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stlbst den Schlüssel nehmen und habe die Pässe besetzt, welche sie behalten werde. Die Regierung habe diejenige Politik adoptirt, welche sie am Vortheilhaftesten für den Schutz Indiens halte und werde sie aufrecht erhalten. Der bezügliche Schriftwechsel könne nichr vorgelegt werden. Im weiteren Verlaufe der Debatte vertheidigte auch Lord Bea­consfield die Politik der Regierung bezüglich Afghanistans sgaben' sind erklärte, die Regierung habe die Zeit für gekommen erachtet, wo es zu entscheiden galt, wer die großen Thore Znnens besitzen sollte. Sie habe beschlossen, dieselben in Besitz zu nehmen und zu beherrschen. Sie habe dies mit vollem Erfolge erreicht. Nichts habe sich ereignet, was die Regierung zu einer Aenderung der bisherigen Politik bewegen konnte. Es sei unmöglich, Afghanistan zu verlassen, während es der Anarchie preisgegeben sei. Seien wir aber fest entschlossen, Gehorsam zu ver­langen, so werden die Schwierigkeiten und Verwicklungen sofort verschwinden. Der Herzog von Agyll zog hierauf seinen Antrag auf Vorlegung des Schriftwechsels zurück: — (Unterhaus.) Nach einer langen Debatte über die Ver- lchung der Privilegien des Parlaments durch den Abgeord­neten Plimsoll. zog dieser das beanstandete Plakat zurück und leistete Abbitte. Schatzkanzler Northeote erklärte sich durch die Abbitte für befriedigt, beantragte aber eine Reso­lution, nach welcher das Haus Plimsoll's Verhalten für geeignet ansehe, die Abgeordneten in der Ausübung ihrer Pflichten zu verhindern und dasielbe daher eine Verletzung der Privilegien involvire. Angesichts der Zurücknahme der beanstandeten Ausdrücke seitens Plimsoll's sei jedoch eine weitere Aktion des Hauses unnöthig. Harcourt beantragte dagegen den Uebergang zur vorhergehenden Frage. North- cothe'ö Antrag wurde hierauf mit 182 gegen 116 Stimmen

angenommen.

Petersburg, 21. Februar. „Golos" weist auf die allgemeine Befriedigung hin, welche die von Europa dem echcne ' Kaiser Alexander bewiesenen Sympathien in Rußland all­seitig Hervorrufen mußten. „Golos" schreibt weiter: wir haben mit einem inneren Feinde zu thun, bo, würden keine ’ äußerlichen Mittel helfen können. Wir müssen uns fri­schen Geist erhalten, zur Thätigkeil belebt werden, unsere Gesinnungen in Sorgen um das eigene Wohl purifiziren; dann werde der innere Feind verschwinden. Dies begreife ganz Europa. So werde die Lage der Dinge auch von Deutschland angesehen, wenigstens von dessen besten Ver­tretern, an deren Spitze Kaiser Wilhelm. Zudem der deutsche Kaiser mit den Mitgliedern seines Hauses dem Dankgottesdienste in der Kapelle der russischen Botschaft zu Berlin beiwohnte, war er sich bewußt, daß sein Gebet für den russischen Kaiser im Herzen des russischen Volkes die Liebe zu ihm und feiner Nation bekräftige, eine Liebe, welche bereits zu wiederholten Malen in unzweideutiger Form sich zeigte. — Das Leichenbegängniß der bei der Explosion verunglückten Soldaten fand gestern im Beisein des Regiments-Chefs, Großfürsten Konstantin, unter großer Betheiligung von Offizieren aller Grade der hiesigen Gar­nison und seitens des Publikums statt. _ Die Särge wur­den von Offizieren getragen. Der Kaiser und der Groß­fürst-Thronfolger wohnten den Leichenfeierlichkeiten in der Kaserne des Regiments bei und besuchten die Verwundeten im Lazareth. Gestern starb der elfte Soldat in Folge von Verwundung bei der Explosion. — Der „Agence Russe" zufolge sind nunmehr sämmtliche Arbeiter aufgesunden, welche das Zimmer bewohnten, wo die Explosion statt­fand. Ihre Unschuld scheint festzustehen. — Die „Agence Russe" betont die Einstimmigkeit der russischen Presse in ihren Danksagungen an den deutschen Kaiser für die viel­fachen Beweise großer Zuneigung zu dem Kaiser Alexander. — Die „Neue Zeit" fchreibt, diese Beweise warmer Theil- nahme des deutschen Kaisers und seine Gegenwart bei dem Dankgottesdienste in der Kapelle der russischen Botschaft in Berlin sind die besten. Mittel, die sympathischen Bande zwischen beiden Nationen neu zu beleben. — Der Kaiser empfing gestern ein Glückwunsch-Telegramm des Schahs von Persien. — Nach einem weiteren Bericht des „Re­gierungs-Anzeigers" erfolgte die Explosion vorn 17. Febr. in dem einen Wohnungsraum und einen Corrivor enthal­tenden Souterraiy des Winterpalais. Uebet demselben be­fand sich die Wachtstube mit doppeltgewölbter Decke. Das untere Gewölbe erhielt durch die Explosion zwei Löcher. In dem über der Wachtstube befindlichen Speisezimmer ist das Prrquet nur an zwei den Löchern im Gewölbe entsprechenden Stellen gehoben. Außerdem bekam die Wand einen Riß. Die Explosion ist nach der Meinung der Experten durch Dynamit veranlaßt, dessen Quantum auf 2 Pud (32 Kilo) geschätzt wird. Rian glaubt, das das Dynamit vor der Explosion in oder auf dem Ofen der Souterrain- Wohnung gelegen habe. Die Explosion erfolgte um 6 Uhr 20 Minuten. Nach amtlicher Meldung sind vom finnländischen Regiment 10 Mann getödlet, 44 verwundet, carunter 8 schwer. Für die Hinterbliebenen der ©etöbteten und für die Verwundeten wird auf's Beste gesorgt. — Bei einem Besuche der durch die Explosion verwundeten Soldaten im Lazarethe richtete der Kaiser an jeden Ein­zelnen Iheilnehrnende Worte und sprach ihnen feinen Dank für ihre treue Pflichterfüllung aus.

Bukarest, 21. Februar. Der Senat votirte _ba6 Jn- bigenat für den jüdischen Banquier Daniel in Jassy. Der Opposition gegenüber, welche die Verleihung des Jnbige- nats lebhaft bekämpfte, griff der Conseilspräsident in die Debatte mit einer Rede ein, ans welcher heivorging, daß die Mächte Recht hatten, als sie in den heute übergebenen Noten die Zuversicht ausdrückten, die rumänische Regierung

werde die gesetzlichen Bestimmungen in Betreff der Naturali- strung der Israeliten ausführen.

Heffeudtaffa».

Kaffel, 21. Februar; Die Ausgleichsverhandlungen zwischen der preußischen Regierung und den hessischen Ag­naten sind, der „Wes.-Ztg." zufolge, an dem Widerspruche des Prinzen Wilhelm von Heffen-Philippsthal-Barchfeld gescheitert. Das Prozeßverfahren wird also fortgesetzt.

Aus Hessen-Nassau, 21 Februar. Der Vorstand des Vereins von Lehrern höherer Unterrichtsanstalten unserer Provinz und des Fürstenthums Waldeck hat die Tagesord­nung der bevorstehenden sechsten Generalversammlung, die in Weilburg stattfindet, folgende Gegenstände gesetzt: 1) Grundlinien zu einer Dienstinstruktion für die Ordinarien (Referent ist der Direktor des Realgymnasiums in Wiesbaden Spangenberg); 2) Induktion und Deduktion beim Unterricht in der Naturlehre (Referent ist Oberlehrer Dr. Krebs in Frankfurt); 3) Feststellung eines bestimmten Ranges für die Lehrer höherer Schulen; 4) die allgemeine Witwen-Ver- pfleguugsanstalt in Berlin (für Nr. 3 und 4 hat ein noch nicht namhaft gemachter Lehrer der Realschule I. Ordnung in Kassel das Referat übernommen). Außerdem sind noch folgende Gegenstänoe zur Diskussion vorgeschlagen worden: 1) der konfessionelle Charakter der höheren Schulen; 2) wie lange, d. h. durch wie viele Klassen ist es wünschens- werth und zweckmäßig, die Schüler der Gymnasien und Realanstalten gemeinschaftlich oder nach gleichem Plan zu unterrichten? 3) der Zeichenunterricht auf höheren Lehran­stalten; 4) ist, abweichend vom Normalplan, der geschicht­liche Unterricht schon in VI oder V zu beginnen ? 5) Prüfungen und Prüfungszeugnisse der Kandidaten des höheren Schulamts. — Wenn sich für einen dieser Punkte noch ein Referent meldet und die Zeit zur Verhandlung ausreicht, so ist der Vorstand bereit, noch einen oder den anderen Gegenstand zur Debatte zu bringen. (H. M.)

Bo» der Ohm, 19. Febr. Vor einiger Zeit wurde zu Amöneburg der Schäfer Gondolf, mehrerer Vergehen verdächttg, verhaftet und in das Gefängniß nach Marburg abgeführt, wo er sich jedoch durch einen Gewaltstreich die Freiheit wieder zu verschaffen wußte. Seitdem treibt sich der Flüchtige in hiesiger Gegend wohlbewaffnet und in frecher Weise herum. So verbrachte er eine Nacht in einer Schäferhütte bei Rüdigheim, wo man des Morgens an derselben die Worte lesen konnte: „Hier hat die Nacht der

Schäfer Gondolf zugebracht." Hoffentlich wird ibn der Arm der Gerechtigkeit doch noch erreichen, zumal er sich am hellen Tage in die Ortschaften wagt, wie dies kürzlich in Schweinsberg und Niederklein der Fall gewesen ist. (Tagpst.)

Wolfhageu, 18. Februar. In der Engelhardt'schen Bierbrauerei dahier ereignete sich heute Mittag ein höchst beklagenswerther Unglücksfall. Der seit vielen Jahren in der genannten Brauerei thätig gewesene Arbeiter Möller wurde, als er eben die an dem Maschinenwerke befindliche sogenannte Transmisstonswelle schmieren wollte, von der­selben erfaßt, wobei er an Brust und Armen furchtbare Quetschungen und mehrere Rippenbrüche erlitt. Auf den Hilferuf des in der Nähe beschäftigt gewesenen Eugelhardt- schen Dienstmädchens eilten sofort Leute herbei, um den Unglücklichen aus seiner jammervollen Sage zu befreien. Das Bewußtsein war bereits geschwunden; der Tod erfolgte einige Stunden danach. — In einem von dem Gastwirth und Kaufmann Fr. Neutze dahier geschlachteten Schwein wurden gestern von dem das betreffende Fleisch unter­suchenden Herrn Lehrer B. eine große Anzahl Trichinen gefuüden. Das über 150 Pfund schwere Thier war nicht versichert. (T. u. A.)

Depesche«.

Wien, 22. Februar. Der Eisenbahn-Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat mit 19 gegen 4 Stimmen die An­träge des Sub-Comites iiz Betreff der Arlberg-Bahn als Grundlage der Specialdebatte angenommen.

Konstavtinopel, 22. Februar. Oberst Synge, welcher Mitte Januar von dem britischen Botschafter Layard abge* sandt worden war, um an die rumelifchen Flüchtlinge Hülfsmittel zu vertheilen, wurde von griechischen Räubern in der Nähe von Salonichi mit seiner Gattin gefangen genommen. Die Räuber verlangen ein bedeutendes Löse­geld. Oberst Synge ersuchte den Consul Blunt in Salonichi die Absendung von Truppen zu verhindern, da sonst fein Leben bedroht fei. Layard befahl die schleunige Absendung eines Kanonenbootes nach Salonichi.

verloofangen.

Stadt Freiburg 10 Frcs.-Loose vom Jahre 1879. Ziehung am 16. Februar 1880. Gezogene Serien: Nr. 59-i 1313 1660 1825 2377 2498 3564 3707 4100 4184 4299 4467 4627 5157 6658 6986 7196 7628 8512 8607 8647 8779 8818 9091 9153 9959 10431 10642. — Die Prämienziehung findet am 1. ärz d. I. statt.

Oeffentliche Aufforderung. Die Jacob Urspruch s Eheleute zu Rieder-Orke haben das Grund­stück dasiger Gemarkung Flur I Nr. 46 veräußert, vermögen aber genügen­den EigenthumSnachweis nicht zu er­bringen.

Es werden darum Alle, welche EigenthumS- und sonstige dingliche Rechte oder Forderungsrechte an das oben erwähnte Grundstück bilden zu können glauben, aufgefordert, solche um so gewisser binnen 90 Tagen, vom ersten Erscheinen dieses in öffent­lichen Blättern an gerechnet, dahier geltend zu machen und gehörig zu begründen, als sonst die oben aufge­führten Besitzer als rechtmäßige un­beschränkte Eigenthümer angesehen, die nicht angemeldeten Ansprüche für erloschen erklärt und sie bei Confir- mation der betreffenden Urkunden nicht beachtet und der Erwerbslitel unbe­schränkt in das Mutationsverzeichniß eingetragen werden soll.

Böhl, den 12. Febr. 1880.

Königliches Amtsgericht. 532] Theis.

Donnerstag den 4. März, Nach-

mittags 2 Uhr, sollen im Wolfs­häuser Kastenwald nachbenannte Holz- fortimente:

Buchen: 5,7 Rrntr. Scheite, 37 Rmtr. Stammprügel, 90 Rmlr. Stammreis, 135 Rmtr. Zopfreis und 4,6 Rmtr. Erdstöcke;

Kiefern: 3 Stämme mit 0,94 Festmtr, 2 Rmtr. Rollen, 5 Rmtr. Zopfreis;

Aspen: 1 Rmtr. Stammprügel, gegen baare Zahlung oder auf Credil gegen von dem Bürgermeister des bett. Käufers ausgestellten, gleich im Termin vorzulegendcn Bürgschein ver­kauft werden. [533

Wolfshause«, d. 23. Febr. 1880.

Der Kastenmeister Elmsheuser.

Um täglich zwei Stunden ein Kind auszutragen wird eine Frau ober Mädchen gesucht. Wo? sagt die Expedition. [534

Bestand der

Spar- und Vorschuß-Kasse zu Aliendorf a. d. Lumde im Jahr 1878.

1) Zahl der Einleger.

a. Bestand im Anfang des Jahres...........1033

b. Zugang im Laufe des Jahres (nicht Zuschüsse) .... . . 40

Zusammen 1073

c. Abgang im Laufe des Jahres (nur solche, welche ganze Einlagen zurückerhielten).............. . 122

d Bestand am Schluffe des Jahres...........951

2) Betrag der Einlage».

a. Bestand im Anfang des Jahres (Guthaben der Einleger Mk. Pf.

einschließlich der gutgeschriebenen Zinsen) .... 627,595. 06

b. Zugang im Laufe des Jahres (neue Einlagen, Zuschuß-

Einlagen und gutgeschriebene Zinsen .... . . 62,394. 69

Zusammen 689,989. 75

c. Abgang im Laufe des Jahres (Rückzahlungen) . . . - 99,865. 81

d. Bestand am Schluffe des Jahres (Guthaben der Einleger

einschließlich der gutgeschriebenen Zinsen) .... 590,123. 94

3) Baarer Kassabestand am Schluffe des Jahres .... 127,952. 12 4) Gesammtbelrag der verzinslich angelegten oder ausgeliehe­

nen Kapitalien am Schluffe des Jahres .... 491,741. 38

5) Bestand des Reservefonds am Schluffe des Jahres . . 30,272. 82

6) Bemerkuuge».

Der Werth der vorhandenen Mobilien beträgt..... 703. 26

Die Geschäftsführung erstreckt sich auf das Kalenderjahr und werden hiernach die Zinsen von Einlagen sowohl wie auch von ausgeliehenen Ka­pitalien jedesmal vom 1. Januar bis Ende Dezember berechnet. [535

Klcrsaat-Lieferullg.

Die Mitglieder des landwirthschaft- lichen Vereins Marburg - Kirchhain beabsichtigen ihren Saatbedarf an Rothklee (amerikanifche Arten aus­geschloffen), Weitzklee unv Juear- »atklee gemeinschaftlich zu beziehen.

Unbedingte Garantie für Seidefrei­heit und einen bestimmten Gebrauchs­werth wird verlangt.

Bemusterte Offerten sind bis zum 15. März d. I. an den unterzeich­neten Vorstand des Vereins einzusenden.

Marburg, 23. Febr. 1880.

536]_______________Dr. Kaiser.

^Wageu Zu verkaufen.

517] Louis Urff, Barfüßerstr.

Gutsverkauf.

Zum Verkauf des Grundeigenthums des Ackermanns Herrn Haus Jacob Erkel zu Obertveimar ist 4r und letzter Termin in die Erkei'sche Woh­nung nach Oberweimar auf den 25. Februar d. I., Nachmittags von 1 Uhr an, bestimmt, was Kaufliebhabern zur Nachricht dient mit dem Bemerken, daß ein Theil des Kaufgelds stehen bleiben kann und daß einige Planstücke in einzelnen abgetheiltett Parzellen zum AuSgebot gebracht werden.

Marburg, den 19. Februar 1880. 503] L. Rumpf, Privatsecretär. .Ju Ostern wird ein Mädchen für O Küche uxb Hausarbeit gesucht. Wo? sagt die Exped. d. Bl. [508