Einzelbild herunterladen
 

»tigeu

P-st-

[44

8801

MS

Hör™,

i

mal MI ,800 G- r Geld et gegei General

[355i

licken

ril ein ruhig

106.

zu ver

Rr. 25

re! sxan-!

sind'

er ;

Aus-' Mark < ) m- istem' mgen < Sticht ganz ■ nur \

Ein-; irken.

?n.

mit; eson-1 s die;

nit de lt, eir st nei

Jac r.

?cr:

«th.

Kaffe 88». benS.

r 1886

itt. 3",1 , 2»,S K 86.28 , 88,0|

Är. S.

Marburg, Mittwoch, 7. Jam« 1880

XV; Za-rM-

Lnzeigen nimmt rmgegen: die Expedition ».Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a M., Berlin, Leipzig, Cöln re.; Rudolf Mvffe in Berlin, Frank­furt a. M- re.

WtchkMk ZkitiiW.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition 6. Blatte» sowie d. Annoneen-Bureaux von ®. L- Daube "& Co. in Frankfurt a-M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'fche Buchhandl. daselbst; 3m>alibenbaitf in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-

Erscheint tSglich außer an den Werktagen nach Sonn» utch Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JInftrirteS SonntaaSblatt" durch die Sroedition Süt in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

5kür das 1. Quartal 1880 werden von allen o Postanstalten (auf dem Lande von den Land­postboten) Bestellungen auf die Bberhessische Zeitung mit deren Gratisbeilage JllustrirteS Sonntagsblatt angenommen, und bitten wir dieselben baldigst machen zu wollen.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

Tagesbericht.

Der Gesundheitszustand unseres Kaisers ist ein höchst erfreulicher und zeigt der Monarch trotz der vielfachen körperlichen Anstrengungen, welchen er noch bis zum Schluß des alten Jahres sich unterzogen hatte, eine Frische, welche im hohen Maaße diejenigen überrascht hat, denen Gelegen­heit geboten wurde, dem hohen Herrn in den letzten Tagen nahe zu treten. Weder geistig noch körperlich zeigt der Kaiser irgendwelche Spur seines hohen Alters. — Der Krankheitszustand des Prinzen Wtthelm ist soweit in der Besserung schon vorgeschritten, daß der Patient schon am Freitag eine Ausfahrt unternehmen konnte. Die Acrzte sind der Meinung, daß in einer Woche die Folgen des Unfalls, der den Prinzen betroffen, gänzlich gehoben sein werden.

Der Geh. Obertribunalsrath Profeffor Heffter ist gestern in Berlin gestorben. — Bei den am Sonntag in Berlin stattgehabten Wahlen von Gemeinde-Kirchenräthen siegten in der Elisabeth-Parochie die Candidaten der postttv kirch­lichen Richtung. Auch in der Matthai-Parochie siegtm vorwiegend die kirchlich Conservativen. In allen übrigen Parochien siegten die liberalen Candidaten. Die Wahlbe­theiligung war namenllich in den centralgelegenen Stadt- parochien sehr schwach.

In Betreff der Verwattung der vier neu erworbenen Privat-Eisenbahnen sind nunmehr definittve Feststellungen getroffen worden. Für die Verwaltung der Berlin-Stettiner Bahn — ausschließlich der von der Ostbahn verwalteten hinlerpommerschen Bahnen wird eine Behörde in Stettin unter der Firma: „Königliche Direction der Berlin- Stettiner Eisenbahn" errichtet. Für die Verwaltung der Magdeburg-Halberstädter und Hannover-Altenbekener Eisen­bahn wird in Mageburg eine Behörde errichtet, welche den Namen: „Königliche Eisenbahn-Direction in Magde­burg" führen wird. Endlich wird für die Verwaltung

Kunst und Wahrheit.

Original-Novellette von Ferdinand GilleS.

(Fortsetzung.)

Elise war den Tag über für Niemanden zu sprechen. Sie kam zu Tisch, aber sprach kein Wort. Den theil- nchmenden Fragen ihrer Eltern gegenüber schüttelte sie nur lächelnd das schöne Haupt und zog sich bei der erste» Ge­legenheit, die sich ihr bot, wieder ans ihr Zimmer oder sonst in einen Winkel des Hauses zurück, wo sie sich un­beobachtet wußte. Der Tag schlich ihr viel zu langsam dahm, viel zu lange währte es ihr, bis der Abend da war und mit ihm die ersehnte Stunde der Vorstellung. Je näher diese Stunde aber heranrückte, desto ruhiger und entschlossener ward Elise, wie Jemand, der mit fieberhafter Spannung vor einer großen Entscheidung steht und sich gleichsam von einem Alp befreit fühlt, wenn der Moment gekommen, der den Kämpfen m seinem Innern ein Ende machen und an die Stelle einer peinvvllen Ungewißheit Klarhei, wenn auch verhängnißvolle Klarhett bringen soll!

Als Elise zum Theater gehen wollte, trat ihre Mutter ön sie heran», legte ihr die Hand auf die Schulter und sprach mit leiser zitternder Stimme: „Kind, bleibe heute hier, Du bist krank!" Elise lachte und rief laut: „Ich bin gesund wie ein Fisch im Wasser!" Dabei strahlte ihr Ge­sicht in freudiger Erregung, und chre Züge waren wie ver­klärt. Und doch stahl sich eine Thräne ht ihr Auge und doch erröthete sie tief und senkte beschämt den Blick, als sie ihrem braven und besorglichen Mütterchen „Guten Abend" wünschte und zum Musentempel eilte . . .

Der Saal war gefüllt bis in die letzte Ecke; benn Fräulein Brinkmanns „Luise" erfreute sich eines gewissen

der Cöln-Mindener Eisenbahn in Cöln eine Behörde er­richtet, die den Namen: „Königliche Directton der Cöln- Mindener Eisenbahn" führen wird. Diese drei Behörden werden unmittelbar von dem Mtnistcr für die öffentlichen Arbeiten reffortiren und in Angelegenheiten der ihnen über­tragenen Geschäfte alle Befugnisse und Pflichten einer öffentlichen Behörde haben.

Ueber die Verhandlungen mit Rom berichtet das „Deutsche Montagsbl." Folgendes: Wie versichert wird, steht die jüngste Audienz, welche der Viceprästdent des Staatsministeriums Graf Stolberg und der CultuSminister v. Puttkamer beim Kaiser gehabt, im Zusammenhang mit dem Stande der preußischen Regierung und der Curie. Der von Wien jüngst zurückgekehrte Geh. Rath Hübler, welcher ein Memorandum über die dort bis jetzt gepflogenen Verhandlungen ausgcarbeitet haben soll, muß sich binnen kurzer Zeit nach Wien zurück begeben, da derselbe dem Nuntius Jacobini die Entscheidung der Regierung über die bis jetzt stattgehabten Unterhandlungen zu überbringen haben wird. Auf Grund vieser Entscheidungen werden die Verhandlungen in Wien fortgesetzt werden und binnen kürzester Frist dürfte alsdann der Cardinal Jacobini zur Berichterstattung sich nach Rom begeben.

Rom, 3. Jan. Das neue hochoffiziöse vatikanische Blatt „Aurora" sagt in einem Leitartikel betitelt „Fürst Bismarck und der Vattkan": Fürst Bismarck that bereits einen Schritt; wir hoffen, daß er auch den zweiten thut, nämlich den, die Kirche anzunehmen, wie sie ist, ohne Beschränkung, weil nur so den gerechten An­sprüchen der Katholiken Deutschlands, sowie bett dringenden sozialen Bedürfnissen entsprochen werden kann. Die „Aurora" bestätigt die unmittelbar bevorstehende Wieder­aufnahme der Verhandlungen zwischen dem Rach im preußischen CultuSimnisterium Dr. Hübler tutb dem Vattkan.

Die „Nordd. Allgem. Ztg." bringt eine ausführliche Mittheilung aus Konstantinopel vom 24. Dezember über den Fall Kölle, beffett Ausgleich neueren Nachrichten zu­folge unmittelbar bevorstehe, wozu nicht unerheblich die vermittelnde Einwirkung des deutschen und österreichischen Geschäftsträgers in Konstantinopel mit beigetragen haben werde. Das Blatt hebt hervor, Deutschland habe, ohne sich mit den einzeln Forderungen Layards zu identificiren, Anlaß gehabt, sich für den Fall zu interefftren, weil Kölle Reichsangehöriger sei und bas Verhalten der türttschen Behörden § 62 des Berliner Vertrags (Aufrechterhaltung de« Prinzips der religiösen Freihett) nicht entsprach. Ab­gesehen von. diesen besonderen Gründen sei es übrigens nur die natürliche Consequmz der freundschaftlichen Be- ziehungen Deutschlands und Englands, baß ber deutsche Renommees, die Vereinsmitglieber waren baher mit ihren Verwandten unb Bekannten schaarenweise herbeigeeilt. Uebrigens hatten in ben früheren Vorstellungen von „Ka­bale und Liebe" auch bie „Lady Milforb" des Fräulein Thekla Gumprecht unb ber „Ferdinand" unb „Wurm" ber Herren von Hellwig unb Hastig viel Beifall gefunden. Heute war dieselbe Besetzung, man versprach sich also einen genuß­reichen Abend.

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht: im Gegen- theil, Elise spielte heute hinreißender, als je. Nach jedem Aktschluß erhob sich daher ein Beifallsiubel, wie er in den Räumen unseres Theatervereins noch nicht gehört worden war. So waren vier Akte dahin und der Vorhang erhob sich zum letzten Male.

„Luise sitzt stumm und ohne sich zu rühren in dem finsteren Winkel des Zimmers, den Kopf auf ben Arm gesunken . . . " so schreibt ber Dichter bie Situation vor.

»Du thust recht, armer alter Mann! Lerne bei Zeit noch verlieren," sagt sie zu chrem Vater, bem Musikus Miller.

Das gab bie (Stimmung an für ben fünften Akt! — Was aber lag nicht alles in dem Klang von Elisens Stimme, als sie an „Miller" die Worte richtete:

„Ich hab' einen harten Kampf gekämpft. Er weiß es Vater. Gott gib mir Kraft. Der Kampf ist entschieden. Vater, man pflegt unser Geschlecht zart und zerbrechlich zu nennen. Glaub' er das nicht mehr. Vor einer Spinne schütteln wir uns ober das schwarze Ungeheuer Verwesung drücken wir im Spaß in die Arme. Dieses zur Nachricht Vater. Seine Luise ist lustig?"

Ja, in diesem Tone hatte man diese Rede'noch yicht gehört, rtur in der Seele des Dichters mochte sie so ge-

Vertteter in Konstantinopel im Sinne der Verständigung mit England auf die Pforte einwirkte.

Meldung der „Polit. Corresp." ans Konstanttnopel. Bezüglich des englisch-türkischen Uebereinkommens über bie Angelegenheit Kölle sind nur noch einige Details zu regeln. — Zwei ehemalige bulgarische Deputtrte petttio- nirten bet der Pforte um Schutz für die mohamedanischen Bewohner Bulgarien» und gaben dabei an Beamte des Distrikts Silistria hätten zweimal die Feuertortur gegen Muselmänner angewendet. — Mukhtar Pascha ist ange- wiesen einen Commissar zu ernennen behufs Austausches der offiziellen GrenzabtretungSacten mit dem montene­grinischen Commissar. Dem genannten Pascha ging auch eine neue Proklamation der Pforte an die Bewohner Gustnje's zu.

Deutscher Sketch.

•* , Berlin, 5. Januar. Der Bundesrach hielt heute Mittag seine erste Sitzung nach Neujahr. Auf der Tagesordnung standen zwei Vorlagen, betreffend bie Ver­stärkung des Grenzaussichtspersonals am Hohenthore zu Bremen um zwei Stellen mit den durchschnittlichen Dienst- eittfommen von je 1584 Mark bei gleichzeitiger Einziehung zwei durch den Zollverschluß des Stadtwerders entbehrlich gewordenen Aufseherstellen, so daß die Mehrkosten nur je 319 Mark jährlich betragen, welche von Bremen zu tragen sind, unb die lieb erficht der Ausgaben und Einnahmen der Landesverwaltung von Elsaß-Lothringen für die Rech­nungsperiode vom 1. Januar 1878 bis 31. März 1879, mit bem Anträge, die darin zusammengestellten und be­gründeten Etatsüberschreitungen zu genehmigen. Außerdem standen noch Mtttheilnngen auf der Tagesordnung über die Herausgabe eine« Tableaus zur Berechnung der Wechsel­stempelsteuer, die Verifikation der Arbeiten vom Gotthardt- Tunnel und die Verlängemng der HandelSveriräge mit Oesterreich-Ungarn und mit Belgien, sowie einige Aus­schußberichte, u. A. über bie Veröffentlichung des Prozent­satzes der Banken für Diskonttrnngen unb zinsbare Dar­lehen. — Die Blätter, welche den Fürsten BiSmarck theils am vorigen Sonnabend, theils Henle in Berlin eintreffen lassen wollten, waren in beiden Fällen ungenau unterrichtet. Wie ich höre, wird bie Ankunft erst in der zweiten Hafte dieser Woche erwartet. — Die Kombinationen über ben Ersatz des verstorbenen Staatssekretärs und Ministers von Bülow sind unerschöpflich. Wie ich mit Sicherheit vernehme, steht die Wiederbesetzung dieses Postens augen­blicklich gar nicht zur Entscheidung, und die Dauer des Provisoriums, so, wie sie von Anfang an in Aussicht ge­nommen war, wird keine Abkürzung erfahren. — Der „Posener Zeitung" wird geschrieben, daß man im Reichs­kanzleramt mit der Ausarbeitung eines VerstcherungS- klungen haben, so schauerlich und — „Verwesung" athmend! Keine Hand regte sich in dem Saale — alles lauschte athemlos .... unb bie Spannung steigerte sich, bis sie bei ber Katastrophe in ber vorletzten Szene ihren Höhe- punkl erreichte.

Selten wohl mag eine Künstlerin so in ihre Rolle aufgegangen sein, mit ihrem ganzen Denken, Fühlen unb Empfinbe» wie hier Elise! Das war kein „Spiel", bas war keine Kunst, baö war lebenbige Wahrheit. Elise burchlebte tharsächlich alles das, waS sie mit künstlerischer Vollendung interpretirte. Man bewunderte sie, man war begeistert, entzückt — aber Niemand ahnte, was in ihr vor­ging, Niemand erkannte den Impuls, der sie bewegte, Nie­mand sah den Born, ans bem ihrer leidenschaftlichen Ge­staltungsfähigkeit bie Nahrung zufloß. Weil man ber Künstlerin ben Tribut ber Anerkennung zollte, konnte man kein Auge haben für die naturwahre Verzweiflung im Auge beS Mädchens. —

»Die Limonade ist matt wie Deine Seele — Versuche!" sagt Ferdinand, nachdem er von dem Glase, in baS er „Gift" that getrunken.

Luise: O Himmel! Nicht umsonst hab ich diesen Auftritt gefürchtet.

Ferdinand (gebieterisch): Versuche! Luise (nimmt baS Glas unb trinkt.) Ferdinanb (wendet sich, fobalb sie das Glas ansetzt mit einer plötzlichen Erblassung weg unb eilt nach bem hintersten Winkel des Zimmers.)

Diesen Moment, in bem sich Ferdinand wegwendete, benutzte die Darstellerin ber Luise, um — noch ein zweites Mal zu trinken, ben Rest dann auszuschütten nnb daS Glas bann wieder zur Hälfte mit Wasser zu füllen. Von