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Sr. 218.
JUarfiurg, Mittwoch, 17. September 1879.
xiv. Jahrgang
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«„leigen nimmt entgegen tie Expedition d.Btatte» Wie d.Annoncen-Bureaui Wi Th. Dietrich & Co. ü Gaffel und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt a.M.: naafenftein & Vogler ir jtantfurt a- M., Berlin «npzig, Köln re.; Rudolf Woffe in Berlin, Fran! tun s. Ä- ic.
Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition d. Blatte! fowied-Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; JLger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W- Thiene! in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen-
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1, gegcr Kechftl,
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen- Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. sexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-
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M Die „Kreuz-Zeitung" versichert wiederholt, der Nuntius < Zacobini in Wien führe die Verhandlungen zwischen Berlin
und dem Vatikan.
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1700.)
Das Gesetzblatt für Elsaß-Lothringen publicirt die Verordnung vom 23. Juli betteffend die Einrichtung des Mi- risteriums für Elsaß-Lothringen.
Der „Reichsanzeiger" enthält folgende allgemeine Ver- ggung vom 8. September 1879, betreffend die Bewilligung ctt Umzugskosten an die zum 1. Oktober d. I. versetzten Beamten. Dem Justizminister sind mehrfach Anträge zu-
Tage-bertcht.
Mit dem Kaiser und der Kaiserin werden den Ma- lövern bei Straßburg beiwohnen: der Kronprinz, die
Hessen, Feldmarschall v. Moltke, Kriegsminister v. Kamecke, f9. V Generale v. Podbielski, von Tümpling und v. Biehler,
einen Th eil der gesetzlichen Umzugskosten einschließlich der persönlichen Reisekosten vorher zu gewähren. Diese Theil-
_ Zahlungen dürfen aber zwei Drittheile der gesetzlichen Um- .<vll pgs- und Reisekosten nicht übersteigen und dürfen erst s24öi Mhlt werden, sobald der Umzug angetreten wird.
Prinzen Wilhelm, Karl, Friedrich Karl und Albrecht, der ßroßherzog und die Großherzogin von Baden, der Groß- I erzog von Mecklenburg-Schwerin, der Kronprinz von Schweden, Prinz Georg von Sachsen, Prinz Heinrich von
egangen, in denen von den zum 1. Öctober d. I. ver- tzlen Beamten die Bewilligung von Vorschüssen auf die lmzugSkosten nachgesucht wird. Aus dieser Veranlassung md den Justizverwaltungsstellen, welchen nach den bis- । hingen Bestimmungen die Bewilligung und Anweisung der ila,r ümzugskosten obliegt, hierdurch die Ermächtigung ertheilt,, nch da in ihren Bezirken angestellten und zu Umzugskosten . berechtigten Justizbeamten, welche zum 1. Oktober d. I. ___versetzt werden und nach ihren Vermögensverhältnissen nicht in der Lage sind, ohne Verlegenheit die mit dem Umzuge «rbundenen Auslagen aus eigenen Mitteln zu bestreiten,
s24chdvrlage, betreffend -—- bahnen wird zum z
den umfassenden Bau von Secundär-
isen
bahnen hingewiesen worden. Noch in der letzten Session hat das Abgeordnetenhaus bei der Discusston über den Generalbericht der Budgetkommission in einer Resolution einstimmig die Staatsregierung aufgefordert, eingehende Untersuchungen darüber anzustellen, in wieweit der Bau
Ueber den Bau der Secundärbahnen wird berichtet: Die vom Minister für öffentliche Arbeiten angekündigte
_—- bahnen wird zum großen Theil den östlichen Provinzen zu Gute kommen, während auch der Westen eine genügende Berücksichtigung dabei finden wird. Seit Jahren ist be- heinend teils in der Volksvertretung auf den Nutzen solcher Local-
von localen Anschlußbahnen niederer Ordnung geeignet ist, die Rentabilität der vorhandenen Eisenbahnen, insbesondere der Staatsbahnen zu heben und den Absatz von landwirth- schaftlichen Erzeugnissen und sonstiger Rohprodukte zu erleichtern, so wie ferner dem Landtage in der nächsten Session eine Darlegung zu machen, in wieweit die Interessen bei dem Bau solcher Lokalbahnen durch Maßregeln der Gesetzgebung und Verwaltung bez. durch Staatsmittel unterstützt werden können. Herr Maybach wird mit einer vollständig ausgearbeiteten Vorlage über Secundärbahnen vor den Landtag treten. Es kann wohl angenommen werden, daß diese Vorlage getrennt von den großen und allgemeinen, den Ankauf der Vollbahnen betreffend, dem Landtage zugehen wird, da bei einer Vereinigung der Voll- und Secundärbahnen in einer Vorlage allzuleicht locale In« teressen zu Gunsten der Gesammtvorlage den Ausschlag geben könnten.
Offiziell wird gemeldet: Prjpolje, 14. Septbr. Die combinirten Colonnen der ersten und zweiten Jnfanterie- brigade sind heute Vormittag um 11 Uhr gleichzeitig hier eingetroffen und wurden von Seiten der Stadtvertretung und der Bevölkerung freundlich und entgegenkommend empfangen.
Meldung der Presse aus Banja vom 14. d.: Die Konferenzen des Herzogs von Württemberg mit Husni Pascha lassen die definitive Austragung der schwebenden Differenzen als unmittelbar bevorstehend erscheinen.
Meldungen der „Polit. Correspondenz": Der Herzog von Württemberg und Husni Pascha besichtigten die beiderseitigen Positionen in Triboy und conferirten gestern. — Aus Konstantinopel. Anläßlich der blutigen Ereignisse in Ostrumelien herrscht große Aufregung. Mehrere Botschafter machen die Pforte verantwortlich, weil sie viele Flüchtlinge mittellos und ohne vorherige Benachrichtigung absendete. In Aidos sind 15 ostrumelische Gensdarmen getödtet worden. Die Berichte der Konsuln über die Lage der mohamedani- schen Bewohner lauten sehr ungünstig. Die Pforte beab- stchttgt eine Circularnote an die Mächte zu richten und von Aleko Aufklärungen zu verlangen. — Aus Athen. Die griechischen Bevollmächttgten in Konstantinopel erhielten neuerdings die Weisung, die Verhandlungen mit der Türkei fortzusetzen, am Kongreßprotokoll festzuhalten und i)l Detailfragen die Vermittelung der Mächte anzurufen.
Deutsches Reich.
** «erlitt, 15. L>eptbr. Der Staatssecretär für Elsaß-Lothringen, Minister Herzog wird sich erst nach der Kaiferreise dorthin begeben, da es der Natur der Verhältnisse entspricht, daß die Civilvertretung während des bevorstehenden Aufenthalts des Kaisers in den Reichslanden noch den Vorständen der bisherigen Verwaltung, insbesondere
dem Operpräsidenteu v. Möller zufällt. — Minister Graf Stolberg ist am Freitag, Minister Hoffmann am Sonnabend, Graf Eulenburg gestern nach hierher zurückgekehrt. — In Bezug auf die Antwort des Ministers v. Putt- kamer auf die Eingabe des Clerus in dm Diöcesen Münster und Paderborn findet eine Correspondenz einen Punkt besonders beachtenöwerth. Früher habe vorzugsweise gern die Provinzial-Corresp. derartige Antworten des Cultusministers mitgetheilt; diesmal sei es dem ultramontanen „Westphäl. Merkur" überlassen worden, während die gleichzeittg erschienene Prov.-Corresp. sich völlig darüber hinwegschweige. Wenn der Correspondent sich Mühe gegeben hätte, das Datum des Erlasses (8. Sept.) anzusehen, so würde ihm das vorläufige Schweigen der Provinz.-Corresp. wohl minder beachtenöwerth erscheinen. Das halbamtliche Blatt theilt wohl allgemeine Erlasse und Rundschreiben der Regierung manchmal unverweilt mit; Bescheide an einzelne Personen oder Körperschaften aber niemals früher als sie sicher in deren Händen sein können. Dem Westphäl. Merkur als dem Organ des westphälischen CleruS wurde der Erlaß offenbar nicht von Seiten der Regierung, sondern von Seiten der Empfänger unverwellt zur Veröffentlichung mitgetheilt, um denselben so zugleich zur Kenntniß aller Betheiligten zu bringen. Was die Provinzal-Correspondenz betrifft, so bezweifeln wir nicht, daß sie diesen Erlaß ganz vorzugsweise abdrucken wird, den sie grade auch für die Förderung ihrer Aufgaben während der Wahlen für höchst geeignet finden dürste. In welche Verlegenheit und Verwirrung ein Theil der Liberalen durch diese Kundgebung versetzt worden, datür giebt den besten Beweis die völlig entgegengesetzte Beurtheilung derselben in der Kölnischen Zeitung und der Nationalzeitung, welche letztere es für ein Curiosum erklärt, daß die Blätter, welche für „die liberale Partei" geschriebm, „so naiv oder so schlau sind", ihren Lesern zu sagen, was die Kölnische Zeitung gesagt hatte. — Wir haben neulich erwähnt, daß beim Bundesrathe eine Reihe von Anttägen eingegangen ist, wonach Reichsangelegenheiten der Bundesstaaten auf das Reichsgericht übertragen werden sollen. Neuerdings haben sich diesen Bundesstaaten mit ähnlichen Anträgen auch Sachsen-Meiningen und Waldeck an den Bundesrath gewandt. — Der Reichskanzler hat beim Bundesrathe beantragt, daß für Rechnung des Reichs von den 20-Pfennigstücken der Betrag von 5 Millionen Mark eingezogen und je zur Hälfte in 1- und 2-Markstücke umgeprägt werde. — Unser Zweifel an der Zuverlässigkeit auch der neuesten Angaben über die Reisepläne des Fürsten Bismarck hat sich völlig bestätigt. Diesmal hatten die Mittheilungen hiesiger Blätter ihren Ursprung in der Wiener „N. Fr. Presse", welche inzwischen genöthigt war, sich selbst zu dementiren. Ein Tag für die Rückkehr des Kanzlers steht noch nicht fest. Was hiesige Correspondenten über sein hierbleiben oder Nichthierbleiben
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tath ist Ihnen zur zweiten Natur geworden, und Sie
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Der schwarze Bettler.
Novelle von M. Dobson. (Fottsetznng.)
„WaS aber haben Sie mir noch mitzutheilen?"
_ Einen Augenblick schwieg Ramero, wie um alle seine scj)AMedanken zu sammeln, dann sprach er mit.tcidenschaftlicher
^'ast erstickter Stimme:
„Ich wollte Ihnen sagen, daß ich Sie hasse, Haffe aus tiefsten Seele meines Herzens! — Bis jetzt haben Sic
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tiauben an keinen Gott! Ich muß also eine größere i‘ Sicherheit, als Ihre Eide, gewähren, haben."
di , „Ich will sie Ihnen geben Ramero," sprach begütigend 93,6 tie Marquise.
„Wie etwa?" rief voll bitterer Ironie Don Rodrigo »Wollen Sie mir eine Verschreibung geben, auf der von Ihrer Hand zu lesen steht: „Ich habe dem Mulatten : Mval geboten, einen Mord zu vollführen?"
L „Faval?" wiederholte leise der Neger: „Jener Name ---‘ Mht unt er einem der Papiere, die mir mein guter Massa hinter-
^rthfchMhre Macht mir gegenüber gemißbraucht; Sie haben ihren aus t* vUß auf meine Brust gesetzt, und wenn ich um Mitleid Und Erbarmen flehte, war ein bitteres höhnisches Lächeln getrazl ähre Antwort und jetzt gar fordern Sie mich auf, ein [208 «erbrechen zu begehen! — Ich erwartete es, wünschte sogar, ——s>aß Sie es thun möchten, denn dies Verbrechen setzt mich rme zr> in den Stand, meine Feffeln abzuschütteln —"
tungrr „Gewiß, gewiß, Ramero," sagte die Marquise mit : Erp< heuchlerischer Freundlichkeit, „Du bist ftei nach Diesem, [24 dies schwöre ich Dir feierlich!"
„Was nützt mich Ihr Schwur, gnädige Frau? Ver
lassen," und bei dieser Gelegenheit versicherte sich der alte Mann, daß die wichtige Brieftasche noch sicher auf feiner Brust ruhte.
„Und wollen Sie jene Verschreibung mit Ihrem vollen Namen, Hortense Adeline, Marquise von Alincourt unterzeichnen?"
„Hortense Adeline!" wiederholte der Bettler in leisem Tone, jetzt ist endlich jeder Zweifel geschwunden!"
Mit einer heftigen Bewegung entriß die Marquise ihrem Mitschuldigen den Arm, und noch einmal jene gebieterische Haltung annehmend, vor welcher so oft der Mulatte erbebt war, rief sie mit finsterer Stirn:
„Ist dies ein abermaliger Versuch, meinen Befehlen entgegen zu treten?"
„O, sparen Sie nur jetzt jeden Versuch, mir imponiren zu wollen, gnädige Frau," rief sarkastisch Ramero, „ich fürchte Sie nicht länger, denn Sie bedürfen meiner. Sie im Gegentheil zittern vor mir, weil ich Ihr ganzes Geheimniß weiß, und Sie in meinen Händen sind!"
„Armer Faval!" entgegnete voll Hohn Hortense Adeline: „Wohl weiß ich, daß Du mein Geheimniß kennst; allein Du vergißest, daß ich die Marquise von Alincourt bin, und jede Deiner Anklagen als Verleumdung betrachtet werden würde!"
„Dem sei, wie tbm wolle! Jene Verleumdung aber würde alle Ihre Anschläge gegen Godeffroy zu Nichte machen; sie würde ihn vor Ihrem Hasse bewahren und Herr Leonard Ollivier de Neuville würde nie die Millionen des Fräulein von Alincourt erlangen!"
Du aber würdest entlarvt dastehen, Mulatte!" rief leb dentschaftlich die Marquise, „und bald der Gegenstand allgemeiner Verachtung werden."
„Ich brauche nur Frankreich zu verlassen, um allem Weiteren zu entgehen."
Eine lange Pause trat ein. Vom Himmel fielen häufiger jetzt die Regenttopfen, doch Frau von Alincourt achtete ihrer in ihrer Auflegung nicht.
„Ramero," sagte sie endlich leise, aber mit bebender Stimme „fordern Sie jedes andere und ich roiH es bewilligen "
„O! endlich stehen wir auf gleichem Fuß!" rief voll satanischer Freude der Mulatte. „Nun! ich will groß- müthig sein. — Nichts sollen Sie schreiben, Nichts unterzeichnen — nur einfach helfen sollen Sie mtt bei unserm Werk."
„Helfen? - Ich?"
„Sie haben so ost eine Memme mich genannt, Gebie- bieterin", sagte mit kaltem Hohn Don Rodrigo, „Ihre Gegenwart wird mir Muth verleihen, daß meiner Hand die nöthige Sicherheit nicht mangelt."
In diesem Augenblick vernahmen sie die Stimme des Herrn Ollivier de Neuville, welcher laut nach seiner Mutter rief, ihr schon aus der Ferne verkündend, daß er mit einem Regenschirme zu ihrem Schutze herbeieile.
„Nein, nein," stammelte hastig die Marquise, „ich kann nicht — das ist zu viel."
„Entscheiden Sie sich schnell, gnädige Frau. Sobald Sie sich weigern, verlasse ich das Schloß."
„Auf Ehre," rief ganz in der Nähe Herr von Neuville, „meine Frau Mutter muß sich gut verborgen haben!"
„Sobald ich gehe," drängte der Mulatte weiter, „steht Godeffroy siegreich da. Herr von Alincourt liebt ihn, seine Tochter gleichfalls. —“
„Ich komme", sagte wie vernichtet die Marquise.