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»zeigen nimmt «ngegen: L« Expedition d.»latte», G.®ie d Annoncen-Gureaux Ln Th, Dietrich & Co. in •gffd und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; 6,asenstein & Vogler in fceRifurt a- M., Berlin, S,ivziz, Löln re.; Rudolf M i» Berlin, Frank.
ftrrt a. M- ic.
Marburg, Sonnabend, 31. Juli 1880
OlmMihk ZeitMA.
XV. Jahrgang
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatte« sowie d-Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Klankfutt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst.; Hermann'fche Vnchhanol. daselbst; Kvalidendank in Berlin; W- Thiene« in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn, und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JInftrirteS SountagSdlatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdruckerei) bezogen 21 Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche« 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilsnde Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-
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Die Expev. Oberh. Zeitung.
Deutscher «eich.
#* Berlin, 29. Juli. In einer besonderen Beilage deS „Centralblatts für die gesamte Unterrichtsverwaltung" werden Nachrichten über die Zahl der vorhandenen öffentlichen Lehrer- und Lehrerinnenanstalten an den preußischen Volksschulen sowie über die Frequenz der preußischen Schullehrer- und Lehrerinnen-Seminare im Jahre 1879 veröffentlicht. Ich habe bereits vor Kurzem einige Daten aus diesen Nachrichten gegeben; eine Vervollständigung dürfte jedoch noch von Interesse sein. Es handelt sich darum, den Nachweis zu führen, inwieweit es der Unterrichtsverwaltung gelungen ist, dem Fortschreiten des Lehrermangels Einhalt zu thun. Eine im Jahre 1871 verfaßte Denkschrift gab bereits ausführliche Nachricht über die damalige Frequenz der Schullehrerseminare und deren Verhältnis zu derjenigen von 1880. Die Rücksicht darauf, daß unter den verschiedenen Uebelstanden, welche mit dem Mangel an ausreichenden Kräften für den Volksschuldienst verbunden sind, die Schwierigkeiten der Besetzung erledigter Stellen mit vorschriftsmäßig geprüften Lehrern besonders mnangenehm empfunden wurden, gab Veranlassung oazu, bezüglich derselben statistische Nachweise aufstellen zu lassen. Die erste derselben wurde 1873 ausgenommen. Eine zwei Zahre später angeoronete neue Ermittelung stellte heraus, daß eine Vermehrung der Stellen überhaupt um 2450 sialtgefunden, daß aber die Zahl der unbesetzten Stellen sich um 892 vermehrt hatte. Die Ausnahme von 1877 ergab ein ähnliches Resultat. Es war offenbar, daß, abgesehen von den Verhältnissen, welche an einzelnen Orten eine Vermehrung der Schulstellen unabweisbar erfordern, namentlich die Ueberfüllung der vorhandenen Schulklassen unb die dadurch bedingte Teilung dahin führte, daß vie erledigten Schulstellen nach wie vor nicht alle ordnungs- mäßig besetzt waren. Um vemnach den ganzen Umfang des Lehrermangels sestzustellen, wurden Ermittelungen über die Zahl der überfüllten Schulklassen angeordnet. Nach
dieser Aufstellung betrug die Zahl der überfüllten Klassen 8047 und ergab sich ein Bedarf von 8477 Lehrkräften zur Beseitigung des Uebelstandes. Es war unter Hinzurechnung anderer Bedürfnisse 1873 ein Lehrmangel von 16,546 Lehrkräften. Die Provinzialbehörden wurden angewiesen, unter einander einen bestimmten Plan wegen Verwendung der ihnen zur Beseitigung deS Lehrermangels zur Verfügung gestellten Lehrkräfte zu vereinbaren. Im Juni 1879 sind wieder Ermittelungen angestellt, über die ich Mitteilung gemacht habe. Die Mittel, welche die Unterrichtsverwaltung zur Bekämpfung des Lehrermangels angewendet hat, sind: Organisation des Präparandenwesens, Erweiterung der bestehenden Seminare, die Errichtung neuer Seminare (1870 bestanden 76, 1879 110) Einrichtung von Parallelkursen an den bestehenden Anstalten. Nach den aufgestellten Tabellen waren 1879 gegen 1870 mehr Seminaristen in Ausbildung begriffen 4936. — Nach der amtlichen Uebersicht über die von den Rübenzucker-Fabrikanten des deutschen Zollgebiets versteuerten Rübenmengen sowie über die Ein- und Ausfuhr von Zucker im Monat Juni 1880 war nur eine Fabrik im Betrieb und versteuerte diese 300 Kg. Rüben. In den Vormonaten September 1879 bis Ende Mai 1880 wurden versteuert 48,127,513 Kg. Die Ausfuhr betrug im Monat Juni 3,898,319 Kg. raffinierten Zucker, 8,390,407 Kg. Rohzucker und 728,422 Kg. Melasse. Dagegen wurden aus dem Zollauslande eingeführt 258,752 Kg. raffinierten Zucker, 148,008 Kg. Rohzucker und 2,500,806 Kg. Melasse.
Königsberg i. Pr., 27. Juli. Von Seiten des Herrn Landwirtschaftministers ist, wie die „K. H. Z." erfährt, jüngst an den Vorsitzenden des hier domizilierten ostpreußischen landwirtschaftlichen Centralvereins ein Schreiben eingegangen, inhaltlich dessen eine gutachtliche Aeuße- ruug eingefordert wird über die Frage, ob ras wirtschaftliche Bedürfniß es erheischt, den nicht zu den Kaufleuten gehörenden Grundbesitzern die allgemeine Wechselfähigkeit zu erhalten, oder ob nicht vielmehr eine Beschränkung dieser Wechselfähigkeit zulässig und erforderlich erscheint, und, bejahenden Falls, welche gesetzlich bestimmbaren Grenzen für die Beschränkung zu ziehen sind. Der Verein soll sich im Weiteren darüber äußern, ob rücksichtlich der ländlichen Grundbesitzer vom wirtschaftlichen Standpunkt aus ein Unterschied zwischen gezogenen und eigenen Wechseln zu machen, und ob überhaupt von diesem Standpunkte es gebeten sei, neben dem Institute des gezogenen Wechsels das des eigenen Wechsels bestehen zu lassen. Der Centralverein hat von dieser ministeriellen Anfrage den landwirtschaftlichen Vereinen in der Provinz sofort Kenntniß gegeben und dieselben um schleunige Durchberatung des überaus wichtigen Gegenstandes, sowie um spätere Lericherstattung an vie Centralstelle ersucht. Von dem Herrn Minister ist
für den Eingang der Antwort eine Frist von 3 Monaten angesetzt worden. (Vermutlich sind solche Schreiben den sämtlichen landwirtschaftlichen Centtalvereinen zugegangen.
(D. 9t.)
Danzig, 25. Juli. Die diesjährige Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird bekannlich in Danzig abgehalten werden, am 18. September beginnen und am 24. September enden. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt worven: Sonnabend den 18.: Erste allgemeine Sitzung im Schützenhause. Vortrag des Dr. H. Chon Breslau: Ueber Schrift, Druck und überhandnehmende Kurzsichtigkeit, und des Prof. Dr. Strasburger-Jena: Ueber einige Vorgänge des Zellenlebens. Sonntag, den 19.: Fahrten nach der Rhede und nach Oliva. Montag, den 20.: Sektionssitzungen. Fahrt nach Weichselmünde. Dienstag, den 21.: Zweite allgemeine Sitzung. Vorttag des Prof. Dr. MöbiuS-Kiel: Ueber die Nahrung der Seetiere ; des Dr. Jentzsch-Königsberg: Ueber die Statistik der Kontinente und die angebliche Abnahme des Meerwassers, und des Dr. Wernicke- Berlin: Ueber den wissenschaftlichen Standpunkt in der Physiatrie. Mittwoch, den 22.: Sektionssitzungen, Nachmittags Festessen. Donnerstag, den 23.: Sektionssitzungen, Nachmittags-Ausflüge. Freitag, den 24.: Dritte allgemeine Sitzung. Vortrag des Prof. Dr. Neumeyer-Hamburg: Polarexpedition oder Polarforschung, und des Prof. Ruß- Steglitz: Ueber fremdländische Stubenvögel mit besonderer Berücksichtigung ihrer Züchtung. Schluß der Sitzungen. Mittags Fahrt nach Marienburg.
Bremerhafeu, 27. Juli. Hier wurde am Donnerstag Nachmittag ein Diamantendieb an Bord des von New-Iork angekommenen Dampfers „Donau" verhaftet. Bei der hiesigen Polizei war am Donnerstag Vormittag ein Telegramm aus England eingetroffen, in welchem um die Verhaftung des Passagiers Werners gebeten wurde, der von New-Aork wegen Erschwindelns von Brillanten im Werte von 2300 Dollars verfolgt werde. Die Verhaftung sollte bereits in England stattfinden, Werner hatte sich dort jedoch auf seine Eigenschaft als deutscher Reichsangehöriger berufen, weshalb die englische Behörde von der Verhaflnng Abstand nahm und Werner Weiterreisen ließ. Zugleich machte die englische Polizei doch der hiesigen Polizei Mitteilung, die dem hiesigen amerikanischen Konsulatsvertreter von der Sachlage Kenntnis gab. Letzterer begab sich an Bord der „Donau", veranlaßte Werner, zum Polizeibureau zu kommen, um sich zu legitimieren, und dort erfolgte die Verhaftung des 2B enter. Dieser berief sich jetzt plötzlich darauf, daß er amerikanischer Bürger sei und forderte den Schutz des Cousuls. Bei der Eile, mit der er von New- Dork abgereist war, hatte er aber vergessen, sich seinen Bürgerbrief ausstellen zu lassen, und so bedauerte der Consul, seinem Verlangen nicht Nachkommen zu können. Nach dem von ihm geführten Passe ist er ein Deutscher,
Ungeheurer Aufwand bei Festen des Mittelalters.
Von dem großen, ja ungeheurem Aufwande, der bei solchen Festen herrschte, belehrt uns Ottokar Horneck in fehlem gereimten Zeitbuche des Landes Oesterreich, wenn et, beim Jahre 1271 erzählt, wie König Ottokar von Böhmen seine Nichte, die schöne Markgräfin, Tochter des diarkgrafs von Brandenburg an König Bela von Ungarn vermählte. Erjagt: „ES war da so viel zusammengebracht, daß, wer es recht betrachtet, für wahr gestehen muß, daß et nie bei einer Hochzeit oder an einem anderen Orte mehr Vorrat von allen Dingen gesehen. BloS an Wein war so diel da, daß, wenn so viel Leute, als in zween Landen find, zu trinken begonnen hätten, ihnen der Wein, dieweil die Hochzeit währte, nicht abgegangen sein möchte. Der ^önig von Böhmen fand ganz so viel, als er begehrt hatte. ES waren da fünf Haufen von Futter über einander geschobert. Jeder, der es gesehen hätte, müßte mir, — d>ir ich ihm auch fremd — einstimmen, daß jeglicher Haufe Stößer war, als die Kirche zu Salchenan. Da war Aue dnv Heide voll feister Rinder, und was sonst noch dazu Uörte, an Schweinen und Kleinvieh; ich kann es mit Wahrheit sagen, da ich es erfahren habe, das würde von Een denen, die da waren, in 6 Wochen nicht aufgezehrt. Ungerechnet bleibt noch das Vieh, so auf dem Werder 'Nel) stund, und das, so man herzutteiben sah. Wie Stoß der Aufwand an Brod war, davon sagt mir der, so Mber waltete, daß er dazumal die Zahl nicht gewußt Ue, wieviel des BrodeS gewesen, bis des Königs Schreiber zur Rechnung niedersetzten. Das Brod, das sie da Messen, nebst dem, welches übrig blieb, betrug bei der Rechnung 1000 Mutt (ein @e' "idemaß von 30 wiener
Metzen, ungefähr 12 Berliner Scheffel), Weizen, ohne das, was man hineinschüttete, und was Niemand nehmen wollte; wer das noch hätte rechnen wollen, so waren eö wohl an 400 Mutt Weizen. Eins wundert mich bloö: wo man den Vorrat an Hühnern und Wildpret hernahm? Dessen führte man so viel dahin, daß man wohl sagen kann, eS war, als ob alle Sperlinge in Mähren und Oesterreich Hühner gewesen wären. Des Ueberflnffes war da genug. Kaum trug die Donau in den Schiffen die Last der Speisen, und manches barst in dem Gedränge."
„Es ist dermaßen eine Hochzeit gewesen, daß nicht genugsam kann gesagt werden, was vor Pracht und Anzahl Volks da gewesen sei. Denn man hat 7 Tage mit Tanzen, Fechten, Ringelreiten, Feuerwerk und andere Kurzweil zugebracht. Wien hielt davon, daß die Hochzeit über 100,000 Thaler gestanden habe, wie ich denn ans der Küche ein kurz Verhältnis des Anfanges bekomme."
Ganze Hirsche 113, Hirschwildbret in Stücken 24, wilde Schweine 98, Schweine in Stücken 19, Rehe 162, Hasen 2292, Fasanen 470, Auerhühner 276, Rebhühner 3910, Krametzvögel 22,687, westphälische Schinken 88, Ochsen 370, Schöpfe 2687, Kälber 1597, Bratlämmer 421, Spickschweine 99, gemästete Schweine 300, Spanferkel 577, indianische Hühner 600, gemästete Kapaunen 3000, gemeine Hühner 12,887, junge Hühner 2500, gemästete Gänse 3550, Eier 40,000, Gentner Schmalz 117, Fettes in Tonnen 39, Forellen so groß sie waren 5960, Lachs in Pasteten 117, Grün Lachs 50, gar große Hechte 470, Haupthechte 1374, Karpfen Stück 15,800, von allerlei anderen Fischen in Zubern 478, große Aale 314, Welse 37, Austern Tonnen 5, Eimer Rheinwein 1787, Eimer Ungarisch 2000, östreicher 700, Eimer böhmischer Wein
448, Eimer mährischer Wein 1100, süße Weine allerlei 370, Weißbier Viertel 5487, rakonitzer Bier Viertel 180, Gerstenbier Viertel 920, Schöpö Viertel 24, für Gewürze, Marizipan und Confekt 12,743 Thaler, Weizen zu Mehl 26 Malter, Korn zu Brod 128 Malter, Hafer zu Futter 478 Malter."
Ich war berichtet, daß die Kleidung, Feuerwerk, die Zimmer zu beschlagen u. dgl. 40,000 Thaler (eine ungeheure Summe in jener Zeit) hatte gestanden. So hat man auf allen seinen Herrschaften und Dörfern die ganze Hochzeit über täglich arme Leute gespeiset, was allda aufgegangen, konnte man nicht wissen.
Der Mau« mit den diamautevea Schuhschualleu.
Zur Zeit Ludwigs XVI. war in Frankreich, sowohl bei den Männlein wie bei den Weiblein die Modethorheit in Bezug auf das Kostüm bis zum äußersten Grade gestiegen. Besondere Beachtung verdienen die Schuhschnallen denn man trug sie mit funkelnden Brillanten geschmückt und es knüpft sich an dieselben manches Histörchen von nicht geringem Interesse. Da war z. B. der Marquis v. Ancher nach Paris gekommen, der mit diamantenbesetzten Schuhschnallen herumparadierte, die einen Wert von 80,000 Livres repräsentierten. Sonst zeichnete sich der gute Mann keineswegs durch hervorragende Talente und Fähigkeiten aus, doch seine Schuhschnallen machten ihn berühmt und er war überall in der Hauptstadt bekannt unter dem Spitznamen: der Mann mit den diamantenen Schuhschnallen. UebrigenS war er durchaus nicht so reich, wie man nach diesem hätte vermuten sollen, denn er hatte den größten Teil seines Vermögens verschwendet und den Rest deffelben in die berühmten Schuhschnallendiamanten gesteckt. Doch