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Marburg, Donnerstag, 15. Januar 1880

XV. Iahrgai,

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Wird die Familie in üblicher Weise zu 5 Köpfen an-

Jieii ^ühlingSlust, mehr seinen Träumen nachzuhängen, als zu —. huschen, ob ein vorsichtig heranschleichender Rehbock sich 8?Ü. «is in den Bereich seiner Büchse verirren werde.

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Stell, miede, möge ande.

auf dem platten Lande M.

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Er träumte von den glücklichen Tagen, die er erhoffm sie, denn er war sich schon längst seines Sieges bei

visionsergebnisien außerdem eine Correktur der ursprünglich nicht zutreffend erfolgten Veranlagung in größerem oder geringerem Maße aussprechen mußte. Nach dem Ge- sammtmaß der Erhöhung bilden die einzelnen Provinzen und die Stadt Berlin nachstehende Reihenfolge«: 1) Bran-

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denburg ohne Berlin 21,4 pCt., 2) Berlin 46,4 pCt., 3) Schleswig-Holstein 26,8 pCt., 4) Pommern 28,4 pCt., i5) Posen 28,8 pCt, 6) Schlesien 30,7 pCt., 7) Sachsen 33,6 PCt., 8) Hessen-Nassau 33,8 pCt., 9) Ostpreußen 38,1 pCt., 10) Westphalen 38,9 pCt., 11) Westpreußen 40,6 pCt., 12) Hannover 44,4 pCt., 13) 45,6 pCt. Auf den Kopf der Bevölkerung bäudefteuer:

im Durch­schnitt M.

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Der Selbstrichter.

Charakterskizze von Emil Richter.

(Fortsetzung.)

3.

Tagesbericht.

Die dem Abgeordnetenhause vorgelegte Denkst rift über die Revision der Gebäudesteuer-Veranlagung enthält fol­gende interessante Angaben. Die Gesammtsumme der durch die Revision ermittelten, vom 1. Januar 1880 ab

alten Parteien, gegen die Bonapartisten und Orleanisten richten; ob diese „starke Regierung", von der die „reinen Republikaner" träumen, ihre Spitze später gegen das Aus­land zu richten hätte, kann man heute nicht wissen. Jedenfalls aber liegen die Dinge für diese Partei so, daß in der Unbehaglichkeit, in welcher sie sich fühlt, sie bereit ist und sich unter vier Augen bereit erklärt, „Etwas zu thun", (wie die Franzosen sagen de faire quelque chose) um die Republik, und zwar ihre Republik, wieder voll­ständig in's Rollen zu bringen."

Der frühere englische Minister Lord Derby hat am letzten Donnerstag in Hudersfield eine Ansprache gehalten, in welcher derselbe u. a. interessante Finanzstatistische Ver­gleiche zwischen den Jahren 1870 und 1878 anstellte. Im Ganzen stellte sich bei diesem Vergleiche ein wesentlicher Fortschritt heraus. Im Jahre 1870 war ein Gesammt- einkommen von nur 445,000,000 Lstr. zur Einkommen­steuer angemeldet, im Jahre 1878 betrug es 570,000,000 Lstr. In Wahrheit beträgt das Gesammteinkommen der einkommensteuerpflichtigen Klassen vermuthlich gegen 600,000,000 Lstr. und das der nicht einkommensteuer- pflichtigen Klassen soll nach Schätzung sachkundiger Sta­tistiker ebenso viel betragen. Das Gesammteinkommen dürfte also von etwa 900,000,000 Lstr. auf 1,200,000,000 Lstr. gestiegen sein. — Von manchesterlicher Seite wird nicht verfehlt, diese Ergebnisse, wie es auch von Seite Lord Derby's geschah, als einen Triumph der englischen Frei- Handelspolitik zu promulgiren, und darin haben sie ohne Zweifel recht. Dabei bleibt aber die Frage unbeantwortet, woher die 300 Millionen Pfund Sterling — sechs Mil- liarden Mark gekommen sind, um welche das englische Ge­sammteinkommen sich in dem erwähnten achtjährigen Zeit­raum gesteigert hat? Vielleicht unterziehen jene Herolde des Freihandels sich der Mühe, Lord Derby's Rede in diesem Punkte zu ergänzen und wenigstens annährend zu berechnen, mit welchem Betrage das Deutsche Reich, Dank seines in diesem Zeitabschnitt in schönster Blüthe gestandenen Freihandelssystems, zu jener für England so hoch erfreu­lichen Steigerung seines nationalen Einkommens beige­tragen hat.

‘ 1) Berlin . . .

2) Hessen-Nassau .

- 3j Rheinprovinz .

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4) Ganzer Staat . . . 5) Schleswig-Holstein. . 6) Sachsen.....

7) Westphalen .... 8) Hannover .... 9) Brandenburg (ohne

Berlin).....

10) Schlesien.....

11) Pommern .... 12) Westpreußen . . . 13) Posen......

14) Ostpreußen ....

lieber bie Ursachen der französischen Ministerkrisis theilt die „Nat.-Ztg." zwei Zuschriften aus Frankreich mit. welche unsere Ansicht, daß eS sich dabei im Wesentlichen um Herstellung der Herrschaft der Männer von Tours handelt, bestätigen. Es heißt in den Zuschriften der „Nat.- Ztg.", die ächten Republikaner hätten die conservativen Republikaner bisher nur gebraucht, um mit ihrer Hülfe die Republik in Sicherheit zu bringen und dann selbst sich derselben zu bemächtigen. Diesen Zeitpunkt halte man für gekommen und deßhalb habe man die Gemäßigten gestürzt. Hinter den neuen Ministerkandidaten ständen noch viele andere alte republikanische Stellensucher. Es heißt dann wörtlich: Es bedeutet somit diese Krisis den Ausbruch des radikalen Partei-TerroriSmuS; die inneren Jacobiner haben die Girondins aus der Regierung hinauSgewvrfen und werden nun selber regieren; — ohne aber, daß bis jetzt der hinter den Coulissen arbeitende Chef, Gambetta, selbst die Zügel in die Hand nimmt! Wohl aber soll das Ministerium dazu dienen, die Regierung des Herrn Gambetta vorzubereiten. Die zweite Zuschrift weist auf die unbehagliche Stellung der Gambettisten hin, als sich die Republik unter den Conservativen und Gemäßigten immer mehr befestigte; sie seien in Gefahr gewesen, für überflüssig bei Seite geschoben zu werden. Diesem Zu­stande hätten die Gambettisten ein Ende machen wollen. Gambetta rechne darauf, daß der Kampf gegen die Kirche und die Justizorganisation das Land in große Aufregung setzen werde, daß man dann zu außerordentlichen Maß­regeln greifen muffe und daß er sich dann werde an's Ruder schwingen können. „Um die Regierung Gambetta's vorzubereiten, sei das Ministerium Freycinet eingesetzt wor­den." Dann heißt es: „Bis jetzt ist nur von einem Aufrütteln der inneren Politik die Rede, und wenn die Herren Gambettisten von der Nothwendigkeit einer festeren und stärkeren Regierung sprechen, so heißt es immer, diese Regierung müsse ihre Spitze gegen den Klerus, gegen die

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genommen, so berechnet sich nach ben Ergebnissen der Ge- bäudesteuerreviflon der mittlere jährliche Miethsaufwand für eine Familie wie folgt:

in den Städten

Erscheint täglich außer an ben äBeritagen nach Gönn- and Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ..Jllnftrirteö TonntaaSblatt" durch die Ervedition (Ä o ch's-be Buchdruckere» bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Stile 10 Pf,. Mr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf» berechnet.

Friede und Eintracht, selbst brüderlicher Sinn schien i strückgekehrt, wenn es auch nicht wurde wie ehedem, wo die Zwillinge unzertrennlich schienen. Sie gingen nicht »ehr zusammen auf die Jagd, die ihre ererbte Passion war; «erbt aus altem Recht, das ihnen einen Antheil am fürst- * Wen Jagdregal in heimischer Flur zugebracht hatte. — ^chon seit dem Ansteigen ihrer Spannung hatte man beide uicht mehr zusammen die Felder durchstreifen sehen und e« wen nicht, als ob jetzt, nach der Versöhnung, einer von hhai Beiden wieder daran dächte.

Rheinprovinz trifft an Ge-

von gewerb­lichen Ge­bäuden.

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yettba gewiß, obgleich er noch nicht das letzte Wort ge- WJdjen hatte. Nur der Gedanke an seinen Bruder und M sein Glück durch desieu Haß vergällt sein würde, machte

s W zahlenden Gebäudesteuer beträgt jährlich 26,306,392 M. w ' Gegenüber der bi« zum 1. Januar 1880 zahlbar gewe- Äpr |enen Gebäudesteuer von 19,701,096 M. ist somit eine Erhöhung von 6,605,296 eingetreten. Hierdurch hat die von der Staatsregierung in der Sitzung des Hauses der Abgeordneten vom 7. Februar 1879 abgegebene Erklärung, welche das Mehr aus der Revision auf 61/?, höchstens teheiß 63. z Mill. Mark bezifferte, Bestätigung gefunden. Die > ,w -Erhöhung beträgt in den Städten 36,1 pCt., auf dem Eleine platten Lande 27,6 pCt., durchschnittlich 33,5 pCt. der bis­herigen Gebäudesteuer In den einzelnen Provinzen und Kreisen ist das Steigerungsverhältniß ein sehr verschiedenes, je nachdem die im Abschnitt I. dieser Denkschrift hervor­gehobenen, durch die Gebäudesteuerrevision zu erfassenden Aenderungen in den maßgebenden Verhältnissen sich ver­schieden gestaltet haben und je nachdem sich in den Re-

ämeigen nimmt entgegen: He Expedition b.Blatte«, sowie dAnnoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in jkaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in «ankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln tu; Rudolf Nosse in Berlin, Frank- fr.rt a. M ti.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatter sowie d. Annoucen-Bureaux von @. L- Taube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.

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ihn besorgt; die Stürme, welche sein Glück im eigenen Hause mit sich bringen würden, erfüllten ihn mit Unruhe; der Blick auf ihren Ausgang machte ihn besorgt. Es drängte ihn der Gedanke, daß der stille Kampf um den Besitz dcs Mädchens, dem sein Bruder gleichermaßen wie er seine Neigung zugewandt, in Sturm und Donner aus­brechen und ihre Brüderschaft selbst zerreißen müsse. Dieser Gedanke verließ ihn nicht, mochte er ihn auch mit aller Gewalt aus sich herauSzureißen zu suchen.

Nun schien dieser böse Gedanke überwunden. Julius hatte dem Stuber, ber Bruder ihm vor bet Mutter in die Hand versprochen, daß sie in ehrlichem Werben bei der Erbin chr Glück versuchen, daß aber nach cer Entscheidung Jeder sich bescheiden wolle. Julius versprach sich fest, sein Wort zu halten. Und als ihm dann vorkam, als sei ihm das Versprechen doch allzu leicht geworden, da er sich so ganz gewiß fühlte, da überkam es ihn fast wie der Wunsch, daß nicht er, sondern Albert der Glückliche sein möchte. Wohl fühlte er alsbald, nachdem er so gedacht, bas Hei^ sich zusammenziehen vor Schrecken über diese Möglichkeit, aber er gab sich bann immer neu bas Versprechen, sein ehrlich gegebenes Wort ehrlich zu halten.

Aber nur wenige Wochen sollten seitdem vergehen, und Julius hatte alle Ursache, des Versprechens eingeoenk zu sein und die Erinnerung daran gewaltsam zutückzutufen. lieber Nacht hatten sich die Dinge gewandt und nicht et — sondern Albert wat es, der nun die Braut heim­führen sollte.

Wie dies gekommen — es blieb ein tiefes Geheimniß, das nicht einmal der Klatsch zu durchdringen vermochte. Noch manchen Sag, nachdem sich bie Brüder daS Versprechen gegeben, hatte Julius in glücklicher Hoffnung, wenn er am

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von Wohnge­bäuden.

Pf.

A. in ben Städten . . . 199

B. auf dem platten Lande . 43

C. im Ganzen.....97

Julius galt als der eifrigere Jäger und wirklich war oft auch Nächte lang draußen in' ber Wiesenniederung Kas oder am Hölzchen auf dem Anstand. Sein innerlicher und 88» "ichaulichet Sinn fand besonder« Gefallen an dieser Art on f oB- i89en- Hub selbst in ben jüngsten Tagen bewegterer «idenschaftlichkett, wo bie Rivalität des Bruders alle seine Wem hatte erzittern lasten, hatte er sich oft bis an den fitauenben Morgen zurückgezogen in einen stillen Winkel «8 Niederholzes, um da, umweht von bet sanftspielenden

Mk.

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Deutsches «eich.

*• Berlin, 13. Januar. Durch die Etnennuttg des früheren Unterstaatssekretär« im Justizministerium, Dr. v. Schelling, zum Staatssekretär im ReichSjuftizamt ist die Stelle de« Präsidenten des DisciplinathofeS für richter­liche Beamte zur Erledigung gekommen. Die Wieder­besetzung dieses Amts dürste demnächst bevotstehen. — Der Minister des Innern hat unterm 4. d. eine Verfügung, welche bet Evangelische Oberkirchenrath unter dem 16. Dezember v. I. an sämmtliche Konsistorien ber alten Pro- Hause Bertha's vorüberkam, seinen frohen Gruß hinauf- gerufen und ihn ebenso froh wieder zutückempfangen. Dann aber, plötzlich und unversehens hatte sich Bertha zurückge­zogen; Julius konnte sie nicht mehr erblicken. Und als et kam, nachzuforschen, erfuhr er, sie sei abwesend zu einem fernen Besuche. Da mußte er schon Schlimmes Lenken; wie wäre sie sonst verreist, ohne ihm ein Wort zu sagen! Als er aber erfuhr, daß sie zurückgekommen, erfuhr er zu­gleich, daß sie für ihn verloren sei.

Albert selbst war es, der es ihm sagte, indem er ihm wiederholte, was sie sich versprochen.

Verhalten blickten des Bruders Augen bei feinen Worten, und zum ersten Mal, trotz seines Schreckens, meinte Julius, e« trete aus ihnen tödtliche Falschheit hervor. Aber et kam nur dazu, seinem Schrecken über die Nachricht Aus­druck zu geben.

Es ist nicht möglich, rief er; es ist nicht möglich! Was konnte dazwischen treten — ich will es erfahren.

Aber kalt erwiderte Albert:

Ich chat, was ich durste und was Du auch thatest; ich freite um Bertha; und als wir uns unser Vetsptechen gegeben hatten, war ich entschlossen. Ich verlangte ihr letztes Wort — jetzt hat sie's mir gegeben. —

Julius war niedetgeschmettett. Aber er sah, es war nichts mehr zu ändern. Albert hatte, so mußte er sich sagen, nur gethan, was er selbst versäumt hatte. Der Bruder war keck gewesen, wo er zögerte, und darum fiel diesem in den Schooß, was er schon fest in der Hand zu halten meinte. Nur die Frauen schalt er falsch und wetter­wendisch ; trügerisch ihr Lächeln, verrätherisch' ihre Worte. Wie sicher hatten sie ihn gemacht, wie täuschend ihm das Glück der Zukunft vorgegaukelt 1

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