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Klarburg, Mittwoch, 3. Dezember 1879
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ber Theilnahme aller Einwohner des Landes sicher zu sein scheint, keineswegs mit Stillschweigen übergehen.
Zuvörderst wollen wir nicht verfehlen unsere Leser auf die kleine interesiante Schrift des ReichsgcrichtSrach Dr. Bähr aufmerksam zu machen, welche derseche vor Kurzem über „den hessichen Wald" hat erscheinen lassen, und welche mit großer Sachkenntniß die Rechtsverhältnisse deS hessischen Waldes bespricht.
Allerdings bespricht er den geplanten Gesetzentwurf und die damit ungleicherweise entstehenden Veränderungen nicht, jedoch gibt die Schrift einen genauen Aufschluß über die seitherigen Verhältnisse, und zeugt von einer wahren Liebe des Verfassers zu seinem engeren hessischen Vaterlande. — Wir glauben diese anerkennenden Worte auch dem ehemaligen politischen Gegner — Bähr war früher nationalliberaler hessischer Abgeordneter — schuldig zu sein.
Dem Vernehmen nach bemüht sich das Comite zu Cassel eine größere Verbreitung der genannten Schrift Bähr's zu
nicht umhin, für unsere heutige Rechtsanschauung wenigstens, den Satz zu verwerfen, daß das Naturprodukt Gemeingut sei, und deshalb dem zufalle, der die Hand darnach ausstreckt. Die Eigenthumsverhältnisse haben sich bei uns so gestaltet, daß man den Wildschützen, den Holz-' frevler bestrafen muß, und sollte der privatrechtliche Begriff des Eigenthums an jenen Gegenständen noch nicht genügend ausgeprägt sein, so erfordert es die Ordnung deS geregelten ' StaatslcbenS. -
.Schachkönig" in der That nicht übel gewählt! — von Deinen Bauern umringt, einsam, abgeschlossen, ruhig, überlegt, eine Hauptperson auf Deinem Felde, und treffend der Schluß: mattgefetzt von einer feindlichen Königin, schachmatt! Armer Robert I"
Das losbrechcnde Gewitter rief zur Heimkehr. Im traulichen Forsthause saß man beisammen, sah die Blitze durch das fast dunkle Gemach leuchten, hörte die niedrigen umlaubten Fenster unter dem wuchtigen Rollen des Donners erzittern und vernahm deutlich das Rauschen des Regens auf dem Dache und in den Kronen der Bäume draußen.
„Seien Sie Werthers Sötte* bat jetzt der Generalkonsul die schöne Künstlerin, „zerstreuen Sie die Schrecken des Gewitters — nicht durch Tanz, wohl aber durch besang.
Eine fast stürmisch« Zustimmung wurde von allen Seiten laut, nur Robert schwieg.
Luttrud weigerte sich, so lange das Gewitter so hefttg lfi, zu singen. Als dasselbe an Stärke nachließ, vermochte sich den ungestümen Bittm nicht mehr zu entziehen. Dfan hatte inzwischen mit Bewilligung des Försters das Piano, ein neues, sehr gutes Instrument, geöffnet, und der Konzertmeister prüfte eS durch einige Griffe.
Drei Tage am Meere.
Erzählung von I. Hochkirch.
< Fortsetzung.) „Ach, schweige doch," zürnte Robert.
bewirken, um das Verständniß für die brennenden Fragen in weiteren Kreisen zu erwecken. —
Es ist ein Charakterzug des deutschen Volkes, das, was die Natur hervorbringt, wenn es nicht „sichtbar" iu Privat- eigenlhum übergegangen ist, als Gemeingut aller zu betrachten., So sehr das deutsche Volk vor dem Diebstahl, dem heimlichen, schleichenden Wegnehmeu fremder Sachen Abscheu zeigte, der Diebstahlsbegriff an Naturprodukten, welche der eben angeführten Einschränkung nicht unterliegen, war ihm fremd. Wohl strafte man den, der des Königs Bann brechend, in dessen Forst frevelte, schon ftüh oft sehr hart. Es war dies jedoch eine Polizei- maßdregel, die nicht aus dem Volksbewußtfein herauS- gewachsen war. Der Wald namentlich galt dem Volke, wie heute, noch nicht als ein abgeschlossener Privatbesitz. Ein gutes Theil der inneren Geschichte des deutschen Volkes hat sich im Wald abgespielt.
Im Hain versammelte sich die Cent zum Gericht, im Hain zur Berathschlagung über die Angelegenheiten des gemeinen Wohls, im Haindiente das deutsche Voll seinen Göttern.
Allerdings schloß im Mittelalter das Gebot des Mächtigen den Wald vielfach im Interesse der Jagd; doch blieb die Ueberzeugung von der Gemeinsamkeit der Naturprodukte im Volke lebendig, ja sogar der Walddieb steht heute noch lauge nicht so tief in der Achtung seines Gemeindegenossen, als der gemeine Dieb; es ist bekannt, daß der Wilddieb, der kühn den Gefahren trotzend seiner Jägerleidenschaft stöhnt, namentlich in den Gebirgsgegenden Süddeutschlands, eine sozusagen ganz respektable Persönlichkeit ist. Mancher hat schon betrübt darüber, als über ein Zeichen der Roheit und Sittenlosigkeit des niederen Volles den Stab gebrochen; gewiß mag das uns, die wir von Jugend auf gelernt haben, unser Fühlen und Denken den Anforderungen unseres in der Cultur und Sitte so vorgeschrittenen Zeitalters anzupassen, als ein Zeichen von sittlicher Verkommenheit erscheinen, in Wahrheit ist es doch nur der ungeschminkte Ausfluß der Dolksüberzeugung, daß ja das Reh oder der Hase, den der Wildschütz gefrevelt, nur ein Stück von den Geschöpfen war, das der liebe Herrgott für Jeden, so auch für den armen Wildschützen erschaffen hat. — Selbst unsere Gesetzgebung hat sich diesem Zuge des Volkscharakters nicht ganz entschlagcn können; sie bestraft den, der aus dem Walde sich unberechtigt Holz geholtt nicht als Dieb, es sei denn, daß es aufgemaltert Holz gewesen, „an dem eben dadurch sich der Besitzwillen einer Person sich bereits bofumeutiite". Allerdings kann man
Willst Du Dein Herz mir schenken, So fang es heimlich an. Daß unser Beider Denken Niemand errathen kann. Die Liebe muß bei Beiden Allzeit verschwiegen sein, Drum schließ die größten Freuden, In Deinem Herzen ein.
Behutsam sei und schweige Und traue keiner Wand, Lieb innerlich und zeige Dich außen unbekannt.
Kein Argwohn mußt Du geben, Verstellung nöthig ist. Genug, daß Du, mein Leben, Der Treu versichert bist.
Begehre keine Blicke
Von meiner Liebe nicht. Der Neid hat viele Tücke Auf unfern Bund gericht'. Du mußt die Brust verschließen, Halt Dei e Neigung ein. Die Luft, die wir genießen, Muß ein Geheimniß sein
Kr heint täglich außer an den Werktags nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchenllichen Beilage „ZllnftrtrteS SonutanSblatt" durch die Srvedition iKo ck'scke Buchdrucker-.) bezogen 2k »«rk, durch d.e Postämter d-S Deutschen Reiches ,! Marl'50 W|"(ejclbte 8eÄne & W
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Die Nebemmtzungen des Waldes, die Beeren und Kräuter dagegen sind in den Gegenden des südlichen und' westlichen Deutschlands fast ausnahmslos als Gemeingut' des Volkes angesehen. Jeder, dem es beliebt, geht hinaus und sammelt Kräuter und Beeren nach Gefallen; dazu bildet ihr Verkauf einen lohnenden Verdienst der Armen. Nachdem sich aber der römifche EigenthumSbegriff bei uns' einmal auch in Beziehung auf den Wald eingenistet hat,' ist zweifellos der Waldeigenthümer, auch Eigenthümer'1 dieser Waldfrüchte, und wenn man deshalb jetzt beabsichtigst: den Wald zu schließen, so geschieht damit genau genommen nichts Absonderliches; das Eigenthum, das Recht der prin- : zipicll unbeschränkten Herrschaft über die Sache, gibt die ' Befugniß jeden sonst Berechtigten von der Sache auszu- ' schließen. — Im Interesse der Waldcultur liegt das Schließen ’ des Waldes zweifellos auch. Den Vortheil den der Ein- : Seine aus dem Sammeln der Beeren, Kräuter, dem Ab- , ' streifen junger Schößlinge zu Quirlen, Sammeln eines ' Korbes voll Laub u. s. w. hat, ist unverhältnißmäßig klein, * gegen den Schaden der dem Wald daraus erwachsen kann;'' und wenn Jeder nach Belieben den Wald betreten darf, wie groß ist da die Versuchung gerade für die, welche gewerbsmäßig Beeren und Kräuter sammeln auch ein wenig Holz mitzunehmen, sei es, daß es im Wege liegt, sei1 eS aber auch, daß es abgebrochen wird.
Daß die Maßregel des Schließens des Waldes zugleich eine große Härte enthält, ist nicht zu läugnen, und deshalb rst zu wünschen, daß sie unterbleibt.
fft so edel, so anspruchslos so in sich abgerundet, die liebe, vollste Innigkeit mit ungeschminkter Wahrheit vereinigend, daß es auch den verständnißvollen Hörer durch seine Eigen- artigkeit überrascht; wie übetwältigend aber wirkt es auf den, der ein Liebhaber und Kenner der alten frommen Weisen ist, der ihre Tiefen zu würdigen versteht! Wer ein 1 solches Lied zu seinem vollen Werthe haben will, der muß zu hören verstehen. Wie ein Vogel im Walde sang Fräulein Luttrud, selbstvergessm und schmucklos, mit anmuthiger Leichtigkeit die zierlichen Cadenzen überwindend — als müsse es nur so sein. Viermal'wiederholt sich die liebliche Melodie, und nimmer dünkt sie uns all, so wenig Schlag des Finken oder das sanfte Flöten der uns ermüdet. Vier Strophen dienen dem Liede zur läge — Robert von Pflug hörte die Worte, bis innerste Herz bewegt:
Aber pnncipiell muß man sowohl den Privatbesitzern,' als dem Staate als Waldeigenthümer das Recht einräumen, von seinem Eigenthum auch diesen weitgehenden Gebrauch 1 zu machen. 1
Man führt nun aus, die Maßregel sei im Interesse der Waldkultur absolut n o t h w e n d i g. Was oben ausgeführt1 wurde, scheint diese Ansicht zu unterstützen. Wenn wir aber unsere hessischen Vcrhältniffe zu Grunde legen und' erwägen, daß gerade bei uns der Wald „offen" gewesen ist, und bei uns zugleich der Wald in hoher Cultur ge-
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. „Es ist zu dunkel, eS fehlt an Noten," hieß es von unigen Seiten.
„Ei," sprach der Konzertmeister lachend, „wenn wir in
Konzerten auswendig singen und spielen, werden wirs doch in ländlicher Abgeschiedenheit vermögen! Mir fteilich fehlt die Geige; aber Fräulein Lutttud und Elischen werden sicherlich einiger Piecen mächtig sein und bitten zuvor für ihren improvisirtm Vortrag um gütige Nachsicht."
Es war Roberts Gerechtigkeitsgefühl zuwider, wie wohl dann und wann geschieht, die Künstler gewissermaßen von den hohen Gönnern als naturgemäß Unmündige behandeln zu sehen, die, ohne Rücksicht auf die eigene innere Stimmung und die Reife und Würdigkeit der Zuhörer, immer bereit sein müssen, die Zeit angenehm aus zufüllen, wenn es den Köpfm ringsum an Unterhaltung gebricht. Er konnte jedoch nicht entrinnen. Es lag zu nahe, die Musik zur Trösterin in trüber Stunde zu erwählen, und das bereit- ‘ willige Entgegenkommen des Konzertmeisters entging chm nicht. Aber Fräulein Luttrud?
In dumpfer Ergebung des Weiteren harrend, zog er sich in einen düsteren Winkel zurück und stützte daS Haupt in die Hand.
„Was soll es sein?" fragte Elise Truchseß halblaut, sich an das Piano setzend, um zum Gesänge zu begleiten.
„Lasten Sic mich selber begleiten," erwiderte Fräulein Lutttud; „ich gewinne an Sicherheit dadurch, und die eigen thümliche Lage, in der wir unö befinden, wird mich mffchuldigm."
Willig trat Fräulein Truchseß zurück und räumte der älteren Gefährtin den Platz am Instrument ein.
Gespannt horchte die Gesellschaft. Eine lautlose Sülle herrschte.
Mit anscheinend nicht ganz sicherer Hand griff die Künstlerin einige wohllautende Accorde: C-moll, sanft nach Es-dur hinüberklingend. Dann begann sie zu singen --- jenes ialtehrwürdige Lied Johann Sebastian Bachs, das einzige von dem großen Meister componirie Lied, dessen Textesworte ebenfalls aus seinem re.chen Geiste hervorgegangen sind: „Willst Du Dein Herz mir schenken." Es
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte», sowie dAnnoncen-Bureaup Den Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in ttanifvrt c M., Berlin, Zripzig, Cöln ic.; Rudolf Steife in Berlin, Frankfurt a. M- rc.
..Nun ja, daß Dir die Sache fatal ist, glaube ich wohl," fuhr der Advokat unbeirrt fort; „der alberne Poet! Ich habe es stets behauptet: nicht nur fein Herz ist wurrn- iküst stichig, auch sein Verstand ist etwas schadhaft. Uebrigens — hier brach er in ein unterdrücktes Lachen aus — die kleine Truchseß half chm wacker im Unheilstiftern Du der
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d-Annoncen-Bureaux von @. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendarck in Berlin; W- ThieneS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
Wir haben bisher zu der Frage noch keine Stellung betgenommen, nur mit großem Jntereste die verschiedenen « Verhandlungen verfolgt, wollen jedoch eine Sache, welche
Hür bett Monat Dezember werden von allen v Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) Bestellungen auf die
Bderhessifche Zeitung mit deren Gratisbeilage Jllustrirtes Sonntagsblatt angenommen.
Die Exped. 6. Oberh. Zeitung.
Zur beabsichtigte« Forstgesetzgebung.
In jüngster Zeit hat die Absicht der Kgl. Staatsregierung ein neues Forstgesetz dem Landtage zu unterbreiten in unserem engeren Vaterlande Hessen, Gelegenheit zu einer sehr lebhaften Agitation gegeben. In Cassel hat sich ein Comite gebildet um diese Agitation „zum Schutze der Rechte der Bevölkerung am Walde" zu leiten, man geht damit um, Massenpetitionen ins Werk zu setzen, ein großer Theil der Presse hat in längeren mehr oder minder gediegenen Artikeln die Angelegenheit besprochen. Namentlich die „Hess. Morgenzeit." hat sich der Sache warm an- genom.nen und vertritt in verschiedenen Aussätzen „die Rechte des hessischen Volkes" an „seinem" Wald.