechenden Procenten der Grund- und Gebäudesteuer zu überweisen.
»Marburg, 15. Januar.
Den vielfachen Gerüchten, welche den Rücktritt des Herrn v. Mühl er als unzweifelhaft erscheinen ließe», setzt auch die „Krzztg." einen Damm entgegen, indem sie erklärt: „Die sehr detaillirteii Mittheilungen der hie- igen Presse, und namentlich der „Deutschen Reichs- corrcspoildenz" über den angeblich schon erfolgten Rücktritt des CultusministerS v. Mühler sind nach den von uns eingeholten Informationen wesentlich Ver- muthungen und Wünsche der Verfasser. Die ganze Angelegenheit befindet sich, wie wir hören, noch in einem Stadium, daß sich die Detail» der öffentlichen Kenntuiß und Besprechung entziehen." S. u.
*• Berlin.
Im Wiener Abgeordneten Hause wurde am vergangenen Sonnabend die Generaldebatte über den Adreßcntwurf beendigt. Im Verlause derselben erklärten die Polen, daß sie gegen die Regierung kein Mißtrauen hegten, aber das in dem Entwürfe ausgedrückte Vertrauensvotum für verfrüht erachteten. Dieselben kündigten ein Amendement betreffs der Trennung der galizischen Frage von der Wahlreform an. Nach Schluß der Generaldebatte gab der Ministerpräsident folgende Erklärung ab: Die Regierung wird in dem in der Thronrede ausgesprochenen Programme unerschütterlich festhalten; dieselbe erblickt in dem Abreß entwurf ein Vertrauensvotum des Abgeordnetenhauses. Die Regierung wünscht aber auch über Vergangenes einen Schleier geworfen zu sehen und hofft, daß die vollständige Uebereinstimmung mit dem Reichsrathe gesichert sei. — Anläßlich der 70jährigen Geburtstags feier des Dichters Bauernfeld hat der Kaiser demselben das Comthurkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen und seine Pension auf 1000 Gulden erhöht. — Zum Gesandten der österreichisch-ungarische» Monarchie bei der niederländischen Regierung ist Baron v. Haymerle, bisher Gesandter in Athen, ernannt worden. Es be [tätigt sich, daß derselbe in Athen durch Darou Pot- teuberg ersetzt wird.
Dem Wunsche der deutschen Regierung entsprechend hat der schweizer BundeSrath die Anordnung getroffen, daß der schweizerisch deutsche Handels und Zollvertraz sowie der Vertrag zum Schutze deS geistigen EigenthumS von 1869 auch auf Elsaß Lothringen Anwendung finden sollen.
Ter französischen Nationalversammlung Hal Pouyer-Quertur den Gesetzentwurf über neue Zölle auf Rohstoffe vorgelegt. _ Nach demselben würde künftig betragen der Zoll auf Wolle 80 FrcS. pr. 100 Kilo, Rohseide 9'/^ 12 FrcS. pr. Kilo, zu gerichtete Seite 11—13 Frcs. resp 12 50 FrcS. (gefettete). Oelsamcn 4—9 Frcs. Reine Oele 20 Frcs. Rohe Baumwolle 35—40 FrcS. Flachs, gekrempelt, Blick gewöhnt und er verliert feine Macht bei ihnen. Das Schlimmste aber ist, wie gesagt, wenn die Löwen und eine Löwin zu einer Zeit zusammen sind, wovon ich schon gesprochen habe. Was eine Schlacht war das einmal i» Weymouth unter Sangers Löwe»! Es waren fünf Löwen und eine Löwin. Einer von den Löwen wuroe jeden Morgen auf einem Wagen um die Stadt gefahren, neben ihm eine Dame sitzend; welches Paar Britannia und de» britische» Löwen darstellte. Eines Morgens, als wir hineiiigingen, um ten Löwen herauSzuholen, sanden wir den Käfig als eine Blutlache und die Löwen im nüthenb sten Kampfe mit einander, die Mähnen gesträubt, die Kiauku hervorgestrecki und daS Auge blitzend. Uns alle überlief die Gänsehaut — uns Löwenkönige. Da waren außer mir Crockett, Bill PhubbS, Billy Strand der „Pscfferkugenkönig," Nosey Joe (Naseiihannes), ein wohlbekannter Bändiger, so genannt, weil seine Nase von einer Leopardentatze auseinander gerissen -war; aber Niemand wollte brau. Da kam aber George Sander und sprang mit seiner Hanbpcitjche von dem Rabe beö Wagens in die Löwengrube, schoß unter die Bestien, peitschte die Löwen nach einer Seite unb die Löwin nach der andern und machte eine Barriere zwischen ihm» mit den Brettern, die wir ihm hmeinschoben. Da fand auch Crockett seine Courage wieder, und nach Beendigung der Reiterkunststück. brad te er die fünf Löwen in den CircuS unb machte mit ihnen seine gewöhnlichen Stücke
Nun lebt wohl; ich sehe, Ihr habt keine Zeit mehr. Aber das Eine möchte ich noch sagen, baß ich eS für'» Beste hielte, wenn der Oberkammerherr auch die Löwenkönige abschaffte, wie er eS schon mit den Löwenköniginnen gethau hat. Sie riskiren ihr Leben mehrmals täglich, unb daS zu fei’ em nützlichen Zwecke."
16'/2 Fees. Jute, gekrempelt, 6 FrcS. 70 Ct. Hopfen 60 FrcS. Die auf Rohstoffe erhobene» Eingangszölle sollen beim Export ber daraus erzeugten Fabrikate entweder mittelst Drawback (Rückzölle) oder durch Anwendung des Regime der zeitweiligen Zulassung zurückerst»tiet werden. Die Rückzölle würden betragen: Für einfache Baumwollengarne. 47—62 FreS. pr. 100 Kilo. Für gezwirnte Baumwollengarne 52—68 Frcs. Für gewöhnliche Laumwvlleiigewebe 51—56 Frcs. Für gekrempelte und cardirte Wolle 67—72 FrcS. Für Wollengarn 62—92 FrcS. Für Wollengewebe 80—100 FrcS. Für Garn aus Lein und Hanf 19—27 FrcS. Für Gewebe aus Lein und Hanf 20—28 Frc«. Für Gewebe aus Seide 3—9 FrcS. Für Gewebe aus Jute 9 FrcS. ThierS befürwortet in längerer Rede die Besteuerung der Rohstoffe, welche der einzig mögliche Modus würde, indem er zugleich an den Patriotismus der Versammlung appel- lirt. Die Regierung habe vor allem zwei Aufgaben erstens, das Uebereinfomtnen von Bordeaux, dessen Bruch unberechenbare Nachtheile zur Folge haben würde, unter den Parteien aufrecht zu erhalten und zweitens alle Anstrengungen zu machen, um nicht nut die politische sondern auch die intellectuelle Anarchie zu verhindern. Die Rede des Präsidenten wurde sehr beifällig aufgenommen.
Der „London Gazette" zufolge ist in den italienischen Häfen die Quarantaine für Schiffe au« BuenoS-Ayres und ten La Plata-Staaten aufgehoben worden. Dagegen ist Quarantäne angeordnet in Rut- , schrick für Schiffe aus Rumänien, sowie in den spanischen Häsen für Schiffe aus Persien in Folge der daselbst ausgcbrochenen Pest.
Die türkische Regierung hat eine Anleihe von 15 Millionen Frcs. mit der auftro-oltomanischen Bank abgeschlossen und wurde ber Vertrag am 12. Abenb» unterzeichnet; die Bedingungen sind noch unbekannt.
Nach Lerathung mit dem Cabiuet hat Präsident Grant beschlossen, im Staate Louisiana de» KriegS- zristand nicht zu proclamiren. — Wie eS heißt, wird die Legislative des Staates Newyork ein Comite ernennen, welches die Angelegenheit der Erie-Elsen- bahn prüfen und die jetzige Verwaltung ihres Amte« entheben soll.
Deutsches Reich.
•• Berlin, 13. Januar. Die Berliner Blätter erzählen ziemlich gleichlautend, der Rücktritt des Herrn von Mühler sei nun ganz bestimmt. Um diese Behauptung zu bekräftige», wird an die Vorgänge in bet jüngsten Sitzung beS Staatsministeriums, sowie an äußere Merkmale im Ministerhotel angeknüpft. Letztere sollen barin bestehen, baß man bereit« bie Koffer zur Abreife beS Ministers unb dessen Familie packt, daß bie Beamten des Ministeriums ihrem Chef eine Prachtbibel überreichen werden, daß einer der Räthe bereits dir AbschiedSrede ausarbeite. Ob der Rücktritt deS CultuS - Minister in letzter Zeil überhaupt die maßgebenden Kreise bcsckäftigt hat, darüber habe» wir natürlich keine Garantie, daS aber können wir versichern , daß alle Gerüchte, welche einen unmittelbar bevorstehenden Rücktritt deS Herr» von Mühler in
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Kunstnotiz.
Marburg, 13. Jan. Gestern fand die dramatische Vorlesung des königl. Hofschauspielers und Regisseurs Herrn Ulram von Kassel zum Besten der Genossenschaftskasse der deutschen Bühnenangehörigen im Saale des CafS Quentin statt. — Wie zu erwarten war, erwies sich Herr Ulram als vollständig seiner Aufgabe gewachsen. In dem Vortrag der Scene zwischen König Kreon und dem Seher Teiresias au8 Sophocles „Antigone" zeigte sich der Vortragende als ein feiner Kenner der antiken Tragödie und der Art und Weise, wie dieselbe gesprochen werden muß, was sich besonders irn Vortrag des Chores kennzeichnete- Aus Lessings „Nathan" hatte sich Herr Ulram die Erzählung vom Ring zum Sujet gewählt. Hier war es die Klarheit und Wärme des Vortrags, welche Allen zu Herzen sprach und zu lebhaftem Beifall hinriß. Der dritte Gegenstand des Programms war König Lear. Der Vortragende hatte jene drei Scenen, in welchen sich der Wahnsinn Lear's. entwickelt und endlich zum vollen Ausbruch kommt, zum Gegenstand genommen. Hr. Ulram ist anerkannt ein ausgezeichneter Darsteller der Lear's und wußte auch im Vortrag dieser aus dem Rahmen des Stückes herausgcriffenen Scenen zwischen Lear und Goneril, Lear und Regan, und Lear und dem frierenden Tonis die ganze Leidenschaftlichkeit der Shakespeare'schen Sprache mit warmer Empfindung wiederzugeben. — Jeden einzelnen Vortrag leitete Herr Ulram durch einige den Zusammenhang erläuternde und zum Verständniß nothwendige Worte ein; die Anwesenden verfolgten den Vortrag mit steter Aufmerksamkeit und kargten nicht mit ihrem Beifall. Zwischen jedem dieser Bor- träge erfreute Herr Bulß das Auditorium durch einen Lieder- vottrag- Der lugendliche Sänger ist int Besitz einer starken glockentönigen hohen Baritonstimme und zeigt sein Gesang von feinem Geschmack und guter Schule. Wir können, nachdem wir Herrn Bulß gestern gehört, leicht begreifen, wie et sich in ber kurzen Zeit seines Engagements in Kassel zuw Liebling des dortigen Publikums machen konnte. Auch ihm wurde wohl verdienter Beifall. Wie wir hören, geben# Herr Ulram ähnliche Vorlesungen zu demselben Zweck (zuM Besten der Genoffenschastskaffe der Bühnenangehörigen) in Hanau, Fulda und Hersfeld zu halten und sind überzeugt, daß derselbe überall gleichen Beifall finden wird und fein unablässiges Streben zu Gunsten jener Genossenschaft, deren Mitgründer er ist, mit lohnendem Erfolg gekrönt sein wird-