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furt a. M- ic.

grigen nimmt entgegen: -SrveLition d.vlatte», 'w b.ännoncen-8ureau$ , Ä- Dietrich & Co. in w und Hannover; Tb. euich in Frankfurt a.M-i »jenstein & Bögler in Murt a M., Berlin, Big, Köln ic.; Rudolf

e in Berlin, Fraiü«

OhcWschk ZitW.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattet sowie d- Annoncen-Bureauk von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld; 6. Schlotte in Bremen-

Erscheint täglich außer en den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllUftrtrteS LonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buckdruckerei) bezogen 2, Watt, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). Jnsettionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.

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Der schwarze Bettler.

Novelle von M. D o b s o n.

lFottsetzung.)

Sobald sie das Zimmer erreichten, ergriff Godeffroy t große schwarze Hand des Bettlers, drückte dieselbe an die Brust untf sagte mit weicher Stimme:

Vater, mein erstes Gefühl gegen Euch war Undank, tfn erstes Wort eine jämmerliche Feigheit, wollt Ihr it Beides vergeben?"

Still! still!" flüsterte der alte Neger und eine feier« he Rührung überzog seine Züge,still, Kind, nenne mich «t nicht Vater, denn er möchte uns hören."

Wer?" fragte erstaunt der junge Mann.

Er! er!" antwortete ernst der Bettler und streckte he Hand nach der Mauer aus, *an der, wie schon be­ttet, die Uniform und Waffen hingen.

Als Godeffroy wie er deutlich sah, ihn noch immer

>Ht verstand, wiederholte er mit bebender Stimme:

Er! Bon-mait-ä-moin!"

Ein Hoffnungsstrahl zog jetzt in des Jünglings Herz und fast athemlos rief er:

affel (9.

1*1'4 »II ttttAAtt für den Monat September mruump auf die Oberhessische Zeitung

und deren Gratisbeilage wer- j n von allen Postanstalten (auf dem Lande von « Landpostboten) angenommen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

Wie wähle« wir ?

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaufe stehen vor der sm. Sie sind eine ernste L>ache; denn aus ihnen geht i Parlament hervor, welches gemeinsam mit der Regierung ! t Gesetze machen soll. Und von welcher Wichtigkeit die iche für das Land sind, das weiß Jeder. Was« eine fehlte, auf falschen Grundsätzen und Anschauuitgen be­ende Gesetzgebung für Schaden im Lande anzurichten : mag, das haben wir in den letzten 10 Jahren nur zu «hlich erfahren. Das ganze Volk soweit es nicht M den liberalen Zeitungen irre geführt ist hat die ( Erzeugung, daß es so nicht fortgehen kann, und auch it Regierung, auch unser Kaiser hat dieser Ueberzeugung (der Thronrede zur Eröffnung des Reichstags Ausdruck i zeben. Und schon lange drehte sich ja die Arbeit des iichsrags vorzugsweise um die Verbesserung verfehlter «setze. Die ganze letzte Reichstagsfession war ausgefüllt ü einer großen Aenderung der seitherigen liberalen Finanz- ID Zollpolitik. Und ganz neuerdings haben selbst die Kralen dem Centrum eine Revision der Maigesetze ver­kochen, wenn die liberalen Mitglieder des Centrums sich ii der liberalen Partei verbinden würden. So ist es fc jetzt allseitig zugestanden, daß unsere Gesetzgebung in i titr Zeit auf Irrwegen gegangen ist und daß ste jetzt idere Wege einschlagen muß, wenn es wieder besser erben soll.

Von dieser Ueberzeugung müssen wir uns auch bei den &)len leiten lassen. Wollen wir aber ein Abgeordneten- °rs haben, welches wirklich andere Wege einschlägt, die «achten Fehler verbessert und richtigere Grundsätze und ffchauungen in die Gesetzgebung einführt, dann dürfen ir die Männer der Parthei nicht wiederwählen, welche at Fehler haben machen helfen und noch bei ihren alten «kehrten Theorien und Anschauungen beharren. Das ist tr der größte Theil der liberalen Abgeordneten, welche h ja auch im Reichstage wieder den Verbesserungsvor- jiagen der Reichsregierung widersetzt haben. Solche Ab- erbnete dürfen nicht gewählt werden. Es kann Niemand in ihnen erwarten, daß sie ihre eigenen Fehler so ver- ssern, wie es nöthig ist.

Die wirthschaftlichen Angelgenheiten wie t Gewerbeordnung und das Zollwesen sind zwar Sache « Reichstags, allein dieselben ragen auch in den Landtag nein. Hat ja doch die Reichsregierung es bestimmt in

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au. lSprecht! um des Himmels willen erklärt mir den vider sinn ($urer geheimnißvollen Worte!"

19.

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.Petit-mait, Ii pas Als a pauv neguel (Der junge *tt ist nicht der Sohn des armen Negers) antwortete 1 alte Mann, wie immer, wenn.er bewegt war, oder 4 Erinnerung an vergangene Zeiten ihn erfaßte, sich des (7,8-. krvlischen Negerdialektes bedienend.

Godeffroy's lauschendes Ohr begriff den Sinn dieser 6 unverständlichen Worte, allein seine Aufregung war

Aussicht genommen, mit Ueberschüssen, die sich durch den neuen Zolltarif ergeben werden, auch den Einzelstaaten zu Hülfe zu kommen, damit sie ihr Steuersystem verbessern können. Deßhalb ist es nöthig, daß im Landtage Männer sitzen, welche mit der Zoll- und Steuerpolitik der Reichs­regierung im wesentlichen einverstanden und bereit sind, das Arbeitseinkommen der Arbeiter, Beamten, der Hand­werker und Bauern zu entlasten, dagegen das Einkommen aus Capitalbesitz, insbesondere den Capitalumsatz an der Börse in höherem Maße zu besteuern als bisher. Aehnlich ist es in Bezug auf die Gewerbeordnung. Soll es auch da besser werden, dann darf der Landtag nicht aus Män- nern zusammengesetzt sein, welche den verderblichen liberalen Grundsätzen des Gehenlassens huldigen.

Die deutsche Arbeit, diese Quelle des Wohlstandes der Nation, muß in Schutz genommen werden gegen die übermächtige Concurrenz des Auslandes und gegen die Ausbeutung durch das handelnde Capital im Jnlande. Deshalb ist auch eine einheitliche Regelung des Eisen­bahnwesens durch den Staat nach den Bedürfnissen der deutschen Arbeit und des Handels statt nach dem Vorbild der Aktiengesellschaften dringend nöthig. Auch die Ver­waltung in Provinz und Kreis muß so geordnet werden, wie sie der Aufrechterhaltung von Zucht und Ord­nung und der freien Entfaltung der redlichen Arbeit am förderlichsten ist. Eine Verwaltung, welche den Leuten bei jeder Kleinigkeit lange Laufereien und Arbeitsversäumniß auferlegt, taugt nichts. Dem Wuchert hum als einem Krebsschaden an unserem Volkskörper, muß mit fester Eut- schiedenheit entgegengetreten werden. Dem überhandnehmen- den Wirthshausleben muß durch Beschränkung der Schank- fteiheit gesteuert werden. Es müssen ernstliche Maßregeln ergriffen werden, die Lage der armen Volksklassen, insbesondere für die Tage der Krankheit und des Alters zu verbessern, aber so, daß zugleich die, welche von der Arbeitskraft des Arbeiters Vortheil gehabt, dazu besonders herbeigezogen werden, bamit nicht die Last der Armenunter­stützung allein auf die Gemeinden fällt. Dagegen muffen aber auch bestimmte Anforderungen an die sittliche Lebens­haltung dieser Volksklassen gestellt und muß insbesondere der Wirthshausbummelei, so wie dem arbeitsscheuen Vaga- bondenlhum ernstlich entgegengetreten werden.

Zur Lösung dieser Ausgaben kann man keine Abgeord­neten brauchen, deren politische Weisheit in dem Grundsatz des Gehenlassens gipfelt, indem sie meinen, dann würde alles am besten geordnet. In dieser falschen Anschauung liegt die Wurzel des Verderbens unserer Zeit. Denn da­durch haben überall nicht die guten, fonbern die bösen Mächte, Neigungen und Leidenschaften, die Selbst- und Genußsucht, die Oberhand bekommen. So ist die Eewerbe- freiheit zur kapitalistischen Ausbeutungsfreiheit, die Zins­freiheit ist zur Wucherfreiheit, die Freizügigkeit zur Vaga-

fo groß, daß er nicht zu antworten vermochte, jedoch fragend richteten sich seine Augen auf den Neger.

Dieser erhob abermals die Hand und deutete wiederum nach den Gegenständen an der Mauer.

Jcht erst verstand der Jüngling seinen Gefährten; eine unbeschreibliche Freude leuchtete aus seinen Augen, er sank an der Mauer auf seine Knie nieder und flüsterte, zu der Uniform aufblickend: .

Vater! mein Vater!"

Bon mait-ä-moin I" wiederholte traurig der alte Mann-

Langes Schweigen folgte nun auf beiden Seiten. In feiner Freude dankte Godeffroy Gott ans der Tiefe seines Herzens für dies unerwartete Glück und dachte dann an Blanche, die ihm jcht wieder erreichbar schien, die nicht das furchtbare Hinderniß mehr gänzlich von ihm trennte! Als er sich umblickte, kniete der alte Neger an seiner Seite und sagte, feinen Blick für eine Frage haltend:

Er war gut, großrnüthig und tapfer! Allein er ist nicht mehr, doch ich habe sein Gedächtuiß unverbrüchlich hoch gehalten."

Also tobt!" fragte Godeffroy sich erhebend und fügte nun schnell hinzu:Und meine Mutter?"

Seit zwanzig Jahren habe ich ste gesucht," entgegnete niedergeschlagen der treue Neger.

Todt! Unbekannt!" flüsterte traurig der Jüng­ling und fügte mit einem tiefen Seufzer hinzu:So habe ich wenigstens die Erinnerung an meinen Vater und als Erbtheil feinen Namen, den Ihr mir noch nicht genannt."

Sein Name war Capitän Ollivier."

Ollivier!" wiederholte der junge Mann.

Hätte der Allmächtige Eurem Vater das Leben ge­lassen, so würde jetzt fein Name mit Bewunderung genannt

bondenfreiheit geworden und in der Preßfreiheit haben sich ganze Gistströme von verderblichen Lehren, Anschauungen und Grundsätzen übet unser Volksleben ergossen, welche die Herzen des Volkes vergiftet, die Begriffe von Recht und Unrecht, Gut und Böse verwirrt, Religion und Kirche ver­spottet und damit die Grundlagen für Staat und Gesell­schaft erschüttert haben.

Was helfen alle Versuche, unsere wirthschaftlichen, socialen und politischen Verhältnisse zu bessern, wenn die Menschen statt besser immer gottloser werden? Hier liegt der Punkt, wo der Hebel anzusetzen ist, wenn unsere Ver­hältnisse besser werden sollen. Auf diesen Punkt hat auch unser Kaiser hingewiesen, als er nach dem Attentat zu seinen Ministern sagte: Sorgen Sie dafür, daß dem Volke die Religion erhalten bleibe. Deshalb müssen christlich gesinnte Männer gewählt »erben, welche Verstänbniß für biefe wichtigen Dinge haben.

Die bisherige Mehrheit beS Abgeorbnetenhaufes ist immer barauf ausgewesen, den Einfluß bet Kirche und ber Religion auf das Volksleben in Schule, Familie und Gemeinde zu schwächen. Die Zeit des Kulturkampfes hat das be­wiesen. Wo soll das hinführen, wenn in Folge dessen die Gottlosigkeit noch immer weiter um sich greift, wie es geschehen ist, so daß die Verbrechen in einer Weise zuge­nommen haben, daß alle Gefängnisse und Zuchthäuser nicht mehr ausreichen?! Das darf doch unmöglich so fortgehen. Soll's aber besser werden, so müssen andere Leute in den Landtag gewählt werden, und zwar solche Männer, die Kopf und Herz auf dem rechten Flecke haben, und besser verstehen, was dem Lande wahrhaft noth thut, als die liberalen Worthelden Wenn ber Bauer einen Knecht bingt unb wenn bie Gemeinde einen Nachtwächter anstellt, so wird gefragt:Was ist eS für ein Mann?" Wie viel mehr muß man diese Frage erheben, wenn man einen Mann zum Abgeordneten in ben Sanbtag wählen will, ber in Gemeinschaft mit ber Regierung die Gesetze machen und daS Wohl des Landes berathen soll l

Die liberale Presse erhebt jetzt wieder ein großes Ge­schrei über Reaction. Unser Volkskörper steckt aber voll kranker Säfte. Ist es da nicht nothwendig und erwünscht, daß eine Reaktion der gesunden Säfte eintrete, welche bie kranken auszustoßen suchen? Auch wir wollen unb lieben bie Freiheit; allein wenn bie Freiheit zum Deckel ber Bosheit unb ber Selbstsucht in ber Hand des Starken wird, um ben Schwachen auszubeuten unb bas Gute unb Edle in ben Staub zu treten, wie wir es z. B. bei unseren liberalen Freiheiten, (Ge­werbe- Wucher-, Actienfreiheit rc.) erlebt haben, bann muß diese Freiheit corrigirt werden. Die Freiheit soll dem Guten und Edlen im Volksleben, bet reblichen Arbeit, bem ehrlichen Hanbel freie Bahn machen; aber bamit sie bas kann, muß man gleichzeitig feste Schranken gegen bas Böse unb das Schlechte, gegen bie Ausbeutung

.............. - I!>-! BB werben, benn er zeichnete sich burch Muth unb Tapferkeit aus."

Erzählt mir von ihm," bat Godeffroy die Hand seines schwarzen Gefährten ergreifend,lehrt mich meinen Vater kennen! Nicht wahr, er liebte Euch?"

Er hat mir bie Freiheit geschenkt," entgegnete ber Bettler, sich hoch aufrichtenb, währenb feine dunklen Augen in unverkennbarem Stolze leuchteten,aber dennoch gehörte ich ihm an. Ich besaß sein ganzes Vertrauen unb liebte ihn, mehr als ich Euch liebe, mein junger Herr!"

Bei biesen Worten küßte ber treue Neger bie Hänbe bes Jünglings unb fügte mit weicher Stimme hinzu:

Hört, Ihr müßt mir nicht zürnen, baß ich, ber schwarze Bettler, mich einen Augenblick für Euren Vater ausgab. Der Mann bort vom Gericht würbe mir nicht geglaubt haben, hätte ich ihm gesagt: Ich habe bieS Alles gethan, weil ber Jüngling ber Sohn meines verstorbenen Herrn ist."

Ihr habt Recht, mein guter, großmüthiger Freund, benn Eure Treue übersteigt fast allen Glauben unb ich werbe Euch stets bankbar fein."

Ihr feib fein Sohn," fügte ruhig der alte Bettler, unb feib mir keine Dankbarkeit schuldig! Er befahl unb ich suchte seine Befehle zu erfüllen!"

Nach einer kurzen Pause ließ ber Neger feinen Gast auf fein bescheibenes Lager niebersetzen, nahm selbst auf einer Matte an ber Erde vor ihm Platz unb sagte feierlich:

Unterbrecht mich nicht, ich will jetzt Euch seine Ge­schichte erzählen unb ebenfalls bie Eurige, bie Euch noch unbekannt ist."

Vor ungefähr 24 Jahren erhielten wir in Guadeloupe die Nachricht, daß eine Empörung ber Schwarzen gegen bie Colonisten auf St. Domingo ausgebrochen. Zwei Jahre