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Marburg, Mittwoch, 30. Juni 1880.

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««eigen nimmt emgegen: He Expedition b.Blattet, folBie d-Annoncen-Bureaux oon Th, Dietrich & Co. in jaflel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt aJDL; Zaasenstein & Bögler in Lankfurt e. SW., Berlin, Sechzig, $3ln ic.; Rudolf Mrsie in Berlin, Frank­furt <L M. 1C

GetzksMk ÄitiM

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattet sowie d. Annoncen-Bureaur von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Duchhandl. daselbst; Juvalidendank in Berlin; W- ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

* Fgr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Bestellungen für das dritte Quartal auf die

Dderhessischk Zeitung

mit deren Gratisbeilage

Mustrirtes Sonntagsblatt litten wir baldigst bei den Postanstalten machen M wollen.

ZM- Die Landpostboten nehmen auf dem Sande Bestellungen entgegen.

Die «xped. d. Oberh. Zeitung.

Deutsche» Reich.

Berlin, 28. Juni. In der am 26. d. M. unter dem Krsitze des Staatsministers Hofmann abgehaltenen Sitzung es Bundesrats wurde der Entwurf eines Gesetzes für ilsaß-Lothringen, betreffend die Ernennung der Subaltern» tarnten bei den Gerichten, genehmigt. Hierauf wurden uf den Vortrag des General-Direktors der Zölle und in- irccten Steuern, Jabricius, die Bestimmungen, betreffend ie Statistik der Straffälle in Bezug auf die Zölle und steuern, nach dem Gutachten der Ausschüffe für Zoll» und Steuerwesen und für Handel- und Verkehr festgeftellt. Auf den Antrag derselben Ausschüffe wurde zu dem Regulativ betreffend die Steuerfreiheit des Branntweins zu gewerb­lichen Zwecken, eine Bestimmung dahingehend, getroffen, daß bei der Denaturierung von Branntwein zur Essig­fabrikation da« bereits im Branntwein befindliche Wasser von dem rcgulativmäßig erforderlichen Wasserzusatz auf Antrag in Abzug zu bringen ist. Ferner wurde nach dem Anträge des Ausschusses für Zoll- und Steuerwesen eine Ermäßigung der Taravergütung für rohes, eindrähtiges Baumwollengarn sowie für unplattierten Messingdraht be­schlossen. Schließlich gelangte eine Anzahl von Eingaben, über welche der badische Bevollmächtigte, Ministerial-Ral i Scherer, der braunschweigische Bevollmächtigte, Wirkliche Geheime Rat von Liebe und der württembergische Bevoll­mächtigte, Staatsrat Freiherr von Spitzemberg für die beteiligten Ausschüsse berichteten, !zur Erledigung. Es be­zogen sich diese Eingaben auf die Einführung eines Zolles für Schlemmkreide, auf den Veredelungsverkehr mit Oester- reich-Ungarn bezüglich der zum Bleichen ausgeführten Leinengarne, auf die internationale Konvention über Maß­regeln gegen die Reblaus und auf die an der russischen und österreichischen Grenze bezüglich der Einfuhr von leben­dem Vieh getroffenen Maßnahmen. In Bezug auf die Stempelpfiicht von Kaufverträgen über Mobilien in Preußen hat das Reichsgericht, II. Strafsenat, durch Erkenntnis

Das Kaiserpaar in der Düsseldorfer Ausstellung am

19. Jnm 1880.

Das war ein prächtiger Tag, den heute die freundliche Düffelstadt feierte, ein Tag, der alle Beteiligten mit höchster Freude erfüllte und Keinem, der ihn mitgemacht, sobald der Erinnerung schwinden wird! Wer hätte es denn auch gedacht, den beinhe 84jährigen Monarchen so jugendfrisch und kräftig zu sehen, daß eine fast dreistündige Wanderung durch die Ausstellung ihm möglich war und er den zur Verfügung stehenden Rollstuhl zu benutzen lächelnd ablehnte. Erfüllt uns aber diese körperliche Rüstigkeit und das frische Aussehen des beliebten Kaisers mit Bewunderung, so wächst unser Erstaunen, wenn wir die Geistesanstrengung bedenken, welche dazu gehört, 3 Stunden lang ben allerverschiedensten Gegenständen eine so eingehende Aufmerksamkeit zu schenken, wie das gestern seitens Sr. Majestät der Fall war. Doch ich eile mit meinen Betrachtungen den Thatsachen voraus, und letztere reden so deullich für sich selbst, daß wir sie als gewiffevhafte Chronisten nur der Reihe nach aufzu­zählen brauchen, um damit Jeden, der nicht in Düffeldorf war, an der oben geschllderten Bewunderung und Freude mit teilnehmen zu lassen.

Se. Majestät der Kaiser, in dessen Gefolge sich Hof- marschall Graf Perponcher, der GeneraladjutantL Graf d. d. Goltz und Generallieutant v. Albedyll, der General ä la suite Graf v. Lehndorff, die Flügeladjutanten Oberft- lieutenant v. Lindequist und Major. Graf v. Arnim, der Wirkliche Geheime Rat v. Wilmowski, General-StabSarzt Dr. v. Lauer, Kammerherr und Geh. Legationsrat v. Bülow, die Geh. Hofräte Bork und Kanzki und der Oberstlieute- ttant v. Branchitsch und Major v. Elern vom Militär- labinet befanden, kam um 9 Uhr 30 Mn. Morgens auf

vom 20. April d. I., folgende Rechtssätze ausgesprochen: 1) Das einem Kaufverträge als Anlage beigefügte Ver­zeichnis der verkauften Mobilien ist nur dann als ein stempelpflichtiges Jnventarium anzusehen, wenn diese machen mit einem gemeinsamen Namen bezeichnet zu werden pflegen und zusammengenommen ein einzelnes Ganze, einen Inbegriff von Sachen bilden. In diesem Falle ist neben dem Kaus- stempel von Vs pCt. des Gesammtkauspreises noch der Jnventarienstempel von 1,50 M. zu verwenden. Bilden jedoch die gekauften Sachen keinen Inbegriff von Sachen und stehen sie zu einander in keiner anderen Beziehung, als daß sie gleichzeitig verkauft wurden, so bedarf es neben dem Kaufsstempel nicht des Jnventarienstempels für das beigefügte Verzeichnis; 2) die in einem Kaufverträge ent­haltene Abrede des Wiederkaufs ist als ein besonderes Ge­schäft dem Vertragsstempel von 1,50 M. unterworfen.

Gestern fand bei dem französischen Botschafter Grafen St. Vatter ein Diner statt, welchem der russische und der italienische Boffchaster mit dem Botschaftspersonal und die militärischen Delegierten sowie der französische Militär- Delegierte beiwohnten.

Köln, 25. Juni. Wie man dem Echo der Gegenwart aus Ems telegraphiert, wird das Fest der Vollendung des Kölner Domes definitiv am 4. September im Beisein Sr. Majestät des deutschen Kaisers stattfinden. An sämtliche deutsche Fürsten sollen Einladungen ergehen.

München, 28. Juni. Die von der hiesigen General- Direktion der Verkehrsanstalten zu einer Conferenz beru­fenen Vertreter der bayerischen Handels- und Gewerbe- Kammern und des landwirtschaftlichen Vereins verwarfen einstimmig das von der Tarifcommission den deutschen Eisenbahnen vorgeschlagene neue Gütertarifschema. DerA. A. Ztg." wird geschrieben: Für die diesjährigen Herbstmanöver der ersten Division wurde die Gegend von Aufttrchen gegen Landau an der Isar, das Terrain zwischen Bits und Isar, bestimmt; vorausgehend übt die erste Bri­gade in der Umgegend von München, die zweite bei Auf­kirchen. Das Landescomit« für die Wittelsbacher Stif­tung wird sich gegen Mitte Juli wieder hier versammeln, um den Entwurf für die Stiftung zu beraten und den­selben dann Sr. Maj. dem König in Vorlage zu bringen. Durch allerhöchste Entschließung Sr. Maj. des Königs haben mehrere Paragraphen der organischen Bestimmungen für die königl. bayerische technische Hochschule in München eine erweiterte Fassung erhalten, und es hat darnach nament­lich der §. 16 fortan zu lauten:Das Direktorium ist eine dem königl. Staatsministerium des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten unmittelbar untergeordnete Stelle und führt die amttiche Bezeichnung: Direktorium der königl. technischen Hochschule in München. Es besteht aus dem jeweiligen Direktor, dessen Stellvertreter und den Vor­ständen der einzelnen Abteilungen.

dem Köln-Mindener Bahnhofe an und wurde vom Regie­rungspräsidenten v. Hagemeister, sowie vom Divisions­kommandeur, Generallieutenant v. Witzendorff, empfangen. Die Fahrt vom Bahnhofe bis zum RegiernngSpräsidial- Gebäude glich einem wahren Triumphzuge. ES ist in der Thal unmöglich, das Großartige und Feierliche des Eindruckes zu schildern, den das begeisterte, durch die dicht­gedrängte Menge gleich dem Brausen des Stromes. sich fortpflanzende Hoch hervorbrachte. Im Prästdialgebäude fand Empfang statt; u. A. stattete hier der znm Besuch der Ausstellung in Düffeldorf anwesende Großherzog von Weimar seinen Besuch ab. Nach eingenommenem Früh­stücke, zu welchem 34 Personen zugezogen wurden, wurde, da inzwischen Ihre Majestät die Kaiserin, auf dem Bahnhof von den Spitzen der Civil- und Militärbehörden empfangen, eingetroffen war, um V?2 Uhr die Fahrt zur Ausstellung angetreten. Se. Majestät der Kaiser trug die Oberstuni­form der Infanterie, am linken Arme war ein Flor sicht­bar, da sich die kaiserliche Famifie bekanntlich wegen des Totes der russischen Kaiserin in Trauer befindet. Ihre Majestät die Kaiserin trug eine schwarze Seidenrobe und einen schwarzen Hut mit grauer Feder. Vor dem Aus­stellungsgebäude hatte sich inzwischen eine nach Tausende« zählende Menschenmenge, darunter viele Schulen versam- mdt, welche ebenfalls bei der Ankunft Ihrer Majestäten nicht enden wollende Hochs ausbrachte. Am Eingänge der Ausstellung standen die beiden Präfidenten derselben, Herr Lueg und Herr Trinkaus, dankten zunächst den Majestäten für die hohe Ehre, die Allerhöchstdiefelben der Ausstellung erwiesen, und luden zum Besuch derselben ein. Dann ging die Fahrt dem kaiserlichen Viergespann in einem Wagen voraus die Herren Oberbürgermeister Becker,

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Wien, 27. Juni. Der Fürst von Serbien ist hier eingetroffen und in der Hofburg abgestiegen, wo ihn als­bald der Kaiser begrüßte.

Rom, 24. Juni. Aus gestern war eine große Demon­stration angesagt, um den Unwillen des römischen Volkes über die Moderati auszusprechen, welche durch ihr Bünd­nis mit den Clerikalen das Ergebnis der Stadtratswahlen von Sonntag zuwege gebracht haben. Es versammelten sich denn auch gegen 8V2 Uhr Abends einige Arbeiter- Genossenschaften und an 1000 Personen auf der Piazza del Popolo; von dort zogen sie nach dem Capitol und hier hielt ihnen ein Herr eine Rede des Inhalts, daö römische Volk sei tief empört über den Ausfall der Wahlen und verlange das allgemeine Stimmrecht, um die Wiederkehr solcher Vorkommnisse unmöglich zu machen. Die Versamm­lung genehmigte diesen Schluß durch Acclamation, beschloß an Garibaldi zu telegraphieren, und löste sich mit einem Lebehoch auf Garibaldi auf. Ruhestörungen kamen nicht vor; als die Menge an den Palästen Chigi und Salviati vorbeiging, wurde gepfiffen. Im übrigen bedeutet die ganze Demonstration nichts weiter, als daß die radikale Agitation für vas allgemeine Stimmrecht in den großen Städten unterhalten wird. Die Abdankung des Bürger­meisters Ruspoli hat die Abdankung der Giunta (des regierenden städtischen Ausschusses) im Gefolge gehabt, so oaß die municipale Kristö jetzt vollständig ist. ES war anfangs von Auflösung des Stadtrates die Rede, doch scheint die Regierung eine solche nicht vornehmen zu wollen. Sie sucht einen neuen Bürgermeister. Die Commission für die Wahlreform berät augenblicklich über 'die Vertre­tung der Minderheiten. Die Radikalen behaupten, sie wolle ihre Verhandlungen in die Länge ziehen, um die Beratung des Gesetzes im Plenum zu verzögern, bis die Hitze und die Ferien sie für den Sommer unmöglich machen. That- sache ist, daß manche der Commissare durch die Wahlen am Sonntag bedenklich geworden sind.

Paris, 28. Juni. Die Abteilungen des Senats haben nunmehr die Kommission zur Vorberatung der Amnestie­vorlage gewählt; von den Mitgliedern der Kommission sind 6 der Vorlage abgeneigt und drei derselben günstig ; die ersteren wurden mit 113, die letzteren mit 103 Stimmen gewählt. Der Generalrat den Seine-DepartementS hat beschlossen, die Namen von Heiligen auf den Thüren der Hospitalfäle zu streichen. Das Journal Osficiell ver­öffentlicht die Ernennung neuer Staatsanwälte. Auch in Aix, Nantes und Angers sind Beamte der Staatsanwalt­schaft zurückgetreten. Das Zuchtpolizeigericht von Cham­bery hat das Blatt Patriote Savoisien zu 200fr Entschädi­gung, in welche sich die Bischöfe von Tarantaise und von Maurienne zu teilen haben, verurteilt. Diese Bischöfe

Trinkaus und Lueg durch den Garten, in welchem, die überaus zahlreichen Ausstellungsbesucher den Majestäten einen sichtlich von Herzen kommenden Empfang bereiteten, den zu schildern geschriebene Worte nicht vermögen. Daö war nichts Gekünsteltes und Gemachtes, das war sichlliche, herzliche Teilnahme, und wenn wir manches Auge feucht gesehen haben, so ist das keine gewöhnliche Redensart, son­dern die volle Wahrheit. Alt und Jung, Reich und Arm stand hier nebeneinander, Alle von innigster Freude beseelt, die sich in wiederholtem Hochrufe und Schwenken von Tüchern und Kopfbedeckungen Luft machte. Die Rund­fahrt, auf welcher den Majestäten auch 2 Bittschriften überreicht wurden, geschah, um Allerhöchstdenselben die Annexbauten zu zeigen, deren reiche Anzahl Sie denn auch sichtlich überraschte. Vor dem Krupp'schen Riesengeschütz wurde Halt gemacht, und mit lebhaftem Jntereffe folgte der Kaiser den Exercttien, die mit dem Kommando:Mit Gott für Kaiser und Reich chargiert!" eröffnet wurden. Ein in der Nähe stehender Photograph hat übrigens diese Scene im Bilde fixiert. Sodann gings in das Ausstel­lungsgebäude , wo die Majestäten durch schmetternde Fanfarenmusik begrüßt wurden. Nach kurzem Aufenthalt in dem Empfangszimmer begann nun der Rundgang, der viel länger ausgedehnt wurde, als es das Comitv hoffen zu dürfen meinte.

Die Majestäten besichtigten zunächst die Gruppe für Kunstgewerbe und wandten den Kirchengeräten sowohl als den sonstigen Metall-, Gold- und Juwelierarbeiten ein- gchende Aufmerksamkeit zu. Vom Hofjuwetter Bloos in Düsseldorf nahm Se. Majestät ein über die Neuheiten dieser Firma huldvoll entgegen. Darauf ginge in den Pavillon für kunstgewerbliche Altertümer rc. Hierauf