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- ,Expedition d.Blatte», - PiS.Annyncen-Bureaux ü a Td- Dietrich L Co. in igel und Hannover; $b.
A Ktrid; in Frankfurt a.M ; - »senftein & Vogler in 9 mipirt a M., Berlin - ijHrt Sein i-.; Rudolf - wie in Berlin, Frank- 1® tat a. Äi. ic.
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Marburg, Donnerstag, 11. September 1879
xiv Jahrgang
hchesWe Jfitiiiij.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
9 Irschen» täglich außer an den Werktagen nach Gönn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnftrirteS SonutagSblatt" durch die Expedition (Koch'fche s Buchdruckerei) bezogen 2r Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf», kexcl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
91 r Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
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Der schwarze Bettler. Novelle von M. Dobson. (Fortsetzung.)
aliner „Reichsglocke" erinnernden Tone die gehässigsten issälle gegen den Reichskanzler und die deutsche Politik ächtet uno die „Agence rnfie" habe den Artikel vom 5. M. wörtlich reprovucirt.
bezeichnet die „Nordd. Allg. Ztg." in ihrer gestrigen Lausgabe die bezüglichen Mittheilung der „National-
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Der Einmarsch der Oesterreicher in das Sandschakat Kdibazar ist Thatsache. Es ist dies ein Ereigniß von " jn”' kittragender politischer Bedeutung, welches zu der gegen- - K irtigen Verstimmung zwischen Deutschland und Rußland - 7 in Theil mit beiträgt. Durch die Occupirung des Ge- _ «es von Rovibazar gewinnt Oesterreich eine dominirende 1 Llärische Stellung auf der Balkanhalbinsel. Serbien to Montenegro werden dadurch völlig von einander ge- ■ mut und endgiltig auf Oesterreich hingewiesen. Beide ‘ tagten sind nunmehr militärisch und politisch vollständig - ’n Oesterreich abhängig. Zugleich schiebt sich Oesterreich - 1 weit auf der Balkanhaldinsel nach Osten und L>üden ir, daß bei den sicher zu erwartenden Wirren, welche der , -aufhaltsam fortschreitende Verfall der Türkenherrschaft ! 6 Gefolge haben wird, von jetzt ab Oesterreich die etwa t »thwcndige Intervention zu übernehmen, und etwaige \ chschaften anzutreten haben wird. Dieser Sachverhalt ist । I, welcher Rußland so sehr erbittert, und man sagt, Ruß- no habe den Versuch gemacht, vom Berliner Cabinet zu rlangen, daß Deutschland den Einmarsch Oesterreichs in «vibazar nicht dulde. Daß Deutschland diesem Ansinnen
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UrtrtlhtitrtAtt für den Monat September lt|ltUllUUUl auf die Oberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage wer- 3 von allen Postanstalten (auf dem Lande von 3 Landpostboten) angenommen.
Die Expev. d. Oberh. Zeitung.
Tagesbericht.
Den Bemerkungen der „Nat.-Ztg." zu der Notiz der iordd. Allg. Ztg." über die Manleussel'sche Mission gegen-
Jn.*/•- eitung" vom 29. August nochmals und wiederholt als jruf.Sä |un6en und hält ihre Richtigstellung, sowie ihre Angaben 127412 «r die Manteuffel'sche Mission wiederholt in vollem Um- — 13 ige aufrecht.,
_- 12 Die „Nordd. Allg. Ztg." constatirt ferner das Factum, 124' P die russische Presse, nachdem sie kurz vor der Reise 1091 iffl s Czaren nach Warschau und der freundschaftlichen Sen- - in Biß preußischer Osficiere unter der Führung des General- ~ t- in! dmarschalls v. Manteuffel die Angriffe gegen Deutsch- ’’ aö auf Weisung der Regierung eingestellt, nach der ® hammenkunft in Alexandrows den Kampf wieder auf- lommen zu haben scheine. Der „Golos" habe in seinen titeln vom 4. und 5. d. Mts. in einem an die frühere
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„Gewiß, wir wollen sie aufsuchen, wenn Ihr es wünscht," zt M er herzlich, „bedenkt aber doch, daß Ihr schon zwei- " 106 «dzwanzig Jahre gesucht habt und dennoch sie nicht ge-
1°^ ’ „Das kann und darf nicht sein, junger Mafia!" rief
1 heftiger Aufregung der schwarze Bettler, „und so lange 128119 ’ch ein Funken Leben in diesen alten Gliedern ist, soll es — cht geschehen. ' Seine Befehle sind mir stets heilige Ge- — । tze gewesen, die ich nie gewagt habe zu deute». Habe ich ~~ wad) nicht gesagt, daß sein Gedächtniß mir heilig ist <
. W Und während er so sprach, stand der alte Mann hoch- — 9 ^gerichtet da, seine dunklen Augen strahlten in wunder- »em Glanz und Feuer und seine Züge sowohl, wie ferne A 2(i Älung sprachen einen unwiderruflichen Einschluß aus.
i Godeffroy betrachtete ihn voll Bewunderung und i; >' ihrend seine beispiellose Treue seine ganze Anerkennung - irdene, beschloß er, dem Willen feines Wohlthäters sich
- * „Darum darf ich mein Werk nicht aufgeben,« sagte - ilsl der Neger, „denn ich habe meinem guten Herrn ge- 1 92 P: „Ich werde sie finden." .
_ 1B „Nach seinem Tode begann ich sogleich die Nachforschungen ' § «n zu der Zeit war St. Domingo im Besitz der Neger £ » alle Weißen hatten Befehl erhalten, .sich einzuschiffen. ltw 9? traf sich unglücklich, denn vielleicht hätte ich schon eine 91 «deckung machen können, allein mir blieb nur die nöthige - 1C'1 fit, Euch von Eurer Amme abzuholen und dann mit Euch -__1 Schiff zu besteigen, das uns nach Frankreich brachte.
nicht Folge gegeben, soll mit ein Grund für die russischen Feindseligkeiten gegen Deutschland sein.
Nachstehend geben wir eine Zusammenstellung der neuesten hierauf bezüglichen Telegramme.
Wien, 9. Septbr. Die Morgenblätter melden aus Han-Kovacs vom 8. d., daß die österreichischen Truppen daselbst Mittags in ihrem ersten Lager im Sandschak Novibazar eintrafen. Der Abmarsch erfolgte früh 6 Uhr von Tschainizza unter Commando des Generals Killic; es war auf den steilen Gebirgswegen ein sehr beschwerlicher Marsch. Die Nachrichten von Taschlidscha lauten befriedigend ; die türkischen Karaul-Wachen in Goczd hatten das Wachthaus vor Ankunft der Truppen geräumt. — Die Abreise des Fürsten von Montenegro von Wien ist bis zum 11. d. M. verschoben.
Wien, 9. Septbr. Officiell. Der Herzog von Württemberg meldet aus Cainca: General Obadich überschritt am 8. d. um 2 Uhr Nachmittags mit seiner ganzen Colonne den Uvac und besetzte Priboj und schob den Rest der Colonne bis Banja vor. Der Einmarsch gestaltete sich durchaus siiedlich. Die türkischen Truppenabtheilungen leisteten unseren Truppen Ehrenbezeugungen und behielten ihre Dislokationen bei. Die Colonne des Generalmajors Killic erreichte heute ohne Hindernisse das Bivouak nächst Kotline. Die türkischen Posten sind überall abgezogen. Vor und nach dem Einmarsch sind im Lager bei General Killic Abgesandte von Plevlje mit friedlichen Versicherungen eingetroffen.
Wien, 9. Septbr. Officiell. Der Herzog von Württemberg telegraphirt aus Han-Kovas vom 8. Mittags: Die Kolonne des Generals Killic, welche um 6 Uhr früh von Cainica aufbrach, erreichte um 10 Uhr Vormittags die Grenze des Sandschaks und bezog uni 12 Uhr Mittags beim Hon-Kovacs ein Lager. Die türkischen Posten in Goczd und Han-Kovacs hatten sich zwei Stunden früher gegen Plewlje zurückgezogen. " Die spärliche Bevölkerung zeigt sich durchaus friedlich. Von der Colonne des General- Majors Obadich, welche gegen Priboj marschirt, ist noch keine Meldung eingelaufen.
Wien, 9. Septbr. Die „Presse" meldet aus Banja bei Priboj vom 8. d.: Die nördliche Abtheilung der österreichischen Truppen unter General Obadich ist heute Nachmittag um 3 Uhr von Vissegrad aus in das Paschalik Novibazar einmarschirt. Die Brücke über den Grenzfluß Uvaz wurde mit den Feldzeichen unter den Klängen des Radetzky - Marsches überschritten. Am türkischen Ufer wurden die Truppen von dem nächsten Militärcomman- banten, dem Kaimakam und den Notabcln aus Priboj freundlichst begrüßt, sovann in Priboj von dem Mudir und dem Gemeindevorstand feierlich empfangen und von der Bevölkerung freundlich aufgenommen. Der Marsch ging mit Beobachtung aller kriegsmäßigen SicherheitS-
Aus dem Briese Eurer Mutter hatte ich die Ueberzeugung gewonnen, daß sie sich mit ihrem Sohne dahinbegeben würde, was nach dem Tode ihres Gatten noch wahrscheinlicher ward.
„Zwei Jahre lebten wir von der geringen Summe, welche ich im Besitz Eures Vaters gefunden, unaufhörlich dabei meine Nachforschungen anstellend, bei denen ich stets den Namen Ollivier nannte. Da aber der Name in Paris sehr allgemein ist, so hatten sie deinen Erfolg.
„Am Abend kehrte ich stets in unsere ärmliche Wohnung zurück, wo meine einzige Erholung und Freude Ihr wäret und ich Euch bald mit einem afrikanischen, bald mit einem westindischen Liede in den Schlaf sang."
„Als unsere Mittel zu Ende gingen, versuchte ich zu arbeiten; allein ich hatte erst eine Lehrzeit durchzumachen, denn die Arbeit in Europa weicht weit von der in den Kolonien ab, und ehe ich noch hinreichend verdienen konnte, mangelte es Euch an Nahrung und Kleidung. Ich wurde also ein Bettler —«
Godeffroy ergriff des alten Mannes Hand und preßte sie an seine Brust.
„AIS ich zum ersten Male meine Hand ausstreckte," fuhr Joseph fort, „wollte mir fast das Herz brechen, das Blut wallte mir ungestüm zu Kopf, ich mußte meine Augen schließen und mich gegen die Mauer eines Hauses lehnen. Als meine Besinnung wiederkehrte, wollte ich die Flucht ergreifen, um den Menschen meine Scham zu verbergen allein ich dachte an Euch, an das hilflose Kind meines Herrn, das daheim nach Brod ries, ich dachte an den Auftrag, den er mir, im Begriff vor dem Aümächttgen zu erscheinen, ertheitt, und meine Scham verwandelte sich in
maßregeln ohne den geringsten Zwischenfall bis über Banja hinaus, wo ein durch Vorposten gesichertes Lager bezogen wurde.
Wien, 9. Septbr. Die „Polit. Corresp." meldet aus Barja: Die Nordcolonne unter dem Commando des Generals Obadich überschritt am 8. d. um 3 Uhr Nachmittags von Visegrad nächst Priboj die Grenze des Sandschaks Novibazar und wurde von dem nächsten türkischen Mili- tärcommandanten, dem Kaimakam aus Novavaros und dem Mudir aus Oriboi auf's sreuudschaftlichste empsaugen sowie auch von der Bevölkerung Pribojs freundlich aufgenommen. Der Marsch ging bis über Barja hinaus woselbst unter Sicherung durch Vorposten das Lager bezogen wurde.
lieber den Aufstand in Kabul wird noch gemeldet: Die englische Gesandtschaft war in Kabul kaum eingetroffen, als auch schon das gewöhnliche Volk sich unzufrieden und herausfordernd gegen sie benahm. Sie war einstweilen in einigen hölzernen Häusern untergebracht, bis ein passendes Gebäude, wofür der Platz bereits gewählt war, aufgeführt sein würde. Sie bestand ans dem Major Cavag- nari, dem Sekretär Jenkyns, dem Dr. Kelly, dem Lieutenant Hamilton, 50 Fußsoldaten und 26 berittenen Guiden. Die Anführer wurden am 3. d. M. erst durch ein wohl- gezieltes Feuer zurückgetrieben, erschienen aber, durch Pöbel verstärk, nach der Plünderung des Arsenals bald wieder. Der Angriff dauerte unter beiderseitigen namhaften Verlusten den ganzen Tag. Den Afghanen gelang es, gegen Abend das Gebäude in Brand zu stecken. Die Insassen stürmten heraus und wurden, ihr Leben cheuer verkaufend, sämmtlich getödtet. Neun Guiden, die zur Zeit des Angriffes fouragirten, entflohen nach dem Shutturgarden-Paß und sollen die einzig Ueberlebenden sein. Der Emir Jakub, selber hart bedrängt, bat um britische Hülfe. Badebah Khan, nördlich vom Passe, bot den Engländern seinen Beistand an. Die Truppen sind allseittg schon auf dem Marsche gegen Kabul.
Deutsche- Reich.
** Berlin, 9. Sept. In der Weserzettung und in anderen freihändlerischen Blättern findet sich eine Notiz, der Abgeordnete Eugen Richter werde nach Ostpreußen gehen und in Memel, Gumbinnen und anderen Orten Reden halten, die Provinz biete einen sehr günstigen Boden für die Bestrebungen der Fortschrittspartei, namentlich seit die Conservativen mit Sack und Pack in's schutzzöllnerische Lager übergegangen seien. Man darf danach annehmen, daß Herrn illichter und seinen politischen Freunden die Wirthschaftspolitik keineswegs so gleichgültig ist, wie sie in ihrer Polemik sich stets den Anschein geben. — Wenn gemeldet wird, in der jüngsten Sitzung des Staatsministeriums
Stolz und meine geistigen wie körperlichen Kräfte kehrten wieder.
Im Anfang erhielt ich nur geringe Almosen, bald jedoch bedeutendere und zuletzt sehr reichliche, denn nach und nach ward ich der allgemeine Günstling, und die andern Bettler waren genöthigt, die Stufen der Kirche Saint Germain des Boni zu raumen.
Ihr wuchst unterdeß heran; in Eurem fünften Lebensjahre übergab ich Euch Fremden. Einen Plan für die Zukunft hatte ich schon gefaßt. Ich wußte, daß Euer Herz so stolz wie edel sein würde, und war enffchlofien, Euch nie die Hand kennen zu lassen, die allein für Euren Unterhalt sorgte.
„In Eurem zwölften Jahre verschaffte ich Euch Aufnahme in einer höheren Lehranstalt. Dort war ich Euch fast täglich nahe, folgte Euch ungesehen auf Euren Spaziergängen , beobachtete Eure munteren kindlichen Spiele mit Euren Kameraden und freute mich Eures Gedeihens.
„Als Ihr die Anstalt verließet, versuchte ich durch List, Euch Eure jetzige Wohnung zu verschaffen, was über Erwarten mir gelang. So lange Ihr dort gewohnt, ist kein Tag, fast keine Stunde vergangen, ohne daß ich Euch nicht gesehen — ich habe Eure Lebensweise beobachtet, Eure Freuden und Leiden, ja selbst Eure leidentschaft- liche Liebe entdeckt."
„Wie?" rief Godeffroy, „Ihr wißt —"
„Sie ist sehr schön," fuhr der alte Neger fort, „und auch ich liebe sie, denn ich habe gesehen, wie sie ihre großen blauen Augen in aufrichtiger Zuneigung zu Euch erhob."
„Möge Gott Euch so glücklich machen, junger Mafia, wie auch Euer Vater zu fein verdient hätte."