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eurigen nimmt entgegen: Ht Expedition d.vlattet, sowie d-Annoncen-Bureaux von Th, Dietrich & So. in Kaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; haasenftein & Bögler in jtentfurt a M., Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Mise in Berlin, Frankfurt a. M- rc.
Marburg, Dienstag, 28. Oktober 1879
xiv. Jahrgang
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Anzeigen nimmt entgegen die Eschedition d. Blattes sowied-Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnoalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen.
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Srjdieint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrttS SonutagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. sexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffeu werden 25 Pfg. berechnet.
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geeigneter Moment gewesen, um dem Lande die Frage vvrzutegen, ob das Torykabinet seine Aufgabe richtig gelöst , habe, allein die Beschlüsse des Cvngresses, wenn auch an »urktl sich ein Erfolg der Disraeli'fchen Politik, stanken damals erst aus dem Papier und harrten chrer Ausführung; unter diesen Umständen wäre der Wahlkampf ein Streit r, zwischen Propheten geworden, von denen die Einen das krbstl Berliner FrieoenSwerk für lebensfähig, die andern für
efciir die Monate November und Dezember ö werden von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) Bestellungen auf die Merhessische Zeitung mit deren Gratisbeilage
JllustrirteS Sonntagsblatt
angenommen.
Die Ex-ed. d. vberh. Zeitung.
Die -arlameutarifche Lage in England.
Die englischen Blätter beschäftigen sich noch immer lebhaft mit der Frage des Termins der Auflösung des Unterhauses und der auszuschreibenden Neuwahlen. Die Organe der Opposition entwickeln die Gründe, welche die Regierung veranlassen sollten, die Auflösung noch vor Weihnachten vorzunehmen. Die Hinausschiebung des Zeitpunktes der allgemeinen Wahlen, sagen sie namenllich, würde beweisen, daß die Regierung davor zurückschrecke, das Urthell deS Landes über sich ergehen zu lassen. Die konservative Presse entgegnet darauf ironisch, daS Ministerium dürfe sich durch derartige Unterstellungen einer übelgelaunten Opposition nicht zu einer verfrühten Auflösung treiben lassen. Es widerstreite weder dem Wortlaut nach dem Geiste der Verfassung, das Unterhaus den Ablauf seiner gesetzlichen Lebenssrist auf natürlichem Wege erreichen zu lassen; um verfassungsmäßige Absichten handle es sich also keineswegs, sondern um politische Erwägungen von subtilerer und dehnbarerer NaMr.
Welches sind diese Erwägungen?
Die Regierungsmajorität des Unterhauses hat nach sechs Sessionen nicht abgenommen, obgleich die Zahl der durch Tod oder Demission nöthig gewordenen Ergänzungs- Wahlen in den letzten Jahren nicht erheblich hinter der Durchschnittsziffer zurückgeblieben ist. Daraus folgern die Conservativen, daß das gegenwärtige Kabinet noch immer die Stimmung des Wahlkörpers vertreten und deßhalb einerseits in der gegenwärtigen Lage keinen Anlaß zu einem Appell an das Land zu finden, andererseits aber einen jotchen Appell eben so wenig zu fürchten brauche. Vielleicht wäre der Abschluß des Berliner CongreßwerkeS ein
illusorisch erklärt hätten. Heute hingegen befindet sich die Regierung in einer vortheilhafteren Lage. Alle wesentlichsten Artikel des Berliner Protokolls sind zu Thatsachcn geworden, denen die Zerreißung des Dreikaiserbündnisses und der Abschluß der deuffch-österreichischen Allianz ihr bedeutsames Siegel aufgedrückt haben. Die Niederlage Rußlands, die das jüngst von Lord Salisbury offen eingestandene Ziel der englischen Politik war, ist nun offenbar, und an diesen Erfolg reiht sich die Ueberwindung der Kaffern und die wiederholte nachdrückliche Behauptung der englischen Superiorität in Afghanistan. Anderseits ist aber die Lage in Asien und in Afrika doch nicht fo friedlich, daß es deu Wählern allzunah läge, die stramme auswärtige Politik der Torys nicht mehr zeitgemäß zu finden und durch das liberale System abzulösen. Vielmehr haben sich in den letzten Tagen wieder neue Wolken am politischen Horizont gesammelt, die vielen englischen Wählerkreisen möglicherweise auch noch für eine weitere Frist die Befolgung einer energischen Politik nach Innen wie nach Außen wünschenswerth erscheinen lassen können. Hierzu gehören namentlich die Schwierigkeiten mit Birmarh und Transvaal, und im Innern die Landfrage uud die Home- Rule-Agitation der Irländer, — Dinge, die dem Lande sicher nachtheilig sind und sogar gefährlich werden können, aber bei Neuwahlen nur zu Gunsten der am Ruder befindlichen Partei in die Wagschale fallen würden. Der Moment ist also für die Troypartei günstig. Wenn sie es ablehnt, sich über den Zeitpunkt der Wahlen auszusprechen, so hat dies seinen guten Grund: sie zwingt dadurch die Liberalen, fortwährend auf dem Qui vive zu sein und ihr Pulver in der Wahlagitation unnöthig und vorzeitig zu verschießen, um schließlich doch überrumpelt zu werden. Aber gerade die Zurückhaltung, die die Regierung gegenüber dem Drängen der Opposition beobachtet, scheint darauf hinzudeuten, daß sie mit der Vornahme der Auflösung nicht mehr allzulange zögern wird.
Tage-vericht.
Die Eröffnung des Landtages erfolgt in Berlin am 28. Oktober, Mittags 12 Uhr durch den Kaifer. — Der Kaiser und die Prinzen Karl, Friedrich Karl und Prinz August von Württemberg sind Sonnabend früh zur Jagd nach Hubertusstock gefahren.
Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt die Mittheilungen über die Erwiderung des CultusministerS aus die Ansprache der katholischen Geistlichkeit bei seinem Besuche der Pfarrkirche in Neuß richtig. Dieselbe sei in durchaus ungenauer und zu Mißdeutungen Anlaß gebender Fassung in die Blätter übergegangen. Der Minister habe wörtlich gesagt: „Ich nehme gern die mir Namens Ihrer Gemeinde gegebene Versicherung entgegen, daß dieselbe in ihrer Gesammtheit
treu an König und Vaterland und an den vaterländischen Institutionen hängt. Was die mir zu erkennen gegebenen Wünsche betrifft, so liegen mir dieselben auch sehr am Herzen und ich bitte Gott, daß die Zeit bald kommen möge, wo ihre Erfüllung nach dem Maße und auf dem Boden der Landesgesetze wird geschehen können".
Der Finanzminister Bitter hat bei dem Banket aus Anlaß der Einweihung der neuen Düsseldorfer Künstler- Akademie auf einen auf ihn ausgebrachien Trinkspruch, der ihn zugleich als Kunstfreund und Kunstkenner pries, u. a. erwidert: Es sei gesagt worden, daß an seine Stellung im Ministerium große Hoffnungen seitens der Kunst geknüpft würden. Er wolle dies zugestehen und so weit er könne, werde er seine Gesinnung in dieser Beziehung bethätigen und sein College der Cultusminister als Chef aller Kunstanstalten, solle ihn seiner Zeit an dieses Versprechen erinnern und er selbst werde es nicht vergessen. Wenn er, der Finanzminister aus seiner Jugend etwas sagen solle, so müsse er das Geständniß ablegen, daß er in die bureau- kratische Carriere gedrängt worden sei, weil man glaubte, er werde Künstler werden. Er sei dies nicht geworden und er habe es immer sehr schmerzlich gesuhlt, daß er es nicht erreicht habe, nach den Idealen seines Herzens seinen ganzen Lebensinhalt gestalten zu können. Allerdings sei er in diesem Augenblick nicht auf Rosen gebettet, es wachsen auch Dornen auf seinem Wege. Alles dasjenige, was er der Kunst versagen müsse, erscheine ihm wie ein persönliches Unheil und nur mit größer Mühe könne er sich je entschließen, dem Wunsche seines Herzens gegenüber Nein zu sagen. — So der Finanzminister. Es ist allerdings Zeit, daß auch im preußischen Etat für die so stiefmütterlich behandelte Kunst größere Aufwendungen gemacht werden.
Der Abgang des Justizministers Dr. Leonhardt ist leider eine beschlossene Thatfache und es heißt sogar, daß bis zum Anfänge der nächsten Woche über die Besetzung der Stelle Beschluß gefaßt sein würde. Die gegenwärtig in dem Justizministerium noch unbesetzten Rathsstellen würden dann auch zur Besetzung gelangen.
In Betreff der Behauptungen verschiedener Berliner Zeitungen, daß die Negierung geneigt sei, bei der Verstaatlichung der Rheinischen Bahn den Actionären weitere Zugeständnisse, beispielsweise von -15 Prozent, zu machen, sagt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß diesen Mirtheilungeu nur der Werth von Wünschen und Hoffnungen beizumesfen fei und wiederholt die frühere dringende Mahnung zur Vorsicht bezüglich aller solcher tendenziöser oder speculativer Ausstreuungen.
Einen neuen Beitrag zu den Mttheilungen über Natur
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In de» Woge« der Revolution.
Frei bearbeitet von Viktor Schwarz.
(Fortsetzung.)
Der Fremde lüftete höflich seinen Hut; MontarbaS trat vor und sagte erwartungsvoll:
„Monsieur ist ohne Zweifel gekommen, um mein Se- cundant zu sein? Vielleicht wird er die Güte haben, den Herrn Marquis zu fragen, weßhalb er ohne Begleitung
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erschienen ist?"
„Monsieur wird so gütig sein, dem Herrn Grafen von MontarbaS mitzuthellen, daß es nicht mein Fehler ist, wenn ich gegen alle Gewohnheit ohne Begleiter er- ,Aass Mine. Mein Sekundant hat mich im Sttche gelassen — vielleicht gefällt es Monsieur, für uns Beide ein-
Der Fremde verbeugte sich artig und erwiederte:
„Die Herren erweisen mir eine große Ehre 1 Wenn sich dieselben meinen Anordnungen fügen wollen, hoffe ich Alles zu beiderseitiger Zufriedenhett zu arrangiren."
MontarbaS zuckte zusammen — die Stimme war ihm nicht fremd! Konnte es Kopfab sein? Aber nein, der Fremde war schlanker und größer — er mußte sich getäuscht haben!
„Meine Herren", sagte jetzt der Unbekannte, „wenn ich sekundiren soll, muß ich darauf bestehen, daß der Zweikampf genau so stattfindet, wie ich es anordne!" Und der Fremde zog ein Rappier unter seinem Mantel hervor, zog eine grade Linie aus oem Boven zwischen den Kämpfern und stemmte dann die Spitze seiner Waffe fest auf den Vtittelpunkt der Linie und fuhr fort:
—' „Die Herren werden die Güte haben, ihre Schwerter
über meiner Waffe zu kreuzen — so ist es der Brauch in unserem Lande."
Beide Kämpfer blickten erstaunt auf den Fremden, aber Keiner machte eine Einwendung und als nun das Commando zum Beginn des Duells ertönte, trafen die Klingen aufeinander. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, stand der Sekundant inmitten der tödtlichen Klingen; von beiden Seiten sausten die Hiebe durch die Lust, aber er stand unbeweglich auf seinen Degengriff gelehnt und beobachtete die kunstvollen Wendungen der beiden Gegner.
Eine Zeit lang schwantte der Kampf ungleich hin und her, aber endlich begann des Grafen Arm zu er- lähmen, während der Marquis noch in ungebrochener Kraft und Frische jeden Ausfall seines Gegners parirte. Endlich hatte er ihn, wo er ihn haben wollte; MontarbaS vergaß jede Vorsicht und ein plan- und zielloser Hieb brachte ihn in den Bereich von des Marquis Schwerte!
Wie gelähmt starrte er auf die mörderische Klinge — jetzt war es aus! Aber wie — was war das? Wie durch einen Zauberschlag flog sein Schwert empor und eine ihm bekannte Stimme zischte ihm ins Ohr — „schnell stoß ihm die Klinge ins Herz und er ist ein stiller Mann!"
Halb unbewußt folgte er dem Geheiß und im nächsten Augmblick sank de Vaucourt tief aufstöhnend zu Boden, während die abgebrochene Klinge feines Gegners sich ihm im Fall noch fester zwischen die Rippen bohrte!
Jetzt warf der Fremde Hut und Mantel bei Seite, lehnte sein Haupt an MontarbaS Schulter und brach in konvulsivisches Schluchzen aus!
„Leonie," rief der Graf in tiefer Bewegung, „ohne Dich war ich verloren j Wie soll ich Dir danken? Du hast mir daS Leben gerettet!"
„Noch nicht ganz," entgegnete die Wölfin, sich die Thränen aus den Augen wischend; „Du mußt fliehen — sofort! Kannst Du den Sterbenden anrühren? Ja? Dann ziehe ihm die Klinge ans der Seite und folge mir! Diesen Nebel sendet uns die Vorsehung!"
Und so ließen sie ben Sterbenden allein und eilten flüchtigen Schrittes auf verborgenen Pfaden wieder zurück nach Paris.
Der Aufregung, welche Leonie empfunden, folgte bald die Reaküon in Gestalt von einem ihr selbst unerklärlichen Gefühl von Reue und Scham und nur mit Widerstreben theilte sie dem Grafen die Details dieses Abenteuers mit.
„Aber Arnold, denke deßhalb nicht schlechter von mir," flehte sie; „sieh, als ich Dich im Bereich jener drohenden Klinge sah, verließ mich die Besinnung und beinahe gegen meinen Willen richtete ich Dein zu Boden gesunkenes Schwert auf fein Herz!"
„Leonie, ich wäre ein Ungeheuer, wenn ich Dir dies je vergessen könnte," flüsterte MontarbaS ergriffen. „Aber was ist aus Fitzgerald geworden?"
„Er sitzt in der Bastille!"
„Oh Leonie! In der Bastille — aber wie geht denn dies zu?"
„In Folge königlichen Befehls," erwiderte sie mit seltsamem Lächeln.
„Leonie, fast könnte ich mich vor Dir fürchten! Unt soll er immer in der Bastille bleiben, oder kannst Du ihr auch wieder in Freiheit setzen?