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Marburg, Sonntag, 12. Dezember 1880.

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Deutsche- Reich.

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Erzählung

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Rotkäppche«.

der Haide von Clara Waldheim. 'Fortsetzung)

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Wien, 10. Dezbr. (Abgeordnetenhaus.) Reschauer

leguug des kirchenpolilffchen Kampfe- stattgefunben Die Militärverhaltnisse der deutschen Apotheker haben sich durch der neuen Acnderungen der Ersatzordnuna vcrschlech- « - Wahrend ihnen bisher ein Ausstand zum Dienstein. trltte bis zum vollendeten 27. Lebensjahre bewilligt werden konnte, ist jetzt die Zurückstellung der Einjährigfreiwilligen Überhaupt in der Regel nur bis zum 1. Oktober des sechsten MllltLrpfllchtjahreS, also bis zum 25. Lebensjahre statthaft und soll eiue Zurückstellung auf längere Zeil nur ausnahmsweise von der Ministerialinstanz genehmigt werden. Nun rst aber,, wie diePharmaceutische Zeitung" bemerkt, unter gegenwartrgen Verhältnissen der Apotheker in der Lage, erst mildem 24.Lebensjahre seinUniversttätsstuaium zu beginnen. Würden die wissenschaftlichen Ansprüche an die Apotheker oder die Dauer des UniverstlätSstudtum noch erhöht, o würde sich sogar die gänzliche Unmöglichkeit er­geben, die Befähigung zum Militärdienste al« Apotheker bl« zum 25. Lebensjahre zu erwerben. Da sich bereits ein Mangel an Militär-Pharmaceutrn fühlbar zu machen beginnt und auf eine A-udcrung der in Frage kommenden Bestimmungen der Ersatzordnung wohl nicht zu rechnen ist so wird wohl nichts anderes übrig bleiben, al« daß die in ihrer Berechtigung ohnehin sehr anfechtbare obligatorische Servierzeit aufgehoben werde.

BreSta», 10. Dez. Der Berliner Nachtschnellzug er. litt eine dreistündige Verspätung in Folge der Entgleisung eines Kohlenzuges durch Achsenbruch zwischen Sicaersdon und Bunzlau. Detail« fehlen. ö

. Este«' lOcj. Der Ess. Zig.« zufolge wählte der I landwirtschaftliche Provinzialverein von Westfalen zu Hamm zur Präsentation für den Volk«wirtschaftSrat den Freiherrn v. Landöberg-Vehlen (Drensteinfurt) und den Gutsbesitzer Schweling («vchwertzhausen.)

Herbert trat in den Garten in der Hoffnung, Leonie hier anzutreffen. Er fand sie an ihrem LieblingSplätzchen einer verwilderten, * kaum zugänglichen Haselstrauchlaube wo sie, in die Lektüre eines Briefes vertieft, auf einer Rasenbank saß und seine Annäherung kaum bemerkte. Sie fuhr bei seinem Gruß erschreckt zusammen, und ihre Hand, die daS Papier hielt, sank schlaff herab; trotzdem empfing ste ihn freundlich und fragte nach seinem Begehr.

Herbert war nicht zum Diplomaten geboren; er- liebte ohne Umschweife auf sein Ziel lo« zu gehen, um so mehr, wo jede leise Andeutung desselben ihm, wie hier Schmerz bereiten mußte. " '

Lassen Sie mich kurz sein," begann et düster.Sie Haten gestern eine Aeußerung, die..."

"schweiß, was Sie meinen," unterbrach ihn Leonie, die gleich ihm die geradesten Wege für die besten hielt, und ich kann nicht leugnen, daß ich jene Worte mit gutem Vorbedacht sprach. Sie wissen wo Sie den Feind zu suchen haben, der Ihrem Rotkäppchen gefährlich ist?"

Sie meinen Rhoden, Leonie?"

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ES ist nicht möglichI" fuhr Herbert mit einer Heftig, keit auf, die seiner Natur sonst gänzlich zuwider.

Rotkäppchen, so offen, so harmlos und unschuldig B« kann mich nicht so hintergehen."

.."^glaubt auch nicht, es zu thun," entgegnete Leonie ^hlg,Ne ist viel zu unerfahren, um zu ahnen, daß sie tuen Andern hebt, und doch verrät, wenn sie von ihm >

Berlin, 10. Dez.,Der russische Botschafter v. Saburow wird nach seiner Rückkehr von Friedrichsruhe und vor seiner Abreise noch einige Tage hier verweilen und dabet mit dem deutschen Botschafter in Konstantinopel Graf Hatzfeld zusammentreffen. Der Bunde«rat erteilte heute der Reichsregierung die Ermächtigung, auf Grund der Vorschläge der hessischen Regierung Vergleich-Verhandlungen bezüglich des Mainzer Universttät«fond« einzuleiten. Germania" ist in der Lage, aus das bestimmteste zu vrr- sichern, daß dir Mitteilungen derOesterr. Eorrespondenz" über im Laufe des Sommer« stattgehabte Besprechungen Jacoblnis mit.höheren Berliner Ministenalbeamten jeder

*id,tn von Hautecombe (Savoyen) nicht ausgewiesen wer­den. Die Pforte versprach in formeller Weise Genua- lhuung für den Boifall in Mytilene. Die Regierung that im Einvernehmen mit den anderen Mächten alles Mög- uche, um die italienischen Nationalen in Peru zu schützen Betreffs Ausdehnung der österreichischen Zolltarife auf m6 laL^rbe cr lEairolt) Informationen einholen. -Bier Abteilungen der Kammer genehmigten bereit- die Vorige wegen Aufhebung des ZwangScourfeS.

_ ^0- Dezbr. Da« JournalArmvc franoaise"

versichert, daß Tissot, welcher vom Kriegsgericht in Strafe, burp zu dreijähriger Festungshaft verurteilt wurde, keinerlei Mlsston erhalten hatte und, wenn er Notizen über die Befestigungen von Diedenhofrn gesucht habe, nur seinem eigenen Antriebe gefolgt sei. - (Senat.) Die Vorla^ bete, den -sekundärunterricht für Mädchen wird angenommen; Broglu hatte den Artikel, wonach Unterricht in der Moral m m»- *^tnb einer Religion stattfinden soll, hbhast bekämpft, Ministerpräsident Ferry ihm erwidert Das Seinetribunal erklärte sich competent für die Beur- teUnS der Klagen der Dominikaner und anderer Orden«. Kstt Zen auf Wiedereinsetzung in ihr Domicil. - Der Präfekt wird in Folge dessen das Confliktsverfahren ein- ctten- ,1.H"stge Flnanzinstitute lehnen die Beteiligung an der griechischen Anleihe ab. - Der elsässische WeihnachtS- aSftXtbfn\bte,e 3ac?n ni4t im Theater du Chatelkt aufgestellt, sondern im Hypodrom; und wie dieser jenes ®* ««trifft/ fo «bartet man dro » sprechenden Zuwachs von Ansprüchen und Hoffnungen die sich an den Baum k lüpfen. De7 Temps, ein Von E0

XV.

Anzeigen nimmt entgegn die Expedition d.vlattv sowie b. 8nnoncen*8ureeiii von ». g. Taube 4 (So. ü

jede- ihrer Worte ihre Neigung. Es muß aufeet.

^entlieh leicht sein, ein schwaches

laLCUI schmerzlicher Spott in ihrer Stimme bei den Äib 4ß0tten' Unb CUl 6itttcr >3ug lagerte sich um ihren

Sie schwiegen beide eine lange Zeit.

Sie könnten sich täuschen, Leonie," mahnte Herbert sich auf eine Hoffnung stützend, an die er selbst nicht

Gewiß nicht, verlangen Sie Beweise?" antwortete Leonie in ihrer einfachen, entschiedenen Weise.

Herbert lehnte sich schwer auf den Lauf' seiner Jagd­flinte. Er dachte daran, wie er immer Abends voll freu- drger Erwartung nach Hause gekommen war, wie ihm dann Liane entgegenflog, und wie ihre liebliche Erscheinung sein Herz wie ein Sonnenstrahl erquickte. Und jetzt durste er sich ihrer nicht mehr freuen. Er dachte auch an seine Zukunft, die nun so öde vor ihm lag, ein Arbeitsfeld voll Dornen, ohne Blumen, die ihm durch ihren Duft erlabt hätten. Er gehörte nicht zu jenen leidenschaftlichen Naturen die bei jedem Schmerz, der ste trifft, glauben, sie könnten nie wieder fröhlich werden, nie wieder sich aufraffen zu ernstem Schaffen, die sich für vollständig vernichtet und gebrochen halten. Herbert wußte, daß die Zeit alle Schmerzen lindert, daß auch seiner noch manche Annehm­lichkeit wartete, und doch fühlte er, daß da« Schöne dahin sei au« seinem Leben, daß die Wunde, die ihm geschlagen niemal« völlig heilen könne, daß sie, wenn sie ihn auch nicht augenblicklich niederwars, doch um so länger schmerzen und bluten werde. 8

»Es ist traurig, Leonie," sagte er endlich.

«Ja," sprach sie eintönig.

r, Petersburg, 10. Dezember. DieAgence ruffe"

?ic^er Zeitungen, welche etne feindselige Haltung Deutschlands gegen England occentuterten: alle Mächte seien gleichmäßig vonden, husche der Aufrechterhaltung des Einvernehmens beseelt. Bezmlich der Donaufrage macht die Agence darauf auf- ' "Aam, daß cie Zeitungen häufig die gemischten Com- 1 Missionen mit der europäischen Commission verwechselten ! Ar Bn?"" Vertrag bestätigte die letztere, schuf aber

SV' '1' M$tn bUibe füglich dieser die

Bukarest, 10. Dezember. In dem Entwürfe in b«- seilens de« Senate« zu erlassenden Adresse an ben dürften wbbie lebhafte Dankbarkeit des Landis betont Ku? Regelung der Thronsolgefrage und Anerkennung der be- zuglchen Verfassuiigsbestimmungen durch den Vater und die Brüder des Fürsten. Der Senat nehme davon Akt bVn Ermangelung direkter Nachkommen des Fürsten die Löhne des Prinzen Leopold von Hohenzollern zu Erben des rumänischen Thrones designiert seien. Die den Kam- mern vorgelegten Aktenstücke ergäben! daß P^nz Lefpold auf die Thronfolge verzichtete und letztere sonach auf seine Nachkommen übergeht. w ' 1 ,ne

Dezember. Das Ministerium ist in fol- gender Zusammensetzung reconstituiert: Karavrloff Prä- si.uim, Finanzen und interimistisch Justiz, Zankoff, Inne-

AuLdruckcrei) «,nnta«»»latt" durch die Srpedition (»och'schr

** '» b» ^ebition au erweis «LLnf. Stufä*

Es lag etwas Müdes, Gebrochenes in ihrer Haltung e sie so an einem Baumstamm lehnte, das graue Auge thranenloS in die Ferne gerichtet. Niemand hatte sic L male weinen, Niemand sie auch nur aufgeregt gesehen, sie ^eX,,b 8db ftet8 mit b'm ihr a'ngeboLnen |

Ei»- lang- Panse herrschte. Herbert hob eMich, toit j ju einem Entschluß gekommen, das Haupt. I

»illlag e« denn seinl" sagte er fest fi# i

sie mit ihm hinziehen. Ich danke Ihnen daß Sa ce bereitct haben, Leonie, bei einer plötzlichen Entdeckung 1 « Mädchen das Herz schwer gemach? j

^meiden. M M btr Fluch der Lächerlichkeit J ^<6^MUk lbnk mitbewunberndm Blick an

Sie hob die Hand mit dem Brief, in welchem fie hnr 1

gfta!"' "*m bm|t6 I« I flehen^""^ @iC mit °^nt Beweis glauben?" sprach sie 1 erflrdKebin& r^!^- antoorlde Herbert, ihre Hand I "'end. Ich kenne Sie genug, um zu wiffen daß nur I

Rotwendigkeit Sie zu dieser Rolle' zwingen I konnte, die so entehrend für Sie ist. Aber wollen Sie I bak bm Eim sagen? Wie finde ich Rhoden so, I

daß ich ihn zur Rechenschaft ziehen kann? (Forts, folgt) I

Hermanuffche BuchhaM daselbst, Jnvakidrndcmk i» Berlin; L. ThiemS b Abrrfeld; S Schlotte t:

Grenze.

hnn& A01 ^ember. Die Generalversammlung der Repräsentanz beschloß mit Majorität, dem Theater-Unternehmer Gunther eine fünfjährige Concesston ju deutschen Vorstellungen im Theater in der Wvllgasse Di- Galeneen ce« Beisammlungssaale« der Repräsentanz wurden wegen Lärmens auf Anordnung des Oberbürgermeisters geräumt und nach Schluß der Sitzung acht Unruhestifter tu Haft genommen. 9 0

«gram, 10. Dezember. Heute Nacht 3 Uhr 25 Min.

erfolgte em kurzer nicht unbedeutender Erdstoß.

Begründung entbehren; feit dem Äbbruch ^er'^''alichen I Austt-ib^/0'iDeputiertenkamurer.) In Folge der Verhandlungen hätten keinerlei Pourparler« behufs Bei- Kammer mttteiß b tsgesetzes sind au« der

... Tt :1 - 9U0 aei I «ammer mittelst Auslosung auSgeschieden neun Devutierte bonn As Ministerielle und ein Dissident; unter

ben Au-geschiedenen ist ein Gerichtsbeamter, vier Pro­fessoren und eine Anzahl sonstiger Beamter. Bei Be- ratung beS Budgets des Auswärtigen erklärt Cairoli in

Mngetgtn nimmt emgegen: »tt ExprCtttou d.vlattr-, owic bilnnoncen-iOureaui von Xb, Dietrich 4 (So. j» Äafiel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; öaaienfteü» & Bögler tu Zrantfu« a- M., Berlin

M-i K.; Rudolf in tkriii, Frant-

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t die Hauptpunkte der lEmpire germanW t«

.6 ®?* -rfchim-n find unb fchli-ßt »brau«,

He- zukünftigen Germanisierungöversuche frucht- 6etl toUrbcn' ro,c QlIc bisherigen, ob ste sich der Ein- K2"ungen ober der Manteuffel'fchen Lockpfeife bedienten, ^ blgNchlagen feien.Die guten Leute im Elsaß", bemerkt !*b ^Eöpfig und wollen nicht von ihrer /^^^llchkett an den Erbfeind ablassen-". Von Zeit- ' WSC LtC3utcrcffen und Ueberlieferungen Elfaß- rflke hm.nffhU)aA-tLtoerbcn rwn genannt: L'Aface-Lvr- I ratnl Et»- Slebecker und die Revue Alsacienne.

Ix' ®ei-br- Ein Rundschreiben Gladstone'« ttsucht die Anhänger der Regierung, am 6. Januar zur Stelle zu fern, da dem Parlamente sofort Angelegenheiten von großer Wichtigkeit unterbreitet würden. Meldung aus Konstanttnope vom 9. d. M.: die türkische Note be- ....... u füglich der griechischen Frage ist gestern vom Sultan im Erwiderung auf" Anfragen: bie* Äegierm^'^^^»^!! I 9®ne^mi9t und wird voraussichtlich

Frankreich das bündige Versprechen, daß bfe OrdensaM- btJ e werden die Mächte eS

hdirn hnn \ ... ' I W Griechenland aufzufordern, binnen bestimmter jtrift

kategorisch zu erklären, ob es die Vorschläge, welche die müßt-iv q>ftOb/r ^at^c'. "uuehme; verneinenden Falls Ä!chem ^ °r C ° e ^^hungen zum griechischen Hofe