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die Burschen ihrer Bestrafung hoffentlich nicht entgehen. (T. u. A.)

Bockenheim, 11. Februar. Das zweite Concert des katholischen Kirchenchors für Anschaffung einer Orgel war vollständig besetzt. Wie auch in dem ersten Concert brachte uns die zweite Abtheilung das gediegene Weihnachts-Ora­torium von Dechant Müller aus Kassel. Frau Schmidt- Götte sang mit ergreifender Wirkung die Solostelle in dem Oratorium, sowie die mit mächtiger Tonfülle gesungene Verkündigung: „Denn Euch ist heute der Heiland geboren" und die Schlußarie: „Sehet, welche Liebe". Die Lieder, welche Frau Schmidt-Götte gesungen, „Ewige Liebe" von Goltermann und „Böglein, wohin so schnell" von Lasten, hat die Sängerin mit warmer, duftiger Empfindung be­lebt und verband sich die liebliche Aussprache mit dem glockenreinen Ton, der selbst in dem hohen „h" noch weich und voll klingt, zu einem Tongemälde, wie wir es ver­bunden mit der feinen, einfachen Erscheinung der Künstle­rin, nicht schöner wünschen konnten. Frau Schmidt-Götte, eine Kastelanerin, wurde in Wien von Frau v. Marchesi ausgebildet und zwar zu ihrem Vergnügen, will jedoch jetzt, da sie bei verschiedenen Concerten für milde Zwecke so außergewöhnlich ausgezeichnet wurde, der Kunst sich aus­schließlich widmen. (H. M.)

Sem Landtage.

Berlin, 17. Februar 1880.

Das Herrenhaus erledigte zwei kleinere Finanzvor- lrgen und eine Reihe von Petitionen und genehmigte den Ankauf der Main-Weser-Bahn und den Bau der Bahn Cölbe-Laasphe.

(Abgeordnetenhaus.) Vor Eintritt in die Tages­ordnung wird von dem Eingänge der (bereits gemeldeten) Vertagungsvorlage des Ministers des Innern Mittheilung gemacht. Der Gesetzentwurf betreff. Bestimmungen zur Notariatsordnung wird in dritter Lesung genehmigt. Folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs betr. die Verwen­dung der Reichssteuern-Ueberschüste. Zu dem Hauptpara­graphen 1 (Verwendung der Ueberschüste zum Erlaß eines entsprechenden Betrags an der Klassen- und Einkommensteuer) stellt Abg. v. Hüne ein Amendement, demzufolge die eine Hälfte der Ueberschüste an die Kreis- und Kommunalver- bände nach dem Verhältnisse der ausgekvmmenen Staats- Grund- und Gebäudesteuern vertheilt und die andere Hälfte zum Erlasse der Klassen- und Einkommensteuer verwendet werden soll. Abg. Rickert betont, wie wichtig es sei, durch Gesetz ein formelles Recht auf Steuer-Erlässe zu erhalten, wendet sich gegen den Antrag Hüne's und empfiehlt, sich bei Abfassung des Gesetzes möglichst an die betreffende königliche Cabinetsordre zu halten. Abg. v. Hüne befür­wortet sein Amendement. Abg. Graf Behr empfiehlt den Kommissionsantrag. Der Finanzminister erklärt, daß Zweck und Ziel des Hüne'schen Amendements der Regierung durch­aus sympathisch seien. Die Regierung habe die Nothwen- digkeit der Ueberweisung eines Theils der Grund- und Ge­bäude-Steuer an die Kommunen wiederholt anerkannt und verheißen. Der Antrag Hüne sei indeß wegen der Art der Fassung in den Rahmen des Gesetze- nicht passend, weil das Gesetz in erster Linie den Erlaß an der Klassen- und Personensteuer als einen Ausgleich für die Erhöhung der indirekten Steuern im Auge habe. Die Ueberweisung der Grund- und Gebäudesteuer solle einen dauernden und definitiven Charakter haben und nicht variiren. Die Maß­regel sei nur ausführbar im Wege der organischen Gesetz­gebung und bereits in Ausarbeitung. Es empfehle sich daher, die Frage nicht weiter zu verfolgen. — Abg. Richter bekämpft das Amendement Hüne und vertheidigt den Kommissionsantrag. Generalsteuerdirektor Burghardt wen­det sich gegen einzelne Ausführungen Richters und sucht die Vorzüge der Regierungsvorlage gegenüber dem Anträge der Kommission darzulegen. Abg. v. Minigerode polemisirt gegen Richter. Letzterer antwortet. Der Antrag Hüne wird abgelehnt und § 1 nach dem Anträge der Kommission genehmigt. — Bei § 2 wurde nach dem Kommissionsan­trage bestimmt, daß der zu dem Classm- und Einkommen­steuer-Erlaß zu verwendende Betrag durch den StaatshauS- Halts-Etat festgestellt werden soll. Abg. v. Limburg-Stirum be­antragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage. Abg. Hobrecht tritt für die Kommisstonsfassung ein. Abg. Rickert fuhrt aus, das Gesetz ohne die Feststellung des ftaglichen Be­trags durch den Etat widerspreche dem zwischen der Regierung und der Majorität seinerzeit getroffenen Abkommen und wäre für ihn und seine Parteigenosten unannehmbar. General- vteuerdirector Burghardt wendet sich gegen die Abg. Hobrecht und Rickert und führt aus, der Unterschied zwi­lchen dem von der Regierung Gewollten und dem Anträge der Commission sei ein unerheblicher. Abg. Richter be­merkt die von der conservativen und der Regierungsseite versuchte Auslegung des im Vorjahre getroffenen Pactes lauft auf einen Vertrauensbruch hinaus. Der Finanz- Minister protestirt dagegen und betont, daß die Regierung ^ne königliche Cabinetsordre loyal ausführen, aber weitere Zugeständnisse betr. das Steuerbewilligungsrecht nicht ge­fahren werde. Als unannehmbar betrachte die Regierung fti Commissionsantrag nicht. §. 2 wird hierauf nach

Anträge der Commission angenommen: §. 3 gleich- $ 3a wird abgelehnt. Der Rest deö Gesetzes wird B ? von Anträgen der Commission angenommen. Nachdem üb? «et Gesetzentwurf betr. Abänderung, des Gesetzes toiÄ A^Mung oes LehnsverbandeS genehmigt worden, urde die Sitzung bis morgen vertagt.

vermischtes.

Tiflis. Zur Hungersnoth in Transkaukasien geht dem Golos eine Korrespondenz zu, in der die Lage der Einwohner in den von der Mißernte heimgesuchten Ge­bieten in den düstersten Farben geschildert wird. So er­zählt der Korrespondent, daß er selbst Zeuge gewesen sei wie ein gewisser Chadshi aus dem Flecken Umri für 20 Pud Weizen seine beiden Kinder, einen siebenjährigen Knaben und ein siebenjähriges Mädchen, verkauft habe. Die Hungersnoth herrscht nicht nur im transkaukasischen Gebiet, sondern auch in den angrenzenden persischen und türkischen Provinzen, so daß von dieser Seite auch keine Hülse zu erwarten ist. Sehr groß ist die Noth in Wastu- rakan, im Wan-Gebiet und im türkischen Armenien. In Wan sind einige Menschen bereits am Hunger gestorben. Im Lori-Gebiet, dem südlichsten Theil von Transkaukasien, ist tiefer Schnee gefallen, eine noch nie dagewesene Erschei­nung. Ein Pud Weizen kostet dort 4 Rubel. In Nucha bildete sich eine Gesellschaft mit einem Kapital von 151,150 Rubel, um Getreide aufzukaufen und dasselbe zu einem billigen Preise an die Nochleidenden zu verkaufen. Doch das ist nur eine momentane Hülfe. In den Kreisen von Daralages, Alexandropel und Etschmiadsin herrscht eben­falls die größte Noth.

Depesche«.

Petersburg, 18. Februar. Im Kaiser­lichen Winterpalais fand eine Explosion statt. Von der Kaiserlichen Familie wurde Niemand verletzt. Die Mine lag unter dem Wachtzimmer, dieses befindet sich unter dem Speisezimmer. Von

der Wachtmannschast sind^ 3 5, verletzt, davon 5 bereits gestorben. In dem^Fußboden des Speise­zimmers ist eine Oeffnung von 10 Fuß lang und 6 Fuß breit geriffen. Die Kaiserliche Familie war in Folge zufälliger Verspätung noch nicht ver­sammelt.

London, 17. Febr. Im Unterhause antwortete North- cothe auf eine Anfrage Dilke's: Die Unterhandlungen betreffend die Ernennung der internationalm Liquidations- Commisfion dauern noch fort. Es ist unmöglich zu fagen, ob dieselben erfolgreich sein werden ober nicht. — Unter« staatssecretär Bourke antwortete auf Anftage SimonS: der britische Vertreter in Marocco ist wegen eines An­griffes auf die Juden in Fez vorstellig geworden. Die Regierung billigte biej Vorstellungen. Die Frage deS Schutzes ber Nichtmohamedaner in Marocco wirb von mehreren Regierungen in Erwägung gezogen, bie biefer» halb mit Englanb verhandeln. — Jrn Oberhause ant­wortete Lord Beaconsfield auf Anregung Granville's: Er könne nicht erklären, baß ber Tripelvertrag zu bestehen aufgehört habe. Aber, wenn bie Mitunterzeichner Eng­land anrufen sollten, dessen Bestimmungen entsprechend zu handeln, so würde er erstens die in der Türkei stattgehabten Veränderungen, zweitens die vorliegenden Umstände er­wägen. — Morgen findet ein Ministerrath statt.

Washington, 17. Febr. Der Finanzausschuß brachte zu der Vorlage betr. die Ausgabe von zwei Millionen Dollars Schatzfcheine den Antrag ein, den Zinsfuß statt 4 auf 31/2 pCt. festzustellen. Die Vorlage geht dem­nächst der Repräsentankammer zu.

<Z\ie Lieferung der Heizungs- und '**' Beleuchtungs-Bedürfnisse für bie Königlichen Universitäts-Behörden und Institute pro 1. April 1880 bis bis 1881 in cc.

1000 Rmtr. Buchen- unb

8 „ Tannen-Scheitholz,

200 Ctr. Nußkohlen 1. Qualität, 1700 „ Nußkohlen 2. Qualität, 2400 „ Steinkohlen, 2000 „ Gas-Coaks,

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60 Packete Stearinlichter bestehenb, soll vergeben werben unb fitib schriftliche Offerten mit Preisan­gaben bis zum 28. d. M. hierher einznsenden. ]

Bei allen Lieftrungs - Gegenständen wird nur auf beste Qualität reflectirt

Lieferungs-Bedingungen können an jedem Vormittage hier eingesehen werden. [465

Marburg, den 17. Februar 1880.

Königliche Universitäts-Kasse,

^olzoerkaus.

Dienstag den 24. d. M., von Morgens 11 Uhr an, sollen im Jn- teressentenwald zu Oberwalgern, Schlag Kleinewald, 56 Stück Eicken­stämme, mitunter sehr gut geeignet für Schreiner, von 3 bis 12 Meter Länge unb 40 bis 72 Ctmtr. Durch­messer , zns. 86,46 Festmeter, aufs Meistgebot verkauft werben.

Die Zusammenkunft ist am vorge­nannten Orte bei Nr. 1.

Oberwalgern, ben 14. Febr. 1880.

Der Bürgermeister 466] Schlund.

3m Verlag ber N. ®. Elwerl'schen

Verlagsbuchhandlung ist soeben erschienen:

Falck, C. PH., Prof. Dr. Aas Il-isch.

Gemeinverständliches Handbuch ber wissenschaftlichen unb praktischen Fleisch­kunde. Mit 12 lithographirten Tafeln.

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468] «eschästs-verkauf.

Wegen Todesfall ist in einer größe­ren Stadt am Bodensee ein bisher mit gutem Erfolg betriebenes Geschäft: Fabrikation von Mefferwaaren, Chirurgischen Instrumenten und hauptsächlich „Orthoperedi" zu ver- taufen u. wäre hier einem strebsamen Manne Gelegenheit geboten eine sichere Existenz zu finden. Anfragen mit einer Freimarke versehen befördert das Ges schäfts- n. CommisfiouS-Büreau von 3. Geiger in Los stau). (H6270 a). Ö3r. 496 Ketzerbach ist eine fteund- ließe Wohnung zu vermiethen.

419] G. Heres.

Freitag den 24. Februar d. I., ö von Vormittags 10 Uhr ab, sollen bei dem Gastwirth Sause zu Obers rosphe aus verschiedenen Districten der Oberförsterei Oberrosphe, ins­besondere aus ben Forstorten Stüm­per, Einfallshecke, Eubenhardt, Kleiner Treppenkopf, Reiberoth, Hemmstangen, Mahlstein, Bachhöfe, Reideln, Brücher- zwickel, Dachsbau, Gehren und Burg­höhle nachverzeichnete Hölzer meistbie- tenb verkauft werden, als:

25 Stück Eichen - Nutzholzstämme für Wagner 3/7 m lang 13/29 cm stark,

2 Rmtr. Eichen-Nutzholz 2. Klafft, in Rollen,

4 Rmtr. Eichen-Nutzknüppelholz, 4 Stück Fichten-Bauholzstämme, 7/14 m lang, 15/26 cm stark, 20 Stück Fichten-Stangen l.Klasfe, 102 ,, ,, ,, 2. „

387 ,, ,, „ 3. ,,

4 Hundert Fichten-Stangen 4. Klaffe,

5 Hundert Fichten - Stangen 5. Klaffe,

3 Hundert Fichtm-Stangen 6. Klasse,

4 Hundert Fichten-Stangen 7. Klasse,

ca. 300 Stück Kiefern-Bauh olzstämme 8/24 m lang 16/30 cm stark, 13 Stück Kiesem-Stangen 2. Kl., 30 Rmtr. Kiefern-Nutzholz 2. Kl.,

3 „ Eichen-Scheite,

12 „ „ Knüppel,

70 „ „ Zopfreis,

32 „ Buchen-Scheite,

2 „ „ Knüppel,

140 „ „ Zopfreis,

4 „ Birken - Scheite unb

Knüppel, 6 „ Erlen-Scheite,

3 „ „ Knüppel,

57 „ Nabelholz-Scheite,

354 „ „ Knüppel,

725 „ „ Reis 2. Kl.,

ca. 100 ,, „ „ 3. Kl.,

Die Bedingungen »erben im Termin bekannt gemacht. [469

Wetter, ben 13. Februar 1880.

Der Oberförster.

Ul leinen am breiten Weg auf bem JJl Schloßberg gelegenen 2 bis 2'/) Acker großen Garteu will ich auf ein ober mehrere Jahre verpach­ten. Derselbe ist besonbers geeignet zum Ziehen früher Gemüse rc.

470]____________A. Weber.

10 Stück junge Hühner und ein

Hahn sind billig zu verkaufen.

Wo? sagt die Exped. d. Bl. [471

Post.

Die neuen Dergl sind gestern ange- kommen und sind Abends zu sehen. — Fütterung 7 Uhr. Entree frei. [472

Wissenschaftliche Vortrage

■ in der

Aula des Gymnasiums.

Donnerstag Abend 7 Uhr präcis.

VII. Am 19. Februar: Herr Professor Cohen: Ueber den Charakter des Gefflhls.

Eintrittskarten zu 1 Mk sind in der Eiwert'sehen u Ehrhardt' sehen Buchhandlung und an der Kasse zu haben.

Die Abonnementskarten sind je­desmal am Eingang der Aula vor­zuzeigen. [473

Fortbildungs-Verein.

Souutag den 22. Februar im Saale des Caf6 Quentin Concert mit nachfolgendem Tanzkränzchen, wozu die Mitglieder mit ihren Fami­lien resp. Damen ergebenst eingeladen werden. Anfang präcis V28 Uhr Abends» [474

{Ein Mädchen, welches zu aller Ar- ” beit willig ist, sucht zu Ostern Stelle. Zu erfragen in der Expedit, dss. Blattes. [440

(ttrfine Kränze und Guirlaudeu vy sowie alle Dekorationen em­pfiehlt billigst [305

W. Scharf, Gärtner, Langgasie. Sandsteine, rothe, die sich zu Fenster u. Thüren- gewanden, sowie Schleifsteinen und Krippen eignen, hat Unterzeichneter abzugebm. [428

Ginseldorf, Februar 1880.

Carl Gissel, Maurermeister.

Ml)ettergaffe 324 ein FamilieulogtS |vV zu vermiethen.[321 Ö)r. 920 Rosenstraße ist die untere

Etage zu vermiethen.

409]______________G. Heres.

Im Saalbau.

Freitag den 20. Februar

CONCERT

ä la Strauss

von der gesammten Capelle des Hess.

Jüger-Bataillous Nr. 11 unter

licher Leitung des Musikmeisters

Herrn A. Noack.

Billete a 25 Pf. sind in meiner Wohnung Schloßtreppe Nr. 98 zu haben. [475

Abends an der Kaffe ä 40 Pf.

Anfang 8 Uhr.