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Marburg, Sonntag, 7. September 1879

nv. Jahrgang

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B" jig, Eßln rc.; Rudolf

« in Berlin, Krank- lögl M M- -c-

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«eigen nimmt tmgegen: Krpebition d.vlatte», ^dAnnoncen-Bureaux । xh. Dietrich & Co. in |el und Hannover; Th.

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1879. gt, 210 cf- Geld.!

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte» sowied. Annoncen-Bureaur von G. L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhaudl. daselbst; Jnvalidendank in ' Berlin; SB. ThieneS in

Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

Srschemt täglich außer an den Werktagen nach ivonn» und Feiertagen. PretS für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrlrteS SonutagSSlatt" durch die Expedition («ochlche Buchdruckeret) bezogen Mark, durch dte Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pfg. (erd. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Mr m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Gedanken zu sammeln schien, begann er also 7

«Davon später, wenn wir allein find", entgegnete in

Dieser begegnete unerschrocken dem Blick und fuhr

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für den Monat September auf die Oberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage wer-

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^»Ihr?" rief Godeffroy, „o dann wißt Ihr auch —'

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Der schwarze Bettler.

Novelle von M. Dobson.

lFortsetzung.)

9. Capitel.

Bon mait-ä-moin.

rtn die innere Bewegung anerkennen. Nach der Se­tzung gingen sie die Front der Ehrcnkompagnie ent- 8, welche hierauf, in Sektionen rechts abmarschirt, im »demarsch vorbei defilirte. Die Monarchen zogen sich das Empfangsgebäude zurück, wo Se. Majestät der lschc Kaiser Wohnung genommen hatte. In dessen Be­ding befanden sich außer General-Feldmarschall von uteuffet die Flügel-Adjutanten Graf Lehndorff und Fürst tziwill, der Chef des Militärkabinets Generalmajor von Kyll, Generalarzt Dr. von Lauer und die Geheimräthe t und Kanzki, von der Suite des russischen Kaisers

isesaal des ersten Stockwerks im Stationsgebäude zum tt begaben, an welchem nur die höchsten Offiziere und taten thcilnahmen. In der achten stunde zogen sich Dionarchen zurück. Bei anbrcchender Dunkelheit wurde Bahnhof illuminirt und später, als wir schon zur Ab- >t bereit im Zuge saßen, konnten wir nochmals den

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fnung des Generals von Fixen, bei welchem er Quar- gcnommen hatte. Etwas später machte ihm Kaiser Helm einen Gegenbesuch und kehrte bald zurück, worauf um 5 Uhr beide Majestäten in den schön dekorirten

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„Bromberger Zeitung" noch Folgendes:

«Alles, was dieser Knabe Ihnen gesagt, ist lautere Itbeit. Er erhält jeden Monat fünfzehn LouiSd'vr, die

13° hm aus den Balkon seiner Wohnung werfe."

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ichem Tone der alte Mann, und fuhr, sich dem Be-

z «/, zuwendend fort:

4 •/, «Wie gesagt, ich gebe ihm die fünfzehn Goldstücke." «Auf wessen Veranlassung?"

263.5° (»Einzig meine eigene."

24.6° Der Präsident blickt verwundert auf den alten Bettler.

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ie halbe Stunde etwa, bevor der für 3 Uhr signalisirte z Kaiser Wilhelms eintraf, inspizirte Czar Alexander auf dem Perron stehende Ehrencompagnie vom Kaiser­russischen Grenadier-Regiment „Friedrich Wilhelm III."

Die Expev. 0. Oberh. Zeitung.

Tagesbericht.

lieber die Kaiser - Zusammenkunft berichtet ein Korre­

ll 1005 lOiifcbent der

1^0° «Ja, ich habe Ihnen die Wahrheit gesagt! Lange 155-1° < habe ich bittend meine Hand ausgestreckt! Ich bin 92. ° igekannt und nur Wenige verweigern dem alten Neger Almosen. Auch dieser Jüngling hat mich ost beschenkt, toi'^ 1 er besitzt ein gutmüthigeS und weiches Herz, doch twot* * ich ohne ihn sicher nie zum Bettler geworden."

„Weshalb übergabt Ihr ihm das Geld?"

91 < ^Weshalb?" rief der Neger mit dem Ausdruck des ioi-?»en Staunens. „Weshalb ich ihm das Geld gebe? wenn ich gewollt, hätte ich ihm noch eine größere

8 132 Aach einer kleinen Pause, während welcher der Neger

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1021 den uns die Großfürsten Wladimir (Chef des thürin- A m Husaren-Regimenls) und Sergei (Hauptmann ä la J e des brandenburgischen Ulanen-Regiments Kaiser von <>z) fland), der General Graf Kotzebue und Generallieutenant - ideville genannt. Nach kurzer Zeit erschien Kaiser toter wieder auf dem Perron und begab sich in die

i'28i in langsamen Vorübergehen musterte Se. Majestät fast A n einzelnen Mann und ließ den strengprüfenden Blick großen ausdrucksvollen Augen mit sichtlichem Wohl- 124S ilen auf den stattlichen, hübschgewachsenen Männern

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A i von allen Postanstalten (auf dem Lande von J । Landpostboten) angenommen.

tn. Die Zeit nach der Musterung verstrich sehr rasch, : bald nach 3 Uhr nahte der Zug mit Kaiser Wilhelm, i Musik und Hochrufen empfangen. Die Begrüßung 88) Monarchen war eine überaus herzliche, sie reichten sich Hände und küßten sich mehrere Male. Kaiser Wilhelm sehr wohl, aber ernst aus, ebenso konnte man dem

russischen Czaren unter bengalischer Beleuchtung mit der glänzenden Suite den Perron passiren sehen, um die beiden Großfürsten, welche (nach Darmstadt) weiter reisten, zu verabschieden. Da die Absperrung des Bahnhofes so streng durchgeführt worden und die militärische Huldigung auf das Bewillkommungs - Hurrah beschränk war, so ging es im allgemeinen sehr still her, und wenn nicht die Fülle und der Glanz der Uniformen gewesen wäre, dann hätte das sonstige Treiben nicht verrathen, ein wie wichttges Er- eigniß sich in dem kleinen Grenzort vollzogen hatte.

lieber den Abschied des Monarchen geht der „Nat.- Ztg." folgendes Telegramm zu: Donnerstag, um 9 Uhr Morgens besuchte Kaiser Alexander Kaiser Wilhelm. Um 1 Uhr Abfahrt beider Monarchen, kein öffentlicher Abschied, derselbe muß schon im Salon staügefunden haben. Kaiser Ale­xander küßte auf dem Perron den Feldmarschall Freiherrn v. Manteuffel. — Die „Nat.-Ztg." bringt noch im Anschluß an die Erwähnung eines natürlich unbegründeten Gerüchts von einem Demissionsgesuch des Fürsten Bismarck folgende Darstellung über die Veranlassung der Kaiser-Zusammen­kunft: Die Zusammenkunft ist keineswegs auf eine rasch gefaßte Entschließung zurückzuführen; vielmehr hat über dieses Projekt schon seit einer Reihe von Tagen vor der Abreise — wie man uns angibt, seit sechs Tagen — ein lebhafter Depeschen - Austausch nach verschiedenen Seiten, namenttich auch mit Gastein, stattgefunden. Nach den an diesen Stellen zur Geltung kommenden Anschauungen liegt nicht das Geringste vor, was der diesmaligen Kaiser-Zu­sammenkunft nach ihrer äußeren Arrangirung einen von den seitherigen Begrüßungsbesuchen irgend verschiedenen Charakter aufprägte. Die Wahl des Zusammenkunsts­ortes ist nach diesen Quellen allein durch Rücksichten äußerer Zweckmäßigkeit für die Bequemlichkeit beider Herr­scher bestimmt worden.

Um welche Summen es sich bei der Verstaatlichung der Eisenbahnen handelt, soweit sie den bevorstehenden Land­tag beschäftigen wird, ergeben folgende Ziffern: Der off ernte Kaufpreis der Berlin-Stettiner, der Köln-Mindener, Magdeburg-Halberstädter, Rheinischen, Berlin-Anhalter und Potsdam - Magdeburger Eisenbahn beträgt insgesammt 746,998,500 Mark. Außerdem würde der Staat die auf den genannten Eisenbahnen lastende Schuld an Prioritäts- Obligationen im Betrage von mehr als einer Milliarde Mark übernehmen müssen. Das Schuldencontv des Staa­tes würde sich also um eintausend achthundert Millionen Mark erhöhen. Für die in diesem Betrage entsprechend erhöhte Verzinsung der Staatsschulden müßte bei mangel­hafter RentabUität der Staatsbahnen vorübergehend oder dauernd die Steuerkraft des Landes in Anspruch genommen werden. Man ersieht leicht mit Hülfe einer Eisenbahn­karte, daß der Staat, wenn die Ankaussprojecte ausgeführt Summe zukommen lassen können, denn, wie gesagt, nur seinetwegen habe ich so lange gebettelt!"

Gvdeffrcy's Züge hatten nach und nach Todesblässe überzogen. Ein schrecklicher Gedanke hatte sich seiner be­mächtigt, den jedes Wort des Bettlers im zu bestättgen schien.

Der Präsident schien von dem Benehmen des allen Mannes tief ergriffen, seine sonst so ernsten Züge verloren nach und nach ihren strengen Ausdruck, und in freundlichem Tone sagte er zu ihm:

„Ich glaube gern alter Mann, daß Ihr die Wahrheit redet, und doch ist das was Ihr sagt, ungewöhnlich, ja fabelhaft! Ihr müßt einen mächtigen Beweggrund haben, eine so fetten große Liebe auSzuüben."

„Ich hätte ohne Zögern noch etwas Schwierigeres, Größeres für ihn gethan", entgegnete mit fast kindlicher Einfachheit der alte Neger.

„Sie muffen eine große Liebe zu diesem jungen Manne hegen!"

„O, gewiß!" entgegnete ex leidenschafttich, wie könnte ich auch anders, da —“

Zögernd hielt er inne. Tiefgerührt hörte ihm der Be­amte zu, während Godeffroy sein Haupt senkte, als ob er jeden Augenblick seines Todesurtheils gewärüg sei.

„Ex ist das einzige Wesen auf Erden, das ich liebe," fuhr der alte Neger fort, „und deshalb habe ich ihm auch das verborgen, was vielleicht ein Erröthen auf seinen Wangen hervorgerufen. Ja, so aufrichtig liebe ich ihn, der ich fein Vater bin, ihn nie meinen Sohn genannt habe!"

„öein Vater!" wiederholte der Präsident bewegt.

„Ein Neger! Ein Bettler!" murmelte Godeffroy, auf

werden, ein zusammenhängendes, den Verkehr beherrschen­des Netz erwirbt, während die im Privatbesttze bleibenden Bahnen nur theilweise einen Zusammenhang haben werden. Die Selbstständigkeit der letzteren wird dann mehr Form als Thatsache sein.

Im Sitzungssaal der Akademie der Wissenschaften in Berlin trat gestern die achte Generalversammlung der Astronomischen Gesellschaft zusammen, welcher eine große Zahl wissenschaftlicher Capacitäten auch aus Oesterreich- Ungarn, England, Frankreich, Belgien, Holland, Rußland und Skandinavien beiwohnen. Den Vorsitz führte der Direktor der Sternwarte in Gotha Krüger. Namens der Staatsregierung hieß der Cultusminister die Versammlung in einer Ansprache willkommen.

So lange der Freihandel unangefochten blühte, waren die Blätter ter goldenen Internationale außerordentlich „national" gesinnt. Jetzt fängt der „Bert. Börsen Cur." seinen Sedanartikel mit folgenden Worten an: „Die sämmt- lichen Hoflieferanten befestigten Fahnen an den Wappen- Schildern ihrer Läden. Die sämmtlichen Ministerien rüsten sich, Flaggen aufzuhiffen, und „wem der große Wurf ge­lungen," einen Orden oder einen Titel zu kriegen oder wer ihn noch anstrebt diesen großen Wurf, der rüstet sich eine Flagge anzubringen an seinem Wohnhause, denn er ist gekommen, der große Tag, an dem uns stets der offi­ziöse Telegraphendraht aus allen Städten von Berlin und Hamburg bis Kyritz und Posemuckel, genau zu berichten weiß, welchen Grad die Temperatur der Begeisterung gehabt hat, welchen Toast der Herr Oberbürgermeister oder der Herr Stadtverordneten-Vorfteher auSgebracht hat, wie glän­zend die übrige Parade verlaufen ist und wie hell die Gas­lichter und die Lämpchen der Illumination gestrahlt haben. . . . . . ." Man sieht, der Patriotismus dieser Leute geht gerade soweit, als das Geschäft geht. Der Chefre- daktcur dieses Blattes hat auf dem letzten Journalistentag in Eisenach die erste Violine gespielt.

Dem „Fremdenblatt" und der „Presse" zufolge sind die Nachrichten von der RecognoscirungS-Commission bis­her sehr günstig. Die Bevölkerung in Pribois ließ bereits die Commission ersuchen, die Besetzung durch österreichische Truppen möge noch in diesem Jahre erfolgen und crllärte sich bereit, die nothwendigen Häuser für die Unterbringung der Soldaten zur Verfügung zu stellen. Auch die Bevöl­kerung Taschlidscha's (Plewje) ist bereit, alle für die Trup­pen erforderlichen Materialien zu liefern.

Auf Cuba muß eS wieder sehr bedenklich aussehen. Schon seit einiger Zeit wurde von Agitattoneu zur Auf­frischung der eigentlich noch gar nicht erloschenen Jnsur-

einen Stuhl sinkend und sein Gesicht in den Händen ber­gend. „O, mein Gott! Ich habe dies längst gefürchtet!"

„Lasten Sie ihn, tadeln Sie ihn nicht," sagte der Bett­ler zu dem Beamten, der dem jungen Mann einen zornigen verächtlichen Blick zuwarf. *

„Der Stolz feiner Jahre spricht auö ihm. Die falsche Scham ist jetzt mächttger in ihm als seine Dankbarkeit. Schon morgen wird er mich um Vergebung bitten."

„Möge Eure Hoffnung sich erfüllen, braver, alter Mann," antwortete der Präsident und fügte zu Godeffroy sich gewendet hinzu:

„Junger Mann, Sie sind frei und können sogleich Ihrem Vater folgen.“

Der Jüngling erbebte, als er diese Worte vernahm, ihm schwindelte, denn vor seine Seele trat die liebliche Gestalt der von ihm so glühend geliebten Blanche, wie sie am Abend vorher chm erschienen, wie er sie am Nachmittage vorher dem allen Neger, seinem Vater, hatte Almosen geben scheu! — Es trennte sie jetzt nicht mehr jenes Hinderniß, das vielleicht zu befeitigen gewesen, nein, jetzt gähnte eine Kluft zwischen ihnen, die unübersteiglich war! —

Noch ganz mit diesen Gedanken beschäftigt, erreichte er die Thür, ehe er jedoch die Schwelle überschritt, stand er abermals still, barg sein Antlitz in den Händen und murmelte:

„Mein Vater! mein armer, armer Vater!" stürzte dann auf den Bettler zu, schlang seine Arme um den Hals des alten Mannes und ließ seinen Thräuen freien Lauf.

„Dank, o Dank! mein Kind!“ flüsterte gerührt der treue Neger, wandte sich mit freudestrahlenden Augen dem Präsidenten zu und sagte;