xiv. Jahrgang
JTfarÖUtg, Sonntag, 14. September 1879.
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Eine friedliche Eroberung.
In diesem Jahre hatten wir eigentlich keine „tobte Sai-
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_ m" und wenn ja Anzeichen von einer solchen auftauchten,
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°/o- Geld.
Der schwarze Bettler.
Novelle von M. Dobson. (Fortsetzung.)
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• Geld
„Jener schwarze Schuft führt etwas im Schilde, möchte doch dafür je eher je lieber ihn der Teufel holen!"
Unterdeß nährte sich Joseph einem Miethwagen, der mit zwei kräftigen Pferdm bespannt, ganz in der Nähe stand, sprach einige Worte zu dem Kutscher reichte ihm einige Geldstücke und bestieg dann das Fuhrwerk, das augen- blicklich der Postchaise folgte.
Aus Fürsorge hatte er sich am Morgen reichlich mit Geld versehen, wie er auch daS -gefundene Taschentuch mitgenommen.
So lange sie sich in den Straßen von Paris befanden, folgten die Wagen dicht auf einander, kaum aber befanden sie sich außerhalb der Stadt, als die vier raschen Pferde
Yokohama, der Hauptstadt Japans, angelangt.
Die Fahrt der Nordenskjöld'schen Expedition ist eine hat von weltgeschichtlicher Bedeutung und der Fahrt Vasco i Gama's, der den Seeweg nach Ostindien (um die Süd- itze Afrika's herum) auffand, gleichzustellen. Die Auf- Le Nordenfkjöld's war, den Seeweg um das nordöstliche Sibirien herum ausfindig zu machen und er mit seinen «führten haben diese Aufgabe in 381 Tagen gelöst; 264
i verschwanden dieselben immer sehr bald wieder; die ilder der politischen Welt wechselten so schnell wie die intS Kaleidoskops, das man den Kindern zum Spielen
en!"
Der Wagenschlag fiel ins Schloß und die Reisendm ihren Weg an.
Als sie am Thor vorbeifuhren, siel das Auge der Marquise Iden alten Neger, der nochmals die Jnsaffm der ele- en Postchaise aufmerksam betrachtete.
Die Marquise erbebte und murmelte unwillkürlich: „Abermals jener Mensch!" Jndeß Don Rodrigo de "Wto dachte:
eine Hand voll Goldstücke, die alle Sorge um seine Pferde zeifirmten, denn er trieb diese zu noch größerer Eile an.
Mehrere Stunden noch hatten die armen Thiere fast ohne Rast, fortwährmd durch Peitsche und Worte ihres Herrn angetrieben, weiter zu laufen, immer behielt der Neger dm Reisewagm, wenn auch ganz in der Feme, im Auge, endlich jedoch bei einer Biegung des Weges, mtschwand er feinen Blicken und fast ohnmächtig vor Aufregung sank der alte Mann auf die Wagenkifsen zurück.
„Zehn Louisd'ors mehr, wenn Ihr ihn einholt," rief er mit der letzten Anstrengung seiner Kräfte dem Wagenlenker zu und abermals sausten die übermüdm Gäule dahin.
Der Abmd brach ein und vor ihnm lag an einen Hügel gelehnt das Städtchm Andelys aus welchem ihm bereits die Lichter mtgegmglänztm. Bald rolltm die Wagm über das unebene Pflaster der Straße hin, dem Posthause zu, wo zum letzten Male die Reise-Equipage die Pferde wech- fein wollte.
Als diese hielt, brach in einiger Entfernung mit einem lauten Krach der übermäßig angestrengte Miethwagm zu- sammm und in demselben Augenblick stürzten auch die Pferde wie tobt nieder.
Der alte Mann, der plötzlich neue Kräfte gewonnen, reichte dem Kutscher dm versprochenen Lohn und näherte sich dann der Postchaise, die eben mit frischen Pferdm versehm war und abfahrm wollte. Einer plötzlichen Eingebung zufolge klammerte er sich an dm Bedientmsttz, kroch in der Dunkelheit hinein und als gleich darauf die Reisendm mit frischen Kräften das Städtchm verließm, ahntm sie nicht, daß sie den so gehaßtm Neger dem Ziele seiner Sehnsucht zusührtm.
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„Ich dachte, Du begleitetest Blanche und den Marquis."
Auf Ehre! nein! davor soll mich der Himmel be-
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Gerade in dem Augenblick bestieg Frau von Alincourt ® Reisewagen, ihr folgte Don Rodrigo, dem sie schnell Aüsterte:
„Wir werden allein sein und haben Zeit und Gelegen- 6t zum lieber legen."
Sie hatte indeß umsonst auf djes Vergnügen gehofft,
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Kutscher, der noch nicht das Ziel ihrer Fahrt kannte, fragte: „Wohin führt uns aber unser Weg?"
Als Antwort deutete der alte Neger auf dm Gegenstand ihrer Verfolgung, der abermals zu seinem Schrecken einen größeren Vorsprung gewann.
„Fahrt doch schneller um's Himmelswillm," rief angstvoll jetzt der Bettler, „und ihr könnt eines reichm Lohnes von mir gewiß fein!"
„Ihr habt gut sprechen, wmn aber meine Pferde damit aufgehen —*
„So kauft Euch neue, seht her, dies gebe ich Euch," und bei diesen Worten zeigte der seltsame Fahrgast ihm
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ihre weniger schnellen Gefährten »eit zurückließen und alte Neger jetzt aus dem Fenster rief:
„Schneller, Kutscher! schneller!"
„Habt keine Sorge, Herr!" entgegnete höflich
Kutscher, „wir Holm sie gleich wieder ein!"
Weiter ging's; bei der Barriere de l'Etoile hatte Miethwagm die Reisekalesche wieder eingehott, und
Die „Times" äußert ihre Genugthuung über die erfolgte Besetzung Novi-Bazars durch die österreichischen Truppen. Die Gründe für diesen Schritt, meint das Cityblatt, lägen auf der Hand. Europa, welches die Besetzung Bosniens und der Herzegowina gewünscht habe, werde sich freuen, daß Novibazar abforbirt worden fei. Ungarn allein habe sich gegen die Besetzung gestemmt. Wenn der Kaiser und seine mllitärischen Berather Verluste zu verzeichnen gehabt hätten, so bietet sich hier ein Gewinn. Es sei jedoch anzunehmen, daß der Besetzung edlere Mottve zu Grunde lägen, als die Befriedigung militärischen Ehrgeizes. Oesterreich verdanke seine Existenz einem Drange nach Gesetz und Ordnung. Die österreichische Regierungskunst verabscheue und hasse die Anarchie. Das Chaos in Bosnien und der Herzegowina sei Oesterreich von Herzen zuwider gewesen, Es werde die Muselmänner und verschiedene Christensetten abhalten, sich gegenseitig zu zerfleischen. Die Provinzen mürben besteuert werden, aber in; Frieden leben; was sie bezahlen, würde ihnen selber und nicht den Günstlingen des Serails zu Gute .kommen. Europa habe Vertrauen in die österreichische Mission in den beiden Provinzen, dämm habe der Berliner Congreß die türttschen Waisen der österreichischen Pflcgerschast überwiesen und bezüglich der Dauer derselben keine Zeitfrist festgesetzt. Oesterreich selber habe trotz der türttschen Bitten sich geweigert, ein bestimmtes Versprechen abzulegen. Andrassy habe sich lange gegen die Besetzung gestemmt; wie andere erfolgreiche österreichische Staatsmänner wünsche er vor Allem das zu erhalten, waS er besitze. Am Wenigsten dürfte es ihm eingefallen sein, einen benachbarten Staat zu zerstören, um sich für die Niederlage von Sadowa und den Verlust VmelienS zu entschädigen. Als ihm jedoch durch den Fürstm Bismarck im Namen Europas anempfohlen worden fei, ein Wrack zu bergen, welches der europäischen Schifffahrt drohe, habe er das Anerbieten, zu welchem kein anderer Staat sich verstehen wollte, nicht zurückgewiesm. Die Okkupation NovibazarS habe mit des Grafen Rücktritt nichts zu thnn.
Meldung der „Preffe" aus Plevlje vom 11. d. Abends: Der Herzog von Württemberg mit dem GeneralstabSchef und dem Stabe ist soeben angenommen und von dem Generalmajor KillicS vor der Stadt empfangen worden; eine Ehrencompagnie war aufgestellt. Die hiesige türttsche Besatzung ist noch nicht abgezogen. Seit gestern herrscht heftiger Regen.
Meldungen der „Polit. Corresp." ans Priboj, 10. ds. General Obadich hat im Einvernehmen mit dem türttschen Mlitärkommandanten die Demarkationslinie zwischen seinen und den türttschen Truppen auf der Abzweigung von der Straße von Banja nach NovavaroS feftgestellt. — Aus Konstantinopel: Die Aussichten auf Fortsetzung der Ver-
101' Mischen Kaisertage wiederum einen höchst erfreulichen Stoff an die Zeitungen ab.
Mitten unter all' den politischen Meldungen der ver-
«ttergang seines Schützlings.
Als der alte Mann noch rathlos vor sich hinstarrte, - 8?i ün plötzlich ihm ein Gedanke und er rief:
„Ich will ihnen folgen, sie nicht wieder ans den Augen fien !*
ili dieses Jahres ihre Aufgabe erfüllt, indem sie an itfem Tage die nordöstliche Spitze Sibiriens umschiffte.
101} Die fahrbare Straße um Ostsibirien ist aufgefunden
j oin plötzlich erblickte sie ihren Sohn, welcher lachend 263.7» fcte:
24.7» „Aus Ehre! Mama, Sie erwarteten wohl kaum, mich
~ . hiedensten Art übermittelte uns der Telegraph dieser 1 age eine Nachricht aus dem fernen Japan, welcher man । 129} ■ i ihrer gedrängten Kürze auf den ersten Blick kaum ihre 1164 i Kraus hohe Bedeutung ansah. Es hieß, Professor Nor- — ; nffjölb und seine Gefährten an Bord des Dampfers Sega" hätten am 20. Juli d. I. das Ostkap der Behrings- .in» "ße passtrt und seien am 3. d. Mts. wohlbehalten in
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS SonutagSdlatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2i Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf», (excl. Bestellgebühr). — JnsettionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf».
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i 1051 jungen nimmt entgegen: 98}, i,Expedition d.Blatte», 99} ,ir d-Annoncen-Bureaux t fn Th. Dietrich & Co. in 99} tffel und Hannover; Tb. - tetrid) in Frankfurt a.M.; 98} „senstein & Vogler in - ! [antfurt a M., Berlin, „ 102} jjrig, Cöln ic.; Rudolf 104} iffie in Berlin, Franl- 100} furt a. M. ic.
Jedenfalls schien Ramero's Anwesenheit die Gefahr für i«ä ^effroy zu vergrößern, denn offenbar arbeitete dieser am
Möglichste, diese zu unterstützen.
„J Es ist ein charakteristisches Zeichen unserer Zeit, daß _/ h in ihr der Wissensdrang stärker als je hervorthnt, iß seine Ziele aber vorherrschend auf das Prattische ge-
44 Wtge lang wurden sie von Eismassen aufgehalten. Die 72 , 8ega" verließ am 4. Juli vorigen Jahres den schwedifchen 63 -Hasen Gothenburg und hat, wie fchon erwähnt, am 20.
richtet sind. Die Zeiten der Goldmacherei und des Perpetuum mobile sind vorüber, — alle friedlichen, großen Unternehmungen laufen darauf hinaus, den Verkehr der Völker unter einander zu erleichtern! der SuezkanÄ, die St. Gotthardtbahn, das Projett des Panama-Durchstichs und dergl. sind davon beredte Zeugen.
Wir ehren unsere Helden und Heerführer, die das Vaterland in allen Gefahren schützen und schirmen, aber den Helden der Entdeckungen, die ihr Leben einsetzen in dem Kampfe gegen die Naturereignisse, gegen die Entbehrungen und Gefahren der Wildniß und Einöde, die Stürme und Klippen des Meeres und die dörrende Hitze der Steppen und Wüsten — auch ihnen gebührt ein Lorbeerkranz. Nicht tote ehemals die Spanier und Normannen, nicht halb Eroberer, halb Abenteurer und Räuber, ziehen unsere Reisenden aus, ihnen winken nickt die Schätze Peru'S und Mexiko's ober die Belehnung mit den von ihnen entdeckten Landstrichen. Unsere heutigen Entdeckungsreisenden müssen sich mit der Befriedigung ihres Wissensdranges und mit der Ehre, an der Kulturarbeit der Menschheit mitgeholfen haben, begnügen.
Und mit dieser Ehre allein werden sich auch der kühne Nordenskjöld und seine wackern Genossen begnügen müssen, obwohl sie eine Aufgabe lösten, an welcher sich die größten seefahrenden Nationen drei Jahrhundert hindurch vergebens abgemüht haben. Es wäre verfrüht, wenn man jetzt schon den Einfluß der neuen Entdeckung auf die Entwickelung der Verkehrsbeziehungen zürn nördlichen Asien ins Einzelne auszumalen versuchen wollte; dieser Einfluß wird sich bald genug deutlich zeigen, Dank der emsigen Spekulation, die sich jede Verkehxserleichterung nutzbar macht; dem Namen Nordenskjöld aber gebührt ein Ehrenplatz auf der eherneik Tafel der Weltgeschichte.
* Tagesbericht.
Der „Reichsanzeiger" meldet: Nach den zollamtliche» Ausschreibungen betrug die Einfuhr von Getreide, Mehl ixnb Oelsaaten über bie Ostgrenzen unb Ostsee aus Rußland und Oesterreich in der ersten Hälfte des August in Gentnern 275625 Weizen, 750850 Roggen, 111900 Hafer, 59026 Gerste, 48071 Mais, 101768 Mehl, 289399 Raps unb Rübsaat, 7164 Leinsaat. Aus Rußland allein gingen auf dem Land- und Seewege ein 669603 Roggen, 64756 Hafer unb’ bie Leinsaat fast ausschließlich. Bei den übrigen Artikeln überwog bie Einfuhr aus Oesterreich; der Mais kam ausschließlich aus Oesterreich. Von obigen Mengen warm nach ben angestellten Ermittelungen zum Wiederausgang bestimmt und demnach als Durchfuhrmengen zu bezeichnen: 66711 Weizen, 55390 Roggen, 11114 Hafer, 19416 Gerste, 6616 Mais, 29523 Mehl, 7056g und Rübsaat, 200 Leinsaat.
594 ijtt: ba waren bie Gespanntheit bet Beziehungen zwischen
■" chland unb Deutschland, bie Kaiserbegegnungen, bie inzlerbesuche, bie Besetzung Novibazars, ber Gesandtenmd in Kabul unb neuerdings geben bie ost- unb west-
8b deren künftige Ausnutzung für den Weltverkehr, ja Ibst vorkommenden Falls für Kriegsflotten, verändert mit atm Schlage die ganze Stellung des Welttheils Asien, am es kann nicht bezweifelt werden, daß die Neuzeit so- »hl in der Ausrüstung ber Schiffe, wie auch in Aus- tnbung von Mitteln um bas bie Fahrt hemmenbe Eis tfznlösen, sich schnell vervollkommnen wirb. Galten boch -' t bisherigen Fahrten in bie Eisregionen fast ausschließ- - ’ h wissenschaftlichen Zwecken unb für solche kann sich bie
pekulation nicht erwärmen; gilt es aber bem Handel, E H es bem „Verdienen", dem Aufschließen neuer Verkehrs- 7T »ge, dem Eröffnen neuer Absatzgebiete, da stellt sich bie 73} pekulation sofort in ben Dienst ber Kultur unb thut das 61 96}