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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von LH. Dietrich & Co. in fkaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in Kankfurt a. M., Berlin, Leipzig, tote Rudolf Sofie in Berlin, Frankfurt a. M. ic.
Marburg, Sonntag, 11. Januar 1880
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte# sowie d. Annoncen-Bureoux von @. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermanu'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. ThieneS in Merfeld; S. Schlotte in
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Der Schlangenkultus in Indien.
Schlangen gibt es dort viele, groß und klein, unschädliche und giftige. Die gefährlichste ist die Brillenschlange, Cobra di Capello genannt. Ihr Gift ist unfehlbar tödt- lich; zahlreiche Mttel dagegen sind empfohlen, aber eine
insel eine Umwälzung. Dichter Niederwald, Dschungel, findet sich in der Nähe eines jeden Dorfes, Hochwald ist in der Regel auf Bergkuppen beschränkt; schonungsloser Abholzung, welche die werthvollsten Nutzhölzer zu vernichten drohte, ist jetzt durch Forstgesetze gesteuert. Bezeichnend für Indien und überaus wohlthätig durch seinen Schatten ist der m ische Feigenbaum mit seinen Luftwurzeln, die von den Aesten ausgehen, in den Boden eingreifen und wieder zu Stämmen werden. Diese Bäume wachsen im ganzen tropischen Indien fast immer aus der Krone von Palmen heraus, in welche Bögel die Kerne seiner Früchte herabfallen ließen; im Laufe der Jahre stirbt der Palmbaum ab, aber inzwischen haben die Aeste Wurzel in der Erde gefaßt und sich so verbreitet, daß der Aeste Gestrüpp einen Durchmesser von hundert Metern und darüber erreicht.
Die Thierwelt ist so mannigfaltig in ihren Arten wie daS Pflanzenreich; jeder zoologische Garten gibt davon Zeugniß. Die Fauna ist durchweg tropisch, das Himalaya- Gebirge bildet erst die Grenze zwischen der südlichen reichen und der ärmeren nördlichen Thierwelt. Im Ganzen nähem sich die indischen Formen jenen Hinter-Jndiens und des indischen Archipels; die größte Artenzahl weist die wald- und regenreiche Malabarküste an der Südwestseite der Halbinsel auf.
stimmung, welche die Zeitgenossenschaft beherrscht, wird sich schwerlich so bald ändern. Wir haben uns darauf gefaßt zu machen, daß die allgemeine Aufmerksamkeit nachdrücklicher denn je auf die französische Hauptstadt gerichtet bleiben und daß die Besorgniß vor Anknüpfung intimerer Beziehungen zwischen den Cabinetten von Paris und St. Petersburg wenigstens für eine Weile die gesammte europäische Lage beherrschen wird.
Zu gleicher Zeit wird in St. Petersburg selbst ein Systemwechsel beabsichtigt und zwar ist man dort auf dem besten Wege die Einrichtungen der im übrigen Europa herrschenden Diplomatie nachzuahmen. Ein „Ministerpräsident" soll dort an die Spitze des russischen Ministeriums treten, und die russische Politik damit überhaupt in ein anderes Fahrwasser gebracht werden. Nach welcher Richtung hin die Stömung desselben sich wenden wird, bleibt vorläufig ungewiß, wahrscheinlich aber ist es, daß sie mit den jüngsten Ereignissen, die eine sichtliche Abneigung mit Deutschland herbeiführte, Vicht disharmoniren wird.
Zur Zeit ist aber zu ernstlichen Besorgnissen noch kein Grund vorhanden. Weder ist anzunehmen, daß die Einsehung eines von der Partei Gambetta beherrschten französischen Ministeriums an dem von Revo- lutionsbesürchtungen beherrschten russischen Hofe einen besonders günstigen Eindruck gemacht habe, noch hat die Gegenwart daraufhin ein etwaiges Zusammengehen russischer und französischer Politik zu befürchten.
Andere russische Ueberraschungen, als diejenigen auf welche es die im Finstern schleichende Revolutionspartei absieht, erscheinen für die nächste Zeit wenig wahrscheinlich. Damit ist zugleich gesagt, daß die neuen französischen Machthaber Zeit haben werden, sich zunächst auf innere Angelegenheiten zu beschränken und in ihren Friedensversicherungen fortzufahren. Unsere Sache aber wird sein und bleiben, offenen Auges und gerüsteter Hand nach Ost und West auszuschauen und an der Consolivimng der freundschaftlichen Beziehungen zu dem stammverwandtm Nachbarstaate zu arbeiten, dessen Geschicke mit den unsrigen unauflöslich verbunden sind und der gleich uns kein wichttgeres Interesse als dasjenige der Aufrechterhaltung des Friedens zu verfolgen hat.
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Indien.
Sein Klima und seine Produkte.
Von Franz Scklagintweit.
(Schluß.)
An Landesprodukten weist Jndim eine Fülle auf, wie wenige andere Länder der Erde. Wein und etliche geistige Getränke sind säst die einzigen Artikel, die sich nicht aus einheimischen Produkten darstellen lassen.
Die Ausbeute an edlen Metallen und Edelsteinen ist gering; große Hoffnungen jedoch knüpfen sich noch an die Aufdeckung von Goldadern in den Quarzfelsen von Wainad, nordwestlich der Nilgiri-Berge. An Eisen und Kohlen be- sitzt Indien reiche, unermeßliche Lager, kürzlich sprach sich eine sachverständige Kommission dahin aus, daß es noch lange dauern wird, bis in Jndim dargestelltes Eisen mit
darauf bezüglichen Wunsches der Stiftungsdirektion, zunächst auf dem Lande und in den kleinen Städten Vertrauensmänner suchen, welche geneigt wären, als Abgeordnete der Sttftungsverwaltung die minderbemittelten und hier vorzugsweise die Arbeiterklassen über den Nutzen der Anstalt zu belehren, dann aber Geldbeiträge anzunehmen und weiter zu senden. In solcher Gewinnung von Hilfskräften hat der Minister die genannten Beamten ausdrücklich ermächttgt und es ferner für angemessen erklärt, durch die Presse auf die Vortheile der Stiftung hinzuweisen und die Theilnahme daran zu erwecken und lebendig zu erhalten.
In parlamentarischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Reichsregierung nun doch noch eine Erhöhung der Branntweinsteuer beabsichtige und eine diesbezügliche Vorlage schon dem im Februar zusammentretenden Reichstage unterbreiten werde. Mag auch die letztere Erwartung allzu sanguinisch sein und vielmehr die Annahme nahe liegen, daß bis dahin der Bundesrath die Materie noch nicht zum Abschlüsse gebracht haben werde, so geht auS dem vielfach verbreiteten Gerüchte soviel hervor, daß der Reichskanzler den Forderungen derjenigen polittschen Kreise gerecht werden will, welche eine Brausteuer nur dann für diskutabel eicklären, wenn zugleich mit derselben resp. mit ihrer Erhöhung eine Modifikation der Branntweinsteuer in Rücksicht auf ein gesteigertes Erträgniß aus dieser Einnahmequelle vorgelegt würde. Man kann annehmen, daß die kürzlich erlassenen Bestimmungen über die Steuerfreiheit des de- naturtrten Spiritus bei seiner Verwendung für gewerbliche Zwecke gewissermaßen als eine Beseitigung der Einwendungen anzusehen sind, welche man von Seiten der Brennereibesitzer und der landwirthschaftlichen Interessenten gegen eine Erhöhung der Branntweinsteuer geltend machte. Die Regierung scheint sich der Möglichkeit nicht zu verschließen, daß die Brausteuer in der Tchat nur daun auf Annahme zu rechnen habe, wenn die Erhöhung der Branntweinsteuer zugesichert werde. Im Uebrigen kann gemeldet werden, daß die Nachricht von der bereits erfolgten Vorlage der ersteren an den Bundesrath verfrüht war. In Bezug auf den Inhalt des BrausteuermtwurfeS verlautet, daß in demselben der von der Commission deS Reichstages von 4 auf 3 Mark pro Hl. ungebrochenen Malzes herabgesetzte Steuerfuß wieder im Sinne der ursprünglichen Regierungsvorlage hergestellt worden ist.
Einem vor einigen Tagen in dem Pariser „Parlament", dem Organe des Herrn Dufaure, erschienenen Artilel über die innere Krisis des russischen Reichs wird in diplomatischen Kreisen ein hoher Ursprung zugeschrieben. Der Verfasser, welcher jedenfalls mit den russischen Zuständen wohl vertraut ist, wendet sich gegen die in der Presse mehrfach vertretene Ansicht, daß die russische Regierung
zu ihrer Prüfung eingesetzte Commission kommt zu dem hoffnungslosen Schluffe, daß keines stch bewährt habe. Ihrem Biffe fallen jährlich Tausende zum Opfer. Die Indier gehen meist barfuß, nehmen ihr Leben nicht in Acht, sind auch in abergläubischer Furcht vor der Cobra besangen. Europäer sind dagegen wenig gefährdet; gelegentlich einer eingehenden Untersuchung in den letzten Jahren ergab sich die überraschende Thatsache, daß nur zwei Fälle namhaft gemacht werden konnten, in welchen Europäer gebissen tcurben; in einem Falle war eine Cobra gegen ausdrückliche Warnung m die Hand genommen worden, das andere Mal war der Gebissene ein Jäger, der sie im Jagdeifer beim Uebersteigen einer Hecke anfaßte.
Dem Indier gilt die Schlange als ein güttges Wesen und ihre gegabelte Zunge als Folge des Aufleckens des Göttertrankes Amrita von den hohen Halmen mit langen, scharfkantigen Blättern des Kusa-Grases(?oa cynosuroides); der Göttervogel Garuda habe auf dieses Gras einige Tropfen fallen taffen, als er vom Göttertrank zur Genesung seiner Mutter stahl.
Die Opferung an Schlangen ist in Indien eine allgemeine und von hohem Alter.
Mit dem Schwanzende im Munde als Ring ohne Ende bietet sich die Schlange, die stch jährlich durch Wechsel der Haut verjüngt, den Völkern des ganzen Erdkreises von selbst als Sinnblld der Ewigkeit und Unsterblichkeit dar. In Indien ist nach dem gelehrten Babu Pratapatschandra Ghoscha der Schlangendienst ein Zugeständniß der alten Arier an die mächtigen Gegner unter dem nicht arischen Naga-Volke, dessen Wohnsitze der Vorstano des indischen archäologischen Bureau, General Cuningham, ins Doab oder das cianb zwischen ben Flüssen Ganges unb Dchamma
Tagesbericht.
Der Minister des Innern hat durch Rundschreiben vom 23. v. M. die Regierungen und Landrostreien ersucht, die Zwecke der „Kaiser Wilhelm-Spende", allgemeinen deutschen Stiftung für Alters-, Renten- und Capital-Ver- flchcrung, fördern zu helfen unb namentlich bie Nachgeordneten Behörden unb Beamten zu veranlassen, ihrerseits thatkräftige Unterstützung zur Erreichung so guter Ziele zu gewähren. Namentlich möchten bie Laneräthe, Amts- hauptmänner, Oberamtmänner u. s. w. in Erfüllung eines
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für da- Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JAnftrtrteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'fche Buchdrucker-0 bezogen 2i «ark, durch bie Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi. Bestellgebühr). - JnsettionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.
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dem europäischen tonfurriren kann. .
ü. Nahezu jede Pflanzenfamilie hat in Indien ihre Vertreter.
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Im Ganzen nähert sich die Vegetation jener des tro- Üaffe! ^chen Afrika am meisten. Sindh, bie Grenzprovinz im ” Westen gegen Belutschistan, hat ganz egyptische Flora, baS regenreiche Malabar an ber Südwestküste ber Halbinsel nimmt Theil am üppigen Wachsthum der rnalayschen Welt. Die Ebenen sinb arm an Arten; in Mannigfaltigkeit unb Schönheit ber Pflanzenwelt sind sie von ben meisten Ländern ber Erde übertroffen, die Blülhenzcit ist äußerst kurz. Wie in ältester Zeit, bestimmen noch heute das Gedechen dvn Reis, Baumwolle und Weizen den Wohlstand ber Vevölkerung; bie neuen Kulturen von Thee, Chinchona, Kartoffel unb bergt, bewirkten nur für ben Himalaya unb das kleine Gebiet ber Nilgiri - Berge im Süben ber Halb-
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ebneten machen zu wollen.
Die Expeb. ». Oberh. Zeitung.
Ein Blick «ach Ost und West!
In dem Frankreich des 19. Jahrhunderts haben Regierungsformen unb Herrscher, so häufig unb in so gewaltsamer Weise gewechselt, daß in diesem unruhigen Lande Ministerveränderungen zu den Nachrichten zweiten Ranges gezählt zu werden pflegen.
Die Gründe, aus welchen bie dieses Mal um die Zeit des Jahreswechsels stattgehabte Ministerveränderung größeres Aufsehen erregt hat, als irgend eine seit der Einsetzung des Cabinets Ollivier (Januar 1870) vorgenommene französische Umgestaltung solcher Art, sind zu bekannt, als daß eine besondere Aufzählung derselben am Platze sein Knute.
Ganz Europa hat den Eindruck empfangen, daß durch bie jüngste Einsetzung des neuen Ministeriums Freycinet die Oberherrschaft Gambetta'S und die Beendigung der in ber Person des Präsidenten Grvvy verkörpert gewesenen Herrschaft des linken Centtums in aller Form bescheinigt unb ber Prebiger des „Krieges bis aufs Aeußerste" zum Herren der Geschicke der weiland cousecvativen Republik gemacht worden ist.
Diesem Eindruck und ben an denselben geknüpften Befürchtungen ist von einem Theil der Presse so deutlicher Ausdruck gegeben worden, daß wir uns nicht wundern dürfen, wenn für einen Augenblick das Bestreben im Vordergründe steht, vor Uebertreibungen zu warnen und bie Welt baran zu erinnern, daß bie Sache auch aubere Auslegungen zulasse.
In diesem Sinne haben stch die Pariser Diplomaten bei Gelegenheit der Neujahrsbeglückwünschungen vernehmen lassen, — in diesem Sinne verschiedene Zeitungen versichert, daß ber angekünbigte Rücktritt des Grafen St. Ballier noch nicht definitiv beschloffen sei und baß bie Gestaltung ber Dinge im Orient Hoffnung auf eine bauernbe Befestigung des Weltfriedens nahe gelegt habe.
Der Erfolg dieser Bemühungen um Wiederherstellung des Vertrauens wird abzuwarten sein. — Die Grund-