lähere 2462
iten ge- Ulld Geilen, ende üng iges. ihre hlos
BBK
3121 ft
nweg.
m an cuchen )aben, eichen
rator.
eiben. 3128
Str. Sie».
Jliorßucg, Sonntag, 16. November 1879
XIV. ^atrgaig
4
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition bJBIatttf, sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Aaffel und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in zumkfurt a- M., Berlin, feipiig, Cöln rc.; Rudolf Rolle in Berlin, Frankfurt a. Di. rc.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d-Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in
Frankfurt a- M; Jäger'sche
Buchhandlung daselbst;
Herrnann'sche Luchdandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld- C. Schlotte in -----— _____ - Bremen.
*
rger-
bürg.
n
nur, es in 3077
bürg' niH
tsvcr- liche« asektr
Ul, rh, hl- rn, ppe evc leit lug im IOU tu bei Dti8
Deutsches Reich.
14. fRobember. Mit immerhin anerkennens- werther Offenheit läßt ein Parteigänger der Simultanschule im „Bahreuter Tageblatt" über den inneren Gedankengang der Vorkämpfer für die allgemeine Verwischung, konfessioneller Unterschiede in den Srchulen sich wie folgt vernehmen: Unsere bedeutendsten Volkswirthe haben schon lange nachge- wtesen, daß der biblische, der streng christliche Geist im Wider- Mutter auf die Tochter und von der Großmutter auf die Enkelin vererbt, also ohne daß man ein Arg dabei hat, aber auch ohne daß man es ändern kann.
Nach dem Morgenkaffee bleibt eine Zeit lang dann alles beim Alten, weil die nothwendige Thätigkeil die Ge- müther in Anspruch nimmt. Zu Mittag jeooch nimmt alles eine andere Gestalt an.
Pastors Köchin hat heute Ptittag frische Erbsen gekocht," sagt Frau Elsterbach, indem sie eine Schüssel Brandsuppe austrägt. „Das alte Leckermaul weiß oft nicht, was es alles Gutes für seinen Schnabel kochen soll. Ich wette, der hochwürdige Herr Pastor bekommt doch nichts anders, als Kartoffeln mit Rahm."
„Friedensrichters haben Nudeln mit Pflaumen," sagt die Tochter. „Bei Schullehrers gibts eingemachte Bohnen mit Speck", sagt die Magd. „Ich weiß noch gut, wie
l^e Üin0cr nat$ Dohnen ohne Speck leckten," ergänzt die Großmutter. „Der Gerichtsvollzieher Schreckfuß ist bei Kaufmann Borgheim hineingegangen," sagt der Herr Elsterbach. „Auch bei Schuldmanns und bei Spätreichs," ergänzt der Sohn. „Er hat Wechsel protestirt oder gar gepfändet," setzt er hinzu.
Bei diesem Gespräch tritt Frau Nachbarin Horchmanns mö Zimmer: „Ei, guten Appetü, habt Ihr Brandsuppe? wir haben heute Eiersuppe mit Nudeln," fährt sie fort, indem sie die übrigen Bestandteile deS Elsterbachschen Mittagstisches überblickt. „Denkt Euch, der Schneider Dünnzwirn hat heute schon das achte Kind bekommen, ein recht liederlicher Patron, das ist eine Wirtschaft in dem Hause," damit geht sie mit einem liefen Seufzer ab, der in dem Herzen der Frau Elsterbach ein klingendes Echo findn.
taffel 7».
: In einem Provinzialstädtchen steht man des Morgens . " ?ait auf wie auch in den großen Städten, nämlich, man A» ' nid)t Zuerst mit dem Kopfe am Bette heraus, sondern " 01 Deinen und man steht meistens sogar noch etwas
auf, da außer den gewöhnlichen Bewohnern, auch, H geflügelte, gehörnte, oder einfach nur beborstete Mii- ^ner, ihre Sehnsucht nach dem Morgenkaffee durch blöden oder grunzen recht frühzeitig zu erkenfieti
Gegenüber dem Gesetzentwürfe betreffend die Aufbringung der Gemeindeabgaben ist in konservattven Kreisen eine in allen Punkten entgegenkommende Stimmung kaum vorhanden. Die Bedürfnißfrage wird in vollem Umfange mehr für die großen Städte als für das Land anerkannt, da für dieses Einfachheit und Uebersichtlichkeit, daneben statutarische Regelung vielfacher Verhältnisse erfahrungsmäßig den Vorzug verdienen, wenn auch hier nicht minder, wie in den Städten die Klarstellung der Rechte der Kommunen gegenüber dem Fiökus, den Forensen und den juristischen Personen prinzipiell nothwendig erscheint. — Jedenfalls scheint eine eingehende kommissarische Beratung angezeigt, um so mehr, da die Physiognomie des Agbe- ordnetenhauses durch die jüngsten Wahlen eine ganz andere geworden ist.
Die konservative Fraktion des Abgeordnetenhauses hat sich am Donnerstag Abend definitiv konstituirt und in ihren Vorstand die Herren v. Rauchhaupt, v. Liebermann, v. Brauchitsch, Holy, v. Wedel-Malchow, Dr. Grimm, v- Wedell-Piesdorff, v. Busse und Frhr. v. Minnigerode gewählt. Damit ist sie aus dem Provisorium, welches von einer Neubildung in den ersten Tagen unzertrennlich ist, herausgetreten, und hat eine fest geschlossene Gestaltung angenommen.
Die Commission für die Eisenbahnvorlagen des Ab-i georbnetenhauses ist gestern Nachmittag nach Schluß der Plenarsitzung gewählt worden und hat sich sofort in sol- gender. Weise constituirt: v. Rauchhaupt (Vorsitzender), , Dr- Miquell (Stellvertreter), Dr. Weiß und Cremer (Köln), Schriftführer), v. Nybinski, Dr. Grimm, v. Wedell- Malchow, Frhr. v. Hammerstein, Frhr. v. Zedlitz-Nenkirch (Berlin), Lenschner, Dr. Weber, Klotz, Quadt, Dr. Reichensperger (Olpe), Dr. Röckerath, Evers, Frhr. v. Huene, Hammacher (Essen), Kalle, v. Eynern und Dr. Köhler. ;
besteht die Kommission somit aus 5 Konservativen, 3 Freikonservativen, 5 Nationalliberalen, 5 Mitglieder der Centrumspartei, 2 Mitglieder die keiner Fraktion ange- horen nnd 1 Pole. Die Annahme des Gesetzes — vorbehaltlich gewisser Aenderungen — dürfte damit schon ausgesprochen sein.
Tie Entstehung von Ren-Plan-erberg. Humoreske von Joseph Steinbach.
. Plauderberg ist ein kleines Provinzialstädtchen und liegt ® der Gegend von Dünkelweiler und Dummhausen. Kennst Lu bas reden in einem Provinzialstädchen, mein lieber w, und die Bedeutung des Wortes? Nicht? Ich tarnt * Dir erklären.
Geg. 3124
rittet ?e bit eunb- Mgt. dition 2988
:u erstraße :de«- h zu
Tagesbericht.
Der Kaiser empfing Freitag Mittag den General Fransecky und ist Nachmittags um 3 Uhr mit den Prinzen Karl Friedrich, Karl Albrecht, dem Prinzen August von Würtemberg und dem russischen Botschafter v. Oubnl nach her Göhrde abgereist. Im Gefolge des Kaisers befanden sich Graf Otto v. Stolberg, General-Postmeister Dr. Stephan, Graf Perponcher, die General-Adjutanten Goltz und Albe- tyll, Flügel-Adjutant Graf Alten-Lindequist, Graf Arnim und Leibarzt Lauer. Der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und Großfürst Wladimir von Rußlatid trafen Freitag Abend 91/-? Uhr in der Göhrde ein. Die Rückkehr des Kaisers erfolgt Sonnabend Abend 9 Uhr 50 Minuten.
spruch steht mit dem Leben unseres Volkes, mit den Grundsätzen der Kultur und den Anforderungen. Längst ist das Paradies der Bibel kein strebenswertbes Ziel mehr, sondern der Genuß ohne vorhergegangene Arbeit ist geächtet; das vor Jahrtausenden als Fluch geltende Wort: „Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein Brod essen!" ist zum Segensspruch geworden, denn die Arbeit und ihren Schweiß feiern die Dichter, sie gilt als die Grundlage aller Kultur; die Verherrlichung eines Schlaraffenlebens hat im neunzehnten Jahrhundert höchstens noch bei den Türken einen Sinn. Andere bezeichnende Stellen des Artikels lauten: .... Die vielen Aussprüche der Bibel gegen den Reich- thurn — „es ist leichter, daß ein Kamee! durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in's Himmelreich komme" — der Preis der Armen, Hungernden und Traurigen gegenüber den Reichen, Satten und Fröhlichen, die Worte: „Die da^ reich werden wollen, fallen in Versuchung und Stricke rc. , haben nicht mehr den Sinn, den sie vor Jahrtausenden hatten. ... In unserem Jahrhundert sind zum Segen der Menschheit die Worte nicht mehr maßgebend, welche uns Bettelmönche und fahrende Scholasten schufen: „Darum Mt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allem trachten die Heiden!" Diese Sorglosigkeit in ökonomischen Fragen wäre heut zu Tage ein Fluch für die Menschheit . . . Jeder Mensch soll nach Erwerb trachten, und ein altes Sprüchwort muß heute geändert werden und lautet: „Armuth macht unglücklich, Neichthum beglückt ehrt, wenn er richtig verwendet wird." .... Aus Allem geht hervor, daß die orientalische Lebens- anschauung nicht mehr auf die abendländische paßt. Die Erde dreht sich, das Menschengeschlecht wird reifer und älter, auch seine Erziehung ändert sich. Was sollen also die Redensarten vom Geiste des Chirstenthums? Jeder ehrt seine Heilswahrheiten, aber einzelne müssen den Verhältnissen angepaßt werden, und dazu war die Simultanschule berufen. Hoffen wir, daß durch den fremden, biblischen Geist nicht ein unduldsames, zugleich aber im Kampfe ums Dasein schlafferes Geschlecht erzogen wird, denn das wäre eine bitterböse Frucht des Konfessionalis- mus, geeignet, unser Volk in seiner internationalen Stellung als Volk der Arbeit und des freien Geistes zu ruiniren. — Eine Zeitung ist kaum der geeignete Ort, das Unwahre, den Geist des Evangeliums Verhöhnende, und Angesichts der historisch feststehenden Kulturwirkungen des Chnstenthums geradezu Unsinnige der obigen Ausführungen zu beleuchten und zu widerlegen. Nichts destoweniger geben dieselben ein getreues, nur in obigemzArtikel schärfer als es gewöhnlich zur Schau getragen wird, ausgeprägtes Bild der Aussafsungen, welche überhaupt in weiten Kreisen bestehen und aus dem Uebergangsstadium des Jndifferen- tismus täglich neue Bekenner erhalten.
Wie in dem Elsterbachschen Hause, so ist die Unterhaltung bet Spurmanns, bei Riechbachs, bei Lauschthals und bei allen Einwohnern Plauderbergs. Eine Stunde vor Abend weiß Plauderberg ganz genau, was bei allen Einwohnern des Mittags gekocht worden ist, was der Ge- rlchtsvollzteher Schreckfuß, bei Borgheims, Schuldmanns unb Spätreichs gethan hat, und wirb noch in allen Va- riationen erzählt, wer Pathe bei Schneider Dünnzwirn »trb. Eine Stunde später setzt noch die Thatsache ganz Plauderberg tn Aufregung, baß der Rentner Münzenbera sich einen neuen Spitzhund angeschafft hat, und noch eine Stunde später schläft ganz Plauderberg den Schlaf des Gerechten.
Das, mein lieber Leser, ist die Tagesgeschichte von Plauderberg unb Plauderberg, ist ein Provmzialstädtchm.
Wenn man nun von Dünkelweiler mit der Eisenbahn auf Plauderberg zu fährt, so sicht man links unterhalb Plauderberg ein kleines neues Viertel angebaut, wo aber merkwürdiger Weise die Häuser nicht neben einander, sondern hinter einander stehen, so daß man mit einer Kugel durch alle Hauslhürcu schießen kann. Tas ist Neu-Plauderbera und wie der Ott entftanben, will ich nun erzählen.
»Herr Polizeidiener Grcishand," sagte eines Morgens der Herr Bürgermeister Krummschrift von Plauderberg „Sie gehen heute Morgen rund und bestellen die Herren Stavttäthe zu einer außerordentlichen Sitzung für heute Nachmittag vier Uhr, sagen Sic dazu, ich rechne auf vollzähliges Erscheinen, da wir einen Gegenstand von höchster Wichtigkeit zu beraihen haben."
Der Polizeidiener Greifhand setzte seine Dienstmütze auf, schnallte seinen Gemeindesäbel um und ging.
igcttiegung {oigt.j
Dem Abgeordnetenhause ist ein Gesetzentwurf, betr. ben Ankauf der Homburger Eisenbahn zugegangen. Derselbe verlangt für die Staatsregierung die Ermächtigung, für Rechnung des Staats die Homburger Eisenbahn mit bem gejammtem Belriebsmateriale und allem sonstigen Zubehöre zum Preise von 1,800,000 Mark nach Maßgabe des mit der betreffenden Actiengesellschaft abgeschlos- fenen Vertrages vom 22 August 1879 käuflich zu erwerben. (§. 1.) Der zum Kaufe der Eisenbahn, inöbe- sonberc zur Bezahlung des Kaufpreises und zur Einlösung bet Prioritätsobligationen erforderliche Geldbetrag ist durch Veräußerung eines entsprechenden Betrages von Schuld- derschreibungen aufzubringen. Das Nähere darüber be- ssimmt der Finanzminister. (§. 2.) Jede Verfügung über die gedachte Eisenbahn durch Veräußerung bedarf zu ihrer Rechlsgiltigkeit der Zustimmung beider Häuser des Landtages. (§. 3.) Der Kaufvertrag vom 22. August d. Js. bestimmt, daß das Kaufobjekt am 1. Januar 1880, bezw. »enn bis dahin der Vertrag noch nicht perfect geworden, 14 Tage nach Jnkraftteten des ihn genehmigenden Gesetzes w den preußischen Staat zu übergeben ist. In allen wichtigeren Verwaltungs und Betriebsfragen, insbesondere m Fragen von finanzieller Bedeutung, haben die Gesell- Hastsorgane bereits vom Tage des Vertragsschlusses ab, °le Genehmigung des Ministers der öffentlichen Arbeiten Mzuholen. Der Staat hat den Kaufpreis binnen vier Wochen nach Uebergabe der Bahn nebst 4pCt. Zinsen k«m 1. Januar 1880 ab an das Bankhaus von Erlanger
er Söhne in Frankfurt a. M. für Rechnung der Hom- ' Rer Eisenbahngesellschaft zu zahlen. Die Jntraden der «ahn fallen vom 1. Januar 1880 ab dem Staate zu, Welcher den Reinertrag für 1879, in soweit er sich als 7®rabe der bisherigen Actionäre darstellt, feftsetzt und an E gedachte Bankhaus abführt. Die Gesellschaft hat auf Erlangen des Staates die Prioritäts-Obligationen zu «nbigen, deren Einlösung auf Gefahr und Kosten des Maates erfolgt. Die übrigen Bestimmungen erscheinen M allgemeines Interesse.
Dmn nun in größeren Städten der Kaffe fertig ist man ihn, dieses thut man in den kleinen Pro- Valstädtchen aber erst bann, nachdem man genau weiß, Nachbar auch feinen Kaffee fertig hat, nachdem । genau unterrichtet ist, wie viel Bohnen er genommen, * Milch zum Kaffee hat oder ob er gar ein Ei em' yW, ob et Schwarzbrot) ober Weißbrod ißt und ob er, Ermangelung des Letzteren, vielleicht dem Bäcker noch schuldet, unb wie viel in Mark unb Pfennigen, und jC ber Nachbar schon einen Finger in die Asche getupft h s" enuß man dieses auch noch wiffen, sonst schmeckt r. 3 1 7^Provinzialstädter der Morgenkaffee einmal nicht, unb 87,Of- "1 er auf die Tasse fünf Bohnen mehr nähm.
r? ist dieses liebevolle oder unliebevolle Bekümmern __.seinen Nebemnenschen eine Eigenthümlichkeit aller Pro- s'alftädter, es liegt im Blute und hat sich von der