Nr. 251.
Marburg, Sonnabend, 25. Oktober 1879
XIV. Jahrgang
Dion:
(liebet,
tt statt, werden Lolche, ht, sich u mel- sichnen. en von immer;
Anzeigen nimmt rmgegen: die Expedition d.vtatte», sowie d.Annoncen-Bureaur von Th, Dietrich & Co. in Kaffe! und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cölu rc.; Rudolf M;fe in Berlin, Frankfurt o. M. rc.
ZitilW.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Luch Handl, daselbst; Jnvalidendank in Berlin; Mß. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
___________________________________________Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen »erben 25 K berechnet 8C,PaÜene dc,le 10 ”f«-
iei
tu. $
rmülld
hundert — der wieder denn,"
7 M ichenh soll । verka
suKa r 1871 ulis.
und
: 187#
Mitt.8 .Ab8S
Reich hervorhebt und ferner betont, daß er gefallen sei als ein Opfer seines Eifers, daß er sich zu Tode gearbeitet habe. In der That, meint der Times-Correspon- dent, sei es zu verwundern, daß nicht jmehr preußische Staatsmänner, welche an der Aufrichtung des jungen deutschen Reiches mitgearbeitet, unter der Last der ihnen zugefallenen Aufgabe zusammengebrochen seien. Es stehe nun fest, daß der Rücktritt des Ministers Falk, wenn auch andere Ursachen mitgewirkt haben mögen, hauptsächlich wegen seiner gänzlich zerrütteten Nerven erfolgt sei. Auch „Standard" und „Daily-Telegraph" heben Bülow's Verdienste rühmend hervor.
Der König hatte Anstandshalber hundert Louisd'or ?uf eine Karte gesetzt, und gewonnen; damit hatte er lewer Ansicht nach genug gethan und sich stillschweigend Mr Ruhe begeben.
Nicht so die Königin. Sie hatte schon mehr als tau- md Louisd'or verloren, aber mit der Zähigkeit einer leiden- ichaftlichen Spielerin hoffte sie durch verdoppeltes Wagen lhren Verlust wieder einzubrintzm und immer eifriger ward sie, je weiter das Spiel sorffchritt.
I« -e« Woge« der Revolution.
Frei bearbeitet von Viktor Schwarz.
(Fortsetzung.)
Die gestern Nachmittag 2 Vs Uhr im Reichskanzler- Amt anberaumte Plenarsitzung des Bundesraths hatte folgende Tages-Ordnung: Vorlage, betreffend die Zulassung zu den pharmazeutischen Prüfungen. Ein mündlicher Ausschußbericht, betreffend die Veräußerung von Festungs- Grundstücken in Glogau; ferner mündliche Berichte der Ausschüsse, betreffend: a. die erleichterte Abfertigung des in Flössen eingehenden, zur Weiterversendung bestimmten Bau- und Nutzholzes; b. den Entwurf eines Regulativs über Privat-Transttlager für Holz; mündliche Berichte des 3. Ausschusses, betreffend: a. die Aussuhrbescheinigung für nach der bayerischen Pfalz ausgehendes Bier; b. die Zollbehandlung der gegen Steuervergütung ausgeführten Retour- waaren; c. den Eingangszoll für braunes Packpapier und ä. die Zollbehandlung von Fleischguano; mündliche Berichte der Ausschüsse über a. die Vorlage, betreffend die Umprägung von Zwanzigpfennigstücken in Ein- und Zweimarkstücke ; b. ein Gesuch, betreffend die nachträgliche Einlösung von außer Cours gesetzten Münzen; mündlicher Bericht des 7. Ausschusses über die Vorlage, betreffend die Abänderung der Verordnung über Tagegelder, Fuhrkosten rc. der Reichsbeamten; Vorlegung von Eingaben.
Die „N. Pr. Ztg." schreibt von gestern: „In Betreff der Dauer der gegenwärtigen Session der Generalsynode ist zu berichten, daß die Aussicht, die Arbeiten bis zum Schluffe der nächsten Woche zu Ende zu führen, noch besteht, daß sich aber Gewisses darüber noch nicht mittheilen läßt. Vor dem oben angegebenen Termine wird sich der Abschluß nicht ermöglichen lassen."
Der Gesetzentwurf, betreffend die Reorganisatton der allgemeinen Landesverwaltung wird nach seiner Einführung in der Provinz Hannover die bedeutendste Veränderung mit sich bringen. Zuvörderst sollen die Landdrosteien aufgelöst und zu drei Regierungsbezirken Hannover, Lüneburg und Osnabrück vereinigt werden. Die katholischen Konsistorien der Provinz, welche als staatliche Behörden eine ganz eigenthümliche Stellung einnahmen, werden ausgehoben und die von ihnen wahrgenommenen kirchlichen Angelegenheiten auf den Oberprästdenten und die Regierungspräsidenten übertragen. Die Schulsachen, welche in Hannover bisher zum Ressort der evangelischen Konsistorien gehörten, werden den neu zu bildenden bezüglichen Behörden überwiesen, und den evangelischen Konsistorien verbleiben fernerhin nur noch die Befugnisse, welche die gleichen Behörden in den älteren Provinzen ausüben.
Der Berliner Correspondent der „Times" widmet dem zu Frankfurt a. M. verstorbenen Staatsminister v. Bülow, „der rechten Hand des Fürsten Bismarck" einen warmen Nachruf, indem er seine großen Verdienste um das deutsche
Tagesbericht.
Ueber die Lebensweise, welche der Kronprinz in Pegli führt, wird mitgetheilt, daß dieselbe eine sehr einfache ist. Der Prinz steht des Morgens sehr früh auf und arbeitet dann einige Stunden am Schreibtisch. Nach Erledigung seiner Correspondenz rc. macht er täglich mit der ganzen Familie Ausflüge in die Umgegend, bei denen die Kron- prinzesstn sehr fleißig für ihr Album zeichnet — Ueber die Dauer des Aufenthaltes des Kronprinzen in Pegli, so wie über dessen Rückkehr aus Italien sind noch keine festen Bestimmungen getroffen. Es soll nur so viel fest stehen, daß der Kronprinz den Geburtstag seiner Gemahlin am 21. November in Italien mitfeiern wird. Wahrscheinlich aber wird der Kronprinz auch noch während des Weihnachtsfestes bei seiner Familie verweilen und dann unmittelbar vor Schluß des Jahres wieder nach Berlin zurückkehren.
Bezüglich der Angriffe der liberalen Blätter auf den Cultusminister schreibt die N. Wests. Volksztg.: Am meisten erregt es die Erbitterung der liberalen Presse, daß nach Hrn. v. Puttkammers Ueberzeugung nur dann das rechte Verhältnis zwischen Staat und Kirche besteht, wenn die selbstständige Kirche mit dem freien Staate Hand it Hand geht, was selbstverständlich auch eine der Falkschen entgegengesetzte Schulpolitik erfordert. Die Behauptung aber der Köln. Ztg., daß die Stimmung im ganzen Lande, auch in den rneistlN sog. konservativen Wahlkreisen im Gegensätze zu Puttkammer - entschlossen einstehe für das Falksche Unterrichtssystem, — ist eine so große Unwahrheit, daß selbst die Spalten der Köln. Ztg. dafür zu klein sind. Das Volk will von der Simultanschule durchaus nichts wissen, sondern die Confessionsschule behalten und dankt es dem Herrn Cultusminister, daß — wie wir neulich hervor- gchoben — sein ganzes Bestreben dahin gerichtet ist, das Band zwischen Kirche und Schule wieder zu befestigen und so wirklich zu sein, was er heißt: Ein Meister des Cultus und Unterrichts.
Der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge sind die Gerüchte über bevorstehende Ministerveränderungen ohne jeden Anhalt. Ein definitiver Ersatz für den verstorbenen Minister v. Bülow werde vor Rückkehr des Reichskanzlers nicht erfolgen. Die Gerüchte von Mei- uungsdiffer uzen zwischen dem Reichskanzler und verschiedenen Ministern seien ganz und gar aus der Luft gegriffen. — Dasselbe Blatt erklärt ferner die Zeitungsnachricht, dch die Reichsregierung beabsichtige, die Einführung der für 1. Januar 1880 beschlossenen Getreidezölle auf einen unbestimmten späteren Termin zu verschieben, für unbegründet. (S. auch unsere gestr. Berliner #* Corresp.)
„Wie schön ist sie," dachte Graf Arnold, als er ihre Züchtenden Augen und glühenden Wangen gewahrte; „wie reicht sie Leonie in jedem Zuge!"
Wieder zog er die Karten ab und wieder verlor ^arie Antoinette, während die Bank gewann. Dichter und sinter schloß sich der Kreis der Spieler; mit vorgeneigtem ^vpfe, fliegendem Athem und selbst unter der Schminke ^bleichenden Wangen starrten sie auf die glänzenden harten und bebende Lippen stammelten Verwünschungen, paf Artois gehörte auch zu denen, welche beständig ver- wren, aber er lachte nur und erst als ein Griff in Huie Börse ihn belehrte, daß eö für heute genug sei,
lenste
en
Die Hand des Bankhalters zitterte, seine Wange färbte sich dunkelroth und seine Lippen bebten, aber unter all den auf ihn gerichteten Augen waren nur zwei, welche wahrnahmen, daß der Bankier anstatt der obersten Karte die zweite abzog!
„Halt!" schrie der Gräf von Artois; „Halt, Graf von Montarbas — Sie betrügen! Meine Herren, das Spiel ist falsch!" ...
Montarbas blickte ihm voll ins Gesicht.
„Monsieur," sagte er dann laut und ruhig, „in den Gemächern der Königin kann ich Ihnen nicht Rede stehen und kann Sie nicht zur Rechenschaft ziehen! Aber ich hoffe, jeder der Anwesenden wird bereit sein, für Sie einzutreten, wenn Sie die schmachvolle Beschuldigung nicht zurücknehmen!"
»Ich trete für den Herrn Grafen von Artois ein", schrie der Marquis von Vaucourt. „Ich wiederhole die Worte des Grafen — Sie sind ein Betrüger! Ich sah Sie die Karten tauschen — Schmach über oie!"
Mit gut gespielter Entrüstung warf Montarbas die Karten hin, daß Sie nach allen 4 Winden flogen und es unmöglich war, das Spiel regelrecht zu Ende zu führen. Dann wandte er sich an feinen neuen Gegner und sagte mit einem bösen Lächeln: „Herr Marquis, ich danke Ihnen für die gute Meinung, welche Sie von mir haben!
rden i t.
Deutsches Reich.
*• Berlin, 23. Oktober. Der Ministerrath wird am Sonnabend zusammentreten, um in Verfolg der yorgängigen Vereinbarungen die letzteren Beschlüsse in Bezug auf die zu eröffnende Session, des Landtags zu fassen und dieselben demnächst Sr. Majestät zu unterbreiten, welcher danach auch die Entscheidung über die Form der Landtagseröffnung treffen wird. — Zu dem gestrigen Dementi aller Gerüchte über Ministerveränderungen, welches mit aller Entschiedenheit aufrechtzuhalten ist, fügen wir hinzu, daß Dr. Friedenthal, den man in die nur gemachten Combinattonen hineingezogen hatte, im Begriff steht, eine längere Reise nach Frankreich und Italien anzutreten. — Die in öffentlichen Blättern verbreitete Nachricht, es sei den Regierungen nenerdings eröffnet, daß die halbjährlichen Nachweisungen über den Personalbestand der klösterlichen Niederlassungen mcht mehr einzureichen seien, ist thatsächlich unrichtig. Dieselbe dürfte darauf zurückzuführen sein, daß die nach der Cirknlarverfügung vom 27. April 1877 einzureichenden Nachwelsungen derjenigen klösterlichen Niederlassungen, welche neben der Krankenpflege Unterrichtsthätigkeit ausübten, nach der Circularverfügung vom 6. Mai 1879 nicht mehr vorzulegen sind, weil ein Bedürfniß zu diesen Nachweisungen nicht mehr vorhanden war, nachdem mit Ablauf der im Gesetz vorgesehenen vierjährigen Frist, alle jene Niederlassungen ihre Unterrichtsthätigkeit eingestellt hatten. — In. einigen Correspondenzen wird die Aufhebung der in den östlichen Provinzen bestehenden landwirthschaftlichen Abtheilungen der Bezirksregierungen als bevorstehend bezeichnet. Hierzu ist zu bemerken, daß diese Frage nur im Zusammenhang mit der im Ganzen beabsichtigten Verwaltungsreform ihrer Lösung entgegengeführt werden wird. — In nächster Zeit begeht der Wirkliche Geh. Ober- Regierungsrath Dr. Keller zwei seltene Feste; am 7. November sind es 50 Jahre, daß der Genannte als vortragender Rath in das Cultnsministerium berufen worden, und am 14. December werden es 60 Jahre, daß derselbe rn dm Staatsdienst getreten ist. Wie wir hören, soll von diesen beiden Jubiläen das erstere als das seltnere offiziell Auf morgen früh denn, wenn es Ihnen gefällig ist — um 8^Uhr bei dm drei Tannen im Bois de Boulogne!"
»Je eher, je besser," erwiderte der Andere mit einer Verbeugung.
All dies hatte sich so rasch ereignet, daß die Königin, welche sich in einem der Nebensalons befand, nichts davon vernommen hatte; freilich fanden sich geschäftige Zungen genug, welche ihr das Unglaubliche mittheilten, und Montarbas kam nicht allzu gut dabei weg. Man mied ihn wie die Pest und er mußte sich selbst sagen, daß seine Rolle bei Hof ausgespielt sei! Und dazu kam noch, daß der Marquis von Vaucourt der beste Fechter von Frankreich war — wo sollte er einen Sekundanten auftreiben, wenn ihm Jeder den Rücken kehrte?
Endlich fiel fein Blick auf den irischen Lord und er trug ihm sein Anliegen vor.
Fitzgerald maß ihn vom Kopf bis zu den Füßen und sagte dann:
»Es thut mir leid; Vaucourt hat mich schon um diese Gefälligkeit angesprochen und ich habe sie ihm zugesagt. Aber auch sonst würde ich in einer solchen Angelegenheit Ihnen kaum dienen tonnen — es würde sich mit meiner Ehre nicht vertragen!" ....
Elftes Kapitel.
Nochmals falsches Spiel.
. Obgleich ein eiskalter Wind durch die Straßen wehte, glühte Montarbas doch wie im Fieber, als er vor seinem Hotel aus dem Wagen sprang. Unter dem hohen Portale stand Leonie, in einen großen Mantel gehüllt, ein schwarzes Altaskapüzchm über den Kopf gezogen, erwartete sie ungeduldig fune Heimkunft. Er wollte in Gedanken versunken, schweigend an ihr 'vorüberschreiten, allein sie
dachte er an's Aufhören. Aber einmal noch wollte er dem Glücke die Hand bieten und so warf er Louisd'or aus eine Karte! Der Bankier zog ab Graf hatte gewonnen! „Paroli", rief er, und entschied das Glück zu seinen Gunsten! „Nun schrie er übermüthig: „Soixante et le va!"
. Bald war das Spiel im vollem Gange und Montarbas "l28 Ete den Posten eines Bankhalters in tadelloser Weise l~ aus. Mit unendlicher Präzision warf er die Karten rechts
nit S und links; rechts für die Bank, links für die Spieler, Zu et welche auf die verschiedenen Farben gesetzt hatten. Hier [28 derdoppelte er einen Satz, dort bog er ein Paroli und beständig gewann die Bank.
) nähei [246 deutsch sellsch-!
«ul Bed» > aug! tt und r-ExP Go. i [286 erficht >ird et [279 nt ; gesu! >7 beü io« vt Main
Jabr< nit jeb e auf f [28!
tin.
z: der
U mch [2885
Krank- tne toit ge Eir- d jeden