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jllacöurg, Sonntag, 23. November 1879

XIV. Zahrgaaz

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er in dem einsamen Tanze zu dem Generalkonsul, der Ihn widerte plötzlich das habe sein Arm etwas Un-

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®<e eine Göttin! Du wirst bald Gelegenheit haben, sie zu hören, beim demnächst findet wieder ein zweites Konzert statt."

aussehen wird, ist freilich mindestens zweifelhaft. Die Stimmung der Bevölkerung ist eine England sehr un­freundliche, weil sich die Türken durch die Drohung der Flottendemonstration in ihrem Nationalstolze verletzt fühlen. Die Finanznoth ist in stetem Wachsen.

Die fürstliche Thronrede bezeugte, daß Serbien fvrt- schreitet; die Mächte erkennen die Unabhängigkeit Serbiens an und die Beziehungen zu den Nachbarn sind gut. Weiter spricht die Thronrede von den mit Italien, England, Ruß­lands der «Schweiz und Belgien abgeschlossenen Handels­verträgen. Die Gründung einer Nationalbank ist ange- ordnet und die Regierung beschäftigt sich mit Entwürfen zum Baue von Eisenbahnen.

Mit plötzlichem Ruck brach ab und führte Fräulein Luttrud sie mit artigen Reden begrüßte. Treiben an, und eS war, als wahres gestreift.

und bald waren Herr v. Pflug und Fräulein Luttrud die einzig Tanzenden. Robert gewahrte es und gewahrte auch G llsth ein neugierig wogendes Aufmerken in der ganzen

Die berühmte Sängerin, vor zwei Abenden um ihrer Kunst willen bejubelt," durchzuckte es ihn;nun tanzt sie hier in dem nämlichen Saale und freut sich des Anstarrens der Menge."

Wochen - Ueberficht.

Der Kaiser empfing, von den Hofjagden nach Berlin zurückgekehrt, den Großfürsten Thronfolger von Rußland, der am 16. d. M von Wien kommend, in der deutschen Hauptstadt eintraf. Daß der Großfürst vom Hofe, mit dem er durch verwandtschaftliche Beziehungen aufs engste verbunden ist, warm und herzlich empfangen wurde, ver­steht sich von selbst, doch mußte sein Besuch im Volke mit gemischten Gefühlen aufgenommen werden. Die Hetze­reien der russischen Blätter und die Feindseligkeit der­jenigen, welche hinter ihnen standen, haben eine tiefe Kluft zwischen beide Reiche gerissen Ist der Großfürst nach Berlin gekommen, um nachzuweisen, daß man in Rußland feindseligen Plänen entsagen will, so ist sein Besuch im Interesse des Friedens ein hocherfreulicher zu nennen. Im Abgeordnetenhause kamen die Eisenbahnvorlagen der Regierung zur Sprache und es zeigte sich, daß die Re­gierung, mit oder ohne Unterstützung des Centrums, der Mehrheit sicher ist. Ein Gesetz über Besteuerung der Schankstätten wurde an eine Kommission verwiesen, in der es, erhebliche Abänderungen wird erleiden müssen, wenn es später die Genehmigung des Hauses finden will.

Der Großfürst Thronfolger von Rußland, seine Ge­mahlin, der König und die Königin von Dänemark, sowie der Herzog von Cumberland mit feiner Gemahlin weilten in der vorvergangenen Woche in Wien. Dem Besuche des russischen Thronfolgers ist eine politische Wichtigkeit nicht abzusprechen, doch wird er sich von nichts Anderem über­zeugt haben, als daß er mit dem deutsch-österreichischen Bündnisse als einer gegebenen Thatsache rechnen muß. Der Regierung ist es gelungen, in der parlamentarischen Campagne das Schicksal des Wehrgesetzes, aus dessen An­nahme sie eine Cabinetsfrage machen wollte, zu sichern, und sie kann jetzt der weiteren Entwicklung der Dinge mhiger entgegensehen. Die Erzherzogin Christine ist nach feierlicher Verzichtleistung auf alle Thronansprüche nach Spanien abgereist.

Taqesdericht.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: DasBerliner Fremdenblatt" wird nicht müde, über den Reichskanzler falsche Nachrichten in die Welt zu schicken. Diejenige, nach welcher derselbe seine Besitzungen im Sachsenwalde durchmehrere Höfe" vermehrt haben sollte, erkennt das Blatt jetzt selbst als eine Konjektur an, die aus dem Erwerb vonzwei am Kupferberg belegmen Grundstücken" beliebig abgeleitet worden ist. Der Kupferberg ist ein Forstort mitten im Sachsenwalde und die beiden Grundstücke, die der Reichs­kanzler wirklich erworben hat, sind zwei Enklaven von Busch und Wiesen, vielleicht von der Größe des berliner Wilhelmsplatzes oder geringer. Wer die andere Nachricht erfunden hat, daß Dr. Adolf Wagner, zur Berathung wichtiger Gesetze nach Varzin berufen fei, darüber wird das Fremdenblatt demnächst auch vielleicht Auskunft geben: jedenfalls ist sie ohne jeden Anlaß erfunden. Ebenso ist es unwahr, daß die Familie Bismarck aus Böhmen oder von den Wenden abstamme; sie ist Niedersächsischen Ursprungs und in der Altmark heimisch, so lange man überhaupt von ihr weiß. Was kann basFremdenblatt" bewegen, so häufig falsche Nachrichten über des Reichskanzlers Privatverhält­nisse in die Welt zu schicken, und hier gleich drei in einer Nummer? Die Redaktion könnte den Kanzler wenigstens so lange in Ruhe lassen, wie die Geschäfte es thun.

Eine in die Gerichtsverhältnisse tief einschneidende Frage, nämlich die, ob die Gerichtsreferendarien namentlich bei den Oberlandesgerichten ohne Weiteres als Gerichtsfchreiber fungiren dürfen, d. h. ob ein Gerichtshof, bei dem ein Referendarius als Gerichtsschreiber fungirt, als ein voll­ständig besetzter im Sinne der Gesetzes anzusehen ist, wird demnächst auf Veranlassung des Rechtsanwalts Munckel

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Unangenehm berührt wandte Robert von Pflug sich ab und bet Abvokat erkunbigte sich, wie die ToUettenfrage entschieden sei, zu Marianne Kretschmar tretenb.

Mann findet uns hübsch genug gekleidet für einen ^ommerball in unfern eigenen Hotel," rief die kleine Nise Truchseß, ein niedliches, kaum den Kinderjahren eite ^uchsenes Mädchen.Kommen Sie, Herr von Tempelhoff ^ie sehen so traurig aus, nehmen Sie sich meiner an und lassen Sie auch uns, froh mit den Fröhligen, der Muse

Tanzes huldigen "

<jr djeiiit täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilaae ctlnftrirte8 SonntaaAhintf" hur<6 hi» .xu.

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Für tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

Drei Tage am Meere.

Erzählung von I. Hochkirch.

< Fortsetzung)

Schade, daß sie eine Sängerin ist/' sprach Robert von Pflug, fein Auge wie im Traume unverwandt auf Luttrud ruhen lasiend.

Schade, warum schade? Tas erleichtert den Verkehr *rit ihr bedeutendversichette der Advokat leichthin;Du hättest sie vor zwei Abenden hören sollen, da gab sie mit der kleinen Truchseß ein Konzert."

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Da stand Kuno Feddersee vor ihm und schlug einen Austausch der Damen vor. Herr von Pflug durfte sich nicht zurückziehen, und wäre nur sein Auge dafür empfäng­lich gewesen, so hätte chn vielleicht das freudige Aufleuchten in Marianne Kretschmars schönen, aber marmorkalten Zügen als er sie in die Reihen der Tanzenden führte, für seine Selbstüberwinbung belohnt.

Der jubelnbe Walzer schloß. Frau Generalkonsul Kretschmar begab sich zu Robert von Pflug und ihrer Tochter und sprach so mancherlei kraus uns bunt durch­einander, daß Herr von Pflug kaum zu folgen vermochte.

Wiederum erscholl das scharfe Aufklopfen des Takt- stockeS, und vom freundlichen Allegro zum frischen Presto Übergehend, stürmte der Galopp von FaustBergauf, Bergab" daher. Die Wirkung war dieselbe, fast noch durchschlagender. Neue Gäste traten in ben Saal, Paar schloß sich an Paar. Da Robert zweifelnd zögerte, ent­führte abermals Kuno Feddersen die tanzlustige Marianne und flog mit ihr leicht und graziös über die schimmernden Bretter. Aber ein schöneres Paar folgte ihnen, nachdem einige Minuten vergangen waren.

(Fortschung fvtgi.)

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Herr von Pflug sah sie überrascht an.

Die meine freilich nicht, ich vermuthete jedoch, daß es die Ihre sei," versetzte er, zwischen einer gewissen Ver­wirrung und dem Bewußtsein seiner Ueberlegung schwankend.

Eine Wolke überflog ihre Stim.

Nun gut denn, so lassen Sie uns tanzen," entschied sie kurz.

Und Robett von Pflug trat mit ihr vor, eigenchümlich bewegt. Sein scharfes Auge sagte ihm, daß sie außerge­wöhnlich liebreizend sei, und daS ihn selbst verkleinernde Bewußtsein seiner Größe verleitete ihn, in ihrem Liebreiz, in dem Liebreiz der gefeierten Sängerin, nur Gefallsucht zu erlernten.

Der erste Eifer war schon verrauscht; in dem weiten durch seine außerordentliche Höhe minder umfangreich er- scheinenden Saale tanzten augenblicklich nur wenige Paare,

haben sich die Hände gereicht, um wieder aufzurichten; letzterer übernimmt die innere Verwaltung, ersterer behält das Auswärtige. Die Kammern haben sich bis zum 27. h. M. vertagt.

Das Einvernehmen zwischen Grevy und Gambetta, daS nach einer eingehenden Erörterung der brennenden Fragen erzielt und am verwichenen Sonntage durch ein Frühstück im Elysse und einen Jagdausflug nach Marly besiegelt und landkundig gemacht wurde, stellt ben fran­zösischen Kammern ruhigere, wie dem Minister des AuS- wärttgen friedlichere Tage und der dritten Republik eine Periode der besonnenen, gemäßigten Republik im Innern und Aeußerm in Aussicht. Die Geschäftswelt wird diesen beschwichtigenden Einfluß überall mit Jubel begrüßen, der einsichtige Beobachter sich aber nicht verhehlen, daß das Cabinet Waddington schwerlich die nächsten großen Kammer- Wahlen leiten wird. Jndeß, wie sich die Lage Frankreichs auch zuspitzen mag, für das nächste Jahr läßt sich Alles zu einer Periode der Arbeit in den Kammern und auf den Baustätten, an Straßen und Eisenbahnen, an den Festungen der Ostgrenze, auf ben Exercierplätzen und in den Staatsschulen an. Der Zolltarif - Ausschuß hielt am 18. wieder seine erste Sitzung und beschloß die Beschleu- nigung seiner Arbeiten, damit die Deputirtenkammer noch in diesem Jahre über die Anträge des Berichterstatters Beschluß fassen könne.

Die Aufregung, die aus Anlaß der türkischen Nach­richten in England herrschte, hat sich wieder gelegt, doch blickt man wieder besorgt nach Rußland, dessen Regierung durch Schriftstücke, die man in Kabul bei Jakub Khan auffand, schwer compromitiri fein soll. Durch die Abbe­rufung des Grafen Schuwaloff, der Ende dieses Monats England verläßt, kann den freundschaftlichen Beziehungen beider Reiche auch keine Förderung erwachsen; eS heißt j-tzt sogar, daß schuwaloff's Rücktritt durch die Auffin­dung der erwähnten Papiere in Kabul veranlaßt sein soll. In Afghanistan ist die Ruhe noch nicht ganz hergestellt und es kommt noch immer zu kleinen Zusammenstößen. Auch in Afrika entwickelt sich eine neue, wenn auch hoffent­lich kleinere Auflage des Zulnkrieges, da sich der König Sekokuni den Engländern nicht unterwerfen will.

Der Sultan hat dem Drängen Englands nachgegeben und die sofortige Ausführung der versprochenen Reformen angeordnet, wie eS heißt, nur auf Anratheu des Fürsten Lobanoff, der dem Sultan zn diesem Schritte rieth, weil im Weigerungsfälle sehr ernste Ereignisse eintreten könnten. Wie es mit der Ausführung des großherrlichen Befehls halblaut hinauf, die Hände an den Mund legend, um den Schall fortzutragen.

Er war verstanden. Der i.m bekannte Direktor nickte zustimmend, wandte sich an die Mitglieder des Orchesters, einige Notenblätter wurden umgeschlagen, der Taktstock klopfte laut und vernehmlich aus das Pult, und der reizende Walzer von StraußWein, Weib und Gesang" schüttelte seine sprudelnden, anrnnthigen Melonen auf die Versammlung herab. Alle Füße fühlten, sich belebt, Aller Augen lächelten. Kuno Feddersee schwebte mit Marianne Kretschmar durch den Saal; zahlreiche Paare folgten, unter ihnen auch Elise Truchseß mit dem widerstrebenden militä­rischen Poeten.

Ein Lächeln erhellte die ernsten Züge des jungen Rittergutsbesitzers.Jung mit den Jungen, froh mit den Fröhlichen, ein Wolf mit den Wölfen," dachte er, die auf- steigenden Bedenken zurückweisend, und cerncigtc sich vor Fräulein Luttrud,-um sie zum Tanze aufzufordern.

Sie richtete ihr großes sanftes Auge auf ihn wie prüfend, und fragte nach kurzem ZögernIst das unsere Kost?"

Der König von Italien und sein ©ruber, Prinz Ama­deus, haben am 16. d. M. bem Kronprinzen und ber Kronprinzessin des Deutschen Reiches, die sich in Pegli bei Genua aufhalten, dort einen Besuch gemacht. Dem General Cialdini ist die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienste bewilligt worden; er wird als außerordent­licher Gesandter nach Spanien gehen, um als Vertreter des Königs dort der Hochzeit beizuwohnen. Das Mini- ist ans den Fugen gegangen, Cairoli und DepretiS

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.vlatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dierrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a- M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf Stoffe in Berlin, Frank­furt a. M. re.

Anzeigen nimmt entgegen dir Expeditton d.vlatte- sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herniann'sche Luchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- Thiene- in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

8 ..Ich tanzen?" versetzte der melancholische Lieutenant 'uzte sich jedoch gehorsam der Aufforderung.

Die in dm Saal führmde Thür wurde geöffnet. Die Erhängten Fenster gestattetm dem scheidenden Tageslicht tsinen Eintritt; von dem prachtvollm Kronleuchter strahlte eitle blendende Helle herab; hoch wölbte sich der vortrefflich , gebaute und sinnreich dekoritte Saal; geschmückte Gestaltm eitel 'lebten denselben bereits, doch hatte der Tanz noch nicht n ^gönnen.

''Sie lieben den Walzer, gnädiges Fräulein? Einen , Walzer!" rief der Advokat zum Dirigenten der Badekapelle