Rr. 239.
Marburg, Sonntag, 10. October 1880.
xv. Jalirgaeg
VlittlMchk jtitiiiiß
lkmaun.
hast
iteinweg.
lag unbewegt,
Die Salzflut
die Arme in»
aierischen ?. Haupt- ung am 11 Mark [2679
e Nr. 21.
[2712 ister.
n, ) sführung, gerungen, Mühlen [1786
t a. M.
für den Bau der Weichselstädtebahn verzichtet habe und demgemäß einen entsprechend höheren Kredit für diese Bahn beim Landtage nachsuchen werde.
Durch eine Allerhöchste Kabinetsordre ist der bisherige Landforstmeister Ulriei zum Ober - Landforstmeister und Direktor der Abteilung für Forstwesen im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten ernannt worden.
Der gestern in Berlin zusammengetretene bleibende Ausschuß des deutschen HandelStageS beschloß, die Plenarversammlung auf den 19. und 20. November einzuberufen und folgende Angelegenheiten auf die Tagesordnung zu setzen: Zweite Stückgutklasse, Eisenbahngarantien, Mit- teilungen über Weltausstellung in Berlin, Währungsfrage, Bildung eines Volkswirtschaftsrates.
Gestern waren es zehn Jahre, als Garibaldi in Mar- stille landete und der französischen Republik zu Hülfe eilte. Die Erwartung, daß vor seinem Erscheinen die preußischen Barbaren ebenso verschwinden würden, wie zehn Jahre früher die Armee des neapolitanischen BombenkönigS vor den tausend Helden von Marsala, hat sich bekanntlich nicht ganz erfüllt. Im Gegenteil ist seit jener Zeit der Einsiedler von Caprea zu einer Art von komischer Figur geworden, in der er nur deswegen noch eine Rolle spielt, weil seine Lächerlichkeiten nicht seine ehemals unermeßliche Popularität verwischen konnten und weil jedes Volk den Männern die für seine Größe und Ehre etwas gethan haben, vieles verzeiht. Eben führt der alte Garibaldi wieder eine kleine Posse auf- Sie haben ihm seinen Schwiegersohn Canzio zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, ja die Rücksichtslostg- ke t soweit getrieben, denselben aufzufordern, seine Strafe wirklich abzusitzen. Auf die Fürbitte der Genueser Deputierten erklärte der Justizminister Villa, er. werde den Verurteilten allenfalls begnadigen, wenn er selbst darum ein- komme. Welch eine despotische Niedertracht, von einem Mitgliede der Familie Garibaldi zu verlangen, daß er dieselben Wege einschlage, wie jeder andere italienische Staatsbürger, der mit den Gesetzen in Konflikt geraten ist! Eine solche Schmach darf der Schwiegersohn des Alten nicht auf sich laden, vielmehr ist letzterer selbst in Genua erschienen und mit ungeheurem Jubel ausgenommen worden. Was aber wird er nun thun? Wird er dem Tyrannen
R°m zu trotzen versuchen? Allem Anscheine nach reicht die Dankbarkeit für geleistete Dienste bei den Italienern doch nicht so weit, daß ste nicht damit einverstanden sein sollten, wenn den Herren Garibaldi und Canzio der Ernst klar gemacht würde, natürlich mit all der Rücksicht, die man nun einmal für den alten .Freischärler zu nehmen gezwungen ist.
Die Enthüllung.
Novelle von 21. Rcichstadt.
(Fortsetzung.)
«Doch warum das Drängen?" fragten die Eltern.
„Weil uns dann nichts mehr trennen kann l" entfuhr es ihm in der Heftigkeit. „Wer weiß, welche Hindernisse uns sonst noch entgegenstellen. Daß die Meinigen manches gegen meine Heirat etnwenden möchten, da ich ihnen die Schwiegertochter aus so fremder unbekannter Gegend bringe darf ich nur nicht verhehlen. Gegen die Thatsache kann niemand etwas thun."
Durch solche Vorstellungen gelang es ihm endlich die Mutter auf seine Seite zu ziehen und diese überredete zuletzt den schwachen gutmütigen Vater, während Nani mit allem einverstanden war, was der Geliebte wünschte.
„Für mich giebt eS nur ein Glück auf der Welt," pflegte ste den Eltern zu antworten, „das zu thun, was chm das liebste ist. In dem Verlangen geht jeder eigene
So kam der Tag der Trauung.
Es war sonnenloses Wetter. Dichte Wolken am Himmel. Eintönig erschienen alle Farben. Das Meer ' müde klangen die Wellen am Strande aus.
Neueste Orient-Depeschen:
Wien, 8. Oktbr. Meldung der „Polit. Corresp." Das britische Cabinet ist seit heute im Besitze zustimmender Erklärungen sämtlicher Cabinete zu seinem auf Besitzergreifung von Pfandobjekten im Archipel gerichteten Coercit- vorschläge. Der Kommandant der vereinigten Flotten in der Bucht von Teodo ist verständigt, Alles innerhalb 48 Stunden zum Abzug der Flotten nach dem neuen Bestimmungsorte vorzubereiten.
R°m, 8- Oktober. „Diritto" zufolge hatten die Mächte die Absicht, dre auf die Türkei bezüglichen Fragen eine nach der anderen zu beantworten. Da aber die Pforte die montenegrinische, griechische und armenische Frage zu- ^mmen behandelte, so fänden sie sich veranlaßt, ein Gleiches zu thun, um die gleichzeitige Lösung aller Fragen wt.crre^en'u Als wahrscheinliche Fälle würden angesehen: Abberufung des gesamten diplomatischen CorpS aus Kon- stantlnopel, Entsendung einer internationalen Flotte nach Konstantinopel. Ferner gelte es für wahrscheinlich, daß die Mächte dre Türkei verhindern würden, Munition und Soldaten nach den der Pforte noch unterworfenen griechi« schen Provinzen zu senden. Im Uebrigen will „Diritto" wissen, England erkenne die Notwendigkeit, praktische Vor- Mage zu formulieren, welche das Einverständnis aller Machte aufrechtzuerhalten vermöchten.
« N o m, 8 Oktober. Der türkische Gesandte Türkan Bey wurde nach Konstantinopel berufen; eS heißt, er werd mit einer besonderen Mission betraut werden.
London, 8. Oktober. „Daily News" glaubt, das europäische Einverständnis werde bald feine praktische Wirkung durch eine gemeinsanie Aktion der Mächte be- thatlgen. Die Anwendung von Gewalt erscheine unver- meidlich. Eine Blokierung dürfte eher angewandt werden, als em Bombardement. Voraussichtlich werde es notwendig sein, die Türkei zu zwingen, ihre Schulden zu bezahlen, wb-m man die Einkünfte ihrer europäischen und asiatischen Häfen an die Gläubiger abführte. Wenn d-r Sultan Se Mt erkenne dürfte er nachgeben, andernfalls sei seine Absetzung möglich. Wahrscheinlich sei es, daß die Lösung in dieser Weise erfolge.
'•
der
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton ».Blatte« sowie d. Annoncen-Buremlk von BL- Daube & Co. in
gniihe- Wohn- rbacher- [2879
ird aÜ Näheres [2866 längere ten hat, ifisch es ;eres in [2791
Anzeigen nimmt emgegen: die Expedition ».Blatte«, sowie »Annoncen-Bureaux von LH. Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M., Berlin. Leipzig, Löln rc.; Rudolf L'iofsc in Berlin, Frank, fett a. 'DL ic.
Aldemar den offenen, reichen Geist des jungen Mädchens zu entfalten gesucht, während sie dankbar und strahlend alles ausgenommen, was er ihr gegeben.
Kinder spielten am feuchten Strande, ließen flache auf dem Wasfer tanzen und sich frohlockend die bk Een Füße spritzen. Ein einziger schwarzer Fischerkahn mit rotbraunen Segeln schwamm langsam über die graue Flut — sonst alles unbelebt. O S1 lieber hätte ich heute ein Wetter, das meiner Zukunft gliche!" rief Nani aus.
„Und wie denkst Du Dir die Zukunft?" fragte er sie zärtlich. 1
„Ei, wie das Meer an dem Tage, da Du hier landetest. Einer unabsehbaren Ebene voll Sonnenschein und Glanz gleich. — Farbenprächtig, fast zu schön für unsl"
^hr unbegrenztes, sicheres Vert'auen rührte ihn. Dennoch vermochte er kaum ihren offenen, heiteren Blick zu erwidern.
„Denke nicht an die Zukunft!" sagte er strenge. „Die Gegenwart ist heute so reich, daß wir an ihr völlig genug haben können. Mir ist's gerade recht, daß heute die Sonne nicht scheint. Meinetwegen dürfte es regnen, so viel eS wollte. Und man sagt ja, daß eS Glück bringt, wenn es in den Brautkranz regnet."
„Aber ich bin glücklich genug."
„Kind, man kann nie das Glück zu sicher halten!"
. Roch während ste den schmucken Hochzeitsstaat anlegte, grübelte sie über den Sinn seiner Worte. Sein zurechtweisender Ton hatte ste erschreckL
„Ich glaube wirklich, eS geht uns Beiden zu gut, darum fürchtet er, daß es so nicht bleiben kann!" Und ste sank unter seligen Thränen an ihrem schmalen, sauberen
Buchhandlung bafeuftj;
Hermannffche vuchhandl. ♦ daselbst; Jnvaltdendank in
Berlin: W. Lhiene« in Merfeld: 6. Schlotte m Bremen
heizbar, idn, für werden
tot.,
r. 4.
[immer
ärtS, zu
659.
je wird . abzug.
[2877
tüdche« jnachte» pedition [2878
eu einem lin Brod itet man i halbem he damit i. 60 Gr. der und dien mit
©lernte, [2256
läuftr
irin
Bestellungen auf das vierte Quartal der Bberhefsischen Zeitung mit deren Gratisbeilage
JUustrirte» Sonntagsblatt
werden noch fortwährend angenommen.
MB* Die Landpostboten nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.
Die Gx-ed. -. Oberh. Zeitung.
Tagesbericht.
Die „Nordd. Allgcm. Ztg." erfährt betreffs des Kölner Dombaufestes, ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, die königlichen Prinzen und Prinzessinnen, der König Doti Sachsen und die großherzoglich badischen Herrschaften würden im Schloß Brühl absteigen. Die Mehrzahl der übrigen deutschen Fürsten habe bereits ihr Erscheinen fest zugesagt; nur drei seien der Einladung zu folgen verhindert. Von wenigen Souveränen, darunter der König von Bayern fehle noch die Entscheidung, ob sie dem Feste beiwohnen wollten.
Die Jnspicierungöreise des Landwirtschaftsministers Dr. Lucius in denjenigen Distrikten Westpreußens, die durch die mangelhafte Ernte so schwer geschädigt worden, soll zu verhältnismäßig günstigen Resultaten für die Provinz führen. Daß ein besonderer NotstandScredit beim Landtag nachgesucht werden würde, bezeichnet man uns indessen als unwahrscheinlich, trotzdem der Oberpräsident von West» Preußen, Herr von Ernsthausen, denselben bei der Staatsregierung beantragt und aufs wärmste befürwortet hat. Die Regierung dürfte sich kaum den schweren Bedenken verschließen können, welche der direkten Subventionierung der betroffenen kleinbäuerlichen Bevölkerung entgegenstehen Frühere Beispiele, so die Notstandsdarlehen in Ostpreußen nach dem Hungertyphus von 1867, haben gezeigt, daß die momentane Linderung der Not nur zu häufig als Gegenstück den wirtschaftlichen und sittlichen Verfall der durch die staatliche Fürsorge verwöhnten Unterstützungen herbei- sührt. Man wird sich jetzt vorraussichtlich mit einer indirekten Aushilfe durch Erleichterungen verschiedener Art, vielleicht auch durch Gewährung von Saatgut rc. begnügen, vor allem aber die ökonomischen Grundbedingungen der teilweise vernachlässigten Provinz zu verbessern suchen. In dieser Beziehung dürfte der Minister Lucius ote Ueber- zeugung gewonnen haben, daß die werkthätigste Hilfe nicht von ihm, sondern von seinem Kollegen Maybach zu leisten sei. Es verlautet denn auch neuerdings mit Bestimmtheit, daß der letztere auf die kostenfreie Ueberlaffung des Terrains
Sür in der Expedition zu -rtheilende Ankunft"ff b,e »ef>e“ent ** « W*.
Deutscher Reich.
' k- Oktober. Es dürfte keinem Zweifel mehr unterliegen, daß am 28. Oktober der Landtag eröffnet werden wird. In der nächsten Woche, einige Tage vor dem 15., dem Kölner Feste, wird das Staatsministerium zu einer Plenarsitzung zusammentreten, um die Feststellung rer wesentlichen dem Landtage zu machenden Vorlagen herbeizufuhren. - Die voraussichtlich im Laufe dieser W°che »och zum Schluß gelangenden Verhandlungen der in Bteberich tagenden RheinfchifffahrtS-Kommisston sollen, wie mttgeteilt wird, ergeben haben, daß die Korrektion deS Bettchen nieder und drückte die glühenden Wangen in das Kiffen.
„O Gott, hilf mir, daß ich ihn glücklich mache! Daß er nie, nie in seinem Leben sich in mir getäuscht findet!"
Kurz vor der Trauung traf mit seinem Boot TönnieS wieder auf der Insel ein. Er war öfters herübergerudert, abends spät oder morgens in der ersten Frühe und hatte dem Freund- auch zur Trauung alle nötigen Papiere zu verschaffen gewußt. Heute vertieften ste sich in ein Ge- fc? °?nn ®nbe£ hinter verschlossenen Thüren. Die Mutter befand sich auf der Diele. L>ie begriff nicht warum J““'"’n VMer, der ihr von anfang an unheimlich gewesen, seine Stimme ein paar Mal so ärgerlich und spötttsch erhob. Aengstlich versuchte ste zu horchen, aber keine Silbe konnte ste verstehen. Zu ihrem höchsten Befremden sprachen beide in einer ihr unbekannten Sprache und wenn Tonnies int Eifer einen deutschen Ausdruck da- zwlschen warf, schalt ihr Schwiegersohn augenblicklich er» Kracken und zornig: Sprich nicht deutsch, kein Wort! Wenn man uns belauscht!---
Nur soviel verstand ste zum Schluß, daß Waldemar riumphierend ausne: Was Du auch einwenden magst,
1 c6 i“ spüU Es bleibt bei dem, was ich einmal beschlossen! Alles andere wird sich finden " W
R°"os schlich sie in die Küche. Sie hatte heute kaum wandte"sich"an'fie^^ f° bld iU $un utlb i-der
.. W°S war zu spät? Sollte ste ihrem Manne das Ge» hörte Mitteilen? Aber der war fort, ste wußte nicht wohin jedenfalls hatte sie kaum Aussicht ihn zu finden.
(Fortsetzung folgt)
'erlaufen, l. [2843
rin.
war heute gelblich wie der Sand, über den ste hinspielte, ober diese sanfte Einförmigkeit hatte etwas träumerisches, sie lullte in Ruhe ein.
Früh am Morgen ging das Brautpaar, einandergeschlungen, am Strande entlang bis zum Möwenstein, das war ein großer Granitblock, der seit Jahrhunderten auf einem kleinen Vorsprunge der Insel lag. Hier hatten ste oft plaudernd im Sande geseffen. Hier hatte