ober lds 66 V ng mteur [2825
In
M.7 gebet«, Herrn [2726 ch-«, t und
den bei rr ppes.
mar lei
VN.
l Nuß- tb fast ter in [2828 welcher bei der Wellung gen in [2813 sWeih- in der [2829 elle auf [2830
ir eine »en für gen bei ver.
eMetz- in die egt die [2789
IKa- u erst. [2831 immer er auch riethen. [2832 abiaet then e 191
te
2250.) te«
, Hals' tb« und n- und
lben zu [2774 amarkl-
[en
:r Me- o gegen »vütz [2717
Kaffel 879.
lbronn-
879.
!tt. 2',8. 0.85,71
Kr. a«6.
Marburg, Sonntag, 19. Oktober 1879
XIV. Jahrgang
Anreizen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaur von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a-M.; Laofenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Köln rc.; Rudolf IHofle in Berlin, Frankfurt a. M- rr.
(Olicrlirlfifilic jritmiii.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes s owie d- Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst;
Hermann'sche Duchbandl. daselbst; Invalidendanl in Berlin; W- Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
Seiäeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JLnftrirtrS SouvtagSblatt" durch die Expedition (K och'sche Buchdruckerei) bezogen 2k Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). — Lnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
Woche« -Meberficht.
Unser Kaiser gedenkt in der kommenden W che von Baden-Baden nach seiner Haupt- und Residenzstadt Berlin zurückzukehren. Die Kaiserin wird wahrscheinlich zunächst in Coblenz längeren Aufenthalt nehmen. Die kronprinz- liche Familie dürste den ganzen Spätherbst in Oberitalien zubringen. Fürst Bismarck läßt darauf gefaßt machen, daß er vor Neujahr Varzin nicht verlassen werde. Die Landtagswahlen haben eine sichere konservative Mehrheit ergeben, worüber die liberale Presse ein großes Geschrei erhebt und dazu noch besonders die Aufhebung einiger Simultanschulen durch Herrn v. Puttkamer benutzt. — Wenn die „Prov.-Corresp." auch versichert, die Aufgabe des neuen Landtags sei die Fortführung der Steuer- und Bahngesetzgebung und nicht, daß die Regierung „alle Werke der letzten zwölf Jahre zerstören" wolle einerlei, der Oppostton wegen ertönt von liberaler Seite das Stichwort Reaction.
Die vertraulichen Verhandlungen der parlamentarischen Parteien in Oesterreich haben noch keine bestimmte Sichtung gebracht. Die deutsch-liberale Partei ist bei der Wahl der beiden Vicepräsidenten, Smolka und Gödel-Lannoy unterlegen, doch scheint sie sich im Herrenhause zu festem, einheitlichem Auftreten vorzubereiten.
Die Wahl des Amnestirten Humbert, der als Mitarbeiter am Pore Duchöne unter der Commune eineAtolle gespielt und die Erschießung eines Redacteurs vom Siede veranlaßt hat, zum Pariser Gemeinderath, ist in Frankreich das Ereigniß des Tages. Hat sie auch an sich keine Bedeutung, weil Humbert noch nicht das nöthige halbjährige Domicll hat und seine Ernennung daher gesetzwidrig und folglich nichtig ist, so konnte doch dieser „Sieg" der Anarchisten in einem Pariser Wahlkreise, wie weiland die Wahl Barodet's, nicht verfehlen, Aengstliche zu erschrecken und das Vertrauen auf ruhige Zustände zu schwächen. Wesenüich gesteigert wird diese Stimmung durch das Eintreten der „Republique Fran^aise" für die allgemeine Amnestie. Die Agitation der Gambettisten für dieses Ziel wird zwar nicht unmittelbar von Gambetta selbst geführt, sondern Ranc ist der Verfasser der Artikel in der Republique; indeß ist Gambetta's Haltung in der Amnestiefrage von jeher zweideutig gewesen, und augenblicklich will er es mit den Radikalen um so weniger verderben, als Louis Blanc und Blanqui in ihrem Apostolate täglich gegen den Opportunismus predigen und Gambetta's Einfluß auf die Massen überall zu vernichten suchen. Die Intransigenten wollen, wie sie jetzt bereits ankündigen, sofort nach Eröffnung der Deputtrtenkammer einen Antrag auf eine allgemeine Amnestie stellen und besten Dringlichkeit verlangen; der Fall kann also schon in den ersten Tagen des December eorfommyi. Daß die Regierung entschieden die Bewilligung bekämpfen wird, ist bereits be-
I« de« Woge« der Revolatio«.
Frei bearbeitet von Viktor Schwarz.
(Fortsetzung)
Siebentes Kapitel.
Die Wölfin.
„Wer spricht da?" rief Graf Arnold laut.
„Sttll, .noch ist die Gefahr nicht vorbei! Aber Euer Puls geht langsam und ruhig — Ihr habt Euch nicht aufgeregt — solche Charaktere sind selten und wo man sie findet, muß man sie festhalten'. Doch folgt mir!"
Geführt von der zarten feinen Hand, erstieg der Graf einige Stufen und stand mdlich in einem mäßig hellen, einfach eingerichieten Gemach. Eine Dame, offenbar seine Führerin, hieß ihn lächelnd willkommm; er wandte sich hastig nach ihr um und stieß bann einen lauten Ruf der lleberraschung aus — war es die Königin, welche vor ihm stand?
Es war dieselbe graziöse schlanke Gestalt; der feine von lichtbraunem weichem Haar umrahmte Kopf zeigte beinahe dieselben edlen Züge, wie er sie an Marie Antoinette so oft bewundert; nur schienen sie chm 'bei näherer Betrachtung härter und schärfer geschnitten und die blendend weiße Zähne sowohl, wie die grauen und blitzenden Augen Schönen nicht der Königin! Aber wer war sie, diese Doppel- Sängerin der schönsten Frau Frankreichs?
Vermuthlich las sie in seinem Gesichte eine Frage, beim sie sagte hastig:
„Sie wollen wissen, wer ich bin? Ich heiße Leonie Armand, Graf Arnold von MontarbaS! Ich bin eine gute Bürgerin, Graf Arnold, und man nennt mich die »Wölfin."
schlostene Sache, auch der Senat würde sich widersetzen; aber es scheint doch, daß Gambetta in der Deputirten- kammer Aussichten für die Sache zu haben glaubt, oder daß er die Versagung dazu benutzen will, das Cabinet Waddington und die „Bourgeoisie" in Senat und Depu- tirtenkammer den Massen als unverbesserlich zu denunciren und so feinen „Eintritt in die Geschäfte" vorzubereiten.
England und vor Allem das Ministerium Beaconsfield ist von einer schweren Sorge befreit worden: Kabul ist von General Roberts, allerdings nicht ohne Widerstand, besetzt worden. Die Aufständischen, deren zahlenmäßige Stärke nicht gering gewesen zu sein scheint, kämpften ohne jede verständige, einheitliche Leitung, und so gelang es dem General Roberts, ohne große Verluste ihnen eine vollständige Niederlage beizubringen und sie nach allen Richtungen zu zerstreuen. In der Stadt Kabul selbst, wo Roberts zusammen mit dem Emir einzog, hat kein Widerstand Statt gefunden. Die englischen Truppen verfolgten die fliehenden Aufständischen und in Kabul werden Anstalten getroffen, um die Mörder Cavagnari's und seines Gefolges zur strengsten Verantwortung zu ziehen. Ganz ruhig ist es trotzdem in Afghanistan noch nicht, wie ein Angriff beweist, der noch am 14. von mehreren Berg- stämmen bei W KHeyl auf ein englisches Lager genommen wurde, jedoch mtt der Zurückwerfung der Angreifer endete.
Der König von Schw den und Norwegen, der dem dänischen Hose einen Besuch gemacht hat, ist mit dem nach einjähriger Abwesenheit aus dem Auslande heimgekehrten Kronprinzen am 13. d. M. in Stockholm eingetroffen.
Der König von Dänemark hat am 14. d. M. särnntt- liche Mitglieder des Reichstages bei sich zur Tafel gehabt. Die Minister und das diplomatische Corps, sowie sämntt- liche Mitglieder der königlichen Familie wohnten diesem politischen Festmahle bei. Der König ist ins Ausland gereist, zunächst nach Gmunden, um dort seine Tochter Thyra, die Herzogin von Cumberland, zu besuchen Seine beiden andern Schwiegersöhne, der Prinz von Wales und der russische Großfürst Thronfolger, haben mit chren Familien Dänemark bereits verlassen.
In Rußland kann sich die Presse noch immer nicht beruhigen und die panslawistischen Blätter fahren in ihren Hetzereien gegen Deutschland fort. Erfreulich ist es, daß wenigstens einige gemäßigte Blätter gegen dieses unsinnige, Rußland 'selbst schädigende Verhalten austreten. Der Staatssekretär im Ministerium des Aeußern, Geh.-Rath v. Hamburger, ist zum Gesandten in der Schweiz ernannt worden, an Stelle des Geh.-Raths v. Kotzebue, welcher aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten ist. Hamburger gilt für einen der intimsten Vertrauten des Fürsten Gort- schakoff, dem diese Nachricht vielleicht nicht sonderlich angenehm sein wird.
Während man bisher gewohnt war, den deutschen Ein-
„Die Wölfin!" rief der Graf in Extase; „die schöne Wölfin? Dann kenne ich Sie, Mademoiselle, *- Sie sind Kopsabs Schwester!"
„Das bin ich, aber nennen Sie mich nicht Mademoiselle, einfach Bürgerin oder Wölfin.
„Gut denn Wölfin! Lassen Sie mich Ihnen fugen, daß ich Sie anbete und daß Sie über mich zu gebietm haben."
„Oh, Sie sind ein Schmeichler, aber bei mir ist dergleichen nicht angebracht, „ lächelte sie, ihm mit dem Finger drohend. „Ich wollte, ich wäre ein Mann! Mein Bruder ist ein ein ausgezeichneter Agitator, aber er ist fein Führer!"
„Sie sollten uns führen! Ich folge Ihnen unbedingt, wohin es auch immer sein möge!"
„Unsinn, Graf Arnold! Sie denken wohl, ich hätte sie um Ihres hübschen Lärvchens willen gerettet ?"
„In der That, ich wage zu hoffen, daß ich Gnade vor Ihren Augen gefunden habe, Wölfin! Wenn ich mich aber getäuscht haben sollte, so bitte ich um Verzeihung schöne Leonie!"
Wie einschmeichelnd und innig klang dies „Leonie" von seinen Lippen! Wider Willen fühlte sich die „Wölfin" von dem Zauber dieses Ton's gefangen und ein sanfter Ausdruck trat in die stahlgrauen und bisher auch stahlkalteu Augen. Dennoch wußte sie sich zu beherrschen und in gleichgiltigem Tone warf sie hin:
„Sie scherzen, während ich in vollem Ernste rede! Ich bin ehrgeizig — ich will eine Rolle spielen! Sie glauben mich mit einer Schmeichelei abfinden zu können, weil ich nur ein Mädchen bin, aber man soll vor der „Wölfin" zittern! Hören Sie das Heulen der Menge draußen ?
fluß in Konstantinopel fast immer im Interesse Rußlands aufgewandt zu sehen, scheint die Haltung der russischen Presse nunmehr eine Aenderung hervorgebracht zu haben. Graf Hatzfeld, der deutsche Botschafter, soll dem Sultan den Rath ertheilt haben, den von Rußland vorgeschlagenen Mahmud Nedim nicht in das Ministerium zu berufen, worauf, wie es heißt, der Sultan seine bezüglichen Verhandlungen mit dem Fürsten Lobanoff abgebrochen hat.
In Rumänien verhandeln die Kammern über die Judenfrage; die Opposition gegen die Regierungsvorlage ist sehr heftig und es ist noch unentschieden, ob der Regierungsantrag durchdringen wird.
Tagesbericht.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Bundesraths- Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten war von dem bayerischen Ministerpräsidenten v. Pfretzschner berufen, um Kenntniß von der gegenwärtigen politischen Lage zu erlangen. Der Stellvertreter des Reichskanzlers ertheilte die gewünschte Auskunft, wovon die Mitglieder des Ausschusses durchaus befriedigt sein sollen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet ferner: Die kürzlich erwähnten Besprechungen zwischen Commiffarien der Reichsjustizverwaltung und der beiden Justizministerien Oesterreichs und Ungarns über den zwischen dem deutschen Reiche und Oesterreich- Uiigarn abzuschließenden Vertrag wegen Gewährung von Rcchtshülfe fanden mehrere Tage hindurch im Reichsjustizamte statt. Diese Besprechungen führten in vielen Punkten die gewünschte Verständigung herbei und trugen bei anderen wenigstens zu einer dem Fortgänge der Sache förderlichen Klärung der Ansichten bei. Die österreichischen und ungarischen Commissare sind nach Wien bezw. Pest zurückgckehtt. Es handelt sich nunmehr darum, auf Grund der stattgehabten Berathungen beiderseitig an maßgebender Stelle die weiteren Entschließungen zu fassen.
Die Berliner „Börsenzeitung" ist von kompetentester Seite ermächtigt zu erklären, daß die vorgestern in Frankfurt und gestern auch in Berlin vielfach verbreitete Nachricht es sei seitens des Ministeriums an die Direction oder die Gesellschaftsvorstände der Rheinischen Eisenbahngesellschaft eine positive Benachrichtigung ergangen, wonach das bisher seitens der Regierung abgegebene Gebot für die Erwerbung der Bahn von 6 auf 6'/., pCt. erhöht würde, jedweden Grundes entbehrt.
Meldung der „Polit.-Corresp." aus Cettiuje, 17 d. Der Fürst von Montenegro ist mit dem Senatspräsidenten Pettovic und mit dem Minister Urbica gestern nach An- drejerika abgereist, um die Positionen von Plava und Gnsinje zu besichtigen.
— Sie sucht ihr Opfer, aber an meinen Schlupfwinkel denkt Niemand! Ja, ich führe sie Alle an der Nase herum!" und sie lachte spöttisch auf.
„Auch ich rede im Ernst, schöne „Wölfin"! Sie sind ehrgeizig — ich bin es auch — auch ich will eine Rolle spielen!"
„Wirklich? Und auf welche Weise gedenken Sie das zu thun, mein Herr Graf von Montarbas?"
„Mit Ihrer Hilfe," entgegnete er, und schlang seinen Arm fest um chren schlanken Leib. Sie entzog sich ihm nicht, sie blickte ihm fest in's Auge und sagte dann:
„Und wenn ich nun die Macht hätte, Ihren Wunsch zu erfüllen? Wenn ich Ihnen den Weg zum Ruhm und Ansehen ebne, was wird mein Lohn sein?"
„Was ist der Lohn, den man einer Frau stets für alle Opfer zahlt?" lachte er frivol. „Unbeständigkeit und Undank! Jst's nicht so, schöne Leonie?"
„Hüten Sie sich vor meiner Rache, Graf Arnold," rief das schöne Mädchen mtt leidenschaftlichem Ungestüm. „Andre mögen Sie behandeln, wie ste wollen, aber hier schwöre ich Ihnen, daß Sie von meiner Hand fallen, wenn Sic falsches Spiel mtt mir treiben!" Aber nein — wie sollte das möglich sein? Sie sollen an meiner Hand zu schwindelnder Höhe emporsteigen — Sie sollen der Befreier, ter Held sein, welcher Frankreich rettet und wenn Sic dann auf der höchsten Staffel des Ruhmes stehen und der Kranz der Unsterblichkeit Ihre Stirne schmückt, dann sagen Sie: „Leonie, ich danke Ihnen und bann sinb wir quitt."
;?.ort!esunr, fat-f.)