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JUarfiurg, Sonnabend, 29. November 1879

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8n den Reichskanzler."

. Der Kronprinz traf Donnerstag Mittag in Berlin tut; am Bahnhöfe waren zum Empfange Prinz Wilhelm und die Erbprinzessin von Meiningen anwesend. Prinz tob Prinzessin Friedrich Karl begehen ihre Silberne Hoch- zÄsfeier nicht in Glienicke, sondern im berliner königlichen Schlosse, wo Vormittags die Glückwünsche? der Mitglieder beb königlichen Hauses entgegengenommen werden und -tochmittags ein Diner stattfindet.

Drei Tage am Meere. Erzählung von I. Hochkirch. (Fortsetzung.)

Lesung in der Commission oder bei der Plenarberathung beseitigt werden kann.

Nachrichten aus Sofia zufolge hat der Fürst von Bul­garien die Demission des Cabinets angenommen. Mel­dungen derPolit. Corresp." Aus Sofia. Der Fürst verweigerte vorerst, die Adresse der Skupschtina auf die Thronrede entgegenzunehmen, welche ein eklatantes Miß­trauensvotum gegen das Minsterium mit Einschluß des Kriegsministers enthält. Nichtsdestoweniger wurde Kara- waloff seitens des Fürsten berufen, damit er die Bildung eines aus Conservativen und Liberalen bestehenden Mini- sterius übernehme. Aus Cettinje. Der Senatspräsident Petrovich hat sich nach Andrijevica begeben, um von dem mit 15 Bataillonen Nizams in Plava und Gusinje ein­rückenden Achmed Mukhtar Pascha die genannten beiden Distrikte zu übernehmen.

Um welches Projekt handelt es sich?" fragte Herr b°n Pflug.

Erschein! täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaa« ^ttnfirirtes Lanntaaskiatt" hnr* isvh.ku;** ro Buchdruckerei) bezogen % Mark, durch die Postämter d-S Deutschen Reiches 2 Mark gesKtene K^

$üt in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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I» f »Um eine Fahrt in See und Ankehr drüben in Her­tz idgsruh am Walde", erwiederte der Lieutenant.Sie Men, daß unser Seebad Wohlde sich keines Waldes in * 4 Ator nächsten Nähe erfreut; darum ist es ein beliebtes

__. Vergnügen der Badegäste, eine Luftfahrt nach den Dünen

jenseitigen.Ufer der Seebucht zu unternehmen. Dort beitet sich der herrlichste Wald aus, und im Forsthause ^Herzogsruh findet man Gelegenheit, sich durch Speise tob Trank zu erquicken, sofern man nicht vorzieht, wie "ft allgemein üblich ist, Lebensmittel mit hinauszunehmen." »Das ist ein hübscher Plan", meinte Robert,und ich Meße mich an", wenn es mir gestaltet wird." | »So will ich nicht hinderlich sein", rief der Advokat; Atomen Sie, wir wollen das Weitere mit den Damen verlegen."

Eine. Biegung des Weges führte sie zu einem trau- NsN Plätzchen, welches, gegen Süd und Ost von hohen Achten beschattet, über niederes Unterholz gen Nord erst 5to freien Ausblick auf das Meer bot. Hier saßen Ns Truchseß und Fräulein Luttrud, beide eine weiße Mich? Handarbeit in Händen haltend, fleißig über die- «e gebeugt.

:. Herr von Pflug, der starke, ernste Mann, fühlte sich erbleichen bei dem Anblick Fräulein Luttrud's. In siö. frischen, leichten Morgenanzuge dünkte sie ihm noch 1 X lieblicher als am verflossenen Abend; ihre Hand, die rt _3*J die Nadel führte, erschien ihm noch schöner ge- k'90.91der Ausdruck ihres gejammten Seins noch ächt i Üblicher und zarter. Mit vollkommener Ruhe grüßte sie

-to-. Berauscht setzte er sich an ihre Seite und wußte f p**1 kaum, was er sprach, doch fühlte er, daß seine Worte

Lrrzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von Th, Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th- Dietrich in Frankfurt a.M.; Laasenstein & Bögler in irmtffttrt 0. M., Berlin, Leipzig, Cöl« re.: Rudolf Rosse in Berlin, Frank­furt a. M- re.

Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jägerflche Buchhandlung daselbst; HerrnanlLsche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen.

Deutsches Reich.

»» Berlin, 27. November. Auf der Tages­ordnung der heutigen Bundesrathssitzung steht eine Reihe wichtiger Vorlagen: ein Antrag Preußens, betreffend die Anwendung des §. 28 des Gesetzes gegen die gemein­gefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie, die Vorlage wegen Verwendung von Tabaksurrogaten, die Vorlage wegen Betheiligung an der Ausstellung zu Melbourne und die in dm jüngsten Tagen inhaltlich schon erwähnten Vorlagen in Betreff Elsaß-Lothringens, denen sich heute noch eine weitere Vorlage zugesellt hat. Im Auftrage der Kaisers hat nämlich der Kaiserliche Statthalter, den Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen, betreffend die Aufnahme einer Anleihe nebst Begründung dem Bundesrath zur Beschluß- nahme überreicht. Der Entwurf enthält 16 Paragraphen, deren erster zur Bestreitung außerordentlicher Ausgaben für gemeinnützige Unternehmungen einen Betrag von 24,380,000 M. verlangt und dann vorschlägt, diese Summe durch eine jährliche mit 4 pCt. zu verzinsende Anleihe zu beschaffe«. Es sollen davon für Regulirung von Wasser­läufen und Landesmeliorationen 3,900,000 M. verwendet werden, für Verbesserung und Erweiterung der Kanäle, sowie für Schutzbauten gegen Ueberschwemmungen des Rheins 5,380,000 M., zu Subventionen für die Eisen­bahnen von Teterchen nach Diedenhofen und von Buchs- wciler nach Schweizhausen, sowie zu Subventionen von Eisenbahnen lokalen Interesses 10,000,000 M., zur För­derung von Straßenbahnen 600,000 M., zum Ausbau der Vizinalwege 4,000,000 zur Erweiterung des Betriebes der

Zur Mittagstafel führte der Generalkonsul die schöne Sängerin. Robert saß an der Seite der kleinen, schäkernden und schwatzenden Elise Truchseß; Marianne Kretschmar war ihm durch Kuno Feddersee entführt.

»Ist unser Kreis, die Zahl der Musen, vereinigt?" rief mit dem Glockenschlage drei Uhr der Generalkonsul, am Bollwerk des Landungsplatzes, erscheinend.Herr von Pffug Sie als Zehnter seien Sie herzlich willkom­men! Unser Boot ist bereit, ein frischer Wind hat sich auf­gemacht, Has Wetter ist freundlich."

»Doch nicht sicher," mischte der Advokat sich ein;viel zu warm für die jetzige Jahreszeit, und sehen Sie im Süden zieht es dunkel herauf."

»Was meinen Sie, Bootsmann? wandte sich der General­konsul Kretschmar zu dem an der Landungstreppe harrenden Schiffer.

»Sicher hinüber kommen wir jedenfalls, Herr General," antwortete dieser langsam und schwerfällig,gegen Abend mags ein wenig Regen geben"

Meine Herrschaften, Sie sind auf etwas Seewasser eingerichtet, nicht wahr?" fragte der Generalkonsul.

Lachend zeigte man im Kreise auf die Regenmäntel und Regenhüte.

»Nun, so lasten sie uns in Gottes Namen unsere Fahrt antreten."

Zögernd und ängstlich erwies sich nur die Gattin des Konzertmeisters, eine herzensgute, schweigsame Dame, die sich vielfach leidend fühlte und dadurch mit nervöser Reiz­barkeit den Kreis ihrer Gedanken, vorzugsweise aus alle erdenklichen Unglücksfälle und Krankheitserscheinungen richtete. Behutsam stieg sie in das schwankende Boot. Der Advokat nahm am Steuer Platz, Robert ergriff ein Ruder, um dem Bootsmann beim Abstoßen behülflich zu sein.

»Wir müssen zum Hafen hinausrudern, bis der Wind unser Segel faßt," erklärte der Bootsmann.

(Sortfetymg folgt.)

flkür den Monat Dezember werden von allen O Postanstalten (auf dem Lande von den Land­postboten) Bestellungen auf die

Dberhesstsche Zeitung mit deren Gratisbeilage

Illustrirtes Sonntagsblatt angenommen.

Die Gxsted. Oberh. Zeitung.

Tagesbericht.

Das Amtsblatt der Deutschen Reich-Post- und Tele- graphen-Verwaltung" veröffentlicht folgenden Allerhöchsten Erlaß:

DieNordd. Allg. Ztg." veröffentlicht folgendes Schreiben des Fürsten Bismarck aus Varzin vom 25. d.: In Folge der durch die Presse über meine Gesundheit ver­breiteten Nachrichten geben mir von den verschiedensten Seiten, nächst aus Deutschland namentlich aus England, freundliche Rathschläge und ärztliche Mittel in großer An­zahl zu. So wohl mir diese Beweise von Theilnahme auch thun, bin ich leider noch zu wenig gesund, um den Absendern schriftlich antworten und danken zu können. Ich bitte deshalb alle diejenigen, welche mich durch die wohlwollende Absicht, mir zu helfen, erfreut haben, meinen verbindlichsten Dank auf diesem Wege entgegenzu- nehme n.

Die Gräfin Rantzau, Tochter des Fürsten Bismarck, ist vorige Nacht von einem Knaben entbunden worden.

In den Einnahmen der Post- und Telegraphenverwal- tung macht sich eine merkliche Steigerung geltend. Die­selben betrugen im Juli und August d. I. zusammen 20,334,270 M. im September und Oktober d. I. da- ' gegen 22,362,325 M. in den letzteren Monaten also über 2 Millionen Mark mehr, (gegen September und Oktober 1878 etwa 1 Millionen Mark mehr). Die Steigerung hat sich namentlich auch bei den Telegraphengebühren be­merkbar gemacht. Sie beginnt mit dem Zeitpunkt, wo die Ergebnisse der Wiener Reise des Reichskanzlers allgemeiner bekannt wurden, und dürfte darthun, daß in den Kreisen handeltreibenden Publikums eine Befestigung des Vertrauens auf die Fortdauer friedlicher Verhältnisse eingetreten ist.

Zu der Mittwochs Abendsitzung der Eisenbahn-Com­mission des Abgeordnetenhauses, in welcher lediglich die finanziellen Punkte der Garantie diökutirt wurden, waren die Minister Maybach und Bitter anwesend. Dieselben sprachen ihre Urbereinstimmung mit den (bereits bekannten) Anträgen aus und erklärten, daß sie zwar nur ihre per­sönliche Ansicht ausdrückten, sich aber bemühen würden, einen bez. Beschluß des Ministeriums zu extrahiren und möglichst bald einen diesbezüglichen Gesetzentwurf vorzu­legen. s . ,

Die Schanksteuer-Commission des Abgeordnetenhauses uahm zu § 1 der Vorlage mit 12 gegen 9 Stimmen den Antrag an, daß die Steuer lediglich auf den Ausschank

von Branntwein beschränkt werde. Der so amendirte

Paragraph wurde jedoch schließlich abgelehnt, so daß äugen* blicklich eine Lücke vorhanden ist, die nur bei der zweiten

freier und leichter waren, als sich mit der Strenge seiner

Ansichten vereinbaren ließ. Er wollte zum Mindesten einige angenehme Stunden an ihrer Seite verplaudern, da ein ernstes Band zwischen ihnen unmöglich war, und war sie nicht an Huldigung gewHnt?

Die Fahrt in See wurde besprochen und (des General­konsuls Zustimmung vorausgesetzt) bis auf jede Einzelheit festgestellt.

Herrn von Tempelhoffs Antlitz verfinsterte sich immer mehr während der Unterredung, da er Robert von Pflug an Fräulein Luttruds Seite sah und den von demselben angeschlagenen galanten Ton vernahm. Als die Damen aufbrachen und sich verabschiedet hatten, sprach er mit ernster Miene zu dem jungen Rittergutsbesitzer:Wenn es Ihre Absicht ist, Fräulein Luttrud näher zu treten, sollten Sie dieselbe vor allen Dingen durch achtungsvolle Rück- sichtsnahme ehren."

»Es ist durchaus nicht meine Absicht," rief Robert von Pflug stolz;wenn ich einmal heirathe, so will ich eine Frau haben, die ich allein bewundre."

Der Lieutenant verbeugte sich und ging.

»Last ihn," sprach der Advokat lächelnd;er ist ein guter Junge, aber entsetzlich spröde. Zur Mittagstafel finden wir uns gewiß wiederum zusammen. Lebe wohl einstweilen!"

Robert von Pflug wollte seinen Morgenspaziergang fortsetzen es dünkte ihn erstaunlich schwül. Er ge­dachte seiner Mutter zu schreiben er wußte nicht, was er ihr mittheilen solle. Er warf sich dann auf die Bank zurück, kreuzte die Arme und verträumte so Stunde um Stunde.

»Narr, der ich bin," rief er endlich aufspringend,bald dreißig Jahre alt und kindisch, wie ich mit achtzehn Jahr nicht war! Ich muß Marianne Kretschmar auszeichnen, um mir selbst gewaltsam ein Gegengewicht gegen den tollen Traum zu geben. Ich schäme mich meiner!"

»Ich habe den unterm 5. d. M. Mir überreichten Bericht über die Ergebnisse der Reichs-Post- und Tele­graphenverwaltung während der Jahre 1876 bis 1878, mit ungemeiner Befriedigung über die bedeutenden Leistun­gen auf diesem für die Förderung der Volkswohlfahrt so wichtigen Gebiete durchgesehen. Die Vereinigung des Post- unb Telegraphenwesens hat auf beide Zweige eine so ge­deihliche Wechselwirkung geübt, daß sie, ungeachtet des während jenes Zeitraums obgewalteten wirthschaftlichen Drucks in Folge der geschickten Organisation und umsich­tigen Leitung die hochgespannten Erwartungen noch über­troffen hat. Mit besonderer Anerkennung habe Ich an der Hand des Berichts wie die fortschreitende äußere Aus­dehnung , so das Streben nach innerer Vervollkommnung der Verwaltung verfolgt. Ich beauftrage Sie, dem Ge­neral-Postmeister wie allen Beamten, durch bereit dienst- ftenbige Mitwirkung die geschilderten Resultate erzielt sind, tttatl ^uncn Kais erlichen Dank auszusprechen.

- Berlin, den 13. November 1879.