Einzelbild herunterladen
 

Rr. 307.

Marburg, Freilag, 31. Dezember 1880.

XV. Mrgiog

wird

ein,

Fia­

ts,

M

1.

rer

2.

16

3.

11.

i. Gefecht bei Bourgachard bei Rouen: General Bent-

17.

12.

5.

18.

13.

6.

14.

19.

7.

i

3802 lüde?

uKaff $unt

Wella.

Taut«.

:tcn

[3789 Wlg.

ML

MW

Die wichtigsten Ereignisse im Deutsch-Franzöftschen Feldzüge 1870-1871.

Janüar 1871.

Bapaume von Franzosen wieder besetzt. — Vorrücken der Deutschen gegen Le Mans; Kämpfe bei Cham­pagne, Arches-Chüteau, La Chapelle, Lambron. — Reue Batterien vor Paris eröffnet.

Sieg bei Le Mans (die Franzosen verlöre n vom 6 —12. allein an Gefangenen 22000 Mann); Ein­nahme der Stadt; Rückzugsgefechte bei St. Corneille' Gefecht bei Bourneville gegen Mobilgardcn. — Ge­fechte bei Höricourt und Montboliard: Bourbaki gegen Werder; dieser nimmt feste Stellung nördlich Mont- bsliärd an der Lisaine. — Ausfall aus Longwy. — Preußische Reiter aufs Reue in Dieppe.

Rückzugsgefechte bei Le Mans. — Gefecht bei Briare: Eine preußische Abteilung schlägt sich durch starke französische Streitkräfte durch. — Das Lager von Conlie bei Le Mans besetzt. — In der Nacht vorher und am 15. Ausfälle aus Paris nach Osten. — Die französische Nordarmee bis Albert vvrgedrungm. —

ie sich ahrung rrichts- t-Lan- Bbriefe . (Post' icheidt- V M8- [2834

Slcuer Ausfall aus Longwy. — Gambetta untersagt die Bildung neuer Franctircurs-Corps.

15.—17. Werder's Heldenkämpfe am Lisainebach: Gegen dreifache Uebermacht wird, hauptsächlich durch starke von Posttionsgeschützen unterstützte Artilleriekraft, die wcitgedehnte Linie siegreich behauptet. ES wirken dazu neben der badischen Division hauptsächlich Mrddeutsche Landwehren mit. — Gefecht bei Langres gegen Mobil­garden. — .Rückzugsgefecht bei Chapelle gegen die Trümmer der Westarmee.

Neues Gefecht bei Bapaume: Die deutschen Vor­truppen ziehen sich zurück. — Die Franzosen con- centrieren sich bei St. Quentin. — Gefecht bei St. Romain (Seine infsrieure). — Zweiter Tag an der Lisaine, besonders heiß bei Brövilliers, Chenebier. Der rechte deutsche Flügel gewinnt alle, kurze Zeit aufgegebene Positionen zurück.

I

Beim Jahreswechsel.

Ein Rückblick auf das scheidende Jahr gewährt dem politischen Bewußtsein zwar nicht die Genugthuung großer Thaten und neuer wesentlicher Erfolge, cs war im Ganzen kein glückliches, vielmehr in vieler Beziehung ein schweres und sorgenvolles Jahr. Doch läßt sich auf vielen Gebieten desZnationalen Ledens die Vorbereitnng und Klärung er­kennen, welche zu neuen Hoffnungen berechtigt.

Das fcheidcnde Jahr hat, freilich unter erschwerenden, äußeren Umständen doch die ersten Früchte der Aenderung der Zollpolitik heranrcifen sehen. In den verschiedensten Bezirken Hal sich trotz der Ungunst der Zeiten schon ein gewisser Aufschwung des Gewerbefleißes bemerkbar gemacht und eine regere Thätigkeit des geschäftlichen Lebens ent­wickelt. Daß der Umschwung in dieser Beziehung nicht überall ein schneller und greifbarer sein konnte, liegt, zumal bei den Schwierigkeiten dieser Zeit, so sehr auf der Hand, daß man nicht nölig haben würde, es zu der neuerdings -wieder in die Wirtschaftspolitik eingeführten alten nnd vielfach auch anderwärts bewährten Grundsätze dazu benutzt würde, Mißtrauen und Unzufriedenheit zu verbreiten und' so der regelmäßigen und mhigen Weiterentwickelung störende Hindernisse in den Weg zu legen.

Gleichwohl darf man hoffen, daß diese Reaktion gegen die eingeführte Wirtschaftspolitik um so weniger diese selbst erschüttern wird, als sich die Ziele und die Mittel und Wege, welche dazu führen sollen, allmählig immer klarer dargestellt haben. Vornehmlich hat der Plan der Steuer­reform an Klarheit gewonnen. Das hinter uns liegende Jahr hat freilich auf diesem Gebiete keine erheblichen Er- gebniffe aufzuweisen. Der Versuch, welcher von der Reichsregierung im Frühjahr gemacht wurde, um weitere Einnahmequellen zu erschließen, welche die Mittel zur Er­leichterung der direkten Steuerlast in den Einzclstaaten schaffen sollten, scheiterte vorläufig. ES blieb nur so viel

miszes im Eurc-Dcpartemmt. — Bei Rouen neuer siegreicher Kampf gegen das Roye'sche CorpS.

8. Der Braye-Abschnitt gegen Le Mans deutscherseits besetzt. — Gefecht bei Montbard: Werder fiegreich gegen Garibaldiauer. — Fscamp wieder besetzt. — Die Redoute Notre Dame de Clamart vor Paris von Bayern besetzt.

9. Treffen bei Villersexel wider Bourbaki, dem Werder 500 Gefangene abnimmt. — An diesem Tage und den folgenden

10. Kämpfe Huisnc, eine Meile vor Le Mans. — Pg- ronne capituliert. — RecognoscirungSgefechte bei Paris. — Manteuffel in Versailles.

chse Chr. [3755

Bestellungen für das 1. Quartal 1881 der

Dberhesstschkn Zeitung

mit deren Gratisbeilage

JllufkrivteS Sonntagsblatt

bitten wir baldigst machen zu wollen.

Die Landpostboten nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.

Der Nr. 1 k. I. wird ein in Farbendruck ausgeführter Wandkalender beigefügt.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

heim gegen französische Streifcorps unter General Roye. — Die französische Nordarmee tritt bei Ba­paume den Rückzug an.

Die Pariser SüdfortS beschossen, ebenso der Point du jour, die Seine-Kanonenboote und die Stadt selbst. — Rvcroy mittelst Handstreichs genommen. — Ge­fecht bei Rioz zwischen Werder und dem weiter vor­rückenden Bourbaki.

Paris wieder, so die Kirche St. Sulpice, von deut­schen Kugeln erreicht. — Bei Vendome Beginn der Operationen unter dem Prinzen Friedrich Karl gegen die Loire-Armee von drei Punkten aus auf Le Mans, die sich am

bei Nogcnt-le-Rotrou, Sargs, Savigny fortsetzen. — Danjoutin bei Belfort gestürmt. — Gefecht bei Ju-

Nützlichkeit dieses für alle Zukunft bedeutenden staatlichen Unternehmens erfreuliche Fortschritte gemacht.

Auf einem anderen Gebiete der Wirtschaftspolitik hat das Jahr 1880 vielversprechende Anregungen und Vorbe­reitungen gebracht. Von vem leitenden Staatsmann- war jederzeit die Notwendigkeit der Fürsorge für die persönlichen Verhältnisse derjenigen erkannt worden, welche durch ihren Beruf an den wirtschaftlichen Einrichtungen in der un­mittelbarsten Weife beteiligt sind. Die ersten Schritte zur Hebung der sittlichen und materiellen Wohlfahrt der arbei­tenden Klassen sind bereits gethan und vorläufig ist die Errichtung eines Volkswirtschaftsrats für Preußen erfolgt, welcher seine Thätigkeit demnächst mit der Prüfung der die Arbeiter betreffenden Neueinrichtungen beginnen wird. Die Kunde von den Schritten und weiteren Plänen der Re­gierung hat in gewerblichen Kreisen vielfach lebhafte Zu­stimmung hervorgerufen und neue Hoffnungen erweckt.

War das Jahr somit vornehmlich in wirtschaftticher Beziehung ein Jahr der Klärung, Vorbereitung und wei­terer Anregung, so hat es auch auf anderen Gebieten der inneren Politik eine wesentliche Förderung der Bestrebun­gen für Entwickelung und Besserung der öffentlichen Zu­stände gebracht. In der weiteren Durchführung der Re­form der inneren Verwaltung in Preußen ist ein großer Fortschritt zu verzeichnen mit der Annahme der Gesetze über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung und über die Verfassung der Verwaltungsgerichte; freilich ist die Reform hiermit nicht abgeschloffen: neue auf der Grundlage der Selbstverwaltung beruhende Vorschläge für die neuen Provinzen und die Ausdehnung des Zuständig­keitsgesetzes auf die Gesamtmonarchie stehen im Landtage zur Beratung, welche in jedem Falle zur Läuterung der Anschauungen über die Bedürfnisse der neuen Provinzen und des Staates dienen wird.

Der Friede zwischen Staat und Kirche ist leider auch in diesem Jahre, ei:: Wunsch geblieben. Die Staatsregie­rung hat es ihrerseits an Beweisen von Friedfertigkeit und Entgegenkommen — soweit dasselbe mit den Aufgaben und der Würde des Staats vereinbar war — nicht fehlen lassen; aber wenn die Regierung nicht weiter kam, als daß sie ihrerseits mit Bestimmung des Landtags den katholischen Untertanen nur einige, wenn auch erhebliche Erleichterungen einseitig gewähren konnte, ohne eine entsprechende Gegen­leistung in Bezug auf das Geiamtverhältnis zwischen Staat und Kirche zu erlangen, so ist ihr wenigstens die Schuld davon nicht beizumeffen. Immerhin wird das kirchen- politische Gesetz vom Juli d. I. seinen Wert als Zeichen der Bereitwilligkeit zur Verständigung und der Vorberei­tung zu dem Frieden behalten, welcher — wie Kaiser Wilhelm bei dem denkwürdigen Domfest in Köln zu dem Weihbischof sagte — „das Ziel seiner unausgesetzten Sorge und täglichen Gebete" stets war und bleiben wird.

Longwy wird bombardiert. — Goeben bricht nach St. Quentin gegen Faidherbe auf. — Dritter Tag an der Lisaine, abermals mit glorreichem Ausgang. Feierliche Proklamierung König Wilhclm's zum Kaiser des neuen Deutschen Reichs in Versailles. — Bour­baki beginnt seinen Rückzug. — Faidherbe durch Goeben bei Vermand auf St. Quentin geworfen. — Die französische Westarmee in vollem Rückzüge auf Rennes.

Sieg bei St. Quentin: Goeben vernichtet die fran­zösische Nordarmee (9000 Gefangene). — Werder beginnt Boubaki's Verfolgung. — Tours besetzt. — Letzter großer Ausfall aus Paris bei den von Montretout und auf Garches, mit 100 unternommen, vom 5. Corps siegreich

gewonnendaß die neuen Bedürfniffe des Reichs selbst ohne Schwierigkeit befriedigt werden konnten, daß nächst der indirekten Beseitigung der Matrikularumlagen nament­lich die Ergänzung der Wehrverfassung, welche durch die Einrichtungen und die Stellung anderer Staaten auch für Deutschland notwendig wurde, mit Leichtigkeit durchgeführt werden konnte. Es war bekanntlich eines der Ziele der Steuerreform von vornherein, daß die Mittel auch für neue Bedürfnisse des Reichs gewonnen werden sollten. Dagegen war diejenige Vermehrung der Einnahmen des Reichs, welche den Steuerpflichtigen in den Einzelstaaten und den Kommunalverbänden zu statten kommen sollten, noch nicht durchgeführt. Die Parteien und deren Stellung zur Regierung waren nach den Erfchütterungen der Zoll­reform noch nicht wieder ausreichend geklärt, um weitere Schritte der Steuerreform gelingen zu lassen. Die preußische Regierung hat gleichwohl den Versuch gemacht, die Besserung, welche in den Staatseinnahmen bereits ein- getteten ist, zur Erleichterung der Steuerzahler zu benutzen; sie darf darin auf die Bereitwilligkeit mehrerer Parteien im Landtage rechnen, und somit dürfte eine erste Frucht der Finanzreform den Bedürftigsten im Volke zu Gute kommen.

Inzwischen ist durch die Beratungen der deutschen Finanzminister in Coburg im Sommer eine vollständige Uebereinstiwmung dahin erzielt worden, daß etwaige neue Reichssteuern nicht für unmittelbare Reichszwecke, sondern für die Bedürfnisse der Eiuzelstaaten und zur Erleichterung der direkten Steuerlast in denselben zu verwenden seien. In Preußen hat die Staatsregierung noch vor Schluß des Jahres dem Landtage einen Vorschlag unterbreitet, welcher diese Verabredungen und Grundsätze in eine gesetzliche Form bringen und somit auch die Verbindlichkeit der Re­gierung feststellen soll. Eine große Mehrheit der Volks­vertretung hat die Ziele der Staatsregierung von Anfang an geteilt; es bleibt zu hoffen, daß auch die Verständigung über die Modalitäten der' Ausführung bald erfolgest und somit die Zuversicht ver^ wirtschaftlichen Erneuerung und Befestigung .des Deutschen Reichs für die Zukunft noch erhöht nvtrde.

AÜ einen Zweig dieses Systems der inneren Kräfti­gung hat die Regierung stets die Verstaatlichung der Eisen­bahnen betrachtet. Zunächst hat der preußische Staat im Laufe des Jahres sein Eisenbahnnetz durch den Erwerb großer Privatbahnen, sowie durch den Bau neuer Schienen­wege erweitert und zu einem einheitlichen zusammenhängen­den Ganzen umgestaltet. Es hat an ernsten Bedenken gegen diese Neuerung nicht gefehlt. Aber schon der kurze, bis jetzt zurückgelegte Zeitpunkt hat die Bedenkest als Selbst­täuschungen und als irrtümliche Befürchtungen »kennen lassen. Die Umgestaltung hat schon jetzt bedeutende wirt­schaftliche und finanzielle Vorteile im Gefolge gehabt und hierdurch hat die Erkenntnis von der Notwendigkeit und

sm,eigen nimmt entgegen: tte «n>rdttton d.vlatte-, sowie d.Anuoncen-Burear- von LH, Dietrich L Lo. i Kassel und Hannover; TI Dietrich in Frankfurt a.ält öaasenstein & Bögler i Frankfurt es. M., Berli, Leipzig, LLlu ic.; Staboi ÄLsfi in Lhustm, Kraut» sirrt a. M. ic.

r mit tar an ügung [lichtet, 'tanerS »m da- [3765

werden m? zr [3782

: oben jU ver- [3804

Fracht­er Art, istände.

Garne- ■ 1- Deco- Besatz- Gesell- s-Ar-

r-Deco- . 8-Ver-| o. ' |

Bonn

Neujahrsempfang in Versailles. — Die neue Deutsche Bundesverfassung und daö Strafgesetzbuch für den Norddeutschen Bund treten in Kraft.

MszisreS übergeben. — Treffen bei Bapaume: Die französische Nordarmee unter Faidherbe macht Vor­stöße ohne Ergebnis. — Gefechte bei Croix und Abbe- villers südlich Belfort.

Kampf bei Bapaume gegen die Nordarmee fortgesetzt; die Franzosen auf allen Punkten zurückgewiesen. — Gefecht bei Saulieu zwischen Werder'schen Truppen und Teilen der französischen Ostarmee.

Anzeigen nimmt' entgegen die Expedition d. Blatte- sowie d-Annoncen-Bureaux von S. L- Daube L Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Sl-uchhandl. daselbst; Jnvalldendan! i» Berlin; -L Thienes in Stbrrfeld; L. Schlotte in Sä..

^^"U tttgllch «n^ttmgen nach GouNf und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „3<ttfhrtrte6 Lonntagsölatt" durch dir Expedition cKvch'schr -Snchd.ackeret) bezogen 3, Mark, durch btt Postämter deS Deutschen Reiches Ä Stark 50 Pf», (excl. Bestellgebühr). - InsettionSgebühr für eie gespalten- Zeile 10 «fg.

___________________________________ -ur m der Expedition zu ertheilende Auskunft and Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.