standen und guten Ertrag geliefert hat, so muß man doch wohl annehmen, daß bei sorgfältiger Aufsicht und strenger Bestrafung der Frevler, dem Wald kein zu großer Schaden dadurch erwächst, daß ein Jeder sein harmloses Recht am Wald in dieser Weise ausübt.
Für die östlichen Provinzen, so weit sie von slavischer Bevölkerung hauptsächlich bewohnt werden, mag die Schließung des Waldes keine große Härte enthalten. Der herrschende deutsche Einwanderer hatte sich schon im Mittel- alter zum Herren des Waldes gemacht und der Slave, — ob er überhaupt zum Walde sich traditionell hingezogen fühlt, wie der Deutsche, mag dahin gestellt bleiben — gehorchte und konnte niemals auf den Gedanken kommen, viel weniger, daß er jemals zur praktischen Durchführung gelangte, daß das Waldprodukt ein allen gemeinsames sei.
Die Rechtsverhältnisse, wie sie im genaueren am Walde in Hessen gewesen sind, sollen hier übergangen werden, hierfür wollen wir auf die rc. Bähr'sche Schrift verweisen. Nur das eine soll hier noch hervorgehoben werden: die Verhältnisse des Kleinstaats erlaubten mancherlei patriarchalische Zustände, die mit dem Leben des Großstaates unvereinbar sind. Wenn also hierbei z. B. mancherlei alte, und ihrer historischen Entwicklung noch ehrwürdige Institutionen verloren gehen, so ist das zwar für die Betheiligten vielleicht unangenehm, wie der eventuelle Wegfall der Leseholz-Berechtigung und beschwerend — aber natürlich. Nach unserer staatsrechtlichen Auffassung steht der Staat als besonderes Rechtssubjckt dem privaten Rechtssubjekt gegenüber und wo die Prätentionen Beider colli- diren, muß oas Interesse des Staates im Interesse der Gesammtheit dem des Einzelnen präzediren. Deßhalb k nnen wir die beabsichtigte Agitation nicht in ihrer gesummten Ausvchnung billigen, soweit allerdings stimmen wir mit derselben überein in dem Wunsche, daß man uns Hessen, soweit es sich mit den wichtigeren Staatszwecken vereinbaren läßt, das läßt, was sich bei uns bewährt hat und unS lieb und werth geworden ist.
Tagesbericht.
Fürst Gortschakoff wurde Sonntag Nachmittag auch von der Kaiserin empfangen und begab sich sodann in das kroliprinztiche Palais. Der Kronprinz erwiderte den Besuch noch Nachmittags in der rnssischen Botschaft. Der Kaiser empfing Montag den Botschafter v. Oubril.
Zur parlamentarischen Geschäftslage schreibt man der „N.-Z.": Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses ist im Wesentlichen mit der Durchberathung des nächstjährigen Staatshaushaltsetats zu Ende, so daß für die nunmehr wohl ziemlich ununterbrochenen Plenarsitzungen vollständig Berathungsstoff vorliegt und der Etat sehr wohl bis zur 3. Dezemberwoche durchberatheu werden kann. Am 15. Dezember will dann auch das Herrenhaus wieder Plenarsitzungen abhalten und es ist anzunehmen, daß die gesammten, bis jetzt dem Landtage vorliegenden Arbeiten denselben nicht länger beschäftigen dürsten, als bis Ende Januar, so daß der Absicht, den Reichstag möglichst früh im Februar zu berufen, kein Hinderntß im Wege stehen möchte.
Der Beschluß der Mehrheit der Eisenbahnkommission auf Ablehnung des vom Centrum gestellten Antrags^, die Erhöhung der Tarife dem Abgeordnetenhause zur Entscheidung zu überlassen, findet zunächst seine Erklärung in der Verworrenheit des jetzigen Zustandes, an dessen vollständige Beseitigung erst mit Verstaatlichung aller Eisenbahnen gedacht werden kann. Es bestehen heute auf den deutschen Bahnen: 63 gegliederte Lokaltarife mit verschiedenen Classi- fikationen, zahlreichen Ansnahmetarifen und Einzettarifsätzen, 184 allgemeine Tarife für den Verbandsverkehr der deutschen Bahnen untereinander mit 351 Spezialtarisen für einzelne Artikel und außerdem 199 allgemeine Tarife für den Verbandsverkehr mit dem Aulsande nebst 314 Spezialtarifen für einzelne Artikel. Es ist ein wahrer Tarifrattenkönig, bemerkte sehr bezeichnend ein Mitglied der Commission. Zu der nolhwendigen Vereinfachung dieser vielfach natürlichen und schwankenden Gestaltung, welche ein Gegenstand der unausgesetzten Klage des Publikums bildet, gehört die ganze Kraft von Fachmännern, welche in ihrer Arbeit zunächst nicht an Abstimmungen gebunden sein können, die, wenn sie das Richtige treffen sollen, die allergenaueste Sachkenntniß zur Voraussetzung haben. Ist die Vereinfachung und Resormirung geschehen, so dürste ein Vermittlungsvorschlag, daß die Landesvertretung jede allgemeine procentualische Erhöhung oder Erniedrigung der Tarife vorher genehmigen müsse, Aussicht auf Annahme haben. Zu den einzelnen Tarifpositionen wird eine parlamentarische Körperschaft schwerlich jemals entscheidende Stellung nehmen können.
Das preußische Ministerium für Landwirthschaft u. s. w. hatte vor einiger Zeit beim königt. Militär-Oekonomie- Departement im Interesse einer rationellen Ernährung der
Zu ft ei hin, sich ergehen. Hat oft Gefahr gebracht, Man muß sich wohl verstehen, «
Denn ein falsch^ Auge wacht.
Du mußt den Spruch bedenken. Den ich vorher gethan t Willst Du Dein Herz mir schenken, So fang es heimlich an.
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Soldaten und der Förderung des Absatzes der dazu geeigneten Landesprodukte eine stärkere Betheiligung des Militär- Haushaltes bei dem Consum von Käse in Anregung gebracht. Das Oekonomie-Departement hatte seinerseits die Truppen darauf aufmerksam gemacht und zu Versuchen aufgefordert. Das landwirthschaftliche Ministerium hat nun einem Truppentheile aus seinen Wunsch ein längeres Verzeichniß der ihm bekannten Produktionsorte von Käse zukommen lassen. Nach demselben differiren die Preise für 50 Kilo Käse zwischen 15 und 45 Mark, indeß ist man in militärischen Kreisen der Ansicht, daß für die Menage der Preis von 25 Mark, d. h. 25 Pfg. pro Pfund, wohl nicht überschritten werden kann, da man zu einer Portton etwa 100 Gramm wird rechnen müssen. Da der Käse mit Recht als eines der preiswürdigsten Nahrungsmittel gilt, wird der Anregung des landwirth- schaftlichen Ministers bald in weiterem Umfange Folge gegeben werden.
Deutsches Reich.
** Berlin, 1. December. Zur Berathung der elsaß- lothringischen Gesetzentwürfe waren heute die Ausschüsse des Bundesraths für Elsaß-Lothringen und für Justiz zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengetreten. Ferner hatte der Ausschuß für Handel und Verkehr eine Sitzung. Die Berathung der elsaß-lothringischen Gesetzentwürfe wird voraussichtlich in dieser Woche sowohl in den betreffenden Ausschüssen als im Plenum des Bundesraths zu Ende geführt werden. Am 8. d. M. sollen die Entwürfe dem in Straßburg zusammentretenden Landesausschuß vorgelegt werden. Dagegen ist ungewiß, ob der Landeshaushaltsetat für Elsaß-Lothringen noch in dieser Woche durchberathen werden kann. — Im Laufe dieser Woche wird wieder eine Sitzung des Staatuiinisteriums stattfinden. — Dem Landtag wird, wie man hört, in Bezug auf den §. 8 des Gesetzes vom 23. Juni 1876, betreffend die Vereinigung des Herzogthums Lauenburg mit der preußischen Monarchie der Entwurf eines Gesetzes vorgelegt werden, welches die durch das Gesetz vom 16. März 1878 zum 1. März 1880 erstreckte Frist für eine anderweittge Ordnung der Vertretung des lauenburgischen Landeskommunalverbandes bis zum 1. Oktober 1882 verlängert. — Heute Mittag ist im Reichskanzleramt unter Vorsitz des Geh. Oberregierungsraths Dr. Röhing die technische Kommission für Seeschifffahrt zusammengetreten. Die Arbeiten der Kommission dürften im Laufe dieser Woche beendigt werden.
Münster, 1. December. Die Nachricht des „Westfälischen Merkurs", daß die Landräthe angewiesen seien, dem katholischen Klerus wieder die Leitung des Religionsunterrichts in den Volksschulen anzubieten, wird als unrichtig bezeichnet.
Hamburg, 1. December. Wie an heuttger Börse bekannt wurde, hat die Firma I. C. Godeffroy und Sohn ihre Zahlungen eingestellt. Norddeutsche Bank nottrten nach 153 50, 151 bis 152, da mitgetheilt wurde, daß dieselbe Deckung habe.
Nürnberg, 1. December. Der „Fränkische Kurier" meldet: Das Landes-Comite für die Landesgewerbe-Ausstellung ist gebildet nnd ein Garantiefonds von 230,000 Mark gezeichnet. — Die gestrige DelegirtewConferenz der bayerischen Handels- und Gewerbekammern, welcher Vertreter der Regierung beiwohnten, beschloß endglltig die Abhaltung der Landes-Jndustrie-Ausstellung im Jahre 1882 zu Nürnberg.
Ausland.
Wie«, 1. Dec. Das Abgeordnetenhaus trat heute in die Berathung des Wehrgesetzes ein. Zeithamer erstattete Bericht Namens der Commissions-Majorität, Rech- Hauer Namens der Minorität. Ein Antrag geht auf Bewilligung der Kriegsstärke von 800,000 Mann auf ein Jahr. Graf Clam befürwortet unter dem Beifall der Rechten die unveränderte Annahme der Regierungsvorlage. Czedlk begründet den Antrag aus Herabsetzung des Friedenstandes aus 230,000 Mann, wodurch das Budget um drei Millionen entlastet würde. Grocholski bekämpft den Antrag Czediks und spricht für die Regierungsvorlage, Schaup für den Minoritätsantrag. Mattusch erklärt sich für Fortdauer des Kriegsstandes auf 10 Jahre mit Rücksicht auf politische Situation und bestreitet, daß seine Partei für das Wehrgesetz stimme, weil sie nationale Concessionen erwarte. Graf Salm kann der Regierung ein Vertrauensvotum, welches die Annahme der Vorlage involvire, nicht ercheilen, so lange er die Principren der Regierung nicht kenne. Dzwonkowski befürwortet den Majoritätsantrag. — Fortsetzung der Berathung morgen.
Pest, 1. Dez. In der Conferenz der liberalen Partei stellte Falk die Frage, ob Deutschland, da die Verhand- handlungen bisher resultattos seien, vom 1. Januar 1880 an nicht außer der Eingangsabgabe noch einen Zuschlag ersehen werde; wenigstens über diesen Punkt müßte man förmlich ein verttagsmäßiges Abkommen mit Deutschland treffen. Der Handelsminister antwortete: die erwähnte Eventualität entging nicht der Aufmerksamkeit der Regierung. Bezügliche Verhandlungen sind im Gange; er hoffe, nächster Tage sich bestimmt äußern zu können.
Lvubo«, 1. Dezbr. Das Mitglied des Unterhauses Roeback ist gestorben. — Meldung der „Times" aus Kabul von heute: Gemäß Anordnung des Vicekönigs von Indien reiste der Emir Jakub Khan heute in Begleitung des Kapitäns Turner von Kabul nach Pescha- wur ab.
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Nachdem nunmehr das ganze Gesetz von der Majorität
von der Kommission angenommen worden.
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welche sämmtlich eine Fahrzeit von 50 Minuten habe» In Hanau sind die Anschlüsse von und nach allen Stich tungen gewahrt.
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Marburg, 2. December. Aus der Eisenbahn-Commission des Abgeordnetenhauses erfahren wir noch übe: die Sitzung am vergangenen Sonnabend, daß in de« Landeseisenbahnrath für Hessen-Nassau nach dem von bei Commission angenommenen Antrag des Abg. Dr. (Stimm nicht zwei sondern drei Mitglieder bestimmt wurden, und dieselben nicht vom Oberpräsidenten vorgeschlagen, sondere
Hersfeld verunglückt seien. Nachdem uns von verschiedenen, glaubwürdigen «Seiten- dasselbe mitgetheilt wurde, nahmen wir es auch in unser Blatt, auf spätere telegraphische Anfragen in Hersfeld kam dann die erfreuliche Nachricht, daß an der ganzen Sache kein wahres Wort sei, nur in eine« kleinen Theile der Auflage unseres gestrigen Blattes konnte« wir diese Nachricht noch mittheilen.
Marburg, 2. December. Das gestrige Concert dkl schwedischen Quartett-Sänger entsprach vollständig od
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net werden mußten, um die letzte Wirkung der Oefen ver- < schwinden zu lassen; in einem Concertsaal dürfte so etwa- Äuituo entschieden nicht vorkommen, wenigstens aber dann nicht rrthe, wenn die Verwaltung des Saalbaues sich die Heizung dck , Saales bereits vor dem Concert bezahlen läßt, dann ha>
Marburg, 2. December. Mit einer Bestimmtheit, r Eulen' wie es selten gelingt, war gestern das Gerücht hier verbreitet, daß 23 Gymnasiasten auf dem Eise der Fulda bei
reichen Publikums. Sehr störend waren nur die Tew- peraturverhältnisse des Saales, mehrere Grad Kälte und dazu der Saal dick voll Rauch, so daß die Fenster geöfs- »och j
von dem Ausschuß der Communalstände des Regierungs- Bezirks Kassel ein Mitglied, von dem für Wiesbaden stätigt ein Mitglied und von der städtischen Vertretung füi Frankfurt ein weiteres Mitglied gewählt werden soll. -
der Kommission genehmigt ist, so sind damit die von den aäiigi Conservativen für dieses Gesetz angegebenen Gesichtspunkt! zur B
Nidder mit dem des Mains und der Kinzig. Zwischen' statten ist Bruchköbel; am Nordende Hanau's ist noch ein besonderer Bahnhof angelegt, also der dritte im Rayo« der Stadt. In beiden Richtungen coursiren täglich je drei, die 2., 3. und 4. Wagenklasse führende gemischte Züge- »fiter i
sie unbedingt die Verpflichtung, auch dafür zu sorgen, ba$ der Saal wirklich geheizt ist. Es kommt dieser Fall nur zweimal hintereinander vor und ist dessen öffentliche Rügt Archh,
Edinburg, 30. Novbr. Gladstone mvhnte hier Ml weiteren Meetings bei. In dem einen, welches von 5000 Personen besucht war, sprach er sich aufs schärfste gegen die Finanzpolitik der Regierung aus, welche er als eine extravagante und unredliche bezeichnete. Die Kosten fit die Feldzüge in Afghanistan und Afrika seien ungenügend veranschlagt und würden bis nach den Parlamentswahlei geheimgehalten. — In dem anderen Meeting, an welchen 17000 Personen Theil nahmen, erklärte Gladstone bei Zeitpunkt für unmittelbar bevorstehend, wo die türkisch! Herrschaft in den Balkanländern aitthören werde. DH Erbschaft dürfe nicht an Rußland, Oesterreich und England übergehen, sondern an die den Balkan bewohnenden Völker. Der Balkan dürfe niemals unter das Joch einer despotischen Macht znrückfallen. Es sei Wachsamkeit notb wendig, nicht allein Rußland, sondern auch Oesterreij gegenüber, welches vielleicht beabsichtige, die russische Supn- matie durch die {einige zu ersetzen.
Petersburg, 1. Dez. Der Kaiser verließ Livadü am 29. November Nachmittags 3 Uhr, traf in Siune- ropol Abends 11 Uhr ein und setzte gegen Mitlern ach auf der Oftrovo-Simseropvler Eisenbahn seine Reise nach Moskau fort — Der Minister des Innern ertheilte de« Journal „Golos" wegen eines Feuilleton-Artikels in der gestrigen Nummer die dritte Verwarnung und verbot die Ausgabe des Blattes auf 5 Monate. — Das Journal „Molva" und die russische „Petersburger Zeitung" publi- ciren das in dem Prozeß gegen Mirsky und Genossen ergangene Urthcil: Mirsky wurde zum Tode, Tarchow z, 13 !/2 Jahr Zwangsarbeit verurtheilt, die Uebrigen fragt sprochen — Am 27. Nov. wurde in Elisabethgrad auf dem Bahnhofe ein junger Mann verhaftet, in dessen Reisetasche verschiedene Gifte und Explosionsstoffe vorgefundn wurden.
absolut nothwendig.
Kassel, 1. December. Neben der Theilstrecke Betten' Hausen-Waldkappel der Kassel-Waldkappeler Bahn, wir« heute auch die Sttecke Hanau-Heldenbergen (Windecken) der ebenfalls von der kgl. Eisenbahnoirektion zu Ftankfur! a. M. verwaltet werdenden Hanau-Friedberger Bahn des trefft < Betriebe übergeben. Dieselbe ist 163/4 Kilometer (= 2D Special Meilen) lang und verbindet als ein den Kreis Hanr« setzez n mitten durchschneidender Schienenweg, das Gebiet der
Ansprüchen, die man auf Grund früherer Zeitungsbericht an dasselbe machte. Schöner und vollkommener läßt sni bezeichi der Männergesang wohl nicht culttviren, das war bet *L- - allgemeine Ausdruck eines gewählten und immerhin zahl-
Berlin, 1. December 1879. . ^sisson
(Abgeordnetenhaus.) Vor dem Eintreten in d« Wenige Tagesordnung theilt Präsident v. Köller mit, daß er deS MinM Prinzen und der Prinzessin Friedrich Karl zur Feier bj silbernen Hochzeit die Glückwünsche des Hauses über mitte» 'ihren