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Warüurg, Donnerstag, 25. November 1880.
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Deutsches Reich.
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*• Berlin, 23. Nov. Dem Bundesrat ist der Ent-
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fcaö Etatsjahr 1881/83 nebst Anlagen vorgelegt worden. — Ueber den Verlauf rer.'zweitägigen auS Anlaß der Interpellation Hancl lm Abgeordnetenhause geführten De- t^ttc ist folgendes zu bemerken. Die Staatsrcaieruna ist
Thlr. ouble- Kna- embeit n, 25. Sgr,
Ansatz -fröcke, inner alle» [3097
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Mkrhellischen Zeitung
mit deren Gratisbeilage
JliustvieteS SonntagSbiatt
bitten wir baldigst machen zu wollen.
Mk- Die Landpostboten nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.
Die «xped. d. Oberh. Zeitung.
fiennamt'toe Buchdandl. daselbst; Kivakiberldank i» »rrlm; W. Thienes tu Elberfeld; E. Schlotte in
Mein Grotzoheim.
Erzählung von E Reisner.
(Fortsetzung)
Am Morgen erfuhr der alte Graf, daß sein Sohn verwundet worden und kam auf sein Zimmer, um das Nähere zu hören. Graf Stanislaus lag noch im Wundfieber und so nahm der alte Herr mich ins Nebenzimmer und ich mußte beichten von A bis Z, wie die Sache sich zugetragen. Der Graf war außer sich vor Zorn und Aerger, wegen des Skandals, den die jungen Herren durch ihre Lollhett nur größer und offenkundiger gemacht, statt ihn ber Zeiten klug zu unterdrücken. Dann ließ er Herrn v. Wilmovsky rufen und hatte eine lange Unterredung mit rhm, von der ich freilich nichts zu hören bekam — und ging hernach selbst zum Justizamtmann hinüber mit dem Rücksprache zu nehmen.
Ich mußte untcrdcß, da ich doch, wie der Graf meinte, am meisten in die Sache eingeweiht sei, unten im Keller dem Doktor Elbau sehen. Ach Herr Candidat, der schreckliche Anblick! Er raste völlig im Fieber, der schöne, lunge Mann, den sie da gebunden aufs Stroh gelegt hatten fr kämpfte gegen seine Bande, die ihm tief in die Gelenke chnitten, und über das edle Gesicht lief der blutig rote vtnemen des Peitschenhiebes! Ich habe das Bild lange Mcht loswerven können, immer kam mirS wieder vor, im fachen und im Traume und, wenn ich auch sonst nur ein nnfaltiger Bursche war, ich Verstands doch, daß er die Schmach, die ihm geschehen, sein lebenlang nicht verwinden wurde — wenn er überhaupt am Leben blieb.
K Das war nun fürs Erste sehr zweifelhaft. Er soll, nachdem wir ihn, möglichst ohne Aufsehen, ins väterliche
Haus geschafft hatten und dort daS möglichste für seine
*/^CtVroat' eiete Tage lang getobt haben, ehe CfridJnft^ bCt Äran^eit sH einigermaßen brach und die Ta^u.T» Seine Schwester, das Hannchen, ist Anbrer nack^d,^^ , ?“* 0ewi$en' damit kein Ä»orer nacherzahlen konnte, was er im Fieberwabnsinn
Und erst nach vielen Wochen hat p?r U Arzt, der ihn behandelt, erklären können, daß die schlimmste Gefahr vorüber sei und man den Patienten nur vorder tLC0lfll9Artn0 ?u ^üten habe. Nun hatte der Graf wie verlautete^ ohnehin von dem alten Elbau nur verlangt' entsÄen ^n?f0Sn s"ll al« möglich hier aus der Gegend d e Red 'sein 6c,n der ganzen Sache dann nicht weiter die Rede fern — wie s ja auch im beiderseitigen Interesse emte8$®eri*t f^°“ auf ®wM>unfl »n ein weit ent- serntes Gericht angetragen; vorher sollte der Genesene für einige Zeit zu der Katharine, der ältesten Schwester reisen sich dort erholen und zerstreuen.
Stanislaus war unlerdeß längst wieder hergestellt. WaS zwischen ihm, seinem Batcr und dem Wilmovsky in dieser Zett verhandelt worden, weiß ich nicht zu sagen nur daß nur, wie den andern Dicnstleuten, gleich zu Anfang strenges Schweigen über alles, was wir gehört und gesehen, auferlegt wurde, und daß die Gouvernante, plötzlich entlassen, aber wahrscheinlich reich bezahlt, nach Frankreich zuruck ging, und eine alte Dame aus der Verwandt- schasl des Hauses an ihre Stelle trat. Comteß Hedwig war gar Nicht zu sehen, bis eines Tages plötzlich daS Geflüster durch die Dienerstuben ging, morgen sei Verlobung — der Herr v. Wilmovsky habe das Jawort, vom Grafe» wie von der Comteß. Mir kam das nicht unerwartet; ich hatte immer gedacht, daß die schmähliche Affaire dem Polen
S'tn, "en Kram gepaßt und vielleicht gänzlich für seinen Zweck berechnet und geplant gewesen sei. Denn ohne sie tTlm r " $anb bie Mitgift der Com- hnrih nTYprfot .w ki. nicht, wie,
01$ aUcrkt Gerüchte in die Umgegend gedrungen waren 11 Ä 1r;f.“ "«* "«««M-n, st- dmch
eine schnelle Heirat der Tochter zu widerlegen, oder doch I jum Lchwcigen zu bringen. Und ein anderer Freier war I gleich zur Hand, auch Wilmovsky als Mitwisser so I am ersten unschädlich gemacht. I
Jiuit sehen Sic, Herr Candidat, nienn lltinfitrf I °°- ®“ D°n°- «L. ä lm«
noch stumm und unteilnehmend unter den Seinen —7r I
völlig über dem Gedanken an seinen Sckimvf und I eine mögliche Genugthuung gebrütet haben soll?en nächst- I folgenden Tag abreisen, und die Schwester ihn bis zu den I fernen Verwandten begleiten. Sie ist draußen mit Kin" I
6«W, und b,r B-ud« t b "’L®/"' I Parterr-ftub- des AmtShauseS - er steht am Eckfenster I
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»I. L' ,°' Wn, in ®n«. ««7Ä I “ Ä™*1 w°rd°n, bat fei« ftemde«ÖirgeMrt, I
(Fortsetzung folgt.) ■
Berlin, 23. Novbr. Der Kaiser ist leicht erkältet und hütet das Zimmer. Derselbe hat heute Vormittag h «hpr^C mr^l0Ct“ V^rage entgegengenommen und den bisherigen Sladtcommandanten empfangen. — Ueber daS Befinden des Kaisers meldet der „RrichS-Anzeiger" amt- ctbc *cit "uigen Tagen an einem leichten ^lf'aJUk0^UvQtl° unb Kehlkvpfskatarrh und sei daher ge- nötlgt daS Zimmer zu hüten. - Herr Professor Dr. Vir- chow hat am letzten Sonnabend bei Gelegenheit seiner Rede r™-r1' unter ben „getauften Juden, welche 5u5Cro bCr konservativen Partei gewesen sind auch Heinrich Leo genannt. Dem gegenüber kon-
täglich auher an ben Werktagen nach -oonu* un» ^eiertaaen -ßreiA n.
b«Wn bu de« d-rch M. Sp-bi "
XV. Iahrgaig
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureour von G. L- Daube & Co. in
L "Echt der mindeste Anlaß
3~ ,0 behaupten wir im Gegenteil, daß N ? 1 derBegnadigungeines so verabscheuungswürdiaen Verbrechens Justitia trauernd ihr Haupt verhüllt und nur 0aT ?^kehrte Humanität Lob gespendet hätte. Wir können daher dem vielfach verbreiteten Gerüchte, daß der I der StaatSanwalt- chaft sich gegen die Hinrichtung des Verbrechers ausae- I ^EchEU und dadurch dem Regenten die richtige Entschlie- I |ung erschwert haben, keinen Glauben schenken, da jene I ti°rr berufen sind, Recht und Gesetz unver- I ®tC vorzugsweise von Demokraten I unb Liberalen zur Schau getragene weichliche Humanität I Wen die Schuldigen ist eine wahre G?ausamke,t Der I vortreffliche Markgraf, später Großherzog Karl Friedrich I ■ tCf auch durch Milderung älterer gram I janier Kriminalgesetze und insbesondere durch Abschaffung I
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Lnzeigen nimmt tmgegen: »ie Expedition d.Blatte«, sowie dAnnoncen-Bureank von Th, Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th Dietrich in Franlfurt a.M.; Haalenstein & Bögler in Zranlfurt a. M.. Berlin, veipzig, CSln iu; R ibolf Mosie ix Berlin, Krarü- a. M il
auf ihrem Sühnaltar an der ft^Tfrr kQm ^-«bach geschlachtet! - Da unser Straf- für die qualifizierten schwersten Verbrechen die Todes strafe beibehalten hat, letztere daher nach dem Gesetze hier Erkannt werden^ mußte, auch die landesherrliche Gnade nicht Ctr. Siedesalz zum Werte Ton* ch50^928^M. ^dargestellt I aentcn^ist^'vi'e? persönliches Recht des Re-
wurden. Die Produktion sämtlicher Bergwerke beirni bcn Wid rstreit des unvoll-
1,037,260,399 Ctr. zum Werte von 264 549 946 sm0 lm T c” 0E ^^0Enen Rechts mit dem materiellen Rechte
Beschäftigt wurden 231,782 BergL und sonstige £ bCV3bCC bcr Gerechtigkeit aus?u-
better gegen 227,765 im Vorjahre Das sinan- ett, T 01 l" bem hier namhaft gemachten Falle
sultat des, fiskalischen W-rkSbLs 'gestalt ? £ 1 ”,<6t btr mi"bcftt
meTr c13 tm Ganzen über 1 Million Mark
herausgebracht wurde, als im Etat vor-
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erreichen wollte, nämlich eine Verurteilung der foa Sinti» »» ) evangelischer Pastor im Rubolstädtischen ge- -M,-»d„,tm, bu,* b«6 Nicht"» «id.tB.n4l,
mindesten erreicht worden ist. Man muß vielmebr ae- vftk> x-r rii au® S „Jugendzeit überzeugen können,
stehen, daß die Stärke der Bewegung durch diese Debatte Rtt>e sein^kann°" £"ffXAbstammung nicht die
erst zu Tag getreten ist und daß die Bewegung auS dem wtt ae^ntb!nn^fti8°^'A fe ™ ®L Virchow'« ander-
^/ch die Verhandlung gewonnenen Bewußffein dieser obia/Anaab, °3l9C ®9"btcn besser begründet, als seine
Starke eher neuen Mut schöpfen als irgendwie sich ent! T ^geordnete v. Meyer (ArnS-
mutigt fühlen wird. — In mehreren Blätter flndet man bp« <2 is Kapitel 4, Titel 4 (dauernde Ausgaben) bie Notiz, daß man damit umgehe, da« preußische Handels- Das sdaus ^lgenden Antrag gestellt:
Ministerium ganz aufzuheben. Diese Mitteilung dürfte Position Kavitll T0$-°t wolle beschließen: die Etats- auf eine mißverständliche Auffassung zurückrufübren fein 4' $ltcl 4 ber Ausgabe; „Zum Ankauf
®” °»ch dt, »IchLr-n "47E L SM* >« d-n gorfto, 1050,000 Wf ta Reiche angehören und im Reiche behandelt werden sollen deraltia ru erköken^dftü^" Staatseinnahmen entsprechend 1
SÄSÄSSÖ i MÄÄL-iL-- ■
^£11 in dem Augenblick, wo deb Volkswirt- Badm^ Ä' , 18 Wen ist in 1
f(hft«rat zunächst nur für Preußen berufen wird. — Dem strafe rum .»""!/rstenuitt wieder die Kobes»
I tt’ÄS «RX'S ein unnatürlicher i Fn1,0t »U'TCftrC0lCtl ®etatte abzuschncidm. Deutlicher gendeS zu rntnchmen. Beim^Brannkobleuber«Kai,äU befreien, kaltblütig im Rhein ertränkt —‘rin $et‘
tonnte dies nicht an den Tag gelegt «erden, als in der Resultat ein sehr^ aüxrftiaTs Im rin b?6 bred)en' welches mit Schauder erfüllen muß. D s bä t il
E larung, daß die Regierung erstlich mit der Angelegen- Produktion von 8 739 749 Ctr aeaen vn« '^"0 bcr ^och ein liberales Blatt nicht ab, pathetisch ausruru^en - i bE" amtlich noch gar nicht befaßt sei, daß sieaber zweitens trat. Auch entwickelt-^ 'der^Beraba?^L H.umanitaS verhülle dein Haupt unb trauere• Sitia fiaf
nicht daran denke, eine Aenderung der die Unabhängigkeit vorteilhaftester Weise weiter indem firfi ^itneralfaIge m wieder blutige MeaschenoLfer auf ihr»m 9 i
der ftaatsbürgerlichen Rechte vom religiösen Bekenntnis der Z 1 .r?! * k ’Rbe"1 M d»e Forderung sowohl auSspr.ch.nden Dersassuttgöbestimmung herbchusültren On samlpchl ttr im la^r, ei^te* ®ic
Verpflichtung auS dem Stande der Anaeleaenbeit nickt im R-trick» « 1 r^. ™9 .?,„,• Salinen standen 31
herzuleilc« L-r, l-, rin SntBWntomm» ' JSÄÄ ' “ >?« ?««” 4,614,610
tooii welcher die Interpellation auSgegangen war. Um so verwunderlicher war es, daß Herr Virchow die Erklärunq „kühl bis ans Herz hinan" sand, als ob derartige Erklärungen der Staatsregierung der Art wären, eine besondere Gefühlswärme zu entwickeln. Der Wunsch der Regierung, eine erregte Debatte wo möglich vermieden zu sehen, ist indes nicht in Erfüllung gegangen, weil die konservative Partei und das Gentrum die Stellung der Jnter- pellatioti wohl nicht ohne Grund als eine Provokation aufgefaßt hatten und daher antworten wollten, andererseits auch di- Fottschrittspartei zeigen wollte, daß sie den Ausführungen der Gegenseite Rede zu stehen, gerüstet sei. Den Wunsch der Regierung geteilt hat nur die national» liberale Partei. Was nun aber da« Ergebnis der herbci- geführten Debatte betrifft, so hat dieselbe zu nichts weniger als einem klaren Verdikt geführt unb dazu auch nicht führen können. Man kann sagen, daß die Sache in der öffentlichen Meinung genau so steht, wie sie vorher stand, daß die Gegensätze nicht geklärt und noch weniger beschwichtigt worden sind, eher könnte man das Gegenteil behaupten,