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Nr. 2Ä3

Marburg, Freitag, 15. October 1880.

AttMchk ji'itimg an den Werltaaen n«* ___

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nommen sah es um Ruhe und Ordnung in der Türkei bor bem russischen Kriege bedeutend besser aus, als nach demselben. Auch jetzt sind Leben und Eigentum in keiner Provmz, die dem Sultan verblieben ist, so gefährdet, wie " ,^"d, wle das so drastisch in der kürzlich mitge- tci ten satirischen Note der hohen Pforte an die englische Regierung dargestellt worden ist. w

Bezüglich der neuesten Phase der montenegrinischen

, , Zur Vermeidung vorgekommener Unregelmäßigkeiten bei Zulassung von Apothekerlehrlingen zur Gehülfen- prufung hat der Minister der Medicinal- u. s. w. Ange­legenheiten die Regierungsprästdien ersucht, die Gehülfen- prufungskommission darauf hinzuweisen, daß eine Zulassung der Candidaten zur Prüfung vor Ablauf der vollen, in der Gehülfenprüfungsordnung vom 13. November 1875 festgesetzten Lehrzeit ohne vorgängliche durch den Reichs­kanzler m Gemeinschaft mit ihm, dem Minister, erfolgte Dispensation unstatthaft ist.

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t«v. - xsvinip.; die Friedens- ?i»?,nÄfUnb fcer ®e,rIiner Vertrag haben hierdurch eine neue Bestätigung erhalten.

Daily News" melden aus Cettinje vom 12. d. M.: ^etr^tc6 begrebt sich heute nach Dulcigno, um daS Com- mando der Stadt zu übernehmen. DieTimes" sagt, nachdem Dulcigno definitiv übergeben und die montene­grinische Frage erledigt sei, wäre die Kundgebung der

Berlin: w. Lhteues in Elberfeld: 6. Schlotte ta Bremen

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Tagesbericht.

Nach oerProvinz. Corresp." soll die für das Ende des Monats, etwa den 28. d. in Aussicht genommene Eröffnung des Landtages wahrscheinlich durch den Vice­präsidenten des Staatsministeriums Graf Stolberg er­folgen.

DieProvinz. Corresp." enthält einen Artikel:Für­sorgen für Arbeiter," worin es heißt: Für jeden, welcher die ganze Politik des Reichskanzlers in den letzten Jahren aufmerksam verfolgte, kann es keinem Zweifel unterliegen daß die Uebernahme des Handelsministeriums durch ihn nur ein Glied in der Kette der wirtschaftlichen Reform ist welche der Fürst vor 2 Jahren, im Gegensätze zu manchen von alten Vorurteilen und veralteten Lehrmeinungen irre­geleiteten Parteigruppen, dann aber unter lebendiger Teil­nahme weiter Kreise der Bevölkerung ins Werk setzte und mit der Aenderung der Zollpolitik einleitete. Der Ar­tikel schließt: durch die Uebernahme des Handelsministeriums druckte der Reichskanzler den Entschluß aus, die Reform, die auf der einen Seite begonnen, auch von der andern in Angriff zu nehmen und diejenigen Vorschläge elbst vorzubereiten, welche geeignet sind, die Lage der Arbeiter zu verbessern und die Wohlfahrt des Gewerbes auf eine sichere moralische Grundlage zu stellen. Es ist Die Con- stquenz eines zielbewußten, wohlberechneten Planes, dessen Durchführung im Interesse der Gesamtheit unaufschiebbar ist und zu dessen Verwirklichung er auf Die Mitwirkung aller positiv denkenden und staatserhaltenden Parteien rech- I "ct Wenn die Behandlung auch dieser Frage nicht nach den Auffassungen und Geboten bloßer Lehrmeinungen, son­dern vor allem nach den Anforderungen der thatsächlichen Lage der Dinge und nach den wirklichen Bedürfnissen und praktischen Interessen des Volkes gestaltet wird, wenn ihm m diesem Sinne die parlamentarische Unterstützung zu E wirb, dann dürfte auch ungeachtet der viclbestrittenen Möglichkeit des Erfolges das Gelingen nicht fehlen.

Grunde"ging? in unverschuldetem Kummer zu

Nein, der alte Gott lebt noch!" tröstete sie sich, wenn und dann sank sie neben dem alten Gramtblock in die Kniee und flehte:Wie Du mich auch fuhren magst, Vater, nur laß mich die geliebten Züge noch emmal Wiedersehen, sonst finde ich keinen Frieden."

Und die feste Zuversicht stärkte sie, daß Gott ihr diese Bitte gewahren wurde.

^^achgerade entstand im Dorf viel Gerede über ihr ^Esal. Es gab manches Mädchen, das ihr den statt­lichen Liebhaber mißgönnt hatte und nun durch boshafte Sticheleien seine Schadenfreude kund gab. Mancher Bursche den sie an der Seite ihres schmucken Schatzes über Die Achsel angesehen oder niemals beachtet, nahm jetzt seine kleine Rache mit hämischen Bemerkungen, und die allen Weiber, welche weise schmunzelten:Haben wir das nicht vorher gesagt?" schonten sie erst recht nicht.

Freilich glitt alles, was die Menschen schwatzten und lästerten, an ihr ab, kaum daß sie den Mund schmerzlich deshalb verzog aber zu sehen, wie die Eltern sich um sie grämten und über das Benehmen ihres Gatten ent­rüstet waren, daß that ihr so weh, daß ihr Herz oft da­runter blutete.

Manchesmal trat sie zum Vater und wenn fie seine zornig gerunzelte Stirn sah, suchte sie ihm mit der Hand die Falten derselben leise zu glätten.

Wer weiß, ob Waldemar nicht schwer erkrankt ist! Sei nicht böse auf ihn vielleicht leidet er mehr als wir!"

Oder sie küßte der Mutter die Thränen fort.

Nicht den Mut verloren. Alles wird sich aufklären

Die Euthiillimg.

Novelle von A. Reichstadt.

lFortfetzung.)

Jeder Tag bringt mich dem Wiedersehen näher, wann es auch eintrifft!" pflegte Nani ihre Eltern zu beschwich­tigen, wenn dieselben anfingen wegen der langen Abwesen­heit bedenklich zu werden.

Aber wieder verstrich Woche auf Woche und noch immer kam er nicht und ebensowenig kam ein Brief statt seiner. ... Ed, weder kommen noch schreiben können," er- ktarte sie mit einem unterdrückten Seufzer. So unerschütter- ttch war ihr Vertrauen, daß sie es nicht hören konnte, wenn dre chrlgen nur ein zürnendes Wort über ihn fallen ließen. 1

Stunde für Stunde huschte sie die schmale Bodenstiege hinauf, die in den Giebel führte, um von der obersten Luke des Daches aus in der Ferne zu suchen, ob sie nicht ! m Boot erkenne. Ber jedem L>egel, jedem Fahrzeug, das ßch der Insel näherte, glaubte, hoffte fie, daß cs ihn bringen wurde und betete inbrünstig darum und täglich erfuhr sie unzählige Male die bittere Enttäuschung, dass die Segel voruberzogen ohne zu landen.

m Deutsches Reich.

A"iu, .^.Oktober. Für eine allgemeine Revision des Strafgesetzbuches sind bestimmt die Bundesregierungen Württemberg, Sachsen, Baden, Braün- schweig und Schwarzburg-Rudolstadt. Baiern hat bereits vor mehreren Jahren im Bundesrate, als hier die Straf­gesetznovelle zur Beratung stand, erklären lassen, daß eine allgemeine Revision des Strafgesetzbuches und daß vielleicht noch vor der Ailtragstellullg beim Bundesrat das Gutachten E, 6cSberClt- Fachmännerkommisston einzuholen sein wurde. Die wurttembergische Regierung enthielt sich da- verschiedene, die Abänderung des Straf­gesetzbuches betreffende Anträge zu stellen, weil letztere der w"eu, daß ste ohne eingehende Untersuchungen ihres V.rrhaltnisses zum System des Strafgesetzbuches eine Be­rücksichtigung Nicht hätten erwarten können, die erwähnte Regierung aber der Ansicht war, daß jene eingehende Untersuchung nur bei den Vorarbeiten zu der notwendigen

sÄÄ ^^rwatbrlefen zufolge ist die Vermählung des e ^r^ unt der Fürstin Dolgorucki eine vollendete That- ladje E Zeugen bei der Trauung fungierten die Ge- nerale Lons-Melikoff, Miliutin und Adlerberg und ein anberer Slbjutant des Kaisers. Die bisherigen Kinder aus dieser Ehe erhalten den Namen Fürsten Jouriff. Künftige Fruchte ber Ehe sollen wie legitime kaiserliche Prinzen behandelt werben. Der Großfürst Thronfolger, . «ezugucu oer neueiten ißhafe her öo« bufem em9niö tief gekränkt, will auf unbestimmt Grenzf age sthrebt Re Prov^-Eorrw Zett mit feiner Familie in Cannes Aufenthalt nehmen fmftn.L * e°rtc>

unb ist mit bem Großfürsten Wlabimir, seinem Bruder, gänzlich zerfallen, weil biefer bte Vermählung bes kaiser­lichen Vaters gutgeheißen hat.

So kam ber Winter mit feinen Stürmen. Oft wan- °°rte sie bei bem schneidendsten Nordost allein an den ^oroenftetn von dort aus konnte sie die Türme ber Wmftabt in weiter Ferne erkennen wenigstens ahnen 17 und das war ihr ein Trost. Die ragenden Türme ja «ach oben, hinauf zu bem Vater der Witwen __- 2 Waisen. Er lebte noch ber da über ben Wolken T "Ud sah auch ihr Leib und ihre Herzensangst. Würbe er

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Mgenb zur Kenntnis der Botschafter zu bringen, baß die Pforte, um einen neuen Beweis ihrer Loyalität und ihres -Willms zu geben, erklärt, baß sie Dulcigno abtritt unb sofort ben Lokalbehörben kategorische Instruktionen er­teilen wirb, damit die Stadt durch friedliche Mittel ben montenegrinischen Behörben übergeben werbe. Eine Con- ventlon wird bie Bedingungen der Cesston regeln. Die ottomanlsche Regierung, welche nur, um die Flotteudernon- KVt verhindern, bieses Opfer bringt, hofft, daß durch diese Maßregeln bte Flottendemonstration vollständig hint­angehalten werden wird.

xv. ^«trgoeg

Anzeigen nimmt entgegen die Gxpedttton b. Blatte« sowie b. Annoncen-Bueeailk von @. L. Daube & So. in Frankfurt a. M; JSgerffche Buchhandlung daselbst Hermann'sche Buchhanoi, daselbst; Juvalidendank in

So gewiß ich fein angetrautes Weib bitt', er kommt wieder, wir wissen nur nicht Zeit und Stunde."

Doch der Frühling machte die Eisschollen am Strand schmelzen unb bte Schwalben kamen von ihrer weiten Reise unb zogen roieber in ihre alten Nester vom vorigen Jahr unb nach wie vor verstrich jeder Tag, ohne daß Waldemar auch nur einen Gruß sandte.

Züngst hatte der Vater sich auf dem Festlande nach ihm zu erkundigen versucht. Voll Spannung hatte fie ibn ÖÄÄ ?atten ? WäEuS deres geschildert niemand konnte Auskunft Über den Forster geben. Obwohl sie kein Mittel unversucht ließen ei5nef,r^Ul iU ^nAen' belang es ihnen nicht; das Geheim­nis blieb unaufgeklärt - er war verschollen'

gräßlichen Nacht, in welcher zum ersten Mal die Möglichkeit vor Nanl's Seele getreten, daß fie ^Echt auf eine Aufklärung seines rätselhaften Verschwin­dens verzichten muffe, daß er sie verraten haben könne, zog sie sich bte ersten weißen Fäden aus dem goldhellen

JBenn ihr noch ein Kind bescheert worden wäre in sie ein Vermächtnis des Galten gefunden hätte! Aber sie sollte einsam bleiben und so erstarb ihr zuletzt die ganze Außenwelt. Nichts blieb ihr als die Aufgabe ihren Schmerz auf die rechte Weife zu tragen. h . In Augenblicke, in denen nagend, ja zerfleischend das Bewußtsein in ihr erwachte, wie verschloffen sich Wal- demar von vornherein in mancher Beziehung bewiesen.

bemi6 au6 denselben Ursachen entsprungen, um derentwillen er sie jetzt verstieß? * * '

$atte er vorher gewußt, wie er an ihr handeln würde?

(Fortsetzung folgt.)

Anzeigen nimmt entgegen: bie ®äebittox b.BIatte«, sowiedAnnoncen-Bureauk von Th. Dietrich & So. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Sölu ic.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

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Es bestätigt sich vollkommen, daß auf die dringenden Vorstellungen ber Botschafter von Deutschland unb Frank- KÄZX.'S I

so spricht fie auch bie öffentliche Meinung Europas aus' 1 - 8 Äenntm6 der Botschafter »1 brinnen m.

nnb die meisten Regierungen teilen biefe Ansicht. Oester- te C sich gegen alle ferneren glottenbemonftrationen snnfi^eU ^cnbmU"b ^oankreich teilen bie österreichischen

I la auch klar, baß Herrn Glabstones

8?'-ftb! ialdmöglichste Zerstörung ber Türkei gc. * is^lm Grunbe nur von Rußland geteilt wirb, alle übrigen Machte wollen bie Türkei erhalten ober sie boch so langsam unb allmählich wie möglich zerfallen lassen Gemeinschaftliche Maßregeln zur gewaltsamen Durchführung ^e ner Punkte bes Berliner FriebenS liegen baher nur S,ffpnff 86 Z"^resse unb bie Mächte haben einsehen muffen, baß die Versammlung einer europäischen Flotte zur Eroberung eines erbärmlichen Nestes, wie Dulcigno enie bedenkliche Maßregel ist, beten Verlauf zu keiner Wiber- holung aufforbert. Die Türkei hat in ihrer Note vom 3 d. M. wenigstens barin Recht, baß bie Bestimmungen des Balmer FtlebenS m gewissen Punkten, welche bet Türkei gunfttg sind bisher unausgeführt geblieben finb. Datum ntemanb- Warum also mit solcher Gewalt bte Ausführung anderer Punkte beschleunigen wollen, bie 5soße Schwierigkeiten barbieten ? Namentlich thöricht er- scheint es, wenn Englanb butch Herrn Goschen bem Sultan die Pistole auf bte Brust setzt wegen der inneren Reformen, Üblich, weil sonst die Türkei nicht bestehen könnte, wahrend doch feder weiß, daß dieser Grund für Herrn Der gewöhnlich gut unterrichtete Pariser Correspondent Mächte°"babe? wEkli^ui^b..fan"- Die fremden dics-r: \9