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Nr. 248.

Anzeigen nimmt tmgegen; htr Expedition d.Blattet, sowie d.Annoncen-Bureaur von LH. Dietrich & Co. in Dassel und Hannover; LH. Dietrich in Franlfurt a.M.; baasenstein & Bögler in Frankfurt a M., Berlin, Seivzig, Cöln rc.; Rudolf Rosse in Berlin, Arant, furt a. Ab ic.

Jliarßurg, Donnerstag, 21. October 1880.

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Anzeigen nimmt entgegen dieExpedttton d. Blattet sowie d. Annoncen-Bureaur von G. £. Daube k Co. in

Franlfurt a. M; Jägerische Buchhandlung das elbn;

Hermann'sche Bnchhandl. daselbst: Jnvalidendanl in Berlin; w. LhieneS in «berfeld: «. Schlotte in Bremen-

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Srschetnt tä^ich außer an den Werktagen nach Sonn- und Fetettagen. Preis für daS Quattal mit der wvchentlichen Beilage „JluftrirteS LouutagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckeret) bezogen 2, Mark, durch du Postämter deS Deutschen Reichet 2 Mark 50 Pfg. (e$cl. Bestellgebühr). — JnsettionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa

Mr tn der Expedition zu erthetlende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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Berlin, 19. Okt. In Bezug auf die Aufbesserung des Ruhegehalts der Lehrer schreibt die sonst ganz fort­schrittliche „Preuß. Lehrerzeitung": „Uns scheint es fast, als ob man in den einzelnen liberalen Kreisen nicht übel Lust verspüre, Herrn v. Puttkamer auf diesem Wege Steinchen in den Weg zu legen, weil eö einem liberalen Gemüte nützlicher erscheinen mag, wenn die Lehrerschaft ihre Verbesserungen mehr der liberalen, als der konserva­tiven Partei verdankt. Ein solches Manöver aber im jetzigen Augenblick wäre für die liberale Partei verhängnis­voll, soweit cs ihre Stellung zur Lehrerschaft betrifft. Wir wünschen lebhaft, daß Herr v. Puttkamer seine Absicht, die Frage des Unterrichtsgesetzes in Einzelfragen zu zer­legen, und die Lösung der notwendigsten Teile der Materie der Wittwcn- und Emcritenpenston, in die That umsetze; so sehr wir den Minister oft in anderen Fragen bekämpfen müssen, so lebhaft würden ihn hier unsere und gewiß der ganzen Lehrerschaft Sympathieen tragen. Nur auf dem Wege der Einzelgesetze erhalten wir, wie unsere Schulge­schichte lehrt, mit der Zeit einen gewissen rechtlichen Boden für unsere Volksschule. Wer immer noch für das Phantom eines „ganzen Gesetzes aus einem Gusse" schwärmt, der beweist uns nur, daß er schöne Worte macht, um seine gegnerische laxe Gesinnung zu verdecken — und daß wir manchen liberalen in diesem Verdachte haben, können wir leider nicht leugnen." — lieber Arbeiterversicherung wird der „Neuen Weftfäl. Volks-Ztg." folgendes berichtet: Am 26. wird ein größeres Counts von Sachverständigen unter hem Vorsitz des Herrn Kommerzienrat Baare in Bochum zusammentreten, um einen nach völlig neuen Gesichtspunkten aufgestellten Entwurf zu einer Abänderung des Hafipslicht- gesetzes resp. für ein Arbeiterverstcherungsgesetz einer speziellen Beratung zu unterziehen. Die unverkennbare Schwierigkeit, ein derartiges Gesetz, welches einerseits den Arbeitern, andererseits den Arbeitgebern gerecht werden muß, herzustellen, darf von dem Versuche nicht abhalten, durch wohlwollendes Eingehen auf die höchst wichtige Materie und auf Grund der seitherigen Erfahrungen auf diesem Gebiete dennoch eine solche zu stände bringen jzu helfen. Hiervon ausgehend, kann die Konferenz in Bochum, an welcher von hier Kommerzienrat Delius und Direktor Bertelsmann teil nehmen werden, sehr dazu beitragen, Aufklärung und Förderung in dieser ebenso dringenden als verwickelten Frage zu bringen und damit zu ihrer be­friedigenden Lösung beizutragen. Wie wichtig es ist, für die Arbeiter eine gewisse Sicherung gegen die Unfälle ihres Berufs zu finden, leuchtet jedem Wohldenkenden ein — es handelt sich nur um das Wie, bei dem die mannich- fachsten Interessen und Beziehungen zu beachten sind. — Heute tritt hierselbst der General-Synodolrat mit dem

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LL K sie klirrend zersprang und trat an den Fürsten heran. _1 Dieser erbleichte und rang nach Atem.

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„Begegnest Du mir endlich — herzloser, ehrvergessener Schurke I" schrie er außer sich, schleuderte die Laterne hin,

Novelle von A Reichstadt.

(Fortsetzung.)

Neugierig hob er den Kopf. Es war Kirkerup. „Wo wollt Ihr zu so später Zeit noch hin?" fragteerunwirsch.

„Nach jener Insel drüben." 1

Er schüttelte den Kopf. „Und waö wollt Ihr dort?" fragte er gespannt.

„Das geht Euch nichts an, wenn ich Euch bezahle!" war die kurze, herrische Antwort. „Hier habt Ihr Geld und nun schweigt und thut was ich Euch sage."

Der Fürst suchte seine Stimme zu dämpfen, aber ihr metallner, eigentümlicher Klang berührte kaum zum zweiten Mal des Fischers Ohr, als dieser ebenso betroffen, wie er­regt aufhorchte. Ein furchtbarer Verdacht bemächtigte sich seiner.

„Wer weiß, ob mich das nicht doch angeht!" ant­wortete er trotzig und so laut, daß man weithin seine Stimme hören konnte.

Einige der dunkeln Gestalten, die der Schenke zuschlichen, blieben auf ihrem Wege stehen und horchten neugierig.

„Welche Sprache erlaubt Ihr Euch!" rief der Fürst entrüstet. Ein Strahl auö der Laterne streifte sein Gesicht.

Rasch hob Kirkerup die Laterne höher und blickte ihm Mißtrauisch forschend in die Augen.

Wie ein Blitzstrahl durchzuckte ihn jäh die Gewißheit ben Fremden zu erkennen.

Oberkirchenrat zu gemeinsamer Beratung zusammen. Die Beratungen werden sich dem Vernehmen der „N. Pr. Ztg." nach. vornehmlich auf die Grundsätze für die Revision und Ergänzung der Agende und auf die Gesichtspunkte erstrecken, welche bei der Revision zur Ausführung der Kirchen-Ge­meinde-Ordnung festzuhalten sind. Der Synodalrat, welcher von der Gcneralsynode gewählt ist, um nach § 37 der Synodalordnung „mit dem Evangelischen Oberkirchenrat in dessen Sitzung über Aufgaben und Angelegenheiten der Landeskirche zu beraten, in welchen die Kirchenregierung zur Feststellung leitender Grundsätze den Beirat dieses landesktrchlichen Synodalorgans für notwendig erachtet" — besteht bekanntlich außer dem General-Synodalvorstande (Graf v. Arnim-Boitzenburg, v. Kleist-Retzow, D. Wies­mann, D. Schultze, Dr. Schrader, Hegel, D. Rieden) auö 18 Mitgliedern. Die Namen derselben sind für die Pro­vinzen Oft- und Westpreußen: v. Flottwell (jetzt Bezirks- Präsident in Metz und daher vermutlich durch den Stell­vertreter Ebel ersetzt), Hevelke, v. d. Goltz-Königsberg; für Brandenburg: de la Croix, Tauscher, Hollefreund; für Pommern: Graf Bismarck-Bohlen, Rübesamen; für Posen: Pfeiffer; für Schlesien: D. Erdmann, Ueberschär; für Sachsen: v. Wedell-Piesdorf, v. Gerlach-Oschersleben, D. Köstlin; für Westfalen: Graf v. Wedel-Sandfort, Hnchzer- tneier; für die Rheinprovinz: Hempel, Evertsbusch.

Breslau, 18. Oktober. Der konservative Parteitag wurde mit einem Hoch auf den Kaiser und König durch den Landeöältesteii, Freiherrn von Durant-Baranowitz, er­öffnet. Besucht ist die Versammlung von über 1000 Per­sonen. Zum ersten Vorsitzenden wurde General-Landschafts­direktor Graf v. Pückler, zum 2. Vorsitzenden Freiherr v. Durant gewählt.

BovU, 18. Oktober. In der großen Aula der Uni­versität fand heute in herkömmlicher Weise die Uebergabe des Rectorats statt. Zum ersten Male seit dem Bestände der Universität konnte der Rektor des letzten Jahres nicht fungieren. Denn dieser, der Geh. RegierungS-Rat, Prof. Dr. v. Hanstein, war am 27. August gestorben. So leitete denn der Prorektor, Geh. RegierungSrat Prof. Dr. Büchcler, die Feier mit einer warmen, die Verdienste des verstorbenen Rektors allseitig beleuchtenden Rede, ein; da­ran knüpfte derselbe eine glänzende Erwähnung deS im verflossenen Jahre verstorbenen Geh. Justizrats Prof. Dr. Walter an, des ältesten Mitgliedes der Universität, da dieser schon im ersten Jahre der Universität angehörte. Der neue Rektor, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Rühle, hielt seine Antrittsrede über die Aufgabe und Bedeutung der Universität; derselbe betonte ganz besonders die Notwen­digkeit idealen Strebens der Lehrer und Lernenden, ver­warf entschieden den Materialismus und Realismus, sprach sich aus's entschiedenste dagegen aus, bloße Nealschul-Abi- turienten zum Studium der Mevizin zuzulassen, forderte

Es war eine entsetzliche Sekunde.

„Ja, gestehe es nur, bist Du nicht jener abgefeimte Bube, der die Trauung dazu mißbrauchte, das schönste, unschuldige Mädchen unserer Insel an sich zu reißen, und zwar, um sie nachher um so schmählicher zu verlassen — preiszugeben!"

Kaum brachte er die Worte hervor. Bebend vor Zorn ballte er die Faust.

Schweigend schlug der Fürst die Augen nieder. Er suchte nach einem Worte der Erwiederung und fand keines.

„Bist Du so schlecht, so feige, das leugnen zu wollen?" fragte der Fischer empört.

Die Röte der Scham schoß dem Angeklagten in die stolze Stirn, er wich dem drohenden Blick des anderen aus und die ungeheure Gefahr, in der er schwebte, wohl er­kennend, griff er rasch in die Brusttasche, in welcher er seine Pistole wußte. Kirkerup sah die Bewegung und das Schlimmste ahnend, stürzte er sich wie ein gereizter Tiger auf seinen Feind.

„Glaube nicht, mir so zu entrinnen!" keuchte er. „Büßen sollst Du Deinen Frevel!" und er suchte den Widerstand des anderen zu bewältigen. WorlloS — Auge in Auge, glühend von Haß und Rache rangen die beiden Gegner miteinander. Aber der Fürst war stark und gewandt und befreite die Rechte mit einem energischen Ruck.

Jetzt galt eS, entschlossen zu handeln, sonst waren die Folgen unabsehbar — daS wußte Waldemar und darum riß er heftig die Waffe heraus.

Der Fischer lachte höhnisch. Schon sah er, daß ihm die Kameraden aus der Gegend der Schenke zu Hilfe eilten.

„Dieser Mensch ist ein Schuft I hört alle, was er ge- than hat", brüllte er, und wollte Waldemar die Pistole

einheitliche Bildung, verwarf Die Zulassung von Mädchen zum Universttätsstudium und betonte insbesondere die Be­deutung, welche das Zusammenleben gleichgebildeter Jüng­linge habe, den Wert der Anwesenheit auch solcher an der Universität, die kein Fachstudium pflegen. Die Universität hat im letzten Jahre die höchste Frequenz gehabt: im Winter 926, im Sommer 1133 Studierende. Sie verlor 2 Professoren durch den Tod, erhielt 4 neue, 6 Privat- docenten. Es wurden erteilt 2 juristische, 5 medicinische, 1 philosophisches Ehren-, 1 evangelisch - theologisches, 2 juristische, 21 medizinische, 17 philosophische Doctor-Di- plome. Besonderer Erwähnung ist wert, daß die Witlwe deö allen Freunden und der Wissenschaft zu früh ver­storbenen Professors Dr. Held den größten Teil der staatswiffenfchaftlichen Bibliothek ihres Gatten der Univer­sitäts-Bibliothek zur Begründung der Bibliothek eines staatswissenschaftlichen Seminars geschenkt hat.

Hannover, 18. Oktbr. Der Hannoversche Provinzial- Landtag sprach in seiner 4. Sitzung u. A. dem Anträge des Verwaltungs-Ausschusses gemäß seine volle Befriedi­gung darüber aus, „daß die dem Provinziallandtage durch das Schreiben deS Königlichen Oberprästdenten vom 18. Oktober 1879, den Hannoverschen Klosterfonds betreffend, mitgeteilte Denkschrift in voller Uebereinstimmung mit der Auffassung des Provinzial-Landtages über den rechtlichen Charakter des Hannoverschen KlosterfondS zu dem bestimm­ten und zweifellosen Ergebnis gelangt, „daß der Hannover­sche Klosterfonds eine mit selbststänDiger juristischer Per­sönlichkeit versehene Stiftung ist, deren rechtliche Vertretung und Verwaltung von der Klosterkammer zu Hannover geführt wird," sowie, „daß der Stiftungszweck des Kloster­fonds besteht in der angeordneten Verwendung zu „Zu­schüssen für die Landes-Universität, für Kirchen und Schulen, auch zu milden Zwecken aller Art."" — Aus den weiteren Verhandlungen heben wir nach dem H. C. den Beschluß hervor: „vom 1. April 1882 an dm in dm 2 und 3 der Ordnung für die Hannoversche Pro- vinzial-Wittwenkasse bezeichneten Korporationen der Zutritt zur gedachten Wittwenkasse nur unter der Bedingung zu gestatten, daß sie ein Einschlußkapital, dessen Höhe in jedem einzelnen Falle vom ständischen Verwaltungs-Ausschüsse nach der vom Provinzial-Landtage festzustellenden Grund­sätze bestimmt wird, an die Wittwenkasse zu zahlen."

Eisenach, 16. Oktober. Eine Frage von allgemeiner Bedeutung beschäftigte vor wenig Tagen den hiesigen Ge- meinberat. Vor geraumer Zeit hatten einige hier lebende höhere pensionierte Offiziere gegen ihre Heranziehung zur städtischen Steuer mit dem vollen Betrage ihrer Pension reklamiert und sich, nach Abweisung der Reklamation, mit einer Beschwerde an daS Reichskanzleramt gewendet. Das­selbe hat darauf das großherzogliche Staatsministerium von der Sache verständigt und dieses hat die Aufhebung entreißen, da stieß dieser mit starker Kraft seinen Arm zurück und setzte ihm die Pistole auf die Stirn.

„Noch ein Wort oder ich schieße."

„Ich will nicht schweigen. Deine Schande" — der Schuß krachte. Kirkerup sank entseelt zu Boden.

Wie versteinert stand Waldemar vor der Leiche. Er wußte kaum, was er gethan, aber er faßte sich gewaltsam, denn im Nn war er umringt.

»Was ist geschehen?" fragten alle Stimmen durchein­ander, aufgeregt und wild.

„Dieser Unglückliche überfiel mich in der Dunkelheit," antwortete Waldemar kaltblütig und hart. „Ich mußte mich gegen seinen wahnsinnigen Angriff wehren. Da er nicht von mir ließ-, blieb mir nichts anderes übrig, als ihn niederzuschießen. Die blutige That ist feine Schuld. Hebt den Toten auf und macht Platz."

Statt ihm zu gehorchen, schlossen sie den Kreis dichter. Einige beugten sich über den Erschossenen. Sie wollten wissen, wer er sei.

„Kirkerup! Er war ein ruhiger, friedfertiger Mensch. Der hat nie jemanden etwas zu Leide gethan!" riefen sie zornig. „Wenn Du behauptest, daß er Dich zuerst ange­griffen, so lügst Du. Wir haben den Streit gesehen. Du bist fein Mörder!"

Immer lauter, immer drohender wurde der Lärm, aufgebrachte Flüche und Drohungen schallten durcheinander, Mörder! schrieen alle und drängten sich dicht an Waldemar heran. Noch wußten sie nicht, wen sie vor sich hatten.

„Macht Platz, Leute!" rief er lauter in den Tumult aber sie verlachten den gebietenden Ton und hoben die Fäuste gegen ihn.

(Fortsetzung folgt.)