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-Marburg, Mittwoch, 29. Oktober 1879
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Ob, ich freue mich darauf. Wir werdm dort ungestört
Oitt Ub, ich freue mich daraus. Wir werd lärm sein! Es wird ein schöner Abend werden!
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Die „Post" wird bezüglich der Aeußerungen des Cul- tusministers in Esten darauf aufmerksam gemacht, daß es sehr bedenklich sei, daraufhin die scheinbaren Enthüllungen
machungeu als richtig anzunehmen. Es scheine vielmehr, der Minister habe aus den Nachrichten der öffentlichen Blätter geschöpft, ohne über die seinem Ressort fernliezenden diplomatischen Vorgänge genau unterrichtet zu sein. — Der „Post" zufolge sind der frühere Minister Dr. Friedenthal und Graf Eulenburg-Liebenberg in das Herrenhaus berufen. — Zu Mitgliedern des Herrenhauses für Nassau sind ernannt: der Vorsitzende des Nass. Communalland- tages Gras v. Matuschka-Greiffenclau und der Präsident der Wiesbadener Handelskammer Commeräenrath C. A. Lotichius in St. Goarshausen.
Bezüglich der bekannten durch das Auftreten des Hofpredigers Stöcker veranlaßten Petition eines Berliner Bezirksvereins, an maßgebender Stelle geeignete Schritte zu thun, um derartige Vorgänge künftig unmöglich zu machen, beschloß der Petitionsausschuß der Berliner Stadtverord- neten-Versammlung, zur Tagesordnung überzugehen, da die Frage, ob die Rede Stöckers kriminell strafbar sei, nicht der Compctenz der Stadtverordneten unterliege und es der Würde dieser Versammlung nicht entspreche, eine Ahndung der von Stöcker gegen dieselbe und ihren Vorsitzenden gerichteten Angriffe zu veranlassen.
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„Ob ich will? Oh Arnold, wie kannst Du noch fragen!"
„Gut denn; soweit wären wir einig. Ich habe eine Loge gemiethet — es wird sehr voll werden."
Zu de« Woge« der Revolution.
Frei bearbeitet von Viktor Schwarz.
lFortsetzung.)
. »Hoffentlich. Und man soll Dich bewundern! Ich habe em prächtiges Costüm für Dich besorgt."
Sie blickte ihn unruhig an.' Er mußte irgend einen besonderen Zweck verfolgen, aber mit der, den meisten Frauen ffgmen Klugheit stellte sie keine direkte Frage, sondern sagte nur:
„Welcher Art ist das Kostüm, Arnold?"
„Ein Kleid von schwerem weißem Atlas und ein Schmuck von Zahlperlen!"
„Zahlperlen?"
Deatsches Reich.
Berlin, 27. Oktbr. Ueber die letzten Verhandlungen mit dem Datican bringt die „Jtalie" längere Mittheilungen, wonach die Verhandlungen in Wien zwischen dem deutschen Botschafter und dem Nuntius Jacobini stattfanden. Darin heißt es wörtlich: Der Nuntius bat nach einer ersten Besprechung den heiligen Stuhl um die Ermächtigung, die Vorverhandlungen einzuleiten. Zugleich unterbreitete er dem Papste und seinem Cardinal-Staatssecretär die allgemeinen Betrachtungen, welche ihm zweckmäßig für die Einigung schienen. Der Vatikan entschied sich nach reiflicher Ueberlegung dahin, daß die Unterhandlungen auf Grund der von Jacobini angedeuteten Vorschläge, die auch Prinz Reuß und andere Kenner der Verhältnisse billigten, möglich sei. Demgemäß formulirte Nina nach Besprechung mit dem heiligen Vater die Vorschläge, welche dem Nuntius als Instruktion dienen sollten. Diese Vorschläge wurden discutirbar gefunden und dem Reichskanzler eingesandt. Hierauf reiste Jakobini zum ersten Mal nach Gastein und hatte mit Bismarck eine geheime Unterredung, ÜH welcher festgestellt wurde, daß die Vorschläge Nina's mündlich verhandelt werden sollten. Diese Verhandlung fand vom 14. bis 19 September in Gastein statt, wohin Jacobini zum zweiten Mal reiste. Man einigte sich aber nicht, und trotz neuer Instruktionen, die der Nuntius einholte, gelang auch bei einer dritten Unterredung in Wien die Einigung nicht. Uebereinstimmung wurde erzielt in
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heute Abend auf dem Balle in weißem Atlas mit Zahlperlen — begreifst Du nun meinen Plan?"
„Nicht ganz."
„Und doch ist er so einfach — man soll Dich für die Königin halten!"
„Ah," rief sie in athemloser Spannung, „und was dann —"
„Dann befolgst Du nur meine Anordnungen! Du willst mich steigen, rasch steigen sehen,! Wohlan denn, heute Abend hoffe ich um ein Bedeutendes vorwärts zu kommen! Willst Du mir helfen?"
„Ja! Selbst auf die Gefahr hin, daß Du mich dann über Bord wirfst!"
„Leonie, bedenke, eS ist kein Kinderspiel, was ich verlange."
„Das weiß ich! Und wenn eö mein Leben kosten sollte, ich taste Dich nicht im Stich."
„Gut beim, ich verlasse mich auf Dich. Hier hast Du Deine Instruktion — studire sie genau und vergiß nicht, daß wir erst kurz vor Mittemacht am Opemhause sein dürsm".
Wer kann sich auf das Volk und seine Gefühle ver- lastm? Als Marie Antoinette an diesem Abmd in ihrem Galawagen nach dem Opernhause fuhr, empfing sie die Bevölkerung von Paris mit Enthusiasmus und brachte chr Ovationen dar, wie zu der Zeit, als sie noch die vergötterte Dauphine war!
Das Brod war seit einigen Tagen um einen Sou im Preise gesunken und dies schrieb man ihr zu, wie man ihr auch die Theumng zugeschoben, während doch das Eine wie das Andere nur die Folge von Wucherspemlalivnen war!
9ftt der Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet. V'8*
„Nicht wahr, Du wunderst Dich, wie ich zu solchm Kostbarkeiten komme? Höre mich an! Böhmer, mein Pfand- ’viher, hat mir für heute Nacht meinen Familienschmuck überlasten — ein Halsband, einen Gürtel, Armbänder, ein Diadem, ein Corsagebouquet und Ohrgehänge aus Zahl- ptrlen! Es gibt nur noch einen solchen Schmuck in Paris
im Kronschatze der Bourbons! Die Königin erscheint
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Anzeigen nimmt entgegen dir Expeditton d. Blatte» sowie d-Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. tn Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnoalidendank in
Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremens
Anzeigen nimmt rmgegen: die Expedition d.vlatte», sowie d-Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in rrankfurt a M., Berlin, 8-ipzig, Cöln tu; Rudolf Reffe in Berlin, Frank» flirt M rc.
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[oßld iet »Köln. Ztg." über das Resultat der Wiener Ab-
Skür die Monate November und Dezember O werden von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) Bestellungen auf die Bberhessische Zeitung mit deren Gratisbeilage
Jllustrirtes Sonntagsblatt
angenommen.
Die Ex-ed. 6. Oberh. Zeitung.
Tagesbericht.
Die „Norddeustche Allgemeine Zeitung" erklärt die Zeitungsmeldung, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten, Maybach, die wegen ferneren Verbleibens der königlichen Eisenbahn-Direktion zu Kassel an chn gesendete Deputation abfällig beschieden habe, für unrichttg. Es habe sich bei dem Petitioniren der Deputaüon um die Verlegung der Centraldirektion nach Kastel für die Berlin- Metzer Linie oder den Bahncomplex Emden-Marburg-Kastel- Halle-Sorau, eventuell Emden-Kassel-Gerstungen-Thüringen gehandelt, worüber die Enstcheidung nicht dem Minister zustehe, sondern von den Entschließungen des Staatsministeriums, schließlich des Königs abhänge. Mit der Verstaatlichung der Privatbahnen hänge die Angelegenheit gar nicht zusammen; dieselbe berühre lediglich die Verwaltungs-Organisation der gegenwärtig vorhandenen Staatsbahnen.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Wenn nach der „Essener Zeitung" der Cultusminister v. Puttkamer seinen Trinkspruch mit Bezugnahme auf die Tags zuvor von der „Kölnischen Zeitung" gebrachten Mittheilungen über das Ergebnih der Wiener Besprechungen geschlossm zu haben scheint, so dürfen wir an die Warnung erinnern, welche wir vor einigen Tagen auszusprechen uns verpflichtet hielten. Ueber die Verhandlungen zu Wien könnm nur sehr wenige Personen zuverlässig unterrichtet sein. Nach den durch die Reichsverfassung geordneten Competenzverhältnissen würde es n» Fehlschuß sein, anzunehmcn, daß der Cultusminister über einen Akt der Politik des Reiches genau informirt sei und unter den sich widersprechenden Zeitungsnachrichten gerade die Angaben der „Köln. Ztg." als authentisch habe bezeichnen können.
„Schöne Wölfin," rief er schon beim Eintreten; »willst Du heute Nacht mit mir auf den Opernball ßehen?" und er schlang seinen Arm nachlässig um die ^. schlanke Gestalt. '
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folgenden Punkten: Die Maigesetze sollen keineswegs abgeschafft, höchstens gelegentlich revidirt werden; bis dahin aber soll ihre Interpretation so wenig stoßend wie möglich für die Katholiken geübt werden. Die Bischöfe und Geistlichen, welche bloß wegen Verstoßes gegen die Maigesetze bestraft sind, sollen amnestirt werden, wenn fie ausdrücklich die Amnestie beim Kaiser nachsuchen. Ferner werden die Bischöfe der Regierung alle Ernennungen zu Pfarr- rc. Stellen anzeigen; die Wahl der Bischöfe und ihr Eid der Treue gegen Kaiser und Staatsgesetz bleiben bestehen wie früher. Endlich werden beide Theile, Staat und Kirche, einander die getroffenen Maßregeln und die ertheilten Instructionen mittheilen, damit keine neuen Conflikte über die Ausführung des Paktes entstehen können. Nicht geeinigt hat man sich über folgende Punkte: Der Vatikan will durchaus die streng confessionelle Theilung der Schulen, das Reich nicht. Der Vatican verlangt absolute Jurisdiction der Bischöfe über die Geistlichen und Kirchen; der Staat will sie nicht zugestehen. Ferner hat man sich nicht verständigt über die Inkraftsetzung der Artikel 15, 16 und 18 der preußischen Verfassung, aus welchen die Kirche eine weitgehende Autonomie herleitet. Endlich fordert der Vatikan freie Zulassung der religiösen Körperschaften. Soweit die thatsächlichen Angaben der „Jtalie". Daß der Papst die Orden, auch die Jesuiten, wieder eingeführt wissen will, meldete ich Ihnen schon lange, ebenso das Verlangen nach Theilung der Schulen. Neu wäre der Anspruch auf völlige Gerichtshoheit der Bischöfe, den allerdings die Klerikalen in Frankreich schon lange erheben. Ist das richtig, was die Jtalie über die Auslegung der preußischen Verfassung angiebt, so dürste in dem Punkte die Einwirkung des Berliner Centrums von Belang sein. Daß die Gesammtdarstellung der „Jtalie" nicht vollständig sei leuchtet ein, da sie z. B. der Rolle, welche der deutsche Kronprinz bei der Vermittelung gespielt hat, nicht gedentt; der Haupteinwurf scheint uns aber der obengenannte, daß die Präcission der gemachten Angaben größer sein dürfte, als die der zur Zeit wirklich ausgearbeiteten Vertragspunkte. — Der „Köln. Ztg." werden aus Rom diese Mittheilungen im Wesentlichen bestätigt, hinzugefügt wird nur noch, daß der Papst durch seine vielfach deutschfeindliche Umgebung, sowie durch Bismarckfeindliche Personen in Deutschland, namentlich durch hochstehende Damen, die mit dem Papste in Briefwechsel ständen, in seiner Geneigtheit zum Frieden wieder wankend gemacht und vor dem Vertrauen auf den Reichskanzler gewarnt worden sei. In wie wett das Alles richtig ist, lasten wir dahin gestellt. Die Landtagsverhandlungen werden nun bald zeigen, wie die Sache in Wirklichkeit steht.
Breslan, 24. Oktober. In einer von mehr als 150 Geistlichen der Breslauer Diöcese besuchten Versammlung wurde beschlossen, eine Adresse in der Schulfrage mit be-
Als heute sich die Königin dem Volke zeigte, erschollen mist allen Seiten laute Jubelrufe: „Hoch unsere gute Königin! Hoch das Lttienbanner! Nieder mtt den Feinden der Bourbons!"
Und so dicht umdrängte man den Wagen, daß eine Axe brach und die Königin aussteigen mußte!
„Es ist kein Unglück," sagte sie lächelnd; „holt einen Fiaker meine Freunde! Ich kann eben so gut im Fiaker zum Opernhause fahren, als Andre!"
Ein Jubelgeschrei war die Antwort und nur der Chef der königlichen Leibgarde wagte leise eine Einwendung.
„Enllaßt die Garde," rief sie, lächelnd das schöne Haupt schüttelnd und mtt der weißen Hand winkend. In Paris bedars ich keiner Wache — ich bin hier unter meinem Volke, in meiner Heimath!"
Ein riesiger Fleischhauer brach in Thränen aus, als er die einfachen Worte vernahm und das excentrische Volk warf sich zu Boden und bat die Königin, über die Nacken der Daliegenden nach dem Fiaker zu schreiten, damit ihr Fuß den Boden nicht berühre!
Lächelnd, aber doch mit Thränen in den Augen lehnte sie das Anerbieten ab und als sie dann davonfuhr, folgten ihr heiße Segenswünsche nach!
Beim Eintritt in das Opernhaus, dessen Bühne mit dem Zuschauerraum einen riesigen Ballsaal bildete, nahm die Königin eine Maske vor und mischte sich dann unter die Tanzenden. Von Minute zu Minute mehrte sich das Gedränge und ein wahres Babel von Stimmen übertönte die Musik.
Inmitten der tobenden, lachenden, plauderden Menschen- fluth behielt nur einer die Besinnung und dieser Eine war