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Jliaröutg, Sonnabend, 13. Dezember 1879.

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Lungen nimmt entgegen: He Expedition d.Blatte», fotoie d-Annoncen-Bureau ggn Th. Dietrich & Co. i Gaffel und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt a.M. Haasenstein & Bögler ii krankfurt a M., Berlin Leipzig, Cvln re.; Rudol, z-ioffe in Berlin, Frank­furt a. M. :l

Anzeigen nimmt entgegen Me®^)ebition d. Blatte» sowie b- Annoncen-Bureaux von ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W- Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in

Bremen-

Srscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirleS LonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruekerei) bezogen Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet-

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über die Ansicht der Konservativen im Zweifel waren, nun klar geworden, daß, wie die Konservativen eS jederzeit als eine Pflicht betrachtet haben, das Wohl und das Beste des gesummten Volkes zu vertreten, so auch in dieser Frage sic für die Rechte des Volkes eintreten würden, wir wollen aber doch, wenn auch nur in wenig Worten auf die An­

gelegenheit zurückkommen.

Es ist .ja so leicht aus einigen aus dem Zusammen­hang genommenen Sätzen eines Artikels eine Ansicht des Schreibers desselben über diese oder jene Angelegenheit vor­zutragen, welche, wenn man das Ganze kennt sich als so nicht vorhanden darstellt. Auch der citirte Artikel desM. V gibt sich die Mühe unfern Artikel nach seiner Idee zu interpretiren. Vielleicht fand man es an maßgebender gegnerischer Stelle gerade für angemessen, nach der Rede des Abg. Grimm mit einerInterpretation" der Stellung der Konservativen zur Forstgesetzgebung hervorzutreten um den Eindruck, den dessen Eintreten für die Bevölkerung seines engeren Vaterlandes etwa gemacht haben könnte, mög­lichst rasch wieder zu beseitigen. Jedenfalls, wie dem auch sei, wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß unsere Leser und Gesinnungsgenossen, uns besser verstanden haben als der Herr Artiketjchreiber desM. T." uns verstanden zu haben vorgibt. Wenn wir den aufrichtigen Wunsch ausgesprochen haben, daß uns Hessen daS erhalten bleibe, ivas sich bei uns bewährt hat und bei uns wohlthätige Wirkungen geäußert hat, auf der anderen Seite aber Ob- jeclivität genug besessen haben, die fragliche Angelegenheit vom Standpunkt des Staates und der privaten Waldbe-

Hart am Molenkopfe vorüber schoß das Boot in die See hinaus lautlos, denn das Brausen der Brandung übertönte das Plätschern am Kiel, den Schlag der Ruder Die Männer. achteten des bleichen Paares droben an der Brüstung nicht. Der Wellmgang im freien Yreere erfaßte

Zur Forstgesetzgtbuug.

(Verspätet eingegangen.)

Wir hatten in der vorigen Woche einmal die beabsich-

fitzer zu betrachten, endlich aber eine solche Massenagitation e vci wie sie von liberaler Seite ins Werk gesetzt wird, nicht in t, d° allen Punkten billigen konnten, dürfte doch wohl immerhin

jDrei Tage am Meere.

Erzählung von I- Hochkirch.

(Fortsetzung.

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Auch im Hafen wurde es heute schon zur frühen Morgenstunde lebendig. Eine schmucke Brigg rüstete sich zum Ausgang. Die arbeitenden Matrosen begleiteten ihr Werk mit dem bekannten eintönigen Gesänge. Ihr stetes: »Ho Johoi! Ho Joho!" schallte melancholisch herüber.

DaS Leben ein Kamps", sprach Lnttrud wehmüthig.

Robert wagte nicht, anf's Rene seines stürmische Sehnen laut werden zu laffen und fand keine Erwiederung. Die Zeit verging; wie sollte baS enden?

Wir sind nicht mehr sicher vor Störung," sagte er : besorgt;es naht Jemand,"

Luitrud richtete sich erröthend aus. Es war Beiden,

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Aber sagt, ihr guten Leute, wer mich Arme tröstet?

rigte Forstgesctzgebung und die durch dieselbe hervorge- rufenc Agitation in unserem engeren Vaterlande, einer KU Besprechung unterzogen, und glaubten, daß wir denStand- ** punkt unserer Fraktion bezw. der hessischen Abgeordneten ffchine, derselben zu dieser Frage deutlich genug für alle unsere ewäha Leser charakteristrt hätten; trotzdem hat ein Politiker des

4, vol das Boot jetzt, ließ bald tief hinabsinken hob es bald zu vo hoch empor, so daß die Ruder das Wasser zur Seite nicht kt» Qnft hifrAfrftntHpn

trafen, sondern widerstandslos die Luft durchschnitten.

Unwillkürlich sahen Robert und Lnttrud dem Kampfe - « der Tupfern mit Wind und Wellen zu. Sie stützte das schöne Haupt, und es war Robert, als vernähme er aus wester Ferne die Worte des Liedes:

Gern wollt' ich ja nicht weinen, nicht mein Herz 'betrüben,

gratis ,Marb. Tgbl." gelegentlich einer Revue über die Stimmen der Presse in dieser Angelegenheit, es für seine Schuldigkeit gehalten, auf Grund unseres Artikels dem Kreise seiner '----- Parteigenossen und denen, welche er gern zu solchen machen

«möchte, klar zu machen, daß den Konservativen bei dieser II I Frage doch nicht zu trauen wäre.

1 Rach der Rede des Abg. Grimm und der Veröffent- ünstei lichmig seines Schreibens an den Vorsteher Quentin zu bei Haina, hätte es auf den Artikel des Tageblatts vielleicht keiner Antwort bedurft, da ja wohl allen, welche etwa

das Eine genügend betont sein, daß die Einführung der geplanten Gesetze in Heffen für die arme Bevölkerung eine große Härte, für den Inhaber mancher Gerechtsame ein Verlust und für Alle eine große Beschränkung und Be­lästigung fein würde.

Zu anderen Zeiten hätten wir wahrscheinlich das gelegent­lich auf gegnerischer Seite so beliebte StichwortParti- cularisten" auf unseren Artikel zu hören bekommen, jetzt wo das den Gegnern nicht paßt, wo vielmehr jeder gern unsere paticularen Institutionen erhalten wissen will, stellen unsere Gegner sich als die rechten Patrioten, als die Vertheidiger der Rechte des engeren Vaterlandes hin, und bemängeln inpartienlaristischer Weise", daß wir gesagt, daß man auch dem Leben im Großstaat Rech­nung tragen müsse.

Wir wollen uns über das Mißtrauensvotum desM. T." keine Sorgen machen, wissen wir doch, daß auch unser hessisches Volk, das in so richtiger Würdigung dessen, was ihm heilsam sei, zur Wahl geschritten und so gewählt, wie ihre Gegner zu ihrem Aerger erfahren, die Verdächtigungen gegen die Partei, aus bereit Mitte es bie Männer seines Vertrauens nach Berlin ins Abgeorbnetenhaus zur Wahrung seiner Rechte entsanbte, keinen Eindruck machen werden, und daß unsere Abgeordneten für die Rechte ihrer Man­dantenin loyaler Weise" als conservattve Männer eintreten werben, wie sie bisher zu thun begonnen haben.*)

Tagesbericht.

Graf Schuwaloff ist auf ber Rückreise nach Peters­burg gestern in Berlin eingetroffen unb würbe Nachmit­tags vom Kaiser unb Kronprinzen empfangen. Graf Hatzfelb würbe Nachmittags von Varzin in Berlin erwartet.

Die konservative Fraktion beS Abgeordnetenhauses ist bereits in die Berathnng deS Feld- und Forstpolizeigesetzes eingetreten. Wie wir hören, ist dieselbe bemüht, die in demselben enthaltenen Härten zu beseitigen und einen Aus­weg ausfindig zu machen, um den Interessen der ärmeren Bevölkerung und deS Besitzers der Waldungen gleichzeitig gerecht zu werden.

DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Die fünf Ge­setzentwürfe des Ministers des Innern über den Ausbau der Verwaltungsreform hätten bei Denen, die unablässig nach Fortführung der Ausdehnung deS Reformwerkes ge­drängt, zunächst nur die Klage über eine angebliche Ueber- bürdung de« Landtags zur Folge gehabt. Die Regierung fei mit den Vorlagen nicht blos dem ost amvespiochenen

*) Wir verweisen außerdem auch noch aus unsere heutige Notiz im Tagesbericht.,

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als müsse ein Jeder, der sie vereint hier finde, ihr Geheim- niß errathen.

Gottlob, ich kenne den Herrn nicht."

In ber That erwies sich betfelbe als ungefährlich. Er trug einen bequemen Morgenanzug, bunte Schuhe, hielt in ber Rechten ein Buch, in der linken ein Fern­glas. Er umkreiste ben Molenkopf, sah durch das Glas nach allen Richtungen in die Weite und entfernte sich darauf wieder.

Ein schwaches Lächeln umspielte LuttrudS Lippen.

Herr von Pflug," begann sie ernst nach einer Welle, bevor wir scheiden, will ich Ihnen ans meinem Leben erzählen, nicht von meinen Schicksalen diese mögen Ihnen durch ben Konzertmeister ober ben Advokaten bekannt sein sondern von meinen innem Erlebnissen, auf daß Sie mich besser verstehen lernen. In Frieden wollen wir schei en

Nicht scheiden," bat Robert mit leiser Stimme, sich auf ihre Hand neigend, die sie ihm jedoch entzog.

Wir wollen scheiden," fuhr sie fort,und es wird unS Beiden der Friede nicht mangeln. Als mein Vater vor zwei Jahren starb, trat der schwerste Kampf meines Lebens an mich heran, die Frage: ob ich mich der Gnade ber Menschen überlassen oder Gottes Gnade allein ver- trauen solle, indem ich die Gabe, die et mir verlieh, zur Ebnung meines Weges benutzte. Der Kampf wurde durch die schrecklichsten innem Zweifel erschwert, unb ich bat Gott flehentlich um einen Fingerzeig. Es fehlte nicht an guten Frennben, die lebhaft für und wieder riethen, aber kein Rath verhalf mir zur Klarheit und Enifchlossenheit. Da begab ich mich eines Tages zu einem alten kranken Freunde meines Vaters, einem greifen Kirchenrathe. Als

Verlangen des Landtages prompt begegnet, sondern auch, insofern es sich um die Organisation bet allgemeinen Landesverwaltung handele, dem Gebote der Nothwendigkeit gefolgt. Die Vorlagen nähmen in eminentester Weise die Dringlichkeit in Anspruch, ;unb wenn man, wie nicht an­ders denkbar, die Dringlichkeitsfrage bejahe, könne auch eine Verständigung über die Möglichkeit ber Behandlung nicht fehlen. Das Blatt hofft, bie erste Lesung werbe noch vor Eintritt ber Ferien möglich fein.

Gutem Vernehmen nach traten unter bem Vorsitz des Präsidenten Köller gestern Delegirte der Fraktionen des Abgeordnetenhauses zusammen unb sprachen sich nahezu einstimmig bahin au8, bie erste Lesung ber Verwaltungs­reformgesetze erst nach ben Ferien vorzunehmen.

In ber gestrigen außerordentlichen Generalversammlung bet Potsdamer Eisenbahn wurden abgegeben 7884 Stimmen; davon stimmten für den Vertrag mit der Regierung 6749, dagegen 1135. Der Vertrag ist demnach angenommen. Der RegierungS - Commiffar erklärte bei Eröffnung der Versammlung, die Regierung würde bis zum 1. Mai 1880 den Vertrag dem Landtage vorlegen.

Verschiedenen Börsenblättern zufolge haben die Verhand­lungen der Delegirten der Rheinischen Eisenbahn mit den Commissarien der Regierung zu einer Einigung und Unterzeichnung eines vorläufigen Vertragsentwurfs nicht geführt. Die Hauptdifferenz bildet, daß die Regierung pro 1879 nur eine 7procenttge Dividende gewähren will, während die Delegirten der Rheinischen Eisenbahngesell­schaft eine früher angesammelte Reserve beanspruchen, welche diese Dividende auf etwa 81, Prozent erhöhen würde.

Bezüglich des Beschlnffes ber rumänischen Kammer betreffenb bie Vorlage des Sitzes ber rumänischen Eisen­bahn-Verwaltung nach Bukarest, schreibt bieNorbb. Allg. Ztg.": Es erscheine unglaublich, baß eine Funbamental- bestimmung des Vertrags, über bereu Bedeutung der ru­mänische Minister, welcher hier bie Verhandlung führte, völlig klar sein müsse, nun ohne Weiteres fallen gelassen werben sollte, währenb man in Bukarest auch über bie Folgen nicht im Jrrthum sein könne, bie ein derartiges Votum unausweichlich haben müsse.

Deutsches Reich.

* Berlin, 11. Dec. Die sensationelle Mittheilung eines hiesigen Korrespondenten, daß dem nächsten Reichstag ein neues Steuerbouquet vorgelegt werden solle, hat der­selbe allerdings gleichzeitig dadurch entkräftet, daß er als zu dem Bouquet gehörig das Brausteuergesetz, die Börsen­steuer u. s. w. atigiebt. Neues hat der Korrespondent nicht

ich in sein stilles Stübchen trat, beschlich mich plötzlich eine Ahnung, hier werde ein fester Entschluß, dessen Hinaus­schieben über ben kommenben Tag unmöglich war, mir gegeben werben. Ich kniete an bem Bette des kranken alten Henn nieder wir waren allein und erzählte ihm von meinen Zweifeln, se nen Rath erbittend. Er er­hob sich ein wenig, als ich geendigt hatte, legte seine Hand auf mein Haupt unb erwiebertc feierlich"

Luttrub zögerte einen Augenblick.

Herr von Pflug, ich weiß, daß Sie meines innersten Heiligthums nicht spotten werben; barum darf ich es offen vor Ihnen borlegen. Er sprach bie Worte:

Mein Kinb, wohin Du Deinen Jesum mitnehmen kannst, borthin gehe getroft. Das ist ein untrügliches Zeichen."

Ich küßte dankenb seine Hanb unb verließ ihn. Diese Worte waren geeignet, abermals einen Zweifel in mir zu erregen, allein nach ernstlicher Prüfung sagte ich mir, daß ich Alles, was mir auf Erben bas Heiligste unb Theuerste ist, in meinen neuen Beruf hineinnehmen könne, unb bie Worte des alten Kirchenraths sind in Wahrheit setther ein untrügliches Licht auf meinem Wege gewesen. Fast zwei Jahre nun gehe ich meinen Weg allein, durch viele Noth, viele Versuchung und angstvolle Sorge. Wenn ich einmal das Warnungswort des väterlichen Freundes vergaß, wenn ich mich von Eitelkeit und Ehrsucht bethören ließ, sei im Leben oder in meiner Kunst, so geschah es gewiß zu meinem Schaden uno ich habe bie Lersäumniß durch bittere Reuethränen gebüßt. Sie wissen nun, wie ich meinen Be­ruf auffaffe unb warum ich ihm treu anhange, wie mächtig auch bie Lockstimmen sein mögen."

lForftetzimg folgt.)