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Nr. 300.

Marburg, Mittwoch, 22. Dezember 1880.

xv. Jahrgang

AtlMche jcitmij

trm Wasser, Seignette-Salz und etwas Braunstein. Nun mischt man beide Flüssigkeiten zu gleichen Raumteilen untereinander und schüttet sie in die zu versilbernde Kugel. Während man nun gut umschüttelt, setzt sich nach einigen Minuten ein glänzend klarer Silberspiegels ab, indem me­tallische» Silber auSgrschieden wird. Die geringeren Sorten Glaskugeln werden inwendig mit einem Quecksilber- spiegcl versehen. Außerdem hat man noch Glaskugeln aus einfach weißem Glase geblasen und inwendig mit bunten Lackfarben ausgeschüttelt. DaS ist die geringste und bil­ligste Art.

Die Verwendung von Gold- und Silberschaum, sowie desKnistergoldes" für die Ausschmückung des Weih-! nachtsbaumS ist auch trotz der modernen Ausschmückung»- mittel eine immer noch bedeutende. Der Goldschaum (un­echte» Blattgold) wird erhalten, indem man Kupfer und Zink zusammenschmilzt und die erhaltene, schön rotgelbe Mischung auSwalzt und ausschlägt. In Nürnberg und Fürth sind viele Menschenhände mit der Bereitung von Gold- und Silberschaum beschäftigt. Während das echte Blattgold seinen Glanz unverändert bcibehält, verliert der Goldschaum denselben nach einiger Zeit und wird grün. Ungleich beständiger als der Goldschaum ist der Silber­schaum (unechte» Blattsilber). Er ist eine in dünne Blätter ausgeschlagene Mischung von Zinn und Zink. Gold- und Silberpapier ist mit Gold- und Silberschaum über­klebte« weißes Papier. Mit echtem Blattgold beklebtes Papier ist allerdings bei weitem teurer, aber auch bei weitem haltbarer. Immerhin ist der Preis ein erstaunlich geringer. Es hat dies in der überraschend großen Dehn-

Vom Schmuck des WeihuachtsbaumS.

Wie anders nimmt sich der moderne Weihnachtsbaum aus gegen den Weibnachtsbaum von vor 20 bis 30 Jahren I Man war damals noch sehr konservativ in seiner Aus­schmückung. Aepfel, Nüfle, Backwerk, einige Katzentreppen und Netze, höchstens ein wenig Gold- und Silberschaum das war Jahr für Jahr die ganze Herrlichkeit. Und wie glücklich waren die Kinder unter diesem Baum! Doch auch unter dem mit den modernen Mitteln ge­schmückten Baum läßt sich'S fröhlich fein, wie wir an unseren Kindern und an unS selbst sehen. Denn in der Hauptsache ist er immer noch derselbe, der er vor langen, langen Jahren war. Ist er unS doch immer noch das Symbol des durch Christus un» wieder gebrachten neuen Lebens. Was die Neuzeit dem Weihnachtsbaum an neuen Schmucksachen gebracht hat, wir verdanken es im wesentlichen den Fortschritten auf dem Gebiete der chemi­schen Technologie, und der Preis unter den Schmuckmitteln dürfte unzweifelhaft den Glaskugeln, Glaseiern und -Früch­ten zuerkannt werden.

Diese Schmucksachen sind zunächst ein Werk des Glas­bläsers. Wie einfach sind seine Hilfsmittel und Werk­zeuge, als Lampe, Scheere und Zange, und mit welcher bewundernswerten Geschicklichkeit erzeugt er durch Blasen, Drücken und Schneiden aus verschieden gefärbten Glas­röhren in Kürze jenen vielgestaltigen Zierrat, der das Auge der Großen und Kleinen so erfreut!

Die bunten GlaSstäbe blldeten ursprünglich eine farb­lose Glasmasse, die sich in großen Thontöpfen im GlaS­

Die Hessische LaaudeSkredilkasse.

Ueber dieses für Hessen so segensreiche Institut waren mehrfache Destderien in die Ocffentlichkcit gelangt, die nun eine widerlegende Besprechung erfahren haben. Bei dem großen Interesse, daS diese Angelegenheit hat, lasten wir den vollständigen Bericht deSK. T. u. Anz." hier folgen:

Aus Anlaß eines von zahlreichen Mitgliedern deS Kauf- mäunifchen Vereins in Kassel ausgedrückten Wunsches hatte e« Herr Landes-Kreditkasten-Direktor Dr. Harnier übernommen, in einer gestern Abend im Saale desHotel Prinz Fried­rich Wilhelm" abgehaltcnen, recht zahlreich besuchten Ver­sammlung über die vor circa vier Wochen in derHess. Morgenztg." sehr eingehend besprochenen Vorschläge in Be­treff des von ihm geleiteten Instituts sich zu äußern und an einer Diskussion über diese Vorschläge teilzunehmcn. In dem beregtcn Zeitungsartikel wurde zunächst dieBunt- scheckigkeit" der jetzt im Umlaufe befindlichen Obligationen der LandeS-Kreditkasse eS existieren gegenwärtig nicht weniger als 18 Sorten! getadelt und der Wunsch ausgesprochen, daß die alte, d. h. vor dem Jahre 1870 bestandene Einfachheit durch Conversion aller Schuldver­schreibungen in eine große Anleihe wiederhergestellt werden möge. Im Weiteren wurde hervorgehoben, daß die neu zu emittierenden Schuldverschreibnngen der Markwährung entsprechen, also nicht auf Beträge von 3000, 1500, 600 ff. (die sich an die alte Thalcrwäbrung anlehnen), sondern auf solche von 5000, 1000, 500 ff. M. lauten möchten, daß die typographische Ausstattung der Obligationen eine bessere werde und daß die Talons genauere orientierende Angaben enthielten. Ferner wurde dort gefordert, die consolidiercnde Anleihe in Serien von 100,000 M. einzuteilen, solche mit Coupons auf vier Jahre zu versehen und vierjährige Ver­losungsperioden einzuführen. Schließlich schlug der Ver­fasser noch vor, neben der Ausgabe von Coupons auf nur wenige Jahre sogenannte Depositalzinsen zu vergüten, und gipfelte in dem Wunsche, daß das Institut bemüht sein möge, dem Publikum künftig so viel als möglich mit kauf­männischer Cvulanz entgegenzukommen. Herr LandeS- Kreditkasscn - Direktor Dr. Harnier hob Eingangs seines

Bestellungen für das 1. Quartal 1881 der

Bderhessischen Zeitung

mit deren Gratisbeilage

JllustrirteS Sonntagsblatt

bitten wir baldigst machen zu wollen.

MB* Die Landpostboten nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

Wenigsten gegenüber den gelben (Seitens der Inhaber unkündbaren) Obligationen. Die Verwaltung habe auch die bona fides der Gläubiger zu rcspectieren, wenn ste moralisch recht handeln «olle. Hinsichtlich des zweiten Punktes, betreffend Einteilung der gesamten Anleihe nach deren Convertierung in Serien von 100,000 M. mit Coupons auf vier Jahre, sprach sich der Herr Vortragende im Wesentlichen dahin aus, daß dieser angestrebte Modus sich nicht empfehle, und zwar gerade mit Rücksicht auf das Publikum selbst, das bisher sich mit den jetzigen Einrich­tungen ganz einverstanden erklärt habe. Wolle man so kurze Fristen zur Erneuerung des Coupons einführen, so geschehe dies nur zum Vorteile jener verhältnismäßig wenigen Leute, welche bei der Verwaltung ihrer Papiere eine große Nachlässigkeit an den Tag legten, während mehr als 99 Procent der Gläubiger zu Gunsten Jener geschädigt würden. Zum dritten Punkte, vierjährige Verlosungs­perioden betreffend, betonte Herr Dr. Harnier, daß eine solche Maßnahme einerseits gesetzlich, d. h. nach den für die LandeScreditcaste bestehenden Vorschriften, unzulässig sei, andererseits aber auch für die Verwaltung die größten Unzuträglichkeiten im Gefolge haben müsse. Aber auch finanziell undurchführbar erscheine dieser Vorschlag, waS der Herr Redner unter Hinweis auf die Schwierigkeiten des Lombardgeschäfts, wolle sich die Verwaltung auf ein solches zur Paralysierung der JnterimSverzinsung einlassen, im Näheren beleuchtete. Schließlich gab der Herr Vor­tragende noch eine nähere Erklärung über denCassenbe- stand" bei der Landeskreditkasse, welcher Begriff, wie der oben citierte Artikel beweise, Anlaß zu Mißverständnissen gegeben habe, und resümierte seine Ausführungen dahin, daß er die Convertierung teils rechtlich, teils praktisch für undurchführ­bar erklären müsse. Die Verwaltung werde stets gern Aus­kunft erteilen und geeignete Ratschläge acceptieren; die Erörterung solcher Finanzfragen aber in annonymen Zeitungsartikeln dürfe sich schwerlich als zweckentsprechend erweisen. (Beifall.) In der nun folgenden Diskussion bekannte sich zunächst Herr Banquier Ludwig Pfeiffer als Verfaster jenes Artikels und hob hervor, daß nach seiner Meinung eine Convertierung der gelben Obligationen recht gut durchführbar und ebenwohl für das Publikum vorteil­haft sein müsse. Die von ihm proponierteZukunftSan- leihe" könne ohne Verletzung der bezügliche^ Gesetzesbe­stimmungen recht wohl zur vierjährigen Verlosung mit Coupons auf vier Jahre gebracht werden, und auch hin­sichtlich des Lombardgeschäft- und der Depositalzinsen liege die Sache nicht sy unvorteilhaft, wie eS der Herr Vor­redner dargestellt habe. Nach einer sachlichen Replik deö Herrn Dr. Harnier und einige das günstige Ergebnis des Abends anerkennenden Worten vcs Vorsitzenden, Herrn Großhändler RittcrShausen wurde die Versammlung gegen 10*A Uhr geschlossen.

Anzeigen nimmt entgegen: Me Expedition ».Blatte», sowie d.Annoncen-Bureauk von LH, Dietrich & 60. in Kassel und Hannover; LH. Dietrich in Frankfurt aM.; Bnstein & Bögler in sirrt e M., Berlin, g, Köln ic.; Rudolf Moste in Berlin, Frank­furt a. M- ic.

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Tonn» und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wöchentlichen BeilageJItt strikte» LountagSblott" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pflt. berechnet

ausführlichen Vortrags hervor, daß er sich zu einer münd­lichen Erörterung der fraglichen Angelegenheit wohl bereit erklärt habe, dagegen auf eine Beantwortung in der Presse nicht habe eingehen können, weil eine Besprechung dieses umfangreichen Stoffes, sollte dieselbe erschöpfend und für Alle verständlich sein, einen allzu großen Raum beansprucht hätte. Der Redner sichtete zunächst die sämtlichen gemachten Vorschläge in drei Hauptpunkte, nämlich: 1) Unifikation der gesamten Schuld in eine große Anleihe, 2) Einteilung der so konsolidierten Anleihe in Serien von 100,000 M. und mit «Coupons auf vier Jahre, und 3) vierjährige VerlvsungSperioden für die Anleihe, sowie in diverse Neben­punkte, auf welche letzteren er aber, weil solche wohl nur zur Garnierung des Artikels gedient hätten, heute nicht eingehen wolle. WaS zunächst die Unifikation der gesamten Schuld betreffe, welche jener Artikel verlange, so sei in er­ster Linie auf die Entstehung der einzelnen Schuldtitres und auf die mehrfachen Phasen hinzuweisen, welche Die Landcs-Kreditkasse im Laufe der letzen zwei Decennien durchgemacht habe. Vornehmlich das Jahr 1866 habe für das Institut eine Krisis geschaffen, die nur mit großer Mühe und unter Annahme mancher Aenderungen im ganzen Organismus habe überwunden werden können. Käme eine solche Unifikation, wie die begehrte, auch wirk­lich zu Stande, so erscheine es absolut zweifellos, daß dieser Zustand gar nicht lange bleiben würde. Wie die politischen und commerziellen Verhältnisse heute lägen, sei ein kon­stanter Zinsfuß für die Dauer unhaltbar, und träte ein solcher bei der Landes-Kreditkasse einmal ein, so we^de er sicher binnen kurzer Frist wieder verschwinden. Die Klagen wegen derBunlscheckigkeit" basierten auch weniger auf einer allgemeinen Unzufriedenheit, wie da« dem Institute bis zur Stunde entgegengebrachte Vertrauen zur Genüge beweise, als auf Rücksichten der Bequemlichkeit. In vielen Fällen empfehle sich eine Konvertierung auch absolut nicht, da die betreffenden Sorten der kündbaren Schuldverschrei­bungen für bestimmte Termine in den nächsten Jahren bereits zur Einziehung aufgerufen seien, eS sich also nur vls eine Belästigung der jetzigen Inhaber darstellen werde, dieselben wiederum durch eine (überdies recht kostspielige) Konvertierung zu stören. In einem Zeiträume von noch einigen wenigen Jahren würde ein sehr großen Posten der alten 4V^,procentigen Obligationen eingezogen sein, so daß der Wunsch dcS Verfassers jene« Artikels dann ja im Wesentlichen erfüllt sei.

Abgesehen aber von der nach mancher Richtung nicht zu bestreitenden Opportunität der Convertierung, komme in erster Linie auch die Rechtsfrage in Betracht, und in dieser Hinsicht sei eS doch im höchsten Grade fraglich, ob der Verwaltung der Anstalt eine solche Befugnis zustehe. Wie immer man Über diese Frage denken und wie viele Auswege man auch konstruieren möge, so sei der Verwal­tung jedenfalls das moralische Recht nicht zu vindicieren, eine solche summarische Kündigung durchzuführen, am

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ofen befand. Da kam der Glasmacher und lhat in den ersten Thontopf eine geringe Menge schwarzes Kupferoxyd: daS Glas wurde grün gefärbt. In das zweite Glas that er ein wenig Kobaltoxyd: das GlaS nahm eine prächtig blaue Farbe an. Das Glas des dritten TopfeSj färbte er schön rot durch Hineinbringen von etwa« Kupferoxidul, das des vierten violett durch Braunstein; in den fünften schüttete er mehrere Silbersalze, eS wurde schön gelb. Nun kamen die Glasmacher mit ihrenPfeifen", Eisenrihren von etwa ein Meter Länge, nahmen mit dem einem Ende ein Klümpchen von dem glühenden, farbigen Glase heraus und zogen es in jene bunten Glasröhren aus, die der Glasbläser weiter verarbeitet. »

So wie die Glaskugeln und -Eier aus der GlaSbläser- werkstatt jhervorgehen, mangelt ihnen aber noch der aus­fallende Glanz, den wir an ihnen bewundern; sie müssen noch auf ihrer Innenseite mit einem Silberspiegel versehen werden. Das geschieht auf demselben Wege, auf dem man die großen Silberkugeln, mit denen man die Gärten ziert, zu Spiegeln macht oder wie man die in feinen optischen Apparaten gebrauchten Silberspiegel herstellt. In destil- lirtem Wasser wird nämlich eine gewisse Menge salpeter- sauren Silbers (Höllenstein) aufgelöst. Dazu gießt man tropfenweise Ammoniak (Salmiakgeist). Zuerst zeigt sich in der vorher klaren Lösung ein dichter, grauer Nieder­schlag. Derselbe löst sich jedoch bei weiterem Zusatz von Ammoniak fast ganz wieder auf. Aus dieser Lösung ist das Silber auszuscheiden (zu rebucierett). Die Aus­scheidung geschieht durch die sogenannte Reductionsflüssig- keit. Man erhält sie durch Zusammenkochen von destillier-

Ätueigen nimmt! entgegen die Expedition d. Blattet sowie d. Annoncen-Bureaux von E. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerffche Buchhandlung daselbst!; Hermann'sche Buchhenbl. daselbst; Jnoalibendank in

Berlin; üß. LhieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bre««n.