Einzelbild herunterladen
 

Slr

JTiarßurg, Donnerstag, 29. Januar 1880

XV. Ia-rgaa-

MtihMc jcitimo

Pf-

20.32

H.SO

80$ 172k l %

73.60

25.40

34.90

98.00

94.00

14.00

35.00

94.40

14.60

96$ 101$

155

126« 143$

134$ 96$

722

in die Details verlief, waren nicht von besonderer prin­zipieller Bedeutung. Die Abstimmung über die zahllosen VerbesterungsvorschlLge erforderte die volle Umsicht des Präsidenten, der seiner Aufgabe in glänzender Weise gerecht wurde. Die Berathung des §. 41 des Beeren- und Pilsenparagraphen wurde gestern eröffnet und von acht Red­nern behandelt. Von den hessischen Abgeordneten vertritt Hellwig den Standpunkt seiner Landsleute. Die Aeußerung des Dr. Grimm, dem daS Loos die letzte Stelle als Redner zugetheilt hatte, wurde durch Schlußantrag abgeschnitten. Die von dem Abgeordneten Dr. Grimm zur Wahrung der hessischen Rechte gestellten Anträge hatten in der Commission bereits Annahme gefunden. Dieselben wurden von Dr. v. Cuny in etwas erweiterter Form als Antrag eingebracht und mit großer Majorität angenommen. Der Minister Dr. Lucius hatte zuvor gegen die Annahme der zum Schutze der hessischen Gewohnheiten getroffenen Bestimmungen geredet. Die Gesetzvorlage wurde dann im Wesentlichen nach den Anträgen der Commission angenommen und man kann in dem Gesetze einen guten Schutz des EigenthumS ohne Bedrückung des armen Mannes mithin ein noth- wendiges und gutes Gesetz erblicken, wie es unter wesent­licher Einwirkung der Conservattven zu Stande gekommen ist.

Der neue Eisenbahnetat, welcher der erste Gegenstand der gestrigen Tagesordnung war, wurde der Budgetkommisston überwiesen. Es ergiebt sich aus dieser Vorlage eine neue und großartige Organisation sämmtlicher Eisenbahnober­behörden, von denen eine Direction in Frankfurt, die andere in Kaffel ihren Sitz hat.

Gel!-.

134 134$ 133$ 118 128 115$ 127$ in M.

177

9'A 273$ 118$ 315$ 334 215

48$

6 H

0

>5 !0 n

Tagesbericht.

Der Minister Maybach hat an sämmtliche Staatsbahn- Directionen folgende Verfügung erlaffen:Im Hinblick auf die aus den herrschenden Witterungsverhältnissen mög­licherweise hervorgehenden Gefahren durch Eisgang und Ueberschwemmung beauftrage ich die Königliche Direction, dm aus solchen Anlässen etwa an sie ergehenden Requi­sitionen der Behörden um Gewährung von Hülfe, so weit letztere in ihrer Macht liegt, bereitwilligst und ohne Verzug »ach Möglichkeit zu entsprechen. Ich darf erwarten, daß die Königliche Direction da, wo es sich um die Abwendung »bet Verminderung öffentlicher Gefahren handelt, nicht An­hand nehmen wird, auf eigene Verantwortung auch außer­halb ihrer eigenen Competenz liegende Maßregeln zu er­greifen, falls dies der Sachlage entsprechend zu dem ange­gebenen Zweck nothwendig erscheint. Meine nachträgliche Genehmigung, welche eventuell durch periodisch zu erstattende Berichte nachzusuchen ist, werde ich derartigen durch die Umstände gebotenen Maßnahmen nicht versagen."

Die Commission des Abgeordnetenhauses zur Vorbe- rathung des Verwaltungsgesetzes nahm mit 12 gegen 8 Stimmen den Antrag Bennigsens auf Vereinigung des NezirksverwaltungsgerichtS und des Bezirksraths an. Der Minister Graf Eulenburg hatte sich gegen diesen Antrag «uSgesprochen.

k. Aus dem Abgeordnetenhause gehen unS folgende Nach­richten zu: Am 24. hat die Eisenbahnkommission nach der «rstattung der Vorträge des Generalreferenten Dr. Grimm, bn zugleich für Berlin-Potsdam referirte und des Special­referenten von Oechtritz für die Rheinische Bahn die Ber- iräge nach Berathung in zwei Sitzungen genehmigt, jedoch rvird das Verhältniß zur Braunschweigischen Eisenbahn noch einmal Gegenstand einer CommissionSberalhung sein.

Die Beschlüsse deS Landtags am Sonnabend bei Weiter- «rathung des Forst- und Feldpolizeigesetzes, die sich sehr

Der Selbstrichter. Charakterskizze von Emil Richter. (Fortsetzung.) 14.

101$ 1011 101$

83; 86$ 85

93$ 83$ 90$

88

74$ 9$ 86

82$ 80 68 98$

92k 51$

104

74$ 711

mit der Einziehung der jetzigen Emissionen und der Aus­fertigung von Scheinen mit neuen Zeichnungen unter An­wendung des Wilcop'schen Pflanzenfaser-Papiers, welches nach den in Nordamerika gemachten Erfahrungen wirksamen Schutz gegen Fälschungen gewährt, vorgegangen werden. Bei dieser Gelegenheit soll auch eine vollkommenere Aus­stattung der neuen Reichskassenscheine in künstlerischer Hin­sicht stattfinden. Zu diesem Zweck ist die Veranstaltung einer beschränkten Preisbewerbung von mehreren hervor­ragenden deutschen Künstlern ins Auge gefaßt. Es er­scheint nothwendig, durch den Etat für 1880/81 für die Bereitstellung der Deckungsmittel zu den durch diese Preis- bcwerbung erwachsenden Ausgaben und zu den Kosten für Anfertigung des neu zu beschaffenden Pflanzenfaser-Papiers Vorsorge zu treffen. Kosten für den Druck der neuen Reichskassenscheine werden dagegen voraussichtlich erst im Etatsjahre 1881/82 zur Zahlung gelangen." Der Etat für das Reichsschatzamt weist an Einnahmen 24,993 M. gegen 12,100 M. im Vorjahr auf, an fortdauernden Aus­gaben 43,785,646 M. gegen 2,929,216 M. im Vorjahr. Das Mehr von 40,856,430 M. kommt vorzugsweise, nämlich mit einem Betrage von 40,624,500 M. auf Rechnung der aus dem Ertrage der Zölle und der Taback- steuer nach § 8 des Gesetzes vom 15. Juli 1879 an die Bundesstaaten zu machenden Ueberweisungen. Die ein- maligen Ausgaben betragen 3,831,760 M., 1,542,513 M. mehr als int Vorjahr, nämlich als letzte Rate für die St. Gotthardbahn 3,181,760 M. gegen 1,187,747 M. im Vorjahr, als Beitrag zu den Kosten der Errichtung dcs Allgemeinen Kollegienhauses der Universität Straß­burg, dritte Rate, 500,000 Mark als Beihülfe zur Vollendung des National-Denkmals auf dem Niederwald als erste Rate 150,000 Mark. Was den betreffenden Posten betrifft, so hatte bekanntlich der Reichstag in seiner Sitzung vom 26. Juni v. I. be­schlossen, die Petition um Bewilligung der noch erforder­lichen Geldmittel bis zum Betrage von 400,000 M. dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. Der zur Vollendung des Denkmals noch erforderliche Betrag beläuft sich unter Zugrundelegung der Anschlagssumme von 1,108,414 M. auf 397,973 M., rund 400,000 M., von denen je 150,000 M. für die Etatsjahre 1880 81 und 1881/82 und 100,000 M. für das Etatsjahr 1882 83 zur Ver­fügung zu Stellen sein würden. Die letzte Rate ist um den Betrag der etwa noch eingehenden Beiträge u. s. w., sowie der aus dem Verkauf von Materialien u. s. w. zu erwartenden Rückeinnahmen zu ermäßigen, sofern eine anderweitige Verwendung dieser Einnahmen nicht erforder­lich werden sollte. Die einzelnen Raten werden dem ge­schäftsführenden Ausschuß des Denkmal-Comites unter der Bedingung zu überweisen sein, daß demnächst der Nachweis der stattgehabten Verwendung für die Errichtung deö Denk­möglich fei, da könne nur der Tod Beider Sühne und Lo­sung geben. Und wenn Julius sich erhob gegen das Ge­spenst und ihm vorwarf, wie es in falscher Niedertracht den Bruder von ihm geriffelt, um ihn als bösen Feind ihm entgegenzuführen, da höhnte es ihm entgegen: Willst Du Lächerlicher auslöschen, was die Natur selbst vorge- zeichnet hat?

Mit eiserner Gewalt verschloß Julius die Bewegung, die ihn so vollständig einnahm, wie jene, die zu dem Kampfe mit Albert geführt hatte, tief in fein Inneres. Aber nur zu oft fand er selbst in der Zärtlichkeit, mit der ihm die Gattin begegnete, den Druck, der ihm die Verschlossenheit fast zur Unmöglichkeit gemacht hätte. Wenn sie ihn bat, Nachts nicht hinauszugehen auf den Anstand, wenn sie ihn warnte vor den Wilddieben, nicht ohne Schauder, aber ohne auch nur entfernt zu ahnen, wie sic ihn damit traf, da war ihm immer, als muffe er herausbrechen aus sich selbst, als müsse er sich anklagen vor chr; es trieb ihn dann, ihr in's Ohr zu flüstern mit dämonischem Hohne: Dein Mann ist ein Brudermörder! und gewaltsam, daß sie ih,n nachblicken mußte mit staunendem Befremden, vermochte er sich kaum loszureißen und fortzuftürzen.

In stundenlanger Einsamkeit rang es dann in ihm, bis endlich der Wille und sein Gedanke: Ich war Kämpfer und Sieger für mein Recht und Eigenthum, aber ich war kein Mörder! in ihm wieder die Oberhand gewann.

Ward das Wort immer weniger wahr, je mehr und je stärker sich's Julius zurufen mußte? und schien nicht das nächtliche Geipenst, das ihn verhöhnte, weil er sich ver­messen wollte, auszulöfchen, was die Natur selbst gezeichnet, immer mehr im Recht zu bleiben? Ja, zu Zeiten war es ihm, als spreche die Natur selbst mit unerbittlicher Schärfe!

Srf^etnt täglt* auüet en ben na^ Sonn, und Feiertagen. Prns für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJSustrirteS Sonntagsblatt" durch die Erpeditiou (Koch'fche

Buchdruckerei) bezogen 3$ Mark, durch bte Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (erd. Bestellgebühr). - Jnsettionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa. (Jflt in der Erpedrtton zu erthetlende Auskunst und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

<Lür die Monate Februar und März werden ö von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) Bestellungen auf die

Sberhessische jkitung

mit deren Gratisbeilage

ZllustrivteS Sonntagsblatt angenommen, und bitten wir dieselben baldigst machen zu wollen.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in gassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; BYenstein & Vogler in nkfurt a. M., Berlin, Wtg, Köln ic.; Rudolf

Rosse in Berlin, Frank­furt o. M re.

12.00 M. äußere Glück umgab ihn. Man bezeichnete ihn

(4 2, ? den reichst n Mann in weitem Kreise, und die Frau, --- er nun gewonnen, zeigte täglich, wie die Vergangenheit

Aber der Geist ruht niemals; und niemals konnte MiuS in Wirklichkeit auch nur für einen Augenblick die Erinnerung an das Geschehene aus seinem Sinn verbannen. Mmer beschäftigte er sich damit und selbst in die Voll- __ Eingenommenheit der angestrengtesten Arbeit, selbst in die 135 ! ästigste Aufregung rauschendster Vergnügungen, an denen j nicht fehlte, drang die Erinnerung herein, immer düsterer 168$: N> immer düsterer, so daß er oft in sich hineinsank in Mndenlangem Brüten und daß seine eigenartige Ver- Hlossenheit, die man ohnedies an ihm kannte, oftmals einen ^stoßenden Charakter annahm.

Deutsche- «eich.

** Berlin, 27. Januar. Dem Bundesrath ist der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Anzeige der in Fabriken und ähnlichen Betrieben vorkommcnden Unfälle vorgelegt worden. Derfelbe bezweckt die gesetzliche Verpflich­tung der Gewerbeunternehmer, die in ihren Betrieben vor- kommenoen Unfälle anzuzeigen, da ohne eine solche An­zeigepflicht, nur ein geringer Bruchtheil selbst der erheb­lichen Unfälle zur Kenntniß der Behörden gelangt. Etat der Reichsschuld für 1880/81 beziffert die fortdauern- AuSgaben auf 900,250 M. 520,000 M. mehr als im Vorjahr. Die Verzinsung der vierprocentigen Reichsschuld erfordert 8,500,000 M. gegen 5,500,000 M. im Vorjahr; dagegen kommen die im diesjährigen Etat befindlichen 2,400,000 M. zur Verzinsung der Mittel, welche behnfS der, Beschaffung eines Betriebsfonds zur Durchführung der Münzreform aufgenommen worden, in Wegfall. Die ein­maligen Ausgaben betragen 128,500 M., als Kosten für die Herstellung neuer, an Stelle der jetzt umlauencen aus­zugebenden Reichskassenscheine. In den Erläuterungen wird hierzu bemerkt:In Folge des wiederholt konsta- tirtcn Vorkommens nachgemachter Reichskassenscheine soll nur ein Schatten gewesen, der sich auf das Licht ihrer Zu­neigung für ihn gelegt hatte. So arg der Makel, den fte im Geheimen seinetwillen auf sich geladen hatte, war, jetzt und nachdem fein Recht auch äußerlich begründet worden, erinnerte nichts mehr an jenen; sie ward die musterhafteste Frau, die nur Einem Gedanken lebte. Ahnungslos war sie, wie die Welt, der festen Meinung, haß unfaßbare Wild- diebe den Tod ihres Mannes verschuldeten und ihr Ge­dankenkreis bewegte sich viel zu sehr in der unmittelbaren Gegenwart, als daß sie hätte grübeln sollen über Zusammen­hang und Folgen des Vorgangs, an den fte freilich mit Schaudern dachte; aber vielleicht kaum mit mehr Schaudern, als wenn es nicht sie selbst, sondern ihren Nachbar betroffen hätte. Für sie war dieser Vorgang die Lösung ans einem fürchterlichen Banne, dessen Spannung fast unerträglich gewesen, und je weniger sie den Zusammenhang jener Lö­sung kannte, je unbefangener sie dieselbe einer fremden Hand zuschreiben konnte, je glücklicher konnte sie sich fühlen und je mehr konnte sie von diesem Glück auf ihre Umge­bung fallen lasten.

Um so mehr verging Julius in innerem Grübeln. Das Glück, das er sich bereitet sah, konnte er nicht mit vollem Herzen aufnehmen; zu seinem Entsetzen gewahrte er, daß Das, was einmal getheitt worden war, getheilt blieb, trotz des furchtbaren Kampfes, der ihm scheinbar sein Recht und Eigenthum voll wieder gegeben hatte. Immer und immer lag zwischen ihm und Bertha der tobte Bruder und in schweren Träumen erschien derselbe ihm, erklärend, der Kampf sei nicht zu Ende, der Punkt des Rechts, der zwischen ihnen schwebe, fei durch jenen nicht ausgeglichen; »o etwas so Furchtbares, wie der Haß von Bruder gegen Bruder, ins Spiel komme, und friedliche Versöhnung nn-

>89.

Geld 97/ W;

97, 93} 93'

99

I S7.

i 199' 193

194, _»

97, 98, 97?

i

73, 62?

861 8s 79$ 82i 87^

86: 86;

89

59$

77 s

102$ 101$

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d.vlatteS sowie d. Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnannstche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendarck in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.

Bis zum Tage der Hochzeit war'S der unverrückbare «ranke an die Beseitigung des ihm widerfahrenen Frevels, fr Julius unausgesetzt beherrschte, der keinen anderen Ge- frnten neben sich aufkommen ließ, der jeoen Sckritt und fte Willensäußerung verschrieb und bestimmte. Nun aber auch der letzte Posten der Rechnung aufgestellt und Je Summe war zu ziehen. Das stellte sich vor ihn, wie frie unabweisbare Aufgabe; mit immer stärkerer Stimme M es ihm zu, daß erst der Strich gemacht sei und daß 97 2^ ökibe abzuschließen und zu vergleichen. Aber jetzt 72-00 ^ch^ack er. Vor dem Letzten schauderte er zurück und eine tonen. füllende Unruhe, die er zuvor nie gekannt, bemächttgte seiner.