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«Lillig, prompt und diskret Annoncen aller Art in eV sämmtliche existirende Zeitungen zu vermitteln, ist das Geschäftsprincip der Annoncen-Expedition von Haaeen

•«ein & Vogler in Frankfurt a. M. — Der Er­folg dieser Vermittelung war noch stets ein günstiger. [1566

Berlin, 30. Juli. Der erste Restaurationswagen der Berlin-Anhaltischen Eisenbahngesellschaft hat gestern um 8 Uhr 45 Minuten, gefüllt von einem geladenen Publikum, seine Probefahrt mit dem TageSschnellzuge unternommen. In dem Restaurationswagen befand sich eine Anzahl von Mitgliedern der Eisenbahndirektion, Vertretern der Presse, Geheimrat Siegelt und Regierungsrat Platner von der Eisenabteilung des Arbeitsministeriums, namens der Di­rektion der Schlafwagen-Company machte Direktor Sieper- mann die Fahrt mit. Die Einrichtung des Restaurations- wagens ist die eleganteste und zweckmäßigste; das Schütteln ist nur in sehr schwachem Maße bemerkbar und die Küche ist durchaus rühmenswert.

(Eingesandt.)

Wenn die in Nr. 153 Ihres geschätzten Blattes er­lassene Kritik über das am' 30. v. Monats stattgehabte Saalbau-Konzert auch im allgemeinen auf sachlicher An­schauung beruhen mag, so kann es doch Einsender dieses nicht unterlassen, die den Hornisten gegenüber ausgesprochene Beschuldigung, als hätten sie an einer „gewissen Stelle" daneben geblasen, als vollständig unbegründet zu erklären. Besitzt wirklich der Rezensent Verständniß für Waldhorn- musik, so scheint er doch diesmal etwas mit seinen Urteil daneben gegangen zu sein. Die schwierigen Parthien der Waldhörner wurden gewiß für jeden zu voller Zufriedenheit ausgeführt.

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Berlin, 1. Juli. In der heutigen Schlußsitzung der Konferenz wurde die Finalakte unterzeichnet, die den Kon­ferenzbeschluß enthält. Sodann wurde eine Kollektivnote angenommen, durch welche der Konferenzbeschluß der Türkei und Griechenland mitgeteilt werden soll. Diese von allen Mächten unterzeichnete Rote wird in Konstantinopel und Athen je von dem dortigen ältesten diplomatischen Vertreter der sechs Mächte den betreffenden Regierungen übergeben werden. Die Angabe, daß in Athen uno Konstantinopel verschieden lautende Roten übergeben werden sollen, ist folglich unrichtig. Sogenannte Seeundärfragen, wie die Uebernahme einis Teiles der türkischen Schuld seitens Griechenlands und die Freiheit der (Suite, auf welche die Conferenz die Aufmerksamkeit der Mächte lenken zu sollen beschlossen hatte, haben in dem Prototolle der Konferenz Erwähnung gefunden.

Lübeck, 1. Juli. In der hiesigen Reichstags-Ersatzwahl erhielten bis jetzt Ed (Fortschr.) 4335 St., Brehner (nat- lib.) 2533 St., Schwartz (Sozialdem.) 1312 Stimmen. Die Resultate von 3 Bezirken stehen noch aus.

Paris, 1. Juli. Der „Agence Havas" wird auö Belgrad vom heutigen gemeldet: Die albanestsche Liga tötete Hassan Pascha von Rovibazar, welcher bemüht war, ein Christenmassaere zu verhindern. Der Telegraph ist unterbrochen.

Paris, 1. Juli. Der „Temps" glaubt, die Ausfüh­rung der Decrete gegen die anderen nicht autorisierten Congregationen, welche sich sämtlich auf den Boden des gemeinen Rechts stellen und es deshalb ablehnen, die Autorisation nachzusuchen, werde fortgesetzt werden. Das Blatt sagt, die Congregationen müßten sich unterwerfen oder sich auflösen (se soumettre ou se demettre.) — Die Zahl der richterlichen Beamten, welche ihre Entlassung eingereicht haben, ist auf 49 angewachsen. — Ravignan, Präsident der bürgerlichen Eigentumsgesellschaft an dem Hause der Jesuiten in der Rue de Sövres, hat heute eine Klage dem Seine-Tribunal eingereicht mit dem^ Anträge auf Herausgabe des Hauses an die Eigentümer. — Die legitimistische Rechte der Kammer will die Regierung über die Ausführung der Dekrete interpellieren. — Der Bericht der Senatscommission über die Amnestie-Vorlage wird morgen im Senat verlesen werden. Der Bericht beantragt die Ablehnung der vollen Amnestie. Man glaubt, die Kammer und die Regierung werden keine Amnestie mit Einschränkungen zulassen. Die Diskussion der Amnestie- Vorlage im Senat findet wahrscheinlich Samstag statt.

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Frankfurt a. 'Ul., 2. Juli. (Mitgetheilt durch Menke Eichelberg und Sohn) Crrditaltien 248£ nach —, und — Staatsbahnaktien 249H nach Silberrente 64$ nach — Ungar. Goldreente 97 nach —, 1860c Loose 126$, 1877r Russen 94^ nach — II. Rufs. Orientanleihe 62| Galizier —, nach — Papierrente —. Tendenz: schwach

nach und nach seine körperlichen Kräfte aufrieb und von der ihn gestern ein sanfter Tod im noch nicht vollendeten 64. Lebensjahre erlöste. Er hatte noch in den letzten Jahren die große Freude, seinen ältesten Sohn, Professor der Medizin an der Universität Kiel, als seinen wissenschaftlichen Nach­folger zu wissen. Sein Angedenken wird allezeit ein ehren­des sein, leicht sei ihm die Erde!

Marburg, 1. Juli. In der heutigen 1. Schwurgerichts­sitzung für daö II. Quartal 1880 wurde die Strafsache gegen den Taglöhner Wilhelm Kaufmann II. von Borken wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit (§§. 117 und 43 des Str.-Ges.-A.) unter Ausschluß der Oesfentlichkeit ver­handelt. Der Angeklagte aus der Haft vorgeführt und schon mehrmals wegen verschiedener Vergehen bestraft, leug­net die Anzeige. Nach erfolgter Beweisaufnahme zogen sich die Geschworenen zurück und bejahten nach Rückkehr die Schuldfrage; worauf der Gerichtshof den Angeklagten in eine 4jährige Zuchthausstrafe, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre verurteilte und denselben in's Gefängnis zurückführen ließ.

— [Personal-Chronik:) Der Regierungs-Assessor von Oertzen ist mit der commissarischen Verwaltung des erledigten Landratsamts im Kreise Schlüchtern beauftragt worden. — Die Lehrer an der Königlichen Kunstakademie in Kassel ScheureWberg und Schneider sind zu Professoren ernannt worden. —'Der Rechtsanwalt Weicker in Marburg ist zum Notar im Bezirk des Oberlandesgericht zu Kassel mit Anweisung seines Wohnsitzes in Marburg und die Rechtskaudidaten Jonvenal in Marburg und von Blumen­stein in Kassel sind zu Referendaren ernannt worden. — Dem Amtsgerichtsrat Fulda in Schmalkalden ist die nach­gesuchte Entlassung aus dem Justizdienste mit Pension er­teilt worden. — Der Regierungs - Sekretariats - Assistent Sommer ist vom 1. Juli d. I. ab zum commissarischen Steuerempfänger zu Borken bestellt. — Der Kataster- Assistent Thon in Kassel ist zum Kataster-Kontroleur für das Katasteramt Gerolstein bestellt worden. — Der seit­herige Katastersupernumerar Coenen ist vom 1. Juli d. I. ab zum Katasterassistenten bei der Regierung in Kassel bestellt. — Der bisher bei der Regierung zu Magdeburg beschäftigt gewesene RegierungS-Referendar Müller ist zur Regierung in Kassel übernommen worden. — Der bisherige Gerichts- Referendar Dr. jur. Karl Alexander Hugo Elbertzhägen ist zum Regierungs-Referendar ernannt worden. — Der Postverwalter Renke ist von Jossa nach Fronhausen versetzt, der frühere Feldwebel zur Linde in Rothenditmold zum Postagenten daselbst bestellt und der Postverwalter Stiehler in Eiterfeld ist mit Pension in den Ruhestand getreten. — Der Amtsgerichtsbote z. D. Johann Christian Diehl ist zum Vollziehungsbeamten der Steuer- und Forstkasse zu Kirchhain ernannt. — Der frühere Hülfsgerichtsgebote Carl Bäße ist zum Vollziehungsbeamten der Steuer- und Forst­kasse zu Grebenstein bestellt worden. — Der bisherige Pfarrer zu Ginnheim, Ernst Römheld, ist zum Pfarrer in Eichen, Classe Windecken, bestellt worden. — Der Apotheker Georg Stamm aus Kassel hat die Apotheke zu Niederaula käuflich übernommen. — Der Bürgermeister Wilhelm Geibel II. zu Kesselstadt, der Lehrer Jean Sauer zu Marjoß und der Lehrer Heinrich Frick zu Amöneburg sind zu Stellver­tretern der dastgen Standesbeamten ernannt worden. — An Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Lapp 3r hat der jetzige Bürgermeister Lapp 9r zu Dörnigheim die Ge­schäfte deö Standesbeamten und an Stelle des Letzteren der Beigeordnete Karl Weber daselbst die Geschäfte des Stellvertreters des Standesbeamten für den Standesamts­bezirk Dörnigheim übernommen. — An Stelle des ver­storbenen Stadtschreibers Renner zu Gelnhausen ist der provisorisch bestellte Stadtschreiber Haldy daselbst zum Stellvertreter des dasigen Standesbeamten ernannt worden.

— Der Archiv - Sekretär Dr phil. Max Posner ist von Marburg an das Geheime Staatsarchiv in Berlin versetzt worden.

Kassel, 1. Juli. Gestern fand bei dem hiesigen könig­lichen Qberlandesgericht die erste Gerichtöschreiberprüfung nach dem Inkrafttreten der neuen Justizgesetze statt und haben die Kandidaten Dietzel, Schuchardt, Hahneke, Lich unv Schröder dieselbe bestanden. (T. u. 81.)

Fulda, 1. Juli. Heute Nacht um halb 2 Uhr ent­lud sich ein heftiges Gewitter, welches die meisten Bewohner der Stadt ans ihrer nächtlichen Ruhe aufschreckte, und sich durch Hagelschlag an den Fenstern bemerkbar machte. Doch unsere Stadtbewohner kamen blos mit dem Schrecken davon, weit schlimmer sind viele Landleute daran, welche bei der ohnehin bestehenden großen Futter- und Strohnvt auch im nächsten, Jahre durch die erfolgte Verhagelung neueren und größeren Notständen entgegengehen. Wir bedauern besonders die Bewohner der Dörfer Zell, Zirkenbach und eines TeflS von Jnstergiesel und Sickels, welche im ver- stoffenen Jahre schon von heftigem Hagelwetter heimgesucht worden und nun heute wiederum total verhagelt sind. Ein gleiches Schicksal haben, wie man hört, die Lanneöhöfe, der Mseitige Teil deS Petersberger Feldes, ein großer Teil der Gemarkung Böckels, Rex mit Horwieden, Stöckels, Almen- °orf und Margretenhaun betroffen, namentlich sollen in letzterem Orte die Hagelkörner auf dem Herrleinschen Ge­höfte, dem Pfarrhause, der Schule und Kirche und vielen anderen Gebäuden beinahe sämtliche Fensterscheiben zer­trümmert haben. So ist in einer Stunde die ganze Hoff- nung des vielgeplagten Landmannes vernichtet, und fragt wan wie viele von diesen unglücklichen Sauern versichert pb, so stellt sich die betrübende Thatsache heraus, daß ttder noch nicht sechs in den genannten Dörfern dies für

Berloosungeu.

Hamburg, 1. Juli Prämienziehung der Hamburger 100» Mark-Banco-Lose von 1843. 160 271 303 330 376 382 414 456 592 664 676 68 t 731798 894 985 1019 1040 1051 1135 1200 1210 1237 1390 1412 1413 1416 1432 1434 1459 1526 1604 1605 1616 1668 1677 1690 1693 1800 1847 1864.

Wien, 1. Juli. Ziehung der kreditlose. Gezogene Serien: 522 748 3172 3220 3866 3870 3899 und 3973. Der Haupttreffer fiel auf Serie 522 Nr. 46; 40,000 fl. auf Serie 748 Nr. 17- 2",000 fl. auf Serie 522 Nr. 73. '

Ziehung der Kommunallose Gezogene Serien 340 511 876 908 1021 1031 1060 1148 1631 1920 2370 und 2888. Der Haupttreffer fiel auf Serie 1001 Nr. 95; der Treffer von 50,000 fl- auf Serie 1060 Nr. 100 und der Treffer von 10,000 fl. auf Serie 2370 Nr. 74. ' 1

nötig gehalten haben. Die Versicherung des Mobiliars am Lande hat sich trotz der wohldisziplinierten Feuerwehr endlich allgemein Bahn gebrochen, aber gegen Hagel, welches höchst traurige Naturereignis nur durch Versicherung ge­mildert werden kann, betritt man bis jetzt noch nickt den Versicherungsweg. Landbewohner, raffet euch auf und ver­sichert auch im Allgemeinen mehr gegen Hagelschaden und ihr könnt dann ruhig den gegen die Fenster anprallenden Hagelkörnern zuhören, und bleibt ihr verschont vom Hagel, so gebt eure gezahlten Beiträge gern den armen Betroffenen als wohlthuende Unterstützung. (F. Kr)

— Am Sonntag Nachmittag fand in Fulda eine Sitzung des Central-Eisenbahn-Comitsö Hersfeld-Alsfeld statt. An­wesend waren die Herren Landrat Frhr. v. Broich, Bau­inspektor Griesel und A. Rechberg von Hersfelo, sowie Ramspeck, C. Bücking und Schirmer von Alsfeld. ES wurde beschlossen, nunmehr die Linie Gerstungen-HerSfeld- Alsfeld-Cölbe-Altenhunden (Station der Ruhr-Sieg-Bahn) an Stelle des Sekunoärbahnprojekts Vacha-Hersfeld-Alsfeld eventuell Treysa alö V o 11 b a h u Projekt zn verfolgen und daß zu dem Zwecke zunächst von dem Seitens des Vor­sitzenden in eingehender Weise empfohlenen herzoglich säch­sischen Baurat Pleßner zu Gotha eine ausführliche, die Sache in technischer, volkswirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht allseitig beleuchtende Denkschrift hierüber angefertigt werden solle, daß dabei aber in erster Linie die Strecke Altenhunden-Cölbe-AlSfeld-Hersfeld, in zweiter Linie die Strecke Hersfeld-Gerstungen ins Auge zu fassen sein würde. — Dem weiteren Vorschlag deö Herrn Vorsitzenden gemäß erklärte das Comits sich damit einverstanden, daß es dem Kreise Wittgenstein gestattet werden solle, mit 3 Mitglie­dern in das Central-Comits Alsfeld einzutreten.

Frankfurt, 1. Juli. Wie das „Fr. I." vernimmt wurde dieser Tage der zwischen der Verwaltung der Hessi­schen Ludwigsbahn und der hiesigen königlichen Direktion, als Nachfolgerin der königlichen Direktion der Main-Weser- Bahn, definitiv zum Abschluß gelangte Vertrag wegen Er­bauung des Centralbahnhofs von den beiden Contrahenten unterzeichnet. Die beiden Vertragsexemplare werden als­dann dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten zur Bestätigung unterbreitet.

vermischtes.

— Allgemeiner deutscher Versicherungs­verein Stuttgart, Unfall-, Jnvaliditäts-, Kranken-, Versorgungs- und Sterbekasse. Laut dem soeben ausge­gebenen Monatsberichte wurden int verflossenen Monat 94 Schadenfälle angemeldet — 73 äußerliche Verletzungen und 21 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen haben 4 gänzliche oder teilweise Invalidität zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben im Mai 21. Neu ausgenommen wurden in den Verein im gleichen Zeitraum 3051 Personen. Sämmtliche vor dem 1. April angemeldete Schadenfälle sind bis auf 13 reguliert. Letztere betreffen noch nicht genesene Personen.

Mailand. Der Prozeß wegen des gestohlenen Vließes des Don Carlos gegen den General Bost wird eben verhandelt. Nach der Aussage Bosts wäre von die­sem fictiven Diebstahle die „Baronesse" die Mitschuldige des Don Carlos gewesen. Um diesen Verdacht abzuwenden, sagt der Angeklagte, schickt Don Carlos, der von Graz mit der Dame abgereist war, wo er doch die nächsten Ver­wandten hatte, und der sich auch in Venedig immer mit ihr sehen läßt, die ihn auch später von Turin nach Paris begleitet, wo ihn seine Frau und feine Söhne erwarten, die Baronesse allein von Venedig voraus, läßt sie ein separates Appartement und nicht einmal in derselben Etage nehmen, zeigt keinerlei Vertraulichkeit mit ihr und trifft sie erst in Turin, wo er sich sicher vor dem Ange der Justiz glauben konnte. In Turin bittet Boöt Don Carlos, von Zänkereien abzustehen, spricht von möglichen Gefahren, denen er Unschuldige preiSgeben würde. Der Prinz ant­wortet ihm mit einem Citate eines gewissen Pater Daniel: „Wie die Spielkarten erfunden wären, um Karl VII. zu zerstreuen, so habe Gott die Menschen zur Belustigung ge­schaffen." Die Verteidigung Boots, mit der er Don Car­los als Simulanten hinstellt, ist ein Meisterstück von Ge­wandtheit ; sie macht einen ebenso starken Eindruck im Publikum, wie die Anklageschrift. Was jedoch am klarsten aus diesem Chaos von Meinungen hervortritt, ist daö strenge moralische Urteil sowohl über den Angeklagten, als den Ankläger. Die Figur des Don Carlos, der hier nie sympatisch war, wird durch die Enthüllungen seines ehe­maligen Vertrauten in ein grelles Licht gestellt: abgesehen von der Uebertreibung eines Gegners, der offen feinen Haß und das grausamste Rachegefühl ausspricht, springt immer­hin der cynische, liederliche, leichtsinnige Charakter des Oberhauptes der spanischen Legitimisten in die Augen und gewiß ist, daß, wie immer das Resultat dieses seltsamen Prozesses ausfalle, er jedenfalls der Sache jenen göttlichen Rechtes einen schrecklichen Streich versetzt. Die Erwartung, daß Don Carlos persönlich erscheinen werde, ist vereitelt worden. Er wurde allerdings citiert, die Behörde aber hat nach den internationalen Bestimmungen nicht das Recht der Auslieferung den Zeugen gegenüber. Man sagt übri­gens, die Civilpartei spare sich daö Erscheinen des Herzogs von Madrid für den entscheidenden Schlag auf. Der Schluß von Bosts Verteidigungsrede war eine Art von Apostrophe an die Geschworenen und an den Gerichtshof, sehr lebendig und auch wirksam. Er gab sich als Opfer, versuchte zu rühren und war selber gerührt. Seine letzten Worte entfesselten sogar den Beifall im Saale.