XV. M-M-
filaröutfl, Sonnlag, 19. Dezember 1880.
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ein Ende macht. Einem
Fait courrir cette annon
zogtum Schlesien und die Grafschaft Glatz vom 12. Sept. 1763 zugegangen. — Die konservative Fraktion hatte sich am Mittwoch zu einem parlamentarischen Diner vereinigt, bei welchem der Abg. Frhr. v. Minnigerode den ersten Toast auf Se. Majestät den Kaiser und König in begeisterten Worten ausbrachte. — Die Centrumsfraktion versammelte sich gestern zu einer Festlichkeit. Es galt die Geburtstage dreier Fraktionsmitglieder zu feiern, tote in den letzten Tagen 70 Jahre alt geworden sind. Es sind dies die Herren Peter ReichenSperger, de Syo und Dieben. Herr Peter Reichensperger ist seit 29 Jahren Mitglied deS Abgeordnetenhauses. ,
Stuttgart, 17. Dezbr. Heute Vormittag 10 Uhr fand die Beerdigung des in Berlin verstorbenen, württem- bergischens Gesandten v. Spitzemberg statt unter Beteiligung zahlreicher Leidtragender aus allen Kreisen. Der König war durch den Prinzen Wilhelm vertreten. Sämtliche
ferner ist ein Pole Namens FlavostnSki verhaltet. Staats anwalt Zenide hat sich nach Tergowitfch begeben, wo eine: der wohlhabensten Bürger, früherer Deputierter Präfekt stark kompromittiert fein foll. Mehrere Blatte erwähnen eines Gerüchtes, wonach der Senator Fürs Georg Sturdza verhaftet würde, sobald der Senat fein Einwilligung dazu gegeben.
Ecttiujk, 17. Dezbr. Der Fürst von Montenegr
Laut Meldung der „Politischen Correspondenz" aus Rom hat der Gedanke der Lösung der griechischen Frage durch ein europäisches Schiedsgericht in den letzten Tagen insofern an Consistenz gewonnen, als er gegenwärtig den Gegenstand der Eiwägung der Cabinete bilde. Die französische Regierung von dem britischen Cabinet für die Idee eines Schiedsgerichtes gewonnen, habe die Diskussion der Möglichkeit und Zweckmäßigkeit der Idee gegenwärtig bei den Cabineten angeregt.
welches dem genannten Zwecke dient und sich für denselbe als vorzüglich Paffend erweist: „Chamissv und feine Zel von Karl Fulda" (Leipzig, Verlag von Karl Reißner Dem Verfasser ist eine große Anzahl französischer Ortgrna btiefc des Dichters, die bis jetzt noch nicht veröstentlikl und völlig unbekannt geblieben sind, aus dem Archiv d> Familie zur Verfügung gestellt worden; auf diese« schas bare Material gestützt und durch umfassende Studien fi feine Ausgabe trefflich vorbereitet, hat er eine auSsuhrliü Biographie geliefert, die als die beste der bis jetzt e schienenen Würdigungen des Dichters betrachtet werd' muß und insbesondere die Skizzen von Hitzig und Pal durch ihre Vollständigkeit übertrifft. Dem Buche kömr wir im Interesse des Andenkens an den Dichter nur er umsaffende Verbreitung wünschen. Au« dem reichen I halte wollen wir hervorheben, daß eS dem Verfasser f hingen ist, den Tag von ChamissoS Geburt nnnmehr n zweifelloser Bestimmtheit auf den 30. Januar 1781 fe zustellen. Während die meisten Litteraturhistoriker (Goede Vilmar, Kuntz, Pifchon u. a.), fast sämtliche Anthologie und auch da» BrockhauS'sche Conversationslexikon den 2 Januar nennen, hat Fulda in einem Briefe des Dicht' eine Stelle entdeckt, die jedem Zweifel über das Dati ein Ende macht. Einem Schreiben an seinen Bru Hippolyt fügte Adalbert von Chamissv nämlich folge
Bemerkung hinzu:
„30. Januar 1821. J’ai aujourd’hui 40 ai comme le temps passe 1 - —- -
si tu en as l’occasion.“
(Schluß folgt.)
Zum hundertjährige« Geburtstage ChamiffoS.
Am 30. Januar 1881 «erden es hundert Jahre daß auf Schloß Boncourt in der Champagne «ner der liebenswürdigsten deutschen Dichter da» Licht der Welt erblickte — Adalbert von Chamissv. Franzose von Geburt, Deutscher durch seine Erziehung sowohl al« durch die Tiefe semeS Wesens und die Innigkeit seiner Empfindung, verband er in seinen Werken die unseren westlichen Nachbarn eigene Leichtigkeit des HervorbringenS uno. spielende Gewandtheit brr Form mit deutscher Gedankenfülle und deutschem Gefühlsreichtum und eroberte sich dadurch «inen ebenso eig-n- artiaen al» bedeutsamen Platz m der deutschen Litteratur aller Zeiten. Fröhliche, manchmal schalkhafte Heiterkeit paart sich bei Chamissv harmonisch mit tiefem Ernst und schwärmerischer Melancholie, und der wette. Hintergrund einer arvsiartia angelegten durch naturwisfenschastliche Sludi en*und Ane^dreijährige Wellreise gefestigten Lebens, anschauung gibt seinen poetischen Bildern einen plastischen Halt. Wen hat nicht die zartstnnige Empfindung m den Liedern und Gedichten ChamiffoS gerührt, wen haben nicht seine Balladen begeistert, sein „SalaS y Gomez erschüttert, wer hat nicht bei den Klagen deS Peter «schlemihl um seinen verlorenen Schatten das Weh deS vaterland-lofen Dichters in tiefer Seele mitgefühlt? Welche deutsche Frau könnte wohl ChamissoS Namen nennen hören, ohne nut herzlicher Bewegung an den Dichter von „Frauensiebe und -Leben" zu denken, jenem herrlichen Liederkranze, der durch Schumanns feelenvolle Musik längst zum Gemeingut der deutschen Frauen geworden ist?
AlS am 31. August 1838 sich deS Dichters Augen auf ewig fchlossen, da trauerte an feinem lorbeerbekcänzten Sarge daS deutsche Vaterland um einen seiner besten Söhne, um einen seiner geweihten länger, um einen seiner edelsten Dichter. Der goldene Inhalt seiner Poesteen, die zu den duftigsten Blüten der deutschen Lyrik gehören, hat dem auf französtfcher Erve geborenen Meister im dankbarem Herzen des deutschen Volkes einen festen Platz er» tungen, auS dem er uimmeroar verdrängt werden wird. Chamissv ist ein Liebling Deutschlands geworden, denn
„war er auch Fremdling unferm deutschen Norden, in Sitt' und Sprache andre« Stammes Sohn, — wer ist wohl heimischer ihm geworden?" Der Dichter, dem oaS göttliche Kleinod der Poesie als Geschenk des Himmels in die Brust gesenkt ist, in besten reinem Gemüte sich die Welt, die ewige, wiederspiegelt, bat für alle Hellen die Unsterblichkeit errungen: die Thaten seines Genius starben nicht, sie wurden und werden erst recht lebendig, wenn der große Meister in kühler Erde längst den ewigen Schlaf schlummert. Das Volk aber, dessen Litteratur er vermehrt, dessen Empfindung er bereichert hat, das deutsche Volk muß eS als «ne Ehren- pflicht betrachten, an gewiffen großen Zellabschnttten deS Dichters feierlich und dankbar zu gedenken. Als einen Men Zeitabschnitt möchten wir den hundertlährigen Geburtstag des Dichters bezeichnen, und diese Zeilen haben den Zweck, das deutsche Volk zu festlichem Begehen der Säeularseier Chamissv« einzuladen.
Mit aufrichtiger Freude haben wir deshalb auch em tiefer Tage im Buchhandel erschienenes Werk begrüßt,
Tagesbericht.
Der Meldung in den Blättern, daß durch den dem Bundesrate zugegangenen Etatsgesetzentwurf der Reichskanzler ermächtigt werde, den Betriebsfonds der Reich^bauk bis zu 40 Millionen durch Ausgabe von Schatzanumsungen zu erhöhen, liegt eine offenbare Verwechslung Grunde. ES handelt sich um die Ausgabe von eventuell 40 Mill, in Schatzanweifungen zur vorübergehenden Verstärkung des Betriebsfonds der Reichshauptkasse, nicht der Reichsbank. Die betreffende Bestimmung stimmt oem Wortlaute und dem Betrage der Schatzanweisungen nach nut $ 3 de« Etatsgesetzes für das lausende Etatsjahr uberem.
Von der Broschüre deS Herrn Professor Dr. Mommsen ist bereits die 3. Auflage erschienen und in dieser ist auch eine Antwort auf die gestern mitgeteilte Erklärung des Lerru Prof. v. Treitschke enthalten, welche nach der „Vost. Hta." mit folgenden Worten schließt: „Daß Herr von Treitschke die Zöllner'fche Petition selbst nicht unterzeichnen konnte, war für jeden klar; nicht so klar, daß er es auch mißbilligte, wenn andere sie unterschrieben, und diese Mißbilligung war im hohen Grade wünschenswert.. Die pro- wie antifemitischeil Agitationen, die Demonstrationen gegen einzelne akademische Lehrer und die anderen dargebrachten Ovationen sollen und müssen ein Ende haben; die böswillige Bewegung hat Unheil genug an unsirer Universität angerichtet und die jetzt vorliegende Erklärung wird dafür wesentlich inS Gewicht fallen. Daß sie Herrn von Treitfchke abgezwungen werden mußte, nimmt ihrem Werte gewiß nichts. Heber die Sache selbst finde ich mich nicht veranlaßt, etwas hinzuzufügen. Neu ist in feinet Erwiderung nur der Vorwurf, daß ich nicht kollegialrfch verfahren bin, oder auch nicht neu. Denn dieser mächtige und erfahrene Publicist von Profession, der eine politische Mo- natSschrift herausgiebt und verschiedene andere Preß,timmen beberrscht, hat ja schon einmal, als die Erklärung der Siebzig ihm deutlich gemacht worden war sich unter den Schutz der Lehrfreiheit geflüchtet. Jetzt ruft er den Schirm der Kollegialität an. Also das steckt hinter all den tönen» den Worten? Ich bin stolz darauf, Professor zuJem an ber Universität Berlin, stolz auf die Anstalt, stolz auf meine Kollegen, und ich war eS bisher insbesondere auch au diesen. Aber wenn ein Teil meiner Mitbürger von einem Berliner Universitätslehrer, der zugleich noch manches andere timt, als dozieren, gemißhandelt wird, dann stecke ich den Professor in die Tasche, und ich rate Herrn 'von Treitschke daS Gleiche zu thun. Bersin, 15. Dezbr. 1880 Das Charakteristische an diesem Streite ist, daß Herr Professor Mommsen zuerst, und zwar anonym, in der bekannten Erklärung gegen die Antifemitenpetttion Herrn Professor Treitschke, der mit dieser Petition nichts zu thun hatte, angriff.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d- Annoncen-Bureaur von G. L. Daube *®o.tn Frankfurt«.M; JSgerffche Buchhandlung daselom; Hermann-sche BuchhMbl. ♦ daselbst; Koatidrud-nk n
Berlin: W. LhicneS « «berfeld; 6. Schlotte in Bremen.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte«, sowie d-Annoneen-Bureauz von LH, Dietrich & So. in Kassel und Hannover; LH. Dietrich in Frankfurt a.M.; tzaasensteiu & Bögler in Frankfurt a M., Berlin, Leipzig, SBln re.; ökudolf •Weflt in Hirtin, Frank- _____
scheint tSglich außer an den Werktagen nach Sonn- D^che?rAe^^S^a^is^P"e^^ck'^eMgedahr^-^d^oEgMch?Mr^e geltem
^^BuLkru/erei) bezogen 3k Lben 35 berechnet.
Deutsches «eich.
%* Berlin, 17. Dezember. Der Gesetzentwurf, betr. die Zahlung der Beamtengehälter und Bestimmungen über da« Gnadenquartal lautet nach der zweiten Lesung im Abgeordnetenhaus,! in seinen einzelnen Paragraphen nunmehr L'LL-iEd««- untobminww
tor daS auf den Sterbemonat folgende Vierteljahr noch PateScu, welcher em kleines :clI
bi, v°ll- B-!°idun, »<« V--ft°-b°n-n (y gquarml) « »eÄt. Staat«
nach Maßgabe der Kablnetsordre vom 15. November 1869. § 3. Die Gewährung de« Gnadenquartals kann auch dann erfolgen, wenn der Nachlaß nicht ausreicht, um die Kosten der letzten Krankheit und der Beerdigung deS verstorbenen Beamten zu decken. 8 Dies Gesetz tritt mit dem 1. April 1881 in Kraft. — Dem Hause der Abgeordneten ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Aufhebung der Ufer-, Ward- und Hegungs-Ordnung für daS Her-
Ueber die eigentlichen politischen Absichten, welche den Angriff auf das Leben de« rumänischen Ministers Bratiano veranlaßt haben, herrscht noch immer ein gewisses Dunkel. Wenn man sich jedoch erinnert, daß schon seit einiger Zeil wiederholt vom Austauchen von Nihilisten in Rumänien die Rede war, so erscheint es nicht unmöglich, daß die Ver- ÄÄ-M”« I Ä-ä. we M ta.
-in sJtMb genommen haben. Hiermit würde eine M-i. Nadtpsarrer s>»rta B<n»a»un,«g<richt-h°!
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grSSSS■-Ä sääkä" Eml»Ä»Ä L ssrssssÄsr”“ mänien Dürfte gerade dieser Staat für nihilistische Umtriebe AstSlittiö.
sehr geeignet sein. — Eine Depesche deS „Reusirscheu *n ^t,cr Die Gerüchte von französischen
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beide auf Befehl Derwisch Pascha» als Aufwiegler nach „Agence HavaS rAlg^unbegrürwe^ $ Mn
“JÄ** ÄchV«« NÄdta-r'in MbtaU-r n'ach »lMd bedrbert. .D-ich Teiyh- er- ■ S Ä“ »’n "ÄÄ”S
Kolla. __ __wogen. Nach dem gestrigen KabinelSrat begab sich Gran-
ville wieder nach Walmer Castle, Forster nach Dublin. Gladstone kehrt heute nach Hawarden zurück.
Petersburg, 17. Dezbr. Ein UkaS an den Senat verfügt die Emittierung von zehn neuen Serien Reichs- fchatzscheine Nr. 258 bis 267, dagegen unterliegen die zehr Serien Nr. 186 bis 195 der Reichsschatzscheine im Jahr«