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bränchlichen Militär-Transportwageit, sondern in Wagen III. Klasse erfolgen sollen.

Die „Revue des deux mondes“ kommt in ihrem neuesten Hefte auch auf den Erlaß des Fürsten Bis­marck vom 7. December zu sprechen Wenngleich das Journal mit der den Franzosen eigenen Leidenschaft- tichkcit sein Urtheil abgibt, so kann es doch nicht um­hin, zuzugcstehen, daß der Erlaß große und beher- zigenswerthe Lectionen enthalte.

Dresden, 4. Januar. Der dem sächsischen Landtag vorliegende VolkSschul-Gesetzentwurf wird, wie das „Leipziger Tagbl." voraussieht, zu sehr ausge­dehnten und schwierigen Berathungen führen. Wäh­rend auf der einen Seite die konservativ - orthodoxe Mehrheit in der ersten Kammer den Entwurf in sei­ner jetzigen Fassung schwerlich genehmigen wird, ge­denken auf anderer Seite namhafte liberale Abgeord­nete in der zweiten Kammer vor Allem die Bestim­mung auS dem Gesetz hinaus zu drängen, daß der Localschulinspeclor in allen Orten, wo kein Schul­director angestellt ist, der Ortsgeistliche sein soll. Diese Bestimmung kann nur den Zweck haben, daß in fast allen Dörfern und auch in sehr vielen kleineren Städten Sachsens das gegenwärtige Verhältniß der Kirche zur Schule in der Hauptsache aufrecht erhalten bleibt. Da nun aber die liberale Partei int Princip verlangt, daß dieses Verhältniß gelöst und die Volks schule auf eigene Füße gestellt werden soll, so bleibt den sreisiunigen Abgeordneten nichts anderes übrig, als sich gegen die obgedachte Bestimmung zu erklären. Merkwürdig erscheint die Begründung derselben in den zum Entwurf beigefügten Motiven. Es heißt dort ganz einfach: „Daß für die regelmäßige Schulinspec- tion und die Erledigung der täglich dabei eintretenden Vorkommnisse ein bestimmtes Mitglied des OrtSschul Vorstandes designirt sein muß, welches im Namen und Auftrage de« Collegiums das Erforderliche verkehrt, liegt eben so sehr in der Natur der Sache, als daß dieses Mitglied überall da, wo kein Director angestellt ist, der Ortsgeistliche ist."

München, 5. Jan. Am künftigen Montag wird der I. Ausschuß der Abgeordnetenkammer über den Initiativantrag der Abgeordneten Dr. Schüttinger und Dr. Barth in Betreff der Vertretung des baierischen Staats im BundcSrath in Berathung treten und der V. Ausschuß zusammentreten zum Behufe der Fest­stellung deS Referats für die Kammer in der Be­schwerdesache des Bischofs von Augsburg, verschiedener Bewohner von Viering und den Filialen, sowie be­hufs Entgegennahme deS Minoritätsgutachtens. — Der vereinigte I. und IIL Ausschuß der Kammer der ReichSräthe hat in seiner gestrigen Sitzung den Be­schluß gefaßt, der hohen Kammer die Annahme des Gesetzentwurfs, betreffend der Revision der gesetzlichen Bestimmungen über den Geschästsgaug deS Landtages in der von der Kammer den Abgeordneten beschlossenen Fassung zu empfehlen.

Orfterrrich - Ungarn.

Wien, 5. Januar. Die aus dem Schooße der Deakpartei in Umlauf gesetzte Behauptung, daß Graf Beust im deutsch-französischen Kriege für Einmischung

zu Gunsten Frankreichs gewesen sei und auch dem Kaiser in diesem Sinne gerathen habe, wird in einem Briefe an die „Morning Post" von einem wiener Correspondenten wo möglich noch nachdrücklicher in Abrede gestellt, als es bereits in dem von uns mit- zetheilten Schreiben an die „Pall Mall Gazette" ge chehen war. „Nachdem die französische Regierung" — sagt dieser wiener Correspondeiu — „die freund­lichen Dienste der österreichisch-ungarischen Regierung zum Zwecke einer Vermittlung zurückgcwiescn halte, zog der Kanzler die politische Situativ» der Monar­chie, die Abneigung Ungarns und fast der gejammten Bevölkerung Oesterreichs gegen eine Betheiligung am Kriege auf der einen oder der anderen Seite, die Unvollständigkeit der Armee - Organisation und den vollständigen Mangel an allen Vorbereitungen für das Heer, welches nicht einmal auf dem vollen Friedens­stande war, in Erwägung und zerstreute, weit entfernt, der französischen Regierung auch nur die leiseste Hoff nung auf Unterstützung zu lassen, mit der größten Offenheit schon am 12. Juli alle Illusionen, welchen man sich in Paris hinsichtlich der im Falle eines AuSbrucheS der Feindseligkeiten von den süddeutschen Staaten zu erwartenden Haltung hingab. Ja, mehr als daS - und es ist dies eine Thatsache, welche, obschon in weiteren Kreisen kaum bekannt, in den militärischen und Hofkreisen, die daS Vertrauen des Kanzlers genossen, kein Geheimniß war —, eS war der bestimmte Entschluß deS auswärtigen Ministers des Kaisers Franz Joseph, daß, im Falle die Armee deS französischen Kaisers den Rhein überschritt und Deutschland mit dem Verluste dieses Stromes, des Augapfels seiner Sänger und Vaterlandsfreunde, be­droht würde, dieselbe Monarchie, welche pflichtmäßig jür die deutsche Sache bas Blut ihrer Krieger an de» Gestade» der Nordsee verspritzt hatte, welche ein Jahr später besiegt aus einer Jahrhunderte alten Gemein­schaft verdrängt worden war, das Schwert ziehen und all ihre Kraft für die Unverletzlichkeit des deutschen Gebieies und die Sicherheit seiner Gräuzen in die Wagjchale werfen sollte."

Pest, 1. Jan. Die „Reform" regt die dalma­tinische Frage an mit dem Bemerken, daß dieselbe zu den Fragen gehöre, die wahrscheinlich in diesem Jahre ihre tijung finden würde». „Vor Allem (schreibt bas officiöse Blatt) muß Dalmatien selbst mit sich ins Reine kommen, wohin es gehören will. Wen» es sich anschlicße» will, wird ihm Croatien und der ungarische Reichstag nicht im Wege stehen, wie dies versprochen ist. WaS Oesterreich thu» wird, kann man nicht wissen. Die entscheidende Stimme Sr. Majestät wird auch hier den Wünschen der Völker nicht entgegen sein. Die eine Krone des Monarchen ist nicht kesser als die andere, er ist dalmatinischer König kraft alten ungarischen und croatischen Rechts, und ist König von Dalmatien auch dann, wenn er dieses Land, Volk und Meer als deutscher Kaiser be­sitzt. Deshalb und weil Oesterreich nicht mehr Grund hat, Dalmatien zu behalte», als Ungarn, es wieder zu gewinnen, hoffen wir, daß in dieser heiklen Ange­legenheit der Wille gerade jener erfüllt werden wird,

In der zweiten Hälfte des Monats November und im Laufe des Dezember wurden daher in der Heimath 24 Munitions-Fuhrpark Colonnen, jede zu 40 vierspännigen Wagen, formirt und nach und »ach der Belagerungsarmee mit der Eisenbahn zugesührt. Auch die Zahl der im Lande requirirten Fahrzeuge mehrte sich durch die Bemühungen der im Norden und an der Loire operirenden Armeen, und man stellte auS ihnen mit Hülfe der zu diesem Zwecke mobil gemachten Train-Compagnien militärisch organisirte Kolonnen her. Mit der wachsenden Zahl der Fahr­zeuge wurde zwischen Villacoublay und Ranteuil (später Lagny) ein regelmäßiger Relaisdienst einge­richtet, und so gelang es endlich bis zum Jahresschluß den ganzen BelagerungSpark mit der ersten Munitions­rate (500 Schuß per Geschütz) nach Villacoublay überzuführen und ausreichenden weiteren Munitions­nachschub vollkommen fichcr zu stellen.

An Geschützen waren zum Angriff gegen die Süd­westfront von Paris vorhanden: 40 gezogene 6pfün- der, 104 gezogene 12pfünder, 70 gezogene lange 24pfünder, 15 gezogene kurze 24pfünder, 6 gezogene 21cenlitncL Mörser, 20 25pfündige Bombenkanonen, 20 25psündige Mörser, zusammen 275 Geschütze, außerdem 50 Zündnadel-Wallbüchsen.

In der Nacht vom 3. zum 4. Januar wurde die Armirung der Batterien gegen die Südwestfront von Paris, vom Feinde ungestört und anscheinend auch unbemerkt, vollendet. Die Eröffnung des Feuers mußte jedoch wegen dichten Nebels bis zum Morgen des 5. Januar verschoben werten. Der Vertheidiger ant­wortete lebhaft aus zahlreichen schweren Geschützen der Fort«, der zwischenliegenden Emplacements und der Hauptenceinte, sowie im Anfänge auch von Ka nonenbooten aus der Seine. In wenigen Tagen jedoch gelang es, die Fort« Jffy und VanvreS, sowie die Schanze bei Billijuif fast gänzlich, das Fort Mou- trouge größteiithetlS zum Schweigen zu bringe». I»

den Emplacements zwischen den Forts traten, wieder­holt einzelne Geschütze in wechselnder Stellung auf, welche jedoch »ach wenigen Schüssen genölhigt wurden, das Feuer wieder einzustellen. Dagegen setzte die Ar­tillerie der Hauptenceinte den Kampf mit den dies­seitigen Batterie» ununterbrochen fort, ohne daß bei der großen Entfernung (4000 bis 7000 Schritt) auf der einen oder andern Seite ein entscheidender Erfolg zu erwarten gewesen wäre. Die fast gerade- linigc Südfront der Stadt Enceinte konnte bei einer Länge von 9000 Schritten, aus 18 Bastionen gegen die diesseitigen Batterien feuern, und der Feind trat dort mit einer überlegenen Zahl von Geschützen des schwersten Kalibers auf. Dagegen hatten die deutschen Batterien den Vortheil, sehr kleine, auf die weite Ent­fernung kaum zu sasseiide Ziel-Objecte zu bieten, so daß der Feind ihnen wenig Abbruch zu thun ver­mochte. Der Angreifer konnte daher sehr bald mit Batterien weiter vorgehen und gewann dadurch Po­sitionen , von1 welchen aus ein erheblicher Theil der Stadt unter Feuer zu nehmen war. — —

In die Stadt wurden täglich 200 bis 300 Gra­naten geworfen, welche ausreichten, die auf dem linken Seineufer liegenden Stadttheile, so wie jenseits der Seine Paffy, Autenil, Boulogne und Billancourt lebhaft zu beunruhigen, den größten Theil der Be­völkerung daraus zu vertreiben und deren Wider- standSgeist zu erschüttern, ohne jedoch erheblichen ma­terielle» Schaden anrichten zu können.

Mehr zu erreichen wäre nur durch den lieber gang zum förmlichen Angriffe gegen die Forts Jffy und VanvreS möglich gewesen, welcher aus bekannten Gründen niemals beabsichtigt wurde und von weichem man jetzt um so mehr Abstand nahm, als täglich deutlicher hervortrat, daß die Widerstanvstähigkeit von Paris ihrem Ende nahe war. Selbst, wenn Lebens­mittel noch für längere Zeit auSgereicht hätten, würde eie Ausdauer des VertberdigerS bald gebrochen ge-

die in erster Linie dabei iuteressirt sind, nämlich der Dalmatiner und Kroaten."

Frankreich.

Paris, 6. Jan Der Graf von Saint Ballier wird heute in Paris eintreffen. — ES geht das Ge-, rücht, Duchatel werde feinen Antrag auf Verlegung der Regierung und Nationalversammlung nach Paris zurückziehen, sobald Victor Hugo zum Abgeordneten gewählt werde. — Ein Brief des Herzogs von Gram- mont dementirt das Gerücht, als habe er die Verant­wortlichkeit für den Krieg‘auf Benedetti zu werfen gesucht.

Versailles, 6 Jan. General Cremer wird in der Angelegenheit dcS als preußischer Spion erschösse- neu Kaufmanns Arbinet von Dijon gerichtlich ver­folgt. — DaS Gerücht, wonach die deutsche Regie­rung der diesseitigen Bemerkungen über daS Militär­budget hätte machen lassen, entbehrt, der „Agence Havas" zufolge, jeder Begründung. — ES verlautet, daß der Finanzminister Pouyer-Queriier nicht auf der Besteuerung der Rohstoffe bestehen werde; in diesem Fülle würde die Nationalversammlung, nach der Ge nehmignng der Steuer auf die Mobiliarwerthe, wahr­scheinlich die zur Herstellung des Gleichgewichts bei Budgets erforderlichen Zuschlagssteuern votiren. — Die 'Nationalversammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung, auf Bericht der Commission für den Vor­schlag, gewisse Journale in Anklagezustand zu ver­setzen, die Regierung zu ermächtigen, gegen 10 Jour­nale wegen Beleidigung der Nationalversammlung daS gerichtliche Verfahren einzuleite». — Der Beginn der DiScussion über die Steuer auf Mobiliarwerthe wurde von der Versammlung in Uebereinstimmung mit der Regierung, auf Montag festgesetzt.

Großbritannien.

London, 4. Jan. Dem Vernehme» nach hat die Regierung das Gesuch der Geographischen Ge­sellschaft, eine Expedition zur Aufsuchung Livingstone'» durch Geldmittel zu unterstützen, abgelehnt, und damit stimmt denn auch ein Ausruf, den genannte Gesellschaft heute erläßt, um die Unterstützung des großen Publi- cums für diesen Plan zu gewinnen. ES heißt in dieser Anzeige u. A.: „ES sind jetzt zwei Jahre und sieben Monate, seit einige wenige Zeilen von Livingstone die Küste erreicht haben, obwohl er muthmaßlich kaum wenige Hundert Meilen entfernt ist. Er mag in Ge­fangenschaft gehalten werden ober auf das Kranken­bett hingestreckt sein, da die letzten Versuche, ihm Vor- räche zuzuführen, keine direclen Nachrichten von ihm gebracht habe». Die Spannung ist unerträglich; um jeden ZPreis muß aber ein Ende gemacht werden. Ende diese» Monats fährt ein Dampfer birect nach Zanzibar, und falls bie nöthigen Gelder bis dahin zusammengebracht sind, wird die Expedition die Gelegenheit benutzen nnv dann von Zanzibar auS birect nach bem Taii- ganyikasee vordringen, um an Ort und Stelle Wahr­heit oder Unwahrheit der Gerüchte fesizustellen, welche über Liviiigstcnc'S Aufenthalt in Maniema zu der Küste gelangt find. Man darf hoffen, daß die Expedition noch vor Schluß deS Jahres nach England zurück- kehreii würde." Zu gleicher Zeit liegt ein langer

wesen sein, denn auch von Norden her wurde er durch die weit und sicher gehenden schweren Geschosse des Belagerer» mehr und mehr beengt, und der Zeit­punkt war vielleicht nicht mehr fern, 'too auch die nördliche» Stadttheile von Paris sich den Schrecken eines Bombardements auSgcsetzt sahen.

Der artilleristische Angriff gegen die Südfront war nämlich durch verstärktes Feuer der vor der Nord- und Ostfront bereits in Thätigkeit befindlichen Batterien unterstützt worden, um die Aufmerksamkeit und die Lhätigkeit des BertheidigerS zu theilen.

Außerdem aber konnte eine bedeutende Verstärkung des Angriffs gegen die Südsroitt in Folge der 6a* pitulation von Mezicres in Aussicht genommen werden. --Man fand hierin die Mittel, nunmehr auch noch zum Angriffe gegen die Befestigungen von St. Denis, zu schreiten. Die Eisenbahn führte den Bela- geruttgs-Park bis in die Nahe der gegen St. Denis zu errichtende» Batterien.

Mehrere Batterien auf der Höhe von Stains eröffneten am 21. und 24. Januar ihr Feuer und zwar mit fo entschiedenem Erfolge, daß bereits in der Nacht vom 24 zum 25. die Vorposten weiter vorgeschoben und unter dem Schutze derselben neue Batterien in einer Entfernung von nur 1500 Schritten von beit Werken von St. Denis erbaut werben tut» am 26. Januar in Thätigkeit treten konnten. Ebens- war es auf ber Ostfront möglich geworben, neue Batterien bei Champigny unb auf ber Höhe zwischen DillierS unb Brie zu etabliten, aus welchen Vin­cennes wirksam beschossen würbe. Die Granaten ber Batterie bei Le Bourget schlugen in La Billette ein.

Die bisher durch bie Belagerungs-Artillerie er­zielten Erfolge hatten gerade dazu geführt, bie Frag- eine« entfcheidenben Angriffs gegen St. Denis <>' ernstliche Erwägung zu nehmen, als Paris die Waffen streckte.