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Marburg, Freitag, 23. Januar 1880

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Lungen nimmt dagegen: He Expedition d.vlattes, fosie d.Annoncen-Bureaux nOn Th, Dietrich & Co. in Itajfel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Kaaserchein & Bögler in Frankfurt a M., Berlin, Leipzig, Löln re.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank- furt a. M. rc.

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Anzeigen nimmt entgegen Me@fl)ebttion d. Blattes sowie d.Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermannffche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Merfeld: 6. Schlotte in Bremen.

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(Fortsetzung folgt.)

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sam? schrie'n sie den Ankommenden schon von fern ent­gegen. Aber diese schienen viel zu sehr mit ihrer Ladung beschäftigt, um sogleich zu antworten. Erst als die HerauS- gelaufeuen den Wagen umringten, und einige von hinten den Tobten, der fast die ganze Länge Jenes einnahm, sahen, sagte der Schäfer erklärend von oben herab:

Die Freischützen Hasten, Albert.

Ist er tobt? schrie'n sie nun von unten; erschossen?

Er ist tobt, antwortete ber Führer des Wagens; aber nicht erschossen; sie haben sich gewürgt.

Er hat geschossen bemerkte ein Anderer; seine Büchse ist abgefeuert; sie lag neben ihm.

Die Freischützen! sagte der Schäfer wieder.

Das hat er von seinem alten Recht! rief nun einer der Ankömmlinge.

Ja, das hat et davon; sagte ein Anderer. Er war auch

hoben und legten ihn vorsichtig nieder. Damit der Kopf eine höhere Lage bekomme, rollten sie eine Strohblende zu­sammen und schoben sie unter denselben; die zweite hatten sie dem Körper untergelegt. Dann bestiegen sie selbst den Wagen, nachdem sie zuvor auf dein Platze, wo sie den Todten aufgehoben hatten, mit zusammengelesenen Steinen ein Mal gemacht. Der Schäfer fließ mit auf. Er über­ließ auf eine Weile dem Knaben seine Heroe, indem er ihm Achtsamkeit befahl und ihm streng verbot, die niederge­legten Steine zu verrücken. Langsam fuhr nun der Wagen Über das Feld und bann der Straße entlang dem Dorfe zu.

Dort war man noch ohne Ahnung. Das Anspannen und die Abfahrt des Wagens war so rasch geschehen und war auch an Sonntagen, wo es ost vorkam, daß Einer oder der Andere der Nachbarn früh einspannte, um über Land zu fahren, nicht so sehr auffällig,. Die Abfahrenden aber waren nur mit dem Gedanken, rösch am Unglücksorte zu sein, beschäftigt, und auch der Knabe war zufrieden ge­wesen, als er gleich am Eingänge des Dorfes einige Leute, die alsbald mitzufahren bereit waren, gefunden hatte. Erst als Frauen und Gesinde aus den Häusern der Abgefahre­nen heraustraten und da und dort fragten, ob man nicht gehört, wo ihre Angehörigen so rasch hin seien, da kam man darauf, daß etwas Besonderes draußen im Felde ge­schehen sein müsse.

Endlich, nachdem mehr als eine Stunde vergangen war, und es im Orte lebendiger zu werden begann, sahen Einige, die herausgetreten waren, um über die Veranlassung der raschen Fahrt zu grübeln, den Wagen aus der Landstraße langsam daherkommen und ihre Neugier trieb sie, dem­selben entgegenzugehen.

Was habt Ihr denn? warum fahrt Ihr so lang-

entwickelt in der letzten Zeit eine sehr starke Abneigung gegen den Schnee in den Straßen der Stadt und ist be­reits gegen viele Hausbesitzer, die sich in voriger Woche nicht dazu verstehen wollten den Schnee von den Straßen zu entfernen, strafend vorgegangen. Dieselbe beruft sich auf die 39 und 40 der Straßen-Polizei-Ordnung für die Stadt Marburg, obgleich diese Paragraphen von Schnee­wegschaffen durchaus nichts enthalten. Der letzteren Ansicht scheint auch unsere städtische Verwaltung zu sein, da diese auf allen städtischen Plätzen, die sonst von ihr gereinigt werden, den Schnee hat ruhig liegen lassen. Daß der Schnee die an und für sich schweren Verkehrsverhältnisse in Marburg eher erleichtert als wenn er weggekehrt wird und Glatteis entsteht, wie es durch die polizeiliche Anord­nung dieseSmal hier und da der Fall war, weiß jeder Marburger, und darum wird man ihn wohl auch haben liegen lassen, doch das Hilst nicht gegen die erlassenen Strafmandate, gegen diese muß rechtzeitige Einsprache er­hoben und die Entscheidung darüber dem richterlichen Er­messen anheimgestellt werden.

Marbnrg, 21. Januar. Es freut uns die Wahr­nehmung, daß auch dieHessische Morgenzeitung" in dem Abdruck des stenographischen Berichts über die Loosholzfrage im Abgeordnetenhause unserem Beispiele folgt, es wäre sehr erwünscht, wenn sämmtliche hessischen Blätter ein Gleiches thäten, und damit die Entstellungen, welche anfänglich über diese Verhandlungen durch liberale Berichterstattungen ver­breitet waren entkräftet würden.

Der Fürst von Waldeck hat den Herren Oberge- richtspräsibenten Mager und Oberstaatsanwalt Bartels das Waldeckische Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Kassel, 19. Januar. Sehr oft ist über die Verluste der deutschen Regimenter im letzten Kriege gestritten worden, hauptsächlich über die des heimischen 83. Regts. im Ver- hältniß zu den andern. Nach den amtlichen Angaben welche hierüber von dem König!. Preuß. statistischen Bureau veröffentlicht sind, verlor das 83. Regiment im Kriege 1870/71 an Tobten unb Verwundeten: 60 Offiziere, wovon 22 gefallen ober ihren Wunden erlegen, und 1194 Mann. Das ergibt eine Gesammt-Verlustziffer von 1254 Mann. Das Regiment hat 21. Schlachten und Gefechte mit- gemacht, nämlich: Weißenburg-4. Aug. 1870, Wörth 6 Äug. 1870, Sedan 1. September 1870, Paris 22. Sept, bis 6. Oktbr. 1870, Mont-Mesly 30. Sept. 1870, Artenay 10. Oktober 1870. Orleans 11. Oktober 1870, Chateau d'un 18. Oktober 1870, Chartres 20. Oktober 1870, Courville 3. November 1870, Chateau neuf 16. Novbr. 1870, Bretoncelles 21. November 1870, Bonneval 27. Novbr. 1870, Orleans 2.3.4. Dezbr- 1870, Cravant 8.9.10. Dezember 1870, Freteval 16. Dezbr. 1870, La Fourche 5. und 6. Januar 1871, Le Mans 10., 11. und 12. Januar 1871, Ballon 13. Jan. 1871, Beaumont

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immer so boshaft wenn einmal ein Fremder einen Hasen Hinwegschoß! Als gäbe es nicht genug davon!

Aber schrecklich ist es doch, riefen Mehrere.

Freilich schrecklich! seine Mutter! seine Frau!

Bruder!

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Marburg, 21. Januar. Unsere Polizeiverwaltung

Deutscher Reich.

Berlin, 21. Jan. Gegenüber dem von derNat.- Ztg." reproducirten Artikel der WienerPresse" über die Tarifverhandlungen im deutsch-österreichisch-ungarischen Eisenbahnverbande, woran Betrachtungen über einen an­geblich ausgebrochenen Krieg der Eisenbahntarife geknüpft find, schreibt dieNordd. Allg. Ztg.": Nach unseren In­formationen handelt es sich im vorliegenden Falle über­haupt nicht um Tariffragen. Die neuen Verbandtarife deS deutsch-österreichisch-ungarischen Eisenbahnverbandes sind um Neujahr ins Leben getreten. Von einet Tarifregelung oder gar dem Ausbruch eines Tarifkriegs ist überall nicht die Rede. Die neuerlichen Verhandlungen der Verbands- verwaltungen betreffen nur die Jnstradirungsfrage und den Abschluß von neuen Jnstradirungs-Vereinbarungen, deren Amderung zunächst von österreichischer Seite gewünscht »ar. Die zwischen der österreichischen Staatsbahn, der Ferdinands-Nordbahn und Mährisch-Schlesischen Central­bahn kürzlich getroffene Vereinbarung zielte darauf ab, den mährisch-deutschen Getreide- und Holzverkehr soweit thunlich den längeren österreichischen Strecken meist auf erheblichen Umwegen zu erhalten. Wenn derartigen Bestrebungen gegenüber von deutscher Seite jetzt ähnliche Wünsche we- senllich zu Gunsten kürzerer Verkehrslinien geltend gemacht würden, könne darin ein Krieg der Eisenbahntarife nicht nblickt werden. Nach den ^Informationen der genannten Zeitung ist übrigens nach vorläufiger Anmeldung und summarischer Erörterung der beiderseitigen Wünsche die Ordnung der ganzen Angelegenheit in den gewöhnlichen Geschäftsgang eingeleitet und zunächst einer engeren Direktionen - Commission zur Vorberathung überwiesen worden. ES verbleibe inzwischen bei den bisherigen Znstradirungs-Vtreinbarungen, mit deren Fortdauer bis Ende Mai die österreichischen Bahnen sich einverstanden erklärten. Die Eisenbahncommission nahm in ihrer heutigen Sitzung die Verlesung der Protokolle über die 13. bis 17. Sitzung vor und genehmigte dieselben. Außerdem beschloß die Commission, in der nächsten Sitzung mte zweite Lesung der beschlossenen Resoluttonen vorzu- uehmen, nachdem dem Referenten noch nachträglich neues Material zugegangen, durch welches die Resolution in ein-

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Und der Kleine, den sie heute taufen wollten.

Für das Taufessen wollte er ja die Nacht noch Reh schießen er sagte es mir gestern redete zwischen ein junger Mensch, der noch nachgelaufen war.

Da traf er auf die Freischützen, sagte nochmals der Schäfer.

Die Freischützen! rief nun im Chor.

Der Wagen hielt indeß. Die Angekommenen blickten zwischen den Wagenleitem hindurch, den Todten genauer zu betrachten. Einige stiegen auf die Räder und blickten von oben herab in das verzerrte Antlitz.

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| Der Selbstrichter.

Charakterskizze von Emil Richter.

I (Fortsetzung.)

ES sind verwegene Kerle unter diesen Freischützen, sagte ; einer.

Sie haben nichts zu verlieren, meinte der Andere.

Eigentlich kann' rnan's ihnen nicht verdenken, bemerkte öt Dritter. Wenn ber Eine jagen bars, warum soll's Ächt auch der Andere dürfen; die Thiere gehen ja auch in feine Felder.

Das sind alte Rechte, wies diesen der Zweite zurück. An den alten Rechten läßt sich Nichts änbem.

. Ich würbe mich aber doch gewahrt haben, fuhr Jener tot, een Kerlen so in bie Hände zu laufen; einsam in to Nacht und wenn ich zwei Doppelbüchsen in der Hand Schabt hätte

Diese Leute setzen Alles aufs Spiel, warf der Erste Zwischen.

L Freilich freilich HalSeisen und Zuchthaus. Dann V. ihr ehrlicher Name dahin. Albert hätte genug Wild Sffunden für seine Taufe. Ich hätte ein Auge zugemacht tob wäre an diesen verwegenen Menschen vorbeigegangen, ÄS sähe ich sie nicht.

Ich denke auch so, sagte der Schäfer. Wenn ich Alles, tos Nachts auf dem Felde vorgeht, sehen wollte, so lebte H längst nicht mehr. Meine Hunde denken auch so Trotz des Todten lachte Einer.

i Es ist gewiß, bekräftigte der Schäfer; wenn nur Nie- toub den Hürden zu nahe kommt.

Inzwischen hatten bie brei Männer aus dem Dorfe tot Hilfe des Schäfers den Tobten auf den Wagen ge-

haben. In den Sitzungen der Rechnungscommission am 19. unb 20. b. M. würbe beschlossen, ber Rechnung über ben Etat pro 1876 mit Vorbehalt ber weiteren Be- schlußnahme über einige Positionen des Extraordinariums bie Dechargc zu erthellen. Der Vorbehalt würbe beshalb gemacht, weil zwischen bet Staatsregierung unb der Ober­rechnungskammer noch Verhandlungen über die grundsätzliche Behandlung derjenigen außerordentlichen Ausgabefonds schweben, an welchen Ersparungen eingetreten sind, ohne daß die Ueberriagbarkeit im Etat ausdrücklich zugelassen wäre. Bei dieser Sachlage erschien die definitive Beschluß- nahme über jene Positionen zur Zeit nicht angezeigt.

AuSlaod.

Wien, 21. Januar. Die ungarische Delegation nahm das außerordentliche Erforderniß für die occupations- Truppen in Bosnien unb Herzegowina pro 1880 unver­ändert an.

Paris, 21. Januar. Die drei hauptsächlichsten Be­stimmungen des Ferty'schen Gesetzentwurfs betr. die Ver­pflichtung zum Volksunterricht sind: Verweis; Nennung durch öffentlichen Anschlag: gewöhnliche polizeiliche Be­strafung säumiger und nachlässiger Eltern: Unterstützung atmet schulpflichtiger Kinder. Bei der Unentgeltlichkeit deS Unterrichts sind die Gemeinden verbunden, vier und wenn erforderlich fünf Zuschlags-Centimes von bet Gemeindesteuer zu den Schulkosten beizutragen. DieRepublik francaise" verlangt Personalveränderungen in der diplomatischen Ver­tretung Frankreichs und fügt hinzu, das Ausland würde mit Genugthuung diese Modifikationen sehen, welche be­weisen würden, daß Frankreich von Männern bedient wird, würdig es zu verrieten, indem sie keine Gelegenheit vorüber- gchen lassen, in vollem Maße bie Politik zu billigen, welche bie Auftechterhaltung guter Beziehungen mit ganz Europa sicherte.

Loudon, 21. Januar. In der Kohlengrube Leycett ^Grafschaft Stofforb) erfolgte heute Nachmittag in Folge chlagenbet Wetter eine Explosion, wodurch 7090 Per- onen getöbtet wurden.

Kairo, 21. Januar. Der Khedive hat gestern das Dekret wegen Feststellung des Budgets für 1880 unter­zeichnet; danach wird die Einnahme auf 8,561,622, die Verwaltungsausgaben und der Tribut auf 4,323,030 Egypt. Pfund veranschlagt. Der hiernach sich ergebende Eiunahmeübetschuß von 4,238,592 wird als Grundlage zur Regelung der öffentlichen Schuld dienen. Der Khe­dive reift morgen nach Ober-Egypten.

Washington, 21. Jan. Die Unionsregietung be­schloß Malietoa als König von Samoa anzuetkeunen.

Mien Theileu gegenstandslos geworden. Die Commission für die Vorbetathung der Verwaltungsgesetze nahm gestern die §§. 818 unverändert nach der Regierungsvorlage M. Diese Paragraphen enthalten die Bestimmungen über die Trennung des Oberpräsidenten von der Regierung seines Wohnorts und Ernennung eines besonderen Regie­rungs-Präsidenten für die letztere. Ferner wegen Aufhe­bung der Abtheilung des Innern und der noch bestehenden Ändwirthschastlichen Abthcilungen, endlich wegen Errichtung ton Abteilungen für Kirchen- und Schulwesen bei den­jenigen Regierungen, wo solche bisher nicht bestanden

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerer) bezogen 31 Mark, durch bte Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pfg. berechnet.