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filacßurg, Dienstag, 25. November 1879
XIV. Jahrgang
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---des Dr. Aegidi. Gegen die Wahl deS Dr. Aegidi waren
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werden und stellte sich dadurch eine absolute Majorität für
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worden, für gültig zu erllären.
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Proteste cingegangen, welche sich gegen die Gültigkeit der Wahl von drei Wahlmännern richtete. Die Commission mußte den Ausführungen der Proteste zustimmen und die
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Roberts weiches Herz fühlte sich bedrückt durch das Be- r'' t, die Sängerin im Geiste gekränkt zu haben;
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Drei Tage am Meere.
Erzählung von I- Hochkirch.
l Fortsetzung.)
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Einige Schritte weiter gingen sie, schweigend und in Stuften verloren, die reine frische Seeluft begierig ath- mtitb, — da hielten sie plötzlich, wie geblendet in ihrem Gange inne: von Secunde zu Secunde kaum merklich sinkend, in unbeschreiblicher Herrlicheit war die Sonne in die feurige, goldumsäumte Tiefe hinabgetaucht. Wie ein Hallelujah, wie ein Jubel- und Lobgesang brach es im Westen majestätisch hervor. Nun erst flogen die sanft verklärenden Strahlen hoch zum Zenith hinauf, ja zum Osten hinüber. Dunkelroth glühte über der Meeresfläche das Gewölk, dort, wo gleichsam das Thor deS Himmels sich geöffnet hatte, um das heimkehrende Tagesgcstirn zu empfangen. Die Schleier fielen zurück über das Allerhei- doch schon des Vorhanges überirdische Pracht wie unnahbar herrlich das Heiligthum selber deffen Anschauen keinem sterblichen Auge ver- ........... Beständig wechselnd, bald hier, bald dort neu erglühend, langsam matter werdend und in immer süßere 2 ' i hinüberschmelzend, den tiefsten Frieden offen
barend, fesselte das setten schöne Schauspiel Aller Augen
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Anzeigen nimmt cmgegen:
Srpeditiou d.Blatte», iowie d.Annoncen-Bureaur Mn Td. Dietrich & Eo. in gafiel und Hannover; Th. Hetrich in Frankfurt a.M.; gg'enstein & Bögler in nkfurt a- M., Berlin. ,zig, Eöln rc.; Rudolf ®oSe in Berlin, Frank- furl a. M. re.
9c9a Wahl der in Rede stehender Wahlmänner wegen vorge- llthe» kommener Wahlunregelmäßigkeitcn für ungültig erklären, sigke Da diese Wahlmänner bei der Wahl aber für Dr. Aegidi lkag» Sttmmen abgegeben hatten, so mußten dieselben von . b. b der Gesammtzahl von 110 Stimmen in Abzug gebracht )0 P werden und stellte sich dadurch eine absolute Majorität für
kein Wunsch ist bisher von den preußischen Elementarlehrern wiederholt so einmüthig ausgesprochen worden, als der daß den Lehrern neben dem festen Stellen-Einkommen Dienstalterszulagen gesetzlich gewährt werden möchten, weil nur auf diese Weise dem im Laufe der Jahre wachsenden Bedürfnisse einer Familie volle Befriedigung zu verschaffen, und dem steten Drängen nach besseren Stellen abzuhelfen sei. Tatsächlich ist der gegenwärtige Zustand ungenügend, weil erstens nach dem gegenwärtigen Vertheilungsmodus die jüngeren Lehrer vor den älteren bevorzugt werden, weil zweitens die Alterszulagen überhaupt viel zu gering sind, weil drittens den Lehrern ein rechtlicher Anspruch auf diese Zulagen nicht zusteht, dieselben vielmehr nicht zu dem penstonsberechtigten Einkommen gehörig, als persönliche Bedürfnißzulagen widerruflich. Herr von Puttkamer beabsichtigt den erstgenannten Uebelstand zu beseitigen und den Vertheilungsmodus so zu gestalten, daß umgekehrt die älteren Lehrer mehr begünstigt werden, als ihre jüngeren Collegen. Im Uebrigen scheint derselbe der Ansicht zu sein, daß die Frage wegen gesetzlicher Einführung von Dienst- alterszulagen nach festen Grundsätzen nicht vorab, sondern in dem zu erlassenden Unterrichtsgesetze zu regeln sei. Nebenbei sei noch erwähnt, daß Herr von Puttkamer kürzlich entschieden hat, daß die Dienstzeit auch bei einer Hülfslehrerstelle, d. h. einer selbständig ausgestatteten, mit einem anstellungsfähigen Lehrer zu besetzenden, einem Lehrer bei einer späterer Verleihung einer staatlichen Dienstalterszulage angerechnet werden soll.
Die Frage wegen Zulassung der Abiturienten der Realschulen 1. Ordnung zum medicinischen Studium ist durch bie kürzlich vom Reichskanzler von 43 Oberbürgermeistern und Bürgermeistern eingereichte Petttton, derselbe „wolle dem hohen Bundesrathe gegenüber die Zulassung der Abiturienten der preußischen Realschulen erster Ordnung zum Studium der Medizin geneigtest befürworten", wieder in Anregung gebracht worden. Wie die „Staatsbürger-Zeitung" hört, wird Kultusminister v. Puttkamer in nächster Zeit über das dem Bundesrathe in der Sache zu erstattende Votum Entschluß fassen, jedoch will man schon §jetzt in parlamentarischen Kreisen wissen, daß Herr v. Puttkamer persönlich kein Freund der Zulassung der Realschul-Abi- turieuten zum medizinischen Studium sei.
Nach einer vom Kultusminister veranlaßten Zusammenstellung über die Frequenz der Gymnasial- und Neal-Lehranstalten betrug die Zahl der Gymnasien im Wintersemester und gar Mancher unter den zufällig Anwesenden pries sich glücklich, zu den viele» unvergeßlichen Erinnerungen, bie das Meergestade bot, das Gedächlniß des heutigen Sonnenunterganges fügen zu können.
Funkelnd und flimmernd, gleich wie erzitternd unter der Seligkeit des Abendfriedens, dessen Abbild es zu tragen gewürdigt war, lag das weite imposante Meer. In der Ferne stieg der Rauch eines kommenden Dampfers auf; der Hafeneinfahrt nahe kreuzte ein Segelboot, von dem matten Abendwinde langsam fortgeführt; einige Ruderer waren hinausgefahren in die See und ließen die Hand sinken, ihre Aufmerksamkeit dem Abendrcthe zuwendenv, dessen Widerschein ihre eigene Bahn zu einer leuchtenden Straße schuf, deffen Licht die von den Rudern fallenden Tropfen in bunten Farben schillern ließ.
„Ist dies unsere Kost?" fragte, aus dem selbstvergessenen Anschauen erwachend, Herr von Pflug leise seine Gefährttn, deren Auge die hingebendste Bewunderung aussprach.
„Wenigstens die meine; ich weiß nicht, ob es auch die Ihre ist", antwortete sie ruhig.
In Robert von Pflugs begeisterte Empfindungen fiel ein Tropfen Wermuch. Er dünkte sich so weit, so erhaben über sie und fast schien es, als wolle sie ihm eine Zurechtweisung ertheilen.
„Ich habe eine theure Mutter und zwei liebe Schwestern daheim", rief er aus, nach Verständniß sich sehnend; „wollte Gott, sie wären augenblicklich an dieser Stätte, um Theil an jenem erhebenden Anblick zu haben:"
„Es ist wunderbar", versetze Fräulein Luttrnd, „daß jede Freude, vor Allem jebe Andacht eine unnennbare Sehnsucht nach mitfühlenden Wesen in uns erweckt; der Schmerz besitzt dieses Bedürfen weit weniger, ja, er treibt zur Vereinsamung."
(Fortsetzung folgt.)
Versicherung.xihr Stand erleichtere den Verkehr mit ’q Pr, hallte in ihm nach, und so trat er abermals vor sie, diesmal galante Worte an sie richtend. Dieselbe Wolke __J Mdjattete ihre Stirn, doch folgte sie ihm auch diesmal impsi J$ne Widerstreben. Robert hatte kein Auge für die wir- läckigi ktoe Menge mehr. „Wolf mit den Wölfen," dachte er, Friß 18n seiner ihm selbst unbegreiflichen Leichtfertigkeit erfaßt, , stell »sie ist reizend."
Als der Tanz endigte und der Aufbruch beschlosien bot er ihr den Arm und führte sie zum Saale
. btn Gegenkandidaten Frhrn. v. Schorlemer-Alst heraus, (teil Die Commission beschloß deshalb einstimmig die Wahl des
Dr. Aegidi für ungültig zu erklären und mit 5 gegen 2 jjg 'Stimmen: die Staatsrcgierung zu ersuchen, den Frhrn. v.
Schorlemer-Alst amtlich aufzufordern, sich darüber zu erklären, ob er die Wahl in dem Wahlkreis Mors annehme. ~ Weiter beschloß die Commission, die Wahl im 3. Kaffeler Ä|t Wahlkreis (Stadtkreis Kassel), in welchem der national« liberale Guts- und Fabrikbesitzer von Griesheim gewählt
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Tagesbericht.
Die Wahlprüfungskommission des Abgeordnetenhauses hatte Freitag Abend eine Sitzung und beschäftigte sich mit der Prüfung der Wahl in dem 8. Düsseldorfer Wahlkreis (Moers). Hier war bekannllich das Resultat der Wahl am 7. Oktober derartig, daß der Kandidat der freikonser- »ativen Partei Geh. Legations-Rath a. D. Aegidi und der Kandidat des Centrums Frhr. v. Schorlemer-Alst je 110 Stimmen erhielten. Da Stimmengleichheit stattfand so mußte das Loos entscheiden und dies entschied zu Gunsten
'Del Die Verhältnisse des diplomatischen Dienste«, in welchem 880 Herr v. Bülow thätig war, bringen es mit sich, daß seine cberis hervorragende Leistungen nicht in weiterem Umfange in die
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In der Veranda, die sich unter einem weiten Säulen- ^che vor dem Hotel wölbte, saßen mehrere Herren beim ^bendtrunk. Ihr Aeußeres kennzeichnete sie als den besten stänken angehörend. Als die Thür sich öffnete und der Generalkonsul mit seiner Familie heraustrat, grüßtest einige । S*ttn. Robert von Pflug und Fräulein Luttrud folgten, um. «»et der Herren erhob sich, und mit ehrerbietiger Geberde Hm ziehend, sprach er zu seinen Genoffen: „Schönheit Kunst laßt uns grüßen." Von Begeisterung erfaßt, AS felgten Alle seinem Beispiele und brachten Luttrud eine Huldigung dar, die um so mehr zu Herzen ging, als sie euW1 unwillkürlich und unvorbereitet hervorbrach.
i, Herr von Pflug freilich, der ihren Arm in dem seinen Ml, fühlte sich schmerzlich entnüchtert und schämte sich albernen Hingabe. Er war innerlich in ernstester -0 & rd schroffer Auffassung aller Dinge dieser Welt und auch 36,4k Merlich in festumschränkter Enge erzogen, so daß jede ^weichung ihm nicht nur wie Schwäche, ja wie Sünde __schien. Seine Familie gehörte seit unvordenklicher Zeit «u den frommften im Lande. Er selbst, der jung in den
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Oeffentlichkeit dringen konnten. Nur einem verhältniß- mäßig kleinen Kreise ist es vergönnt gewesen, Zeuge des fruchtbringenden Schaffens zu fein, welches er, als der ver- stänbnißvolle, jederzeit treu befundene Gehülfe des Reichskanzlers , auf dem politischen Gebiete und in der Leitung des Auswärtigen Amtes entwickelt hat. Wenn aber dereinst auf Grund archivalischer Quellen die politische Geschichte der letzten bewegten Jahre geschrieben werden wird, so werden die ausgezeichneten staatsmännischen Eigenschaften bes Verewigten ganz und voll zur allgemeinen Würdigung gelangen. Einer solchen Würdigung hat er sich schon bei Lebzeiten von Seiten Sr. Majestät des Kaisers im vollsten Maße zu erfreuen gehabt. — Die Beziehungen des verstorbenen Staatssekretärs zum Reichskanzler, welche schon vor dem Amtsantritt des Ersteren freundschafttiche gewesen waren, entwickelten sich während der sechsjährigen Amtö- fühmng des Herrn v. Bülow je länger je mehr zu innigen, von dem unbedingtesten Vertrauen des Fürsten Bismarck getragenen. In seltenem Maße und in glücklicher Mischung besaß der Verewigte diejenigen Eigenschaften deS Charakters unddes Gemüthes, welche ihn zur Leitung gerade einer Behörde, wie das auswärtige Amt es ist, hervorragend qualifieirt erscheinen ließen: scharfe Auffaffungsgabe, unermüdliche Arbeitskraft, Takt und Gewandheit, liebenswürdige Formen, connltantes und wohlwollendes, dabei aber doch energisches Wesen. Dank dieser Eigenschaften des Staatssekretärs v. Bülow walteten jederzeit die besten Beziehungen zwischen ihm und den hier beglaubigten diplomatischen Vertretern ob, und es trugen ihm auch seine Untergebenen, denen er stets ein leuchtendes Vorbild treuer Pflichterfüllung war, die größte Liebe und Verehrung entgegen.---
Das Andenken des Staatssekretärs v. Bülow wird mit der polittschen Geschichte dieses Decenniums dauernd verknüpft und bei Allen, die ihm persönlich näher gestanden haben, ein bleibendes und gesegnetes sein.
Im Finanzministerium finden fortdauernd Berathungen statt über den auszuarbeitenden Gesetzentwurf betreffend die Erhebung von Reichs-Stempelabgabeu und es ist wahrscheinlich, daß die Grundzüge der Vorlage im Staats-Ministerium zur Begutachtung binnen Kurzem unterbreitet werden. Gegenwärtig find es genau 10 Jahre, daß die sogenannte Börsensteuer unter den Drucksachen des Reichstags erschien. Mit dem in Vorbereitung begriffenen Entwürfe erscheint dieses Reichs-Stempelgesetz bereits zum achte» Male.
Vom Cultusministerium wird Folgendes berichtet: Wohl
Besitz des väterlichen Gutes gelangt war, zeichneie sich durch reiMiche Spenden an die Kirche aus; er fehlte an keinem Slmntage im Gotteshause, er würee lieber Geld und Gut eingebüßt, als einen Makel auf feiner Ehre geduldet haben. Ihm war das Christenthum in seiner äußeren Gabe und Gestaltung fest zu eigen; er ahnte nicht, daß seine Gefährtin ihn in der innere, tiefen Erfassung überflügelt habe, einer Erfassung, die ein gereiftes Auge fordert, um sie zu erkennen.
Er sah auf Fräulein Luttrud an seiner Seite. Ihre Wangen waren dunkel geröthet, ein glückseliger Schimmer verklärte ihre edlen und anmuthigen Züge, -- und wieder war es Robert von Pflug wie zur Zeit brt ersten Tanzes: als müsse er mit plötzlichem Ruck tie Sängerin, die um Beifall ringe und durch Beifall nur glücklich zu sein vermöge, von seinem Arme schütteln.