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gtanben anerkennen, b's der Obergerichtshof seine Meinung abgegeben. — Der Republikaner Garfield ist in Ohio zum Senator gewählt, an Stelle deS Demokraten Thurman. — Die Sitzung der republikanischen Mitglieder der Legislatur von Maine dauerte bis heute früh um 2 Uhr und wurde alsdann bis Sonnabend vertagt. Die fufionistischen Mitglieder der Legislatur hielten heute ebenfalls eine Versammlung ab, in welcher über eine Reihe von Fragen bezüglich der Legalität des Vorgehens der Republikaner, welche dem Obergerichtshofe zur Entscheidung vorgelegt werden sollen, berathen wurde. Beide Parteien scheiüen die Entscheidung des Obergerichtshofes abwarten zu wollen.
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Kassel, ■ 3. Jan. In der gestem im Stadtpark vereinigten constituirenden Versammlung der Conservativen Kassels wurden die Statuten genehmigt, wonach Hierselbst ein „Conservativer Verein für den Regierungsbezirk Kassel" ins Leben tritt. Derselbe steht auf dem Boden des deutsch- wnservativen Programms vom 18. Juni 1876 und hat aus seiner Mitte den bereits in gestriger Nr. mitgetheilten Vorstand gewählt.
— Regierungs- und Baurath Aßmann seither in Kassel ist durch Allerhöchste Bestallung vom 8. Januar 1880 zum Geheimen Baurath und vortragenden Rath im Kriegsministerium ernannt worden.
Ans Hesseu-Rafsa», 12. Januar. Wenn man den Besuch der höheren Schulen in Preußen nach der Konfession prüft, so findet man, daß die Zahl der evangelischen Schüler mit dem Wachsthum der Gesammtzahl reichlich Schritt gehalten hat. Sie stieg vom Januar 1872 bis Wintersemester 1878-79 in den Gymnasien und Progymnasien von 50,772 auf 60,377, in den Realschulen I. und II. Ordnung von 27,884 auf 32,000, und den höheren Bürgerschulen von 10,833 auf 13,158. Die evangelische Bevölkerung lieferte 1872 auf diese drei Arten von höheren Schulen zusammen 72,85 pCt. und 1878/70: 73,69 pCt. Zu den Gymnasien lieferte sie fast 5,7, zu den Realschulen stark 4 5 der gesammten Frequenz. Bei den katholischen Schülern schwankt auf den Gymnasien und Progymnasten die Zahl zwischen 16,000 und 17,000; letztere Summe wurde zuletzt im Sommer 1876 erreicht. Wenn sich 1872 die Zahl der katholischen Gymnasiasten auf 16,562 beläuft, so ist das bei dem natürlichen Wachsthum der Bevölkerung ein Rückgang. Auf den Realschulen war die Steigerung ein wenig größer, nämlich von 3664 auf 3881. Doch bei den höheren Bürgerschulen findet sich ehe beträchtliche Steigerung von 2085 auf 2757. Der Besuch der höheren Schulen von Seiten der Juden ist der bedeutendste, und zwar ungleich mehr der der Gymnasien. Die Zahl der israelitischen Gymnasiasten wuchs von 6648 auf 9407, auf den höheren Bürgerschulen von 714 auf 1048. Was der Besuch der Realschulen betrifft, so bewegt sich der Unterschied zwischen 3579 und 3972. Die Zahl der Dissidenten ist unbedeutend. (H. M.)
Wiesbaden, 14. Jan. Der, wie bereits telegraphisch gemeldet wurde, heute früh um 7 Uhr hier verstorbene Herzog Friedrich Christian August von Schleswig-Holstein- SonderburgMugustenburg war erst zwei Tage vorher von seinem Schlosse Primkenau hier eingetroffen. Mit seinem Namen ist ein wichtiges Stück der neueren deutschen Geschichte verknüpft: in den Jahren 1864—1866 wurde er vielfach als der Erbe des schleswig-holsteinischen Thrones betrachtet Herzog Friedrich war geboren am 6. Juli 1829 und wurde durch den Verzicht seines Vaters Chef der älteren Linie seines Hauses. Nach dem Tode des Königs Friedrich VII. von Dänemark beanspruchte er die Nachfolge in Schleswig-Holstein. Da er jedoch die von Preußen gestellten Bevingungen nicht annahm, so verwarf dieses seine Ansprüche; es brach der Krieg von 1866 aus und die Herzogthümer wurden von Preußen annectirt. " — Vor einigen Tagen fanden Fischer in der Nähe der
Pulvermühle bei Gießen eine Anzahl Briefe im Eis eingefroren. Dieselben waren bei dem letzten Eisgang hier angetrieben worden. Der Poststempel wies auf einen Ort in der Nähe von Marburg hin. Wie die Briefe in das Wasser gekommen sind, wird wohl eine einzuleitende Untersuchung ergeben. Dieselben sind an daS LandrathSamt in Biedenkopf abgeliefert worden.
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Berlin, 14. Januar 1879.
(Abgordnetenhaus.) Die erste Berathung der Gesetzentwürfe betreffend die Verwaltungsreform wird forte wetzt. Abg. Zedlitz (Mühlhausen) spricht für die Vor- agen. Derselbe crtlärt, seine Partei (die Freiconservattven) »alte es nicht blos für zweckmäßig, sondern für nothwendig, >aß für die ganze Monarchie eine gemeinsame Ordnung wr die Landesverwaltung erlassen werde. Streitig sei nur oie Frage ob die vorgeschlagene Organisation schon jetzt ouf die neuen und westlichen Provinzen auszudehnen sei. «r empfiehlt schließlich die Ueberweisung an eine Commission von 28 Mitgliedern. Abg. Richter erklärt sich gegen die Vorlage, beleuchtet die Entwickelung der Ver- valtungSgesetzgebung, spricht sich gegen die Ausdehnung Jer Vorlagen auf die neuen Provinzen aus, erörtert die Stellung der Landräthe, kritisirt verschiedene Bestimmungen
Vorlagen, insbesondere die über die, Stellung des ^»Präsidenten und fragt, wie es sich mit der angekün- mgten Nachsession verhalte. Eine merkliche Verbesserung N Sinne des liberalen Gedankens vermöge er in den Erlagen nirgend zu erblicken. Die Vorlagen trügen
einen einheitlichen Zug, derselbe laufe aber auf eine Stärkung des berufsmäßigen Beamtenthums hinaus. — Minister Graf Eulenburg erklärt, wenn die Ausführungen des Vorredners den Ansichten der Majorität entsprächen, so wären die Vorlagen allerdings aussichtslos. Richtig sei, daß keine homogene Majorität vorhanden sei. Daraus dürfe aber nicht gefolgert werden, daß die omanische Gesetzgebung nicht zu Stande kommen könne. Der Vv.wurf, die Vorlagen bezweckten lediglich die Stärkung der Bureaukratie, erscheine unbegründet gegenüber den Momenten der Ausdehnung der Verwaltungsgerichtskeit und der Selbstverwaltung auf die gesammte Monarchie und der Unterstellung der landespolizeilicheu Verfügungen unter die Organe der Selbstverwaltung. Mit Genugthuung konstatire er, daß sämmtliche Redner sich für die Erstreckung der Neuorganisation auf die gesammte Monarchie ausgesprochen hätten. Für die neuen und westlichen Provinzen werde allerdings ein Provisorium eintreten müssen, welches indeß nichts Bedenkliches habe. Ein einheitlicher großer Staat könne auf die Dauer die Verschiedenartigkeit der Behördensysteme in den oberen Instanzen nicht vertragen. Der Minister rechtfertigt weiter den materiellen Inhalt der Uebergangsbestimmungen. Aehnliche Bestimmungen seien unter Zustimmung des Hauses in anderen Gesetzen erlassen worden. Die Besorgniß, daß die Regierung sich durch die Uebergangsbestimmungen verleiten lassen könnte, die fernere Einführung der Selbverwaltungsorgane zu verzögern, sei völlig grundlos. Was die Einführung der Selbstverwaltungsgesetze in den westlichen Provinzen betreffe, so hatte allerdings ein Bedenken dagegen obgewaltet. Die Gesetze seien aber doch schon von dem Minister Friedenthal zugesichert werden. Wenn der Abg. Rauchhaupt die Vorlagen auf die nächste Session verschieben wolle, so würde zwar die gegenwärtige entlastet, aber die kommende zugleich belastet werden. Die Förderung des Werkes sei nur dann zu gewinnen, wenn sofort an die Durchberathung der Vorlagen gegangen werde. Was die angekünoigte Nachsesston betreffe, so sei natürlich nicht be- abfichtigt gewesen, mit der bezüglichen Ankündigung einen Druck auszuüben. Er hoffe auch, daß der Schein, als ob dies beabsichtigt gewesen, keine Mißstimmung erzeugt habe. Die Regierung verkenne die Unzuträglichkeiten einer Nachsession nicht und wisse auch, daß die Zustimmung des Hauses dazu nothwendig sei. Die Andeutung der Möglichkeit einer Nachsession bezweckte nur zu zeigen, welchen hohen Werth die Regierung auf die Durchberathung der Vorlagen lege und daß sie ihrerseits bereit sei, außerordentliche Anstrengungen zu machen. Die Regierung hoffe, die Landesvertretung werde den Weg mitbeschreiten, wenn ein Erfolg sich versprechen lasse. Bestimmte Antwort werde er erst erthcilen können, wenn sich nach einigen Bera- thungen in der Commission die Chancen übersehen lassen. Der Minister rechtfertigt demnächst die Zusammenlegung der Landdrosteien in Hannover und betont die Nothwen- digkeit der Vereinfachung der Verwaltungsorgane. Es werde allseitig zugestanden, daß ein großer Schritt nach dieser Richtung geschehen sei. Die Regierung müsse organisch, nicht sprungweise vorgehen, zunächst aber auf dem Wege bleiben, den sie mit so großer Mühe und Kraftaufwendung beschritten. Die Frage der Verwaltungsgerichtsbarkeit fei wissenschaftlich eine durchaus offene. Jedes damit operirende Land habe noch Erfahrungen hinsichtlich seiner eigenartigen Einrichtung zu machen. Die preußische Einrichtung sei immer noch die praktischste. Hervorgetretene Mängel auszugleichen fei der Zweck der Vorlage. Der Minister hofft, daß trotz der jetzigen Meinungsverschiedenheit eine Vereinbarung zu Stande kommen werde. — Abg. v. Webell-Plesbors tritt für die Vorlagen ein; er erklärt, die Konservativen würden nöthigenfalls auch aus eine Nachsession eingehen. Redner plaidirt für Vereinigung des Bezirksrathes und dem Bezirksverwaltungsgericht und polemisirt gegen die Auffassungen des Centrums. — Abg. Windthvrst erklärt sich gegen die Vorlagen; er wünscht Vorbereitung derselben bis zur Berichterstattung, dann aber Vertagung bis zur nächsten Session. Er hätte gewünscht, daß man mit der Landgemeindeordnung beginne. Er bezeichnet ferner die Uebergangsbestimmungen als unannehmbar und befürwortet die Aufrechterhaltung der Collegialität bei den Regierungsbehörden. — Nächste Sitzung Donnerstag.
Vermischtes.
Breslau, 7. Januar. Heute fand hier die Promotion des Lic theol. Koffmane (bekannt als Herausgeber einer sehr bemerkenSwerthen „Geschichte des Kirchenlateins") statt, nachdem derselben eine wohl 2 Stunden dauernde lateinische Disputation vorangegangen war. Die offiziellen Opponenten waren Geistliche, doch beteiligten sich auch mehrere Studenten aus der zahlreichen „Corona", gewiß ein erfreuliches Zeichen für den in unserer kleinen evang. - theol. Fakultät herrschenden wissenschaftlichen Sinn! — Es verdient hervorgehoben zu werden, daß der Licentiandus, vom Fach Patristiker, sich in einer feiner Thesen in sehr wohlbegründeter von feinem hymnologischen Verständniß zeugender Weise über die Mängel des neuen Schics. Pro- vinzial Gesangbuches ausgesprochen hatte. — Die akademische Wirksamkeit des tüchtigen Mannes, beffen Habilitation wohl nahe bevorsteht, wird ohne Zweffel eine durchaus kirchen- freundliche sein.
— Haarkrankheiten und Haarpflege von Dr. med. T. Pincus (Medicinische Hausbücher Heft 24./27) zweite vermehrte Auflage. Preis 1 Mk. 50 Psg. Verlag von
P. Münchhoff in Berlin. Das Ergebniß jahrelanger mühevoller Forschungen wird uns in dem vorliegenden Werke gegeben; wir empfehlen dieses nun in 2. Auflage erschienene Buch nicht nur allen Haarkranken sondern auch Gesunden; die Rathschläge, welche sowohl für die Pflege, als auch für die Krankheiten gegeben werden, sind von höchstem Wcrthe.
— Ein schlauer Haase macht in thüringischen Blättern von sich reden. Vor einigen Tagen fährt nämlich der Fischer M. in Weißenfels mit einem Kahn auf den nächst der „alten Saale" (tobtet Arm der Saale) gelegenen überschwemmten Wiesen umher, um sog. „Eisfische" (Gründlinge) zu fangen; da gewahrt er in einem Weidenbusch einen großen Hasen, rings von Wasser umgeben, fährt so nahe wie möglich an den Busch heran und steigt aus, um Vetter Lampe ins Trockene zu bringen. Dieser begiebt sich aber mit einem mächtigen Satz in den Kahn und schwimmt mit diesem, der im selben Moment durch eine herantreibende Scholle bewegt wurde, von bannen. M. ging zu Fuß heim unb hatte Roth, sein Fahrzeug toieber aufzufangen. Der Insasse beöselben entkam aber beim Landen.
Riesa, 12. Januar. Arn gestrigen Tage Mittags 12 Uhr wurde auf dem hiesigen Bahnhofe der Wagen- rücker Zschorn mit abgefahrenem Kopfe in einem Geleise liegend, vorgefunden. Der Verunglückte, welcher eine Wittwe mit 3 kleinen Kindern hinterläßt, ist jedenfalls bei dem Versuche, auf einen im Gange befindlichen Zug zu springen, unter denselben gekommen.
— Aus Würzburg wird geschrieben: Der vor einigen Tagen dahier verstorbene Privatier unb frühere Conbitor Julius Wölfel hat feine Villa mit ©arten zur Begrünbung eines Spitals für arbeitsunfähige Knechte, außerdem noch 200,000 Fl. für verschiedene Wohlthätig- keitsstistungen, neben anderen Legaten testamentarisch vermacht, seinen einzigen Sohn aber enterbt Der Letztere will nun das Testament anfechten. ;
reSezxs-ptzische Depesche«.
Wien, 14. Januar. Der Ausschuß der ungarischen Delegation für das Auswärtige votirte den Nachtragskredit für die Unterstützung der bosnischen Flüchtlinge unter der Bedingung, daß der Minister des Auswärtigen im Plenum Namens der Regierung verspreche, die gemeinsame Regierung werde hierfür keine weiteren Summen beanspruchen und daß im Berichte ausgesprochen werde, die Repatriirung der Flüchtlinge fei faktisch definitiv beendet.
Paris, 14. Jan. Heute wurde in der Kirche St. Augustin eine Gedenkmesse für Napoleon HL, gestorben am 9. Januar 1873, gehalten, zu der sich in und vor der Kirche etwa 2000 Personen eingefunden hatten. Der Prinz Napaeleon Jerome wurde ehrerbietig von der harrenden Menge begrüßt, doch wurde jede weitere Kundgebung vermieden. Als aber Paul Caffagnac aus der Kirche trat, liefen ihm seine besonderen Anhänger nach und riefen: „Caffagnac hoch! Das Kaiserthum soll leben!" Caffagnac, der von einigen Polizeibeamten begleitet wurde, wandte sich an der Rue de Boulogne nach den Schreiern um und hielt folgende Anrede: „Kehret heim in Ordnung, meine Freunde! Frankreich ist unglücklich, aber nicht für lange Zeil. Das Kaiserthum folgt euch auf den Fersen!" Lebhafter Jubelruf und ruhige Heimkehr der angeredeten Bolksmenge. Die Polizei ließ die Anrede ungestört. — Das Gerücht, Gambetta habe als Kammerpräsident in Folge der Abnahme der ihm gegebenen Stimmen abgedankt, ist, wie zu erwarten stand, ohne allen Grund. Die vier Gruppen der Linken hielten heute eine Versammlung, um sich über die noch ausstehende Wahl des 4. Vicepräsiventm der Kammer zu vereinbaren — Fürst Hohenlohe reift morgen nach Berlin, wo er dem Vernehmen nach dis zum 25. Januar bleiben wirb. — Ledlono würbe heute zum Präsidenten der republikanischm Linken gewählt. In seiner Antrittsrebe bemerkte er, er wolle keine politischen Erklärungen abgeben, bevor er bie Erklärung des Kabinets vernommen habe. Der republikanische Verein bot Cernuschi die Candidatur für den Sitz eines Senators auf Lebenszeit an.
Dublin, 14. Jan. Der Prozeß gegen Brennan, Davitt, Daly und Killen wegen aufrührerischer Reden beginnt hier am Freitag.
Rew-Aork, 14. Jan. Eine Depesche des „Heralb" meldet von einer Ueberschwemmung der Insel St. Christoph am 4. d.; 200 Menschen seien ertrunken; der Schaden werbe auf 250,000 Doll, geschätzt.
Kirchliche Nachrichten »er Stadt Kirchhain.
Ev.luther. Gemeinde.
Vom 1. bis 14. Januar 1889.
Getaufte-
1) Conrad, des Schlossers Conrad Herbener S. 2) Marie, des Butterhändlers Heinrich Hering T.
Frankfurst a. M.. 15. Januar. (Mitgetheilt durch Menle Eichelberg und Sohn.) Creditattien 255J nach —, Staatsbahnaktien 234 nach —, Silberrente 61 nach —, Ungar. Goldrente 84^ nach —, 1860t Loose 88^, 1877t Russen 88s, nach —, II. Ruff. Orientanleihe 59 Galizier —. Tendenz: schwach.
Für die Nothleidenden in Langenschwarz ging bei uns ein: von M. 2 M.
Zur Annahme weiterer Gaben ist gern bereit
Die Exped. d. Oberh. Zeit-