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Marburg, 29. März. Juni. Wenige Städte dürfte es von der Größe Marburgs geben, die der Heranwachsen­den Jugend, männlich wie weiblich, so gut eingerichtete Lehranstalten für die Vorbildung des dermaleinst zu wählen­den Lebensberufs bieten. So besitzen wir ein Gymna­sium, von anerkanntem Ruf in neu eingerichteten Räumen; dazu eine Vorschule, die den Heranwachsenden Welt­bürger zum würdigen Sextaner vorbereitet; eine höhere Bürgerschule, oder Realschule I. Ordnung ohne Prima, die sich sehr guter Erfolge erfreut, auch diese besitzt vor­treffliche Localitäten; beide Anstalten, Gymnasium wie die letztere haben denn auch eine fortwährend gesteigerte Fre­quenz und zwar nicht nur von einheimischen, sondern auch von zahlreichen auswärtigen Schülern. — Ferner besitzt Marburg eine städtische sechsklassige höhere Töchter­schule, eine sechsklassige Mädchenbürgerschule, beide in neu erbauten Räumen. In weniger zweckmäßigen Räum­lichkeiten befindet sich tie fünfklassige Knaben - Bürger- schnle; obgleich deren Localitäten vor nicht allzulanger Zeit neu geschaffen wurden; daß nun trotz diesem und trotz der Uebervölkerung einzelner Klassen, diese Schule ihre Ziele so erreicht, wie fie dieselben erreicht, ist um so mehr aiijuerteiuien, stellt sie doch schon von ihrer vierten Klasse ab regelmäßig ihr Contingent zum Gymnasium und zur höheren Bürgerschule. Außer den Bürgerschulen 6c- sitzt die Stadt noch eine mehrklassige Freischule. — In neuerer Zeit erhielt Marburg noch zwei Lehr- und Lern- anstalten Die der besonderen Beachtung verdienen. Die eine ist die Fachschule für Mädchen zur Ausbildung in allen weiblichen Handarbeiten, nach dem Urteile competenter Sachverständiger leistet diese Anstalt seit der kurzen Zeit ihres Bestehens wahrhaft Vortreffliches und nicht warm genug kann dieselbe allen Eltern für ihre Heranwachsenden Töchter empfohlen werden, sei es daß sie im eigenen Nutzen ober zu ihrem Erwerbe Scheere, Nadel oder Nähmaschine mit Geschicklichkeit anwenden wollen oder müssen, mit Gründ­lichkeit lernen sie eö hier. Die zweite Anstalt ist die Landwirthsch aftliche Winterschule, eine Schule für den Heranwachsenden Landwirt, die sich an das Gelernte der Volksschule anschließt und nun in zwei aufeinanderfolgenden Wintersemestern in zwei Classen von alle dem, was dem Landwirt zu wissen nötig ist, ihm in bündiger Weise Anleitung gibt. Diese Schule, bekanntlich ein Liebliugsgedauke des um die Landwirtschaft in Hessen so hoch verdienten Herrn Geh. Rat Wendelstadt, hat ihre schwere Aufgabe, den großen Nutzen, den sie dem Heran­wachsenden Geschlecht bieten will dem Bauernstände klar gu legen, unter der tüchtigen Leitung des Herrn Dr. Hesse auch schon mehr und mehr erfüllt. Es zeigten nament­lich die öffentlichen Prüfungen der Anstalt, in welch hohem Grade die Lehrer bemüht sind, in der knapp ihnen zuge- messeuen Zeit gute Resultate zu erzielen. Wol dürfte die Teilname an den öffentlichen Prüfungen der Anstalt seitens unserer höchststehenden Verwaltuugsbeamten wie Der Herren Landesdirector v. Bischosshausen, Regierungspräsident v. Brauchitsch, Geh Rat Wendelstadtre.rc. bocumentiren, daß man großes Gewicht auf die bessere Ausbildung des Bauern­standes legt, und diese Schule als ein Mittel ansieht, mit dem dieselbe auch zu erreichen ist.

t Marburg, 29. März. Zn den erfreulichsten und ermuthigendsten Erfahrungen, welche der Vorstand des Ausschusses zur Gründung einer Herberge zur Hei­mat in Marburg während der letzten Zeit gemacht hat, gehört die Thatsache, daß der hochgeehrte Herr Oberpräsident Freiherr von Ende sich bewogen gefunden hat, die Königliche RegierungS-Hauptkasse in Kassel anzuweisen, der Herberge zur Heimat in Marburg einen Beitrag von 100 Mark gegen Quittung des AuSschußvorstandes aus­zuzahlen. Indem derselbe Solches mit dem Aus ruck ge­bührenden DankeS für die erzeigte gütige Anteilnahme am Zustandekommen eines gemeinnützigen christlichen Unter­nehmens hierdurch zur öffentlichen Mitteilung bringt, er­sucht er zugleich Diejenigen, welche freundlichst Beiträge gezeichnet haben, ganz ergebenst, den Betrag derselben zu­recht zu legen, um ihn dem mit der Einsammlung be­trauten Herumtragcr der Liste, welcher in der zweiten Woche des kommenden Monats seinen Umgang halten wird, unter gefälligem Quittungsvermerk zu übergeben.

— Mit dem 1. April d. I. wird die bisherige Ein­teilung der Baubeamten in Bauiuspcctoren und KreiS- 20. Baumeister aushören und von da ab nur die Kategorie der Bauinspectoren bestehen. Die bisherigen königlichen Kreis-, Wasser- und Landbaumeister im Reffort der allge­meinen Bauverwaltung find demgemäß sämtlich zu könig­lichen KreiS-, Wasser- und Landbauinspectoren ernannt worden.

— Es bestätigt sich nach berliner Nachrichten, daß der kommandirende General des XI. Armeekorps, General der Infanterie v. Bose, den Kaiser um seine Entlassung ge­beten hat. Das Abschiedsgesuch liegt im Kaiserlichen Mi- litärcabinet und harrt dort einer, wie unterrichtete Kreise glauben, zustimmenden Allerhöchsten Entscheidung. Wenn schon General v. Bose dem Patente nach nicht der älteste der kommandirenden Generale ist — eS rangiren vor ihm die commandirenden Generale v. Tümpling, v. (Soeben, Haun von Weyhern, Freiherr v. B.arnekow und Wilhelm Gras zu Wernigerode-Wernigerode —, so ist derselbe doch an Jahren einer der ältesten Offiziere der Armee — er trat 1826 in dieselbe ein und ist 1809 geboren — und blickt auf eine lange thatcn- und ruhmreiche Vergangenheit zurück. Die Motivirung seines Demmissionsgesuches mit

Gesundheitsrücksichten wiegt um so schwerer, als der General- bckanntlich bei Wörth 1870 zwei schwere, seine Gesundheit dauernd beeinträchtigende Verwundungen erhielt. Seine Ofsizierslaufbahn oatirt vom 14. März 1829, an welchem Tage er das Patent als Seconde-Lieutenant erhielt. Zur Kriegsschule kommandirt und später zur Adjutantur als Hauptmann versetzt, kam er 1853 als Major in den Ge­neralstab und wurde 1858 als Oberstlieutenant zum Chef des Generalstabes des IV. Armeekorps ernannt. Das Jahr 1860 sah in als Oberst und Commandeur des Hohen- zollernfchen Füsstlier-Regiments Nr. 40, das folgende Jahr als Chef der Abteilung für die Armeeangelegenheiten im Kriegsministerinm und das Jahr 1863 als Direktionsmit- lied der Centralturnanstalt. Den Feldzug gegen Oesterreich machte er als Generalmajor mit und seine Bravour bei Liebenau, Podol, Münchengrätz, Königgrätz, Göding, Holitsch und Preßburg brachte ihm den Orden pour le merite, die Beförderung zum Generallieutenant und das Kommando der 20. Division. Im Jahre 1870 wurde er zunächst für die Dauer des mobilen Verhältnisses zum kommandirenden General deS XI. Armeekorps ernannt, leistete Unvergessenes bei Weißenburg und Wörth, wo er, wie schon erwähnt, zweimal schwer verwundet wurde, erhielt das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse und den Roten Adlerorden I. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern. Seine definitive Ernennung zum kommandirenden General des XI. Armeecorps erfolgte am 17. Juni 1871, feine Ernennung zum General der Infanterie am 22. März 1873. Seine großen Verdienste wurden fowol von zahlreichen auswärtigen Fürstlichkeiten al« auch von feinem Könige mit den höchsten Orden be­lohnt, so 1874 mit dem Großkreuz des Roten Adlerordens und 1876 mit den Insignien deS Schwarzen Adlerordens. Außerdem wurde ihm die hohe Auszeichnung zu Teil, daß das Fort Nr. 11 zu Straßburg den Namen „Fort Bose" erhielt und er Chef de« 1. Thüringischen Infanterie-Regi­ments Nr. 31 wurde. Heber seinen Nachfolger verlautet nichts Bestimmtes; doch kursirt in militärischen Kreisen die Version, daß unter den dem scheidenden General an An- ciennetät zunächststehenden Generallieutenants von der Armee, den Herren v. Rauch I., v. Sandrart, Commandeur der X. Division, v. Schwerin, Gouverneur v. Metz, und Gras v. Brandenburg II., Generaladjutant des Kaisers und Commandeur der Garde-Kavallerie-Diviston, der letztere zum Nachfolger Boses bestimmt ist.

Mardorf, (Kreis Kirchhain) 27^ März. Der kalte Winter und die nachherigen starken Regengüsse haben bei allem Unheil, was sie angerichtet haben, für unfern Ort, oder vielmehr für einige glückliche Finder desselben auch ^ihr angenehmes gehabt. An unserem zwanzig Minuten von hier entfernten f. g. Goldberg sind nämlich wieder ein­mal eine größere Parthie altgermanischer Goldmünzen an die Oberfläche gekommen und gefunden worden. Daß sich in Folge dessen Alt und Jnng auf die Beine gemacht und den thonigen Erdboden mit Hacke, Messer und Schippe durchwühl!, ist selbstredend. Gegen 200 Goldmünzen sind bis jetzt gesunden, von denen die meisten einen Werth von 20 M. haben. Die Münzen jsind schüsselförmig, etwa 2 Cmtr. groß, und haben auf der convexen wie concaven Seite eine Prägung. — Schon seit 50—60 Jahren wer­den zeitweilig solche hier gefunden, wo dieselben her- stammen, hat sich bis jetzt noch nicht ermitteln lassen und wird wol auch schwerlich jemals ermitMt werden.

Hersfeld, 25. März. Das Programm des Gymna­siums enthält eine wissenschaftliche Abhandluiig undjSchul- nachrichten. Im Laufe des Schuljahres haben im Ganzen 336 Schüler die Anstalt besucht; im Sommer belief sich die Zahl auf 317, im Wintersemester auf 311. Das Gymnasium zählt 9 Klassen; Prima, Secunda und Tertia sind getheilt. Das Zeugniß der Reife erhielten zu Michaelis 5, zu Ostern 14 Oberprimaner. Das Kapital der Münscher- stistung beträgt jetzt 2799 M. 35 Pfg Der Fonds zur Gründung eims neuen Freitisches (des 41.) beträgt jetzt 698 M. 24 Pfg. — Das Programm der höheren Bür­gerschule enthält Schulnachrichten. Die 5 Klassen wurden von 64 Schülern besucht. Ein Maturitätsexamen konnte nicht abgehalten werden, da die 2 Obersecundaner im Laufe deS Schuljahres abgegangy waren. Ueberhaupt sind die oberen Klassen schwach besucht. In Untersecunda saßen 2, in Ober- und Untertertia 9 Schüler. „Wie im letzten Programm mitgeteilt worden ist," heißt es auf S. 12, „hat die Frage in Erwägung gezogen werden müssen, ob die höhere Bürgerschule noch als eine selbstständige An­stalt erhalten werden könne. Die städtischen Behörden haben sich wiederholt für Vereinigung der Schule mit dem Gymnasium ausgesprochen, doch sind die Verhandlungen bis jetzt noch nicht zum Abschluß gelangt." (H. M.)

Vermischtes.

— sUniversitäts - Nachr.) Der Bibliothekar an der Kaiserlichen Universitäts- und Landesbibliothek Dr. Julius Euting zu Straßburg ist zum Honorar-Professor in der philosophischen Fakultät der Kaiser - Wilhelms - Universität Straßburg ernannt worden. — AuS Berlin wird geschrieben: Durch die anderweitige Tätigkeit der Professoren Wein­garten und Schmidt und durch den Tod des ßicentiaten Frommann sind der theologischen Fakultät hiesiger Univer­sität schwere Verluste zu Teil geworden. Neben Professor Senisch hatte das Fach der Kirchengeschichte nur die, aber immerhin auf Spezialitäten eingeschränkten Vorlesungen der Professoren Piper und deS Missionsinspektors Licentiat Plath. Es soll dem Vernehmen nach Licentiat Dr. Müller aus Stuttgart sich an der Berliner Universität habilitirt

haben und wird derselbe nach Ostern die Vorlesungen auf­nehmen. Von dem Dr. Müller rührt das beachtenSwerthe Werk her: „Ludwig deS Baiern Kampf mit der Kurie."

— Bei der Fußwaschung, welche am Gründonnerstag der Kaiser von Oesterreich in der Hofburg zu Wien an zwölf Greisen vornahm, zählte der älteste derselben, namens Joses Schumzky, nicht weniger als 102 Jahre, der jüngste 87. Das Lebensalter der zwölf Greise repräsentirt zu­sammen die respektable Summe von 1082 Jahren. Von den zwölf armen Frauen, an denen die Kaiserin die Cere- monie bewirkt, ist Die älteste nur 92 Jahre alt, die jüngste 88. Die zwölf Frauen haben zusammen 986 Lebensjahre.

— (Folgen des Winters.) Man schreibt der „N. Fr. Pr." aus Paris: Die exotischen Pflanzen, welche nach all- mäliger Akklimatistrung in den öffentlichen Gartenanlagen von Paris in sehr großer Zahl ausgesetzt wurden, aber auch robuste Pflanzengattungen, welche man schon völlig akklimatisirt und wiDerstandssähig glauben durfte, wie z. B. Plantanen, Eschen, gemeiner Epheu, sind der sibirischen Kälte des vergangenen Winters zum Opfer gefallen. Welche Ausdehnung dieser Schaben hat, davon geben die nach­stehenden Thatsachen einen Begriff. In den Champs-Clysees allein sind mehr als 10,000 Bäume und Gesträuche er­froren, wovon ein Drittel gänzlich verloren und durch neue Pflanzen zu ersetzen ist, die anderen zwei Drittel aber erst nach Jahren sich wieder erholen werden. Der den Besuchern Der letzten Weltausstellung wolbekannte Park vor dem Trocadero-Palaste, dessen Pflanzungen noch wenig ent­wickelt waren, ist gänzlich vernichtet und muß von Grund auf neu bepflanzt werden. Der Frost hat daselbst nicht weniger als 11,800 junge Bäume und Sträucher ver­nichtet. Um die in den Anlagen des Boulogner Gehölzes entstandenen Lücken auszufüllen, wird es nach einer vor­läufigen -Schätzung mehr als 100,000 Bäume und Sträu­cher bedürfen. Kurz, man veranschlagt bis jetzt den durch den letzten Winter in den öffentlichen Gärten und Park­anlagen von Paris entstandenen Schaden auf mindestens 1 Million Francs. In dieser Summe sind aber weder die Bäume, welche die Boulevards, Quais und Straßen einsäumen, noch die Eigentum des Staates bildenden öffent­lichen Gärten, wie z. B. der Tnilerien, der Luxembourg- Garten und der Jardin des Plantes, inbegriffen. Ueberdies repräsentirt diese Million nut bett Wert der Bäume, welche jetzt angekauft werden müssen. Thatsächlich dürften selbst 2 Millionen Francs nicht genügen, um den Schaden zu ersetzen, welcher durch d n Verlust alter Bäume verur­sacht wird. Zudem hat der letzte sibirische Winter nicht nur in Paris, sondern in ganz Frankreich die Baumpflan- zungen decimirt, mit alleiniger Ausnahme einiger Baum­schulen im Süden und an der westlichen Meeresküste. Natürlich werden daselbst die jungen Bäume nur um einen entsprechend verteuerten Preis zu haben sein. In Paris wird man die Lücken, welche in den Promenade- Anlagen durch das Aushauen der bis an die Wurzeln er­frorenen Sträucher entstanden sind, interimistisch durch Bepflanzung mit schnellwachsenden, nur den Sommer über­dauernden Pflanzengattungen ausfüllen.

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Paris, 28. März. Der „Temps" bespricht die um­laufenden willkürlichen Gerüchte über den Inhalt der Be­schlüsse der Regiemng bezüglich der nichtautorisirten Con- gregationrn. Nach einigen sollten die fremden Nationalitäten angehörigen Jesuiten ausgewiesen werden, nach anderen hätte man auf die Ausweisung verzichtet oder es seien derartige Maßregeln vertagt worden. Der „Temps" erklärt alle diese Mittheilungen für unbegründet. Die Dekrete seien unterzeichnet und würden am Dienstag erscheinen. Dieselben hätten weder in der einen noch in der anderen Richtung den ihnen beigelegten Charakter. — Dasselbe Blatt bezeichnet die Nachricht für unbegründet, daß Frcy- cinet den Vertretern der fremden Mächte ein Memorandum zugestellt habe, welches das Verhalten der Regierung in der Hartmannschen Angelegenheit darlegt; ein solches Schrift­stück sei vielmehr den Chefs der diplomatischen Missionen Frankreichs im AuSlande zugegangen.

Konstantinopel, 28. März. Der britische Botschafter Layard überreichte der Pforte als Doyen des diplomatischen CorpS im Namen Der auswärtigen Missionen ein Prome- moria, worin dieselben erklären, mit Bedauern vernommen zu haben, daß das Kriegsgericht Den Mörder des Oberst­lieutenants Kummerau zu lebenslänglicher Zwangsarbeit anstatt zur Todesstrafe verurtheilte. Die auswärtigen Missionen sprechen dcßhalb die Besorgnis aus, daß Die Sicherheit ihrer Landsleute gefährdet sei. Die Pforte er­widerte hierauf, daß das Kriegsgericht das Urteil in dieser Angelegenheit noch nicht gefällt habe und daß zur Wahrung der Gerechtigkeit und der Rechte des Angeklagten ein aus Aerzlen der auswärtigen Missionen und anderen rnedici- nischen Notabilitäten bestehende Kommission den Geisteszu­stand des Angeklagten prüfen werde. Je nüch dem Gut­achten der Kommission, zu welcher die Botschafter je einen Arzt zu entsenden ersucht werden, ob der Angeklagte geistes­gesund ober irrsinnig sei, werde bas Kriegsgericht entweder die Freisprechung ober bie Todesstrafe aussprechen. Die Pforte wies schließlich entschieden den Vorwurf zurück, baß sie einen Schuldigen der verdienten Strafe habe entziehenwollen. Die ärztliche Kommission soll am Montag zusammentreten.

Kabul, 28. März. Die Feindseligkeiten zwischen Kabul und Gandamate haben wieder begonnen. Ter Feind griff Fort Battye am 26. b. an, tödtetc 13 und verwundete 19 Soldaten. Der Angriff wurde abgeschlagen.