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einem Falle auf Freisprechung, im anderen Falle auf je 200 Mark Geldbuße event. 20 Tage Haft.

Leipzig, 24. Januar. Am nächsten Montag feiert der zweithöchste Beamte Des Reichsgericht ein seltenes Fest; dem Oberreichsanwalt Freiherrn von Seckendorff ist es ver­gönnt, sein 50jähriges Dienstjubiläum zu begehen. Am 14. Februar 1807 geboren, trat Seckendorff am 26. Jan. in den preußischen Staatsdienst und war seitdem nachein­ander beim Justizamt zu Ehrenbreitstein, beim Appellations­gericht zu Köln, als Staatsprokurator in Trier, als Re- giemngsrath, Justitiar und Oberprokurator zu Köln, als Obertribunalrath zu Berlin und schließlich als Generalpro­kurator zu Köln thätig, von welch letzterem Ort er an das Reichsgericht übersiedelte. Das Reichsgericht wird den festlichen Fall offiziell dadurch feiern, daß es dem Jubilar durch eine Deputation aus seiner Mitte eine Adresse über­mitteln läßt.

Darmstadt, 22. Januar. Der Finanz-Ausschuß der Zweiten Kammer hat bereits über die Regierungsvorlage in Betreff der Erbauung einer stehenden Brücke zwischen Mainz und Kastel vorläufige Besprechungen gepflogen und den Abgeordneten Theobald zum Referenten ernannt. — Wie beträchtlich die Gerichtskosten dermalen sind, geht daraus hervor, daß nach einer Mittheilung der Oberhessischen Nachrichten allein das Landgericht der Provinz Oberhessen bis jetzt circa 14,500 M. Kosten erhoben hat. Wie man nach der „Fr. Z." wissen will, ist das Ministerium der Frage über die Vereinfachung des Erhebungsmodus näher getreten. — Die Regierung hat, nach der „K. Z.", aus Veranlassung eines Antrags auf Maßregeln gegen den Wucher dem Ausschüsse der Kammer mitgetheilt, daß sie sich im Bundesrath gegen Wiedereinführung einer Zinstaxe und gegen Beschränkung der Wechselfähigkeit, dagegen für strafrechtliches Vorschreiten gegen die wucherische Ausbeutung der Noch, der Unerfahrenheit und des Leichtsinns ausge­sprochen habe und wesentlich mit den von der Reichstags- Kommission wegen Bestrafung des Wuchers gemachten Vorschlägen einverstanden sei. Der Ausschuß theilt diese Stellung.

Karlsruhe, 23. Januar. Die Zweite Kammer hat heute nach drei Sitzungen das Budget des Justizministeriums durchberathen und dasselbe vollständig nach den Anträgen der Budgetkommission angenommen. Die ursprüngliche Anforderung von 11078844 M. für beide Jahre 1880 und 81 im ordentlichen und außerordentlichen Etat ist nun auf 10824 246 M., also um 453588 M herabgemindert. Bei dm Strafanstalten wurde von ultramontaner Seite auf eine verschärfte strengere Behandlung der Gefangenen hingewiesen, von der anderen Seite, das in Baden herrschende und auch auswärts anerkannte System des Gefängnißwcsens in Schutz genommen. Erwähnt mag noch werden, daß bezüglich der zur Sprache gebrachten hohen Gerichtsgebühren der Justizminister einräumte, daß die Klage über die Höhe der Gerichtskosten eine allgemeine und im ganzen Lande verbreitete sei, und zusagte, daß die großherzogliche Re- giemng deßhalb beim Bundcsrathe in der Richtung thätig sein werde, daß in nicht allzulanger Zeit eine Revision des Gerichtskostengesctzes Statt finde.

Aschaffenburg, 24. Januar. Offizielles Refultat der Ersatzwahl zum Reichstage, v. Papius (ultramontan) er­hielt 8810, Nöthig (liberal) 2953 Stimmen; ersterer ist somit gewählt.

ÄUSlMd-

Wieu, 24. Januar. Der dem Abgeordnetenhause heute zugegangenen Vorlage über den Bau der Arlberg-Bahn zufolge, soll der auf Staatskosten herzustellende, mit 35,600,000 fl. veranschlagte Bau noch in diesem Jahre begonnen werden. Von einer Beitragsleistung Ungarns wird abgesehen. Dafür wird die ungarische Regierung bei der ungarischen Legislatur beantragen, die Kosten der Donauregulirung beim eisernen Thor und bei Orsona ganz auf den ungarischen Staatsschatz zu übernehmen, svdald die Arlbergbahn legislatorisch gesichert ist. Die „Polit. Corresp." meldet auö Konstantinopel: Hier circulirt neuerdings das Gerücht von einer bevorstehenden Abberufung Layards und dessen Ersetzung durch Elliot. — Der diplomatische Agent des Khedive ist nach Kairo gereist, um mit bern. Khedive persönlich Verabredung zu treffen bezüglich dessen im Lause des April beabsichtigten HuldigungSreise nach Konstantinopel.

Rom, 20. Januar. Am 7. März 1830 hielt der junge Joachino Pecci, heute Papst Leo XIII , seine erste öffentliche Differtation. Auf den 7. März fällt gleichzeitig das Fest der h. Thomas von Aquino, dessen philosophische Principien der jetzige Papst, wie man weiß, wieder zu Ehren gebracht hat. Es wird dies Zusammentreffen zu einer feierlichen Masfendemonstration Anlaß geben, indem am 7. März von allen Theilen der katholischen Welt, die Abgeordneten der Universitäten, der Akademien, der Seminare, Collegien und anderen geistlichen Institute, hierher nach Rom kommen. Die Deputationen werden von Bischöfen und anderen Prälaten geführt. Avr 6. März ist allgemeine Vorversammlung. Am 7. Morgens Hoh-Messe vor dem Altar des h. Thomas d'Aquino mit einer besonderen Fest- Predigt. — Darauf feierliche Audienz bei Sr. Heiligkeit.

Paris, 24. Januar. In der Kammer interpellirte Janvier re la Motte (Bonap.) den Minister des Jnnnern in Betreff der Suspension eines Adjunk'.en und be­zeichnete die Suspension als eine Verletzung des Privatversammlungsrcchtes. Der Minister des Innern erklärte, die fragliche Versammlung habe den Charakter einer Wahlversammlung gehabt; er sei daher mit der Ab­

setzung des Adjunkten durch den Präfekten des Eure-De­partements einverstanden. Die Kammer nahm dem Anträge des Ministers gemäß die einfache Tagesordnung mit 262 gegen 138 Stimmen an.

Loadou, 24. Januar. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Theheran von heute: Nachrichten aus Tschikislar zufolge befinden sich in der Umgebung desselben keine Turk­menen. Die Verbindung zwischen Tschikislar und den in einiger Entfernung ostwärts stationirten russischen Vorposten ist vollständig ungestört. Die telegraphische Verbindung zwischen Tschikislar und Theheran funktionirt. Seit Er­öffnung der telegraphischen Linie zwischen Tschikislar und Astrabad, im Oktober 1879, hat eine Unterbrechung durch eine absichtliche Beschädigung seitens der Turkmenen nicht stattgefunren.

Petersburg, 24. Januar. Der „Russische Invalide" erklärt die Nachricht englischer Blätter, daß seitens der Teketurkmenen ein Ueberfall der russischen Stellung in Tschikislar nnternommen und der Rückzug der dortigen russischen Armee erfolgt sei, für pure Erfindung. Laut den letzten offiziellen Nachrichten vom 17. d. herrschte bei Tschikislar vollständige Ruhe.

Cannes, 24. Jan. Die Kaiserin von Rußland wird ihre Rückreise nach Petersburg vorraussichtlich am nächsten Dienstag antteten.

Bukarest, 24. Januar. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer wurde ein die Konvention empfehlendes Gutachten der Eisenbahnkommission verlesen. Die öffentliche Debatte darüber wurde aus Montag anberaumt.

Washington, 24. Januar. Der Gesandte der Union in Peru erbat sich Instruktionen bezüglich der Anerkennung Pierola'S als Dictator von Perb.

Rewyork, 24. Januar. Einer Meldung aus Augusta von heute zufolge, erließen die Fusionisten des Staates Maine eine Erklärung an das Obergericht, worin sie um eine nochmalige Erwägung der die Illegalität der susio- nistischen Legislatur aussprechenden Entscheidung ersuchen. Der fusionistische Schatzmeister soll beträchtliche dem Staate Maine gehörige Geldsummen erhalten und einen Theil derselben den Mitgliedern der fusionistischen Legislatur ausgezahlt haben. Der Bürgermeister von Augusta be­nachrichtigte Den republikanischen Gouverneur Davies, daß er einen Versuch der Fusionisten, sich des LegislaturgebäUDeS zu bemächtigen, beiürchte. Davies berief in Folge dessen die gesammte Miliz, deren Treue gesichert ist, unter Waffen. Zwei Kompagnieen besetzten heuie früh das Legislaturge­bäude und lösten die Daselbst befindliche Polizei ab. Heute werDen noch Verstärkungen, namentlich Artillerie erwartet. Die Republikaner erklärten, sie würden den Besitz des Legis­laturgebäudes behaupten und im Falle Beistanv nöthig, sich an den Präsidenten der Republik wenden. Es verlautet, es habe eine heimliche Organisation der fusionistischen Miliz stattgefunoen. Davies bezweifelt die Treue eines Theiles der Staatstruppen.

Hesson'Ka^».

Marburg, 25. Jan. Gestern Abend von 5 Vs Uhr an gab die Burschenschaft „Arminia" dahier auf der Lahn, in der Nähe der Heringsmühle, ein EiSfest, zu welchem sich sehr viele Theilnehmer und Zuschauer eingefunden hatten. Unter den Klängen der Jägermusik btt dem Licht bunter Laternen und Lampions wogten die Schlittschuh­läufer auf und ab, abwechselnd vereinigte man sich zu einigen Tänzen; Polonaise und Frantzaise wurden auf der glatten Fläche elegant ausgeführt. Gegen 7 Uhr wurde auf dem linken Lahnufer ein kleines Feuerwerk abgebrannt und erst gegen 8 Uhr Abends zerstreuten sich die Feft- thellnehmer und die schaulustige Menge.

Fulda, 24. Jan. Gestern Vormittag gegen 3 Uhr ist der Holzhauer Carl Völlinger aus Großenlüder im Waldort „Oberlulheid" beim Fällen einer Tanne von der­selben derart auf den Kopf geschlagen, daß er auf der Stelle todt blieb. Der Verunglückte war 54 Jahre alt und hinterläßt eine Wittwe und zwei Kinder.

Vermischtes.

Göttingen, 21. Januar. Heute früh 7 Uhr starb hier im 41. Lebensjahre nach längerem Leiden an HalS- und Lungenschwindsucht Dr. Karl von Seebach, orvenllicher Professor der Mineralogie und Geologie in Der hiesigen Fakultät, ordentliches Mitglied der Societät Der Wissen­schaften wie verschiedener auswärtigen gelehrten Gesell­schaften.

Ler-Kk-ptzische Depesche«

Wik», 25. Januar. Bezüglich der Geldschaffung für die Arlbergbahn bezeichnet es die „Montags-Revue" als wahrscheinlich, daß die Regierung nicht zur Vermehrung der Gold- oder Papierreule schreiten, sondern eine specifische Eisenbahn-Anleihe auflegen werde.

Wien, 25. Januar. Der Budget-Ausschuß der ReichS- raths-Dclegation hat daS gesammte Heereserforderniß mit der Bedeckung nach der Regierungsvorlage angenommen.

Rom, 24. Januar. Der Senat nahm mit 125 gegen 83 Stimmen den aufschiebenden Antrag des Centralbureaus in Betreff der Mahlsteuervorlage an. Das Ministerium erklärte, daß es die Suspendirung als gleichbedeutend er­achte mit der Verwerfung. Dem gegenüber betonte der Bettchterstatter des Centralbureaus, er betrachte die Sus­pendirung nicht als Verwerfung; es hänge von der Regie­rung ab, dir Frist, nach welcher der Senat die Vorlage von Neuem prüfen werde, abzukürzen.

Paris, 25. Januar. Admiral Duperre, welcher sich um Mitte Decembcr von Toulon einschiffte, erhielt, Dem Journal „La Pair" zufolge, die erforderlichen Instructionen für die Occupatio» Tonkins. Der Marineminister wird in der nächsten Session 10 Millionen Francs Credit hierfür beantragen.

Paris, 25. Januar. Heute fand im Camps Elysee eine Versammlung von etwa 3000 Inhabern türkischer Obligationen unter dem Vorsitze Koratry's statt. Dieselbe beschloß einstimmig eine Vorstellung an den Präsidenten der Republik, toorin sie protestirt gegen das jüngste Ar­rangement der Pforte mit den Bankhäusern in Galata, durch welches die französischen Darlehen des größten Theils ihrer Pfänder beraubt würden. Die Versammlung sprich! ihr Vertrauen zu dem Marquis de Tocquevill aus, welcher die Wiederherstellung der Konvention vom 30. Januar 1879 verlangt hat. Die Inhaber rechnen auf die Unter­stützung der französischen Regierung und des französischeii Botschafters in Konstantinopel. Wenn jede Genugthuunz verweigert werden sollte, so werden die Inhaber gemä*a dem Berliner Vertrage beantragen, daß alle Cabinete außer Anderem, die Ernennung einer internationalen Commission zur Regelung und zum definitiven Schutze der bestänch bedrohten und durch den Jrade vom 10. November bereits verletzten Interessen der auswärtigen Gläubiger ins Auge fassen. Diese Vorstellung wird dem Präsidenten Grsoy heute Abend noch überreicht werden.

Madrid, 25. Januar. Das Journal „Jl Liberal" versichert, daß der Minister der Colonien mit dem Budgei für Kuba den Antrag auf Ermächtigung, zum Abschlüsse einer Anleihe von 60 Millionen Piaster einbringen werde. Damit sollen alle früheren Aulehen getilgt werden. Alb Garantie sollen die Zolleinkünste von Kuba verpfände! werden.

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Petersburg, 25. Januar. Die „Agence russe" erklär! die von verschiedenen Blättern gebrachte "Nachricht, daß die russische Regierung an die Cabinete von Wien und Berlin eine Note richtete, betreffend die Zurückziehung der Truppen^ aus Polen, von Anfang bis zu Ende für pure Erfindung.

Washington, 25. Januar. Die Unions-Regierung wird jegliches Verhalten ihres Gesandten in Lima bezüglid der Anerkennung der neuen peruanischen Regierung unter­stützen. — Aus Augusta wird gemeldet: Das Legislatm-

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Schluß der Rede des 2lbg. Rübsam. Meine Herren, in der hessischen Zeit wurden diese Gerechtsame so gehandhabt, daß zuerst die Leute ihr LooSholz bekamen und erst das übrig gebliebene wurde zur öffentlichen Versteigerung ge­bracht. Unter der hejsffchen Regierung wurden überhaupt Ich die Bestimmungen über Holzabgabe sehr human gehandhabt sE " und wenn der Herr Minister sagt, es wären damals mehr ; nicht Beschwerden vorgekommen, oder mehr Grund zu Beschwerden, so muß ich dies bestreiten. Die hessischen Beamten behandelten diese Verhältnisse sehr human: einmal, weil die hessischen Be­hörden eine große Achtung vor dem Recht hatten und die Neu, bestehenden alten historischen Verhältnisse mit großer Scho­nung behandelten; zweitens weil von der höchsten und der, allerhöchsten Stelle aus ihnen immer befohlen wurde, diese Holz Verhältnisse mit Schonung zu behandeln. Wenn Sie btt allhesstschen Verordnungen durchlesen, so finden Sie in fast

thätigkeit angerufen hat.

(Hört, Hört!) :

Nun besagt eine mir zugegangene Zuschrift, durch N Handlungsweise der Forstbeamten im vorigen Jahre hätw die Leute jetzt nicht das nöthige Holz, weil es ihnen st schlecht offerirt wurde, daß sie es nicht annehmen konnte»! : und wenn das so fortginge, so komme zu Der B.odnotl noch die Holznoth, die früher dort gar nicht betrat w3t Ich will jetzt nicht auf andere Beschwerden zruncttomme» insbesondere in welcher Weise diese Gerechtsame den ßeute< durch die Art der Bearbeitung des Holzes geschmälert w^ koste

mächtigen.

Panama, 25. Januar. Nachrichten aus Lima vorn 14. d. melden, daß oie peruanische Regierung Den Anträgen des deutschen Minister residenten entsprochen und bett Dampfer „Luxor" zur Verfügung der Kosmos-Gesellschasl freige­geben habe.

Die Loosholzberechtignng im Abgeordnetenhaus.

(Stenographischer Bericht.) rSchluß.)

Gebäude befindet sich unausgesetzt unter dem Schutz bei Miliz. Der Pöbel zeigte wegen der Anwesenheit der be­waffneten Miliz einige Gereiztheit. Die Ruhe wurde in­dessen bis jetzt nicht gestört. Die Repnbl katier behaupten, ihre Vorsichtsmaßregeln seien völlig gerechtfertigt, da sie benachrichtigt seien, daß eine Verschwörung der Fusionisten ist b bestehe, um sich des Legislaturgebäudes gewaltsam zu be-

jeder die Mahnung an die Behörden, den armen Man» nicht zu drücken uub keine Finanz zu treiben. Der Herr Minister wird sich ein großes Verdienst erwerben, nenn et teufe einmal genauer die Sache utttersuchl und nicht mit so all- Ich gemeinen Verfügungen Abhülfe zu schaffen sucht, sonder» Nad> durch ganz bestimmte Vorschriften, in welcher Weise btt 80 Holzabgabeu zu geschehen haben und in welchen Holzsortev- biefe. Meine Herren, diese Eingaben, die ich Ihnen obc» teerb vorgelesen habe, wurden mir vor einigen Wochen, als bti Hers ungewöhnlich große Kälte eingetreten war, zugestellt. S«' fiung stammen aut einer Gegend, die sehr atm ist. Das Laitt ist dort sehr wenig ertragsfähig. Die Noch klopft bett schon bedenklich an die Thüren, und ich kann hier bemerke», daß in einem benachbarten Dorfe der Nothstand bereits st weit gediehen ist, daß der Landrach die öffentliche Mist'