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Marburg, Dienstag, 16. Dezember 1879

XIV. Jahrgang

(OlicrlirflW Jritmig

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xietnch in Frankfurt a.M.; haafenftein & Vogler in «MN a M., Berlin, ixzig, Cöln re.; Rudolf e in Berlin, Frank­furt a. M- re.

♦Hlmeinen nimmt emgegen: ^HrPeditioud.vlatteA, fgjne d.Annoncen-Bureaur ick - gen lh- Dietrich & (So. in a S.f <<mS

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d.Annoncen-Bureaur von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. u daselbst; Jnvalidendank in f Berlin; W. ThieneS in

Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer au den SBerftogcn nach Sonn- m>d Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlluftrirteS SountagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdrucker«t) bezogen 3$ Mark, durch bie Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). JnseNiouSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

Die E senbahn-Commisston deS Herrenhauses hat

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Die Gemeinde-Abgaben-Commission des Abgeordneteu-

em Sonnabend ihre Beratungen über dm Gesetzentwurf, » türeffend den Erwerb mehrerer Privateisenbahnen für dm

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iftliche Bericht wird in einer weiteren CommissionS- ng scstgestellt werden.

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« ersten Lesung, im $. 8 wurde die ausnahmsweise Er- nung der Provinz Hannover in beiden Fällen gestrichen

Die Schanksteuer-Commisston hat am Sonnabend Vor- ittag die Berathung dieses Gesetzes fortgesetzt und die ? 2, 3 und 4 nach den Beschlüssen der ersten Lesung nommen. Im §. 5 wurden dir ersten Absätze gleich- 8 nach dm Beschlüssen der ersten Lesung festgestellt; letzten Absatz wurde jedoch statt der Worte:auf An- g der Gemeindebehörden in der viertm Gewerbesteucr- theilung, auf Antrag der Kreisvertretung" gesetzt:Auf ttag der Gemeinden in der vierten Gewerbesteuer-Ab- ilung auf Antrag der Kreise." Der §. 5a wurde n in folgender Fassung angmommeu:Wer ein neu ndes, nach diesem Gesetz der Bestmerung unterlie- deS Geschäft unternimmt, hat im ersten Jahre"

die normirten Steuersätze.) Der zweite Satz, der 5a erhielt dagegen folgende Fassung:Jedoch ist in Falle, wenn ein der Stmer unterliegendes Geschäft einem Anderen fortgesetzt wird, welcher daflelbe durch gang oder einem zwischen Ascendenten und DeScen- «ten abgeschlossenen UeberlassungSvertrag erworben hat, « Steuer von dem neuen Inhaber auch für das erste r nur iu dem einfachen Betrage zu entrichten. Die 6 und 7 wurden unverändert nach den Beschlüssm

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innr*®taat' Ü^schlosim. Sie empfiehlt dem Herrenhause die

, «innahme der mit den betreffenden Eismbahngesellschaften 'ctl geschlossenen Verträge, sowie deS dazu gehörigen Gesetz- » a. Entwurfs in der vom Abgcordnetenhause beschlossenen Fas- / vl fnng bis auf den Schlußsatz deS §. 4, welcher die Er-

1$nb dann die übrigen Paragraphen des Gesetzes nach dm t ^jchlüssm der ersten Lesung unverändert genehmigt. )tm Plenum wird durch den Abg. Dr. Bitter (Walden- || Krg) schriftlicher Bericht erstattet werden.

irtiti Tagesbericht. .

f, an i DieBerliner Börsen-Zeitung" meldet: Der Kaiser grotz zmehmigte die Errichtung einer Central-Eisenbahn-Direktion :pikli in Frankfurt a. M.

mächtigung für den Finanzminister enthält, die von jenen n9 d eismbahngesellschaften begebenen Anleihen im Betrage von r in 737,114,700 zu kündigen. Dieser ist mit 7 gegen 7

Stimmen.abgelehnt. Der von dem General-Referenten Brüning und Fürst Hatzfeld-Trachenberg zu erstattende

Drei Tage am Meere.

Erzählung von I. Hochkirch.

tFortsetzung.

Der Kampf dieser Nacht wird uns wamm und be- dnen", entgegnete er;Dein gerechtes Mißtrauen soll ^urch meine lebenslängliche Treue besiegt werden."

Ihr schönes Auge schimmerte in unaussprechlicher

Ttube.

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34:

79.

>»er Bauart. An der Gaffel wehte die deutsche Flagge leuchtenden Farben.

'. die Brigg unmittelbar an dem Molenkopfe vorüber, 11 das ungestüm wogende Meer tauchte, grüßte ste das Stiche Vaterland zum Abschied, indem die Flagge sich 19,5!- ^mal langsam hob und sentte. Abermals wenige Mi- 4 später wiederholte sie den Gruß auf die gleiche Weise *dd zum dritten Male schon aus weiter Ferne.

.Das ist ergreifend und erhebend", bemerkte Luttrud.

__. Im Hafm auf der Brigg war die Arbeit der Matrosen kthan. Allmählich die Segel beisetzend, nahte das Schiff j $t, um in die See hinaus zu gehen.

, Der schwedische Dreimaster, welchen die Lootsen einzu- ®ittt gingen, hatte inzwischen plötzlnh seinen CourS ge» Welt, die schon ausgehißte Flagge, welche die Lootsen Itt ^beiruft, eingezogen und verschmäht, in den Hafen zu 3433 Wohlde einzulaufen. Langsam ruderten die getäuschten

^tsen heimwärts.

__-lWunderlich?" sprach Robert,die Seeleute nennen ff«* EinenHeuchler" in ihrer Ausdrucksweise."

* * Durch den Nordwest auf die Seite geneigt, flog die igg, die schützenden Steinwälle der Mollm verlassend,

?.bie Brandung hinaus, ein stattliches Schiff von schlanker

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Hauses setzte am Freitag Abend die zweite Lesung der Vor­lagen fort. Ein Antrag auf Wiederherstellung der Fassung der Regierungs-Vorlage im §. 2 wurde abgelehnt und die Fassung angenommen, welch« die Commission ihm in erster Lesung gegeben hatte. Dasselbe geschah mit §. 3. Im §. 4 toarbe ein Antrag bes Abgeordneten v. Quast angenommen, welcher statt der Worte:Für die Grund­steuer in den Landgemeinden und für die Gebäudesteuer in den Städten" die Worte setzt:Für die Gebäudesteuer in den Landgemeinden und für die Grundsteuer in den Städten", so daß also das Gegentheil von dem früher Ausgedrückten jetzt gesagt wird. Ferner wurde der Absatz 2 auf Antrag deS Abg. Schmidt (Sagan) in folgender Fassung angenommen:Mit Zustimmung der Aufsichts- Behörde kann bei der Heranziehung zur Gewerbesteuer unter die Grenzen deS im §. 2, Absatz 2 bezeichneten Minimal-Antheils herabgegangen werden und auch eine gänzliche Freilassung des stehenden Gewerbes erfolgen. Im übrigen wurde §. 4 und ferner §§. 5 und 6 nach den Beschlüssen der ersten Lesung angenommen, letzterer mit den Ausnahmen, daß im Absatz 5 hinter dem Worte Berlin" eingeschaltet wurde:so wie wegen der MiethS- steuer der Stadt Frankfurt a. M.", so daß der Satz jetzt lautet:Wegen der Forterhebung der Haus- und Mieth- steuer in der Haupt- und Residenzstadt Berlin, sowie wegen der MiethSsteuer der Stadt Frankfurt a. M. behält es bei den bestehenden Bestimmungen bis zum Zustandekommen eines giltigen Gemeindebeschlusses über eine anderweite Ver­keilung der Gemeinde-Abgaben sein Bewenden." Weiter wurde noch im §. 7 auf Antrag des Abg. Schmidt die Bestimmung getroffen, der Paragraph handelt von den indirekten Gemeinde-Abgaben, daß statt der Worte: als Brauerzölle wirkende Abgaben" gesetzt wurde:als GngangS - Abgaben." Dann wurde die Berathung auf Sonnabend Äbeub vertagt. -X***fr* -»V -.

Meldungen derPolitischen Correspondenz". Aus Bel­grad: Fürst Milan hat dk Ernennung des bisherigen serbischen Gesandten in Konstantinopel, Christic, zum ser­bischen Gesandten in Wien, sowie die Ernennung des ehe­maligen Ministerpräsidenten Mrrinovic zum serbischen Ge­sandten in Paris vollzogen. Aus Konstantinopel: Der montenegrinische Gesandte beschwerte sich am 11. d. Mts. gegenüber Sawas Pascha über die Verzögerung der lieber» gäbe von Gussmje. SawaS bemühte sich den Aufschub auf die Strenge der Wttterung zurückzuführen.

Deutsches Meich.

®erlitt, 13. Dez. Gras Peter Schuwaleff, der ehe­malige russische Botschafter in London hat heute Vormittag mit dem 81/? Uhr-Zuge der Stettiner Eisenbahn Berlin wieder verlassen und wie wir hören sich Zunächst nach

Ja", versetzte Robert,laß auch dies uns ein Zeichen sein; hinaus ins Meer voll Kraft und Treue."

Es war zwischen den Verlobten verabredet worden, sich sobald als thunlich, nach Alt-Gamm zu begeben, in wenigen Tagen sollte das geplante Concert stattfinden; es war Luttrud unmöglich, öffentlich zu fingen. Robert schrieb so­gleich einige Worte, die der Mutter telegraphisch übermit­telt werden sollten. Sie lauteten:Sende morgen Leonore mit den vier Schwarzen, mich -und meine Braut zu holen. Dein glücklicher Robert."

Das ist grausam", meinte Luttrud,so erfährt sie nicht einmal den Namen der Braut." Aber Robert bestand auf seinem Willen.

Mr zeigen uns hier heute einig, nicht wahr?" bat er.Laß uns offen nach Wohlde zurückkehren, Deinen Arm in den meinen legend, wie am ersten Abend unserer Bekanntschaft.

Luttrud war es zufrieden.

Gotttob, die unermüdlichen Angler meiden die Mole am heutigen Morgen", fuhr Robert fort,weil die See zu unruhig ist zum Fischfang; allein Spaziergänger mögen uns bald überraschen.--Bevor wir von diesem un­

vergeßlichen Platze scheiden", setzte er zögernd hinzu,noch eine Bitte"--

Luttrud verstand ihn und erröthete.Laß da»", ent­gegnete sie, sich von ihm wendend,bi- Deine Mutter den Segen über uns gesprochen hat."

Wie Du willst", versetzte Robert, ihre Hand, die auf seinem Arm ruhte, mit Küssen bedeckend.

lieber die Abendstraße, von welcher herech sie zwei Tage zuvor den Sonnenuntergang bewundert hatten, gingen sie in das Lustwaldchen. Auch hier lebten sie der Erinnerung

Varzin zu einem Besuch des Fürsten Bismarck begeben. Der Aufenthalt de« Grafen Schuwaloff in Varzin wird voraussichtlich nur einen Tag dauern, und soll sich der­selbe, wie heißt, schon morgen auf die Weiterreise be­geben, um über Danzig und Dirschan Petersburg zu er­reichen. Vor der Abreise hat Graf Schuwaloff, wie wir hören, noch eine kurze Unterredung mit Lord Dufferin dem englischen Botschafter in Petersburg gehabt, welcher gestern Abend hier angekommen ist, heute Abend HVi Uhr aber schon seine Reise fortsetzen wird. Er begibt sich gleich­falls über Dirschan nach St. Petersburg. In hiesigen Kreisen hat ein gestriger Vorfall peinliches Aussehen er­regt. Auf dem Friedhof der katholischen Gemeinde in der Linsenstraße hatte sich ein zahlreiches Trauergefolge einge­funden um dem Einen der Besitzer des hiesigen Concert- hauses Gebrüder Medding, Herrn Hermann Medding das letzte Geleit zn geben. Die Bilse'sche Kapelle war voll­ständig anwesend, auch ein Sängerchor von 30 Mann und beide wechselten mit einander in musikalischen Vorträgen. Vergeblich erwartete man die Betheiligung eines Geist­lichen der hiesigen St. HedwigSkirche; er erschien nicht und ohne die geisttiche Trostspende mußten die Angehörigen ihn in bie Gruft senken lassen. Und was war der Grund des Fernbleibens des Geistlichen? Hr. Herrmann Medding war mit einer evangelischen Dame verheiratet und ließ seine Kinder in der evangelischen Religion erziehen. Ein evangelischer Geistlicher aber durfte doch auf dem Katho­lischen Kirchhof keine geistlichen Amtshandlungen zu ver­richten wagen.

Fleusburg, 12. Dez. Bei der engeren Wahl zum Reichstag siegte Hinschius mit 3908 Stimmen; der Gegen­kandidat v. Bötticher erhielt 3672 Stimmen.

Karlsruhe, 13, Dezbr. Die zweite Kammer nahm den Gesetzentwurf tzetr. die Erhöhung der Branntwein­steuer um 50 pCt. mit allen gegen 2 (klerikalen- Slim- men an. Dieselbe tritt mit dem 20. Dez. d. I. in Kraft. Für Branntwein, der zu gewerblichen Zwecken verwendet wird, soll nach dem Gesetze Rückvergütung gewährt werden.

Ly-lalld.

Wittt, 13.Decbr. Da- Herrenhaus nahm einstimmig in zweiter Lesung uuH sofort auch in dritter Lesung die Wchrgefetzvorlage im Sinne des Antrages der Commission, das heißt unverändert nach der Regierungsvorlage an und trat mit großer Majorität der vom Abgeordnetenhause be­schlossenen Resolution bei. In der Generaldebatte sprachen Baron Koller, Fürst Schönberg, Fürst Carlos Auersperg, Graf Hugo Lalm, v. Schmerling und Fürst Carl Schwarzen­berg inSgesammt für den CommisstonSantrag. Minister Horst dankte für die von den Rednern geäußerten patrio­tischen und opferwilligen Gesinnungen und erklärte, daß in

und wurden nicht müde, Gottes Güte zu preisen, die ste wunderbarlich, doch herrlich zusammengeführt habe. End­lich zum Hotelgut Möve" zurückkehrend, trafen sie den bekannten KreiS: dm Generalconsul mit feiner Familie, den Concertmeister mit Gattin und Tochter, den Advocaten, den Lieutmant stehe, er fehlte kein theureS Haupt.

Welch Staunen, die Vermißten also wiederzufinden! Marianne Kretschmar erbleichte, aber, von Jugend auf an Selbstbeherrschung gewöhnt, die so häufig Selbstbetrug ist, sand sie artige Worte und verrieth durch keine Miene ihre bittere Enttäuschung. Fran Gmeralconsul Kretschmar ver­hehlte ihren Unwillen minder gut. Sie sprach als Glück­wunsch mit bewegter Stimme die denkwürdigen Worte: Gott segne Sie ich vermag es nicht!"

Es war ein Tag voll Widerspruchs für die Verlobtm, allein das Licht in ihrem Herzen durchleuchtete alle Schatten.

Am folgenden Tage traf Schwester Leonore pünktlich ein und entführte die Glücklichen. Unvergeßlich blieb ihnen der Meeresstrand von Seebad Wohlde unvergeßliche Augenblicke auch durchlebten ste in Alt-Gamm. Dem Stammgut war neuerding« Spoittmburg verschwistert, einst der Lieblingssitz de» tränten armen Herrn von Hemmerich. Welche wunderbare Fügung des Schicksals!

Nachdem die gute Mutter zu tausend Malen ihren innigsten Segenswunsch dem jungen Paare ausgesprochen halte, standen Robert und Luttrud allein am Fenster, zu welchem der Abendstern hinabgrüßte.

,Millst Du Dein Herz mir schenken, So fang es heim­lich an", sprach Robert leise und Luttrud warf sich in feine Arme, Dankesthränen in den Augen.