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|g. Ur. 208

Marburg, Freitag, 5. September 1879

xiv. Jahrgang

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jig, Sötn rc.; Rudolf fe in Berlin, Frank-

gflr tn der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen dieEjqreditto« d. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von G- L- Daube & Co. in Frankfurt a.M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendanl in

Berlin; W. Thiene» in

Merfeld; 6. Schlotte in

Bremen.

jtoid; in Frankfurt a.M.;

aoaienftein & Loglcr in r Ditfurt a M., Berlin. c/ |0fe Uti

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kN kl toägen nimmt «mgegen: i m Ä«rpeditiond.«latte», Wie d.Annoncen-Bureaux

)tX in ja Xi. Dietrich & Co. in lonftiot dßil und Hannover; Th. **

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ttflf pgm Bahnhofe ein, woselbst sich die Spitzen der Be-

Sm zum Empfange eingesunden hatten. Von dem

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1879. lacht,]

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Thorn, 3. Septbr. Der deutsche Kaiser traf Nach- wgs kurz nach 2</2 Uhr mittelst Extrazuges auf dem

liebet die Reise des Kaisers nach Alexandrows sind tzmde telegraphische Nachrichten eingegangen:

Berlin, 3. Septbr. Der Kaiser ist heute früh um

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tblifum enthusiastisch begrüßt, setzte der Kaiser nach m Aufenthalt von 6 Minuten die Reise nach Alexan- -wtrr 6,0 fort. In der Begleitung Sr. Majestät, welcher ftätttr. Pche Generalsuniform trug, befand sich Feldmarschall [2402 Manteuffel.

--Alexandrow», 3. Septbr. Der Kaiser von Ruß-

»ist mittelst eines 8 Salonwagen zählenden Extrazuges f 1 ^mittags 1V2 Uhr mit großem Gefolge hier einge- 1 Um. Der deutsche Kaiser kam kurz nach 3 Uhr an.

! auf dem Bahuhofe aufgestellte russische Ehrencvm- Pie intonirte als der Kaiser Wilhelm in den mit Fahnen . i Guirlanden reich geschmückten Bahnhof einfuhr, die ' ,6 fische Nationalhymne. Die Begrüßung der beiden ](| Arrchen war überaus herzlich. Die von allen Setten die nächste Umgebung des Bahnhofes herzugeströmten Ermassen begrüßten beide Majestäten mit enthusiastischen rufen. Nach dem Defiliren der Ehreneompagnie zogen beide Majestäten zurück um demnächst das Diner ge-

usam einzunehmen. Kaiser Wilhelm hat im Bahnhofs- Iesell' mde Wohnung genommen.

rWa- Alexandrows, 3. Septbr., Abends. Der deutsche erst« ser hat gegen 5 Uhr dem Kaiser von Rußland einen ich i* stündigen Besuch abgestattet, welchen Kaiser Alexander rage«- bin erwiderte.

Berlin, 3. Septbr. Der Kaiser trifft heute Nach- liag 3 Uhr in Alexandrow« ein, wo ihn der Kaiser irander bereits erwartet.

Landpostboten) angenommen.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

Tagesbericht.

bfblltttftiHt sür den Monat September llpUUllllylU auf die Oberhessische Zeitung i und deren Gratisbeilage wer-

t von allen Postanstalten (auf dem Lande von

. Uhr nach Alexandrows abgereist. Das Gefolge des lisers besteht aus dem Generaladjutanten v. Albedyll, * s Generälen v. Lehndorf und v. Radziwill, dem Leibarzt m. i. v. Lauer und den Geh. Hofräthen Borck und Kanzki. r** er Kaiser wird morgen Nachmittag um 4Va Uhr auf ul ich i Reise nach Königsberg in Dirschau mit der Kaiserin 90 Pf eher zusammentreffen.

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Der schwarze Bettler.

Novelle von M. Dobson.

(Fortsetzung.)

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Jas aber war die Ursache dieser allgemeinen großen Lag« ürzung? Am selben Morgen war der Polizei diese ibfet® Ähölle verrathbn und ungesäumt sie herbeigeeilt, dem ibitiP hlosen Treiben Einhalt zu thun und gerade in diesem n ab« irnblicke war einer der schwarzgekleideten Männer, der

1 weiße Schärpe umgebunden, an der Thür erschienen.

: Beim Anblick des Commissars ließ der Wirth seine e ete Sicherheit fahren und rief laut jammernd:

nzab«- ,0, ich bin ein ntinirter Mann!"

. -J Tie Spieler dagegen wollten das Wette suchen, wurden 23»? 1 an der Thür von den Polizisten in Empfang ge-

Sie

Stiinen Tisch trat.

17».

am der

Trotz dieser Vorgänge vollendete die Maschinerie bm Tisch ihr Werk und plötzlich rief Godeffroy, . ttl kein Auge verwandt:

..... «Ich habe gewonnen! Ja, meine Herren, und 1871. * mir zu bezahlen!"

>viSt Tiefe Worte wurden verhängnißvoll für ihn. Die äsenden blickten voll Angst und Enffetzen auf den Nichts tiden Jüngling, indeß der Polizei Commiffarius an

8. Kapitel.

Vor dem Polizeigericht.

kDieine Herren", sprach jetzt der Justizbeamte,ich

Ihnen keinen Widerstand Meine Maßregeln sind

der Eingang dieses Hauses ist hinreichend besetzt." Erstaunt wandte sich Godeffroy, dem die Gesetze in

76,7.'-

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Mittheilungen eines hiesigen Börsenblattes über geplante Nessortverände- rungen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, insbe­sondere durch Abzweigung einer Abtheilung für Berg- und Hüttenwesen und einer Abtheilung für Bauwesen, entbehren, wie wir aus guter Quelle erfahren, jeder Begründung.

Wie int engeren, so auch im weiteren Vaterlande war die Feier des «sebantages eine allgemeine, auch der sonst nur die Gedenktage der eigenen Nation feiernden englischen Presse ist dieser Tag nicht unbeachtet vorübergegangen. Es zeigt sich", schreibt derStandard",im deutschen Reiche keine Abnahme des kriegerischen Enthusiasmus und der mllitärischen Organisation; trotz der Umtriebe der Socialisten, der Unzufriedenheit der Ultramon­tanen und der Enttäuschung und Verwirrung der Nationalliberalen kann entfernt nicht behauptet werden, daß das deutsche Volk der Militärlasten überdrüssig ist, die man ihm aufgebürdet hat. Allerdings würden Viele der zur Fahne berufenen Jünglinge lieber ihren friedlichen Beschäftigungen nachgehen und es unterliegt keinem Zweifel, daß deren Anverwandte und Arbeitgeber den Verlust em­pfindlich fühlen; allein trotz alledem unterstützt die öffent­liche Meinung die Regierung in den beharrlichen Maß­regeln, die sie zur Erhaltung der numerischen Stärke der Armee ergreift. Deutschland muß heute 40 Millionen Einwohner zählen; von diesen befinden sich wenig über 400,000, unter den Waffen. Der Nattvnalstolz, welcher durch glänzende Siege, beträchllichen Gewinn und hervor­ragenden Einfluß auf die europäischen Angelegenheiten an­gefacht ist, macht das Volk taub für alle Argumente gegen eine Schmälerung der materiellen Macht des Reiche«. Es läßt sich nicht bestreiten, daß Fürst Bismarck in Deutsch­land eine unerreichte Popularität genießt, die es ihm mög­lich macht, ohne Einbuße mit allen politischen Parteien nach Belieben umzuspringen. Und dennoch ist es der Fürst, welcher die, Erhaltung einer starken Armee und die damit zusammenhängende schwere Besteuerung in Deuffchland un­vermeidlich gemacht hat und deren Vermehrung in beharr­lichster Weise befürwortet. Die Zeit wird kommen, da diese Lasten als unerträglich sich erweisen werden, allein das wird schwerlich eintreffen, so lange der Fürst seinen Einfluß behält. Ein späterer Staatsmann wird die Kosten für dessen erfolgreichen Ehrgeiz zu bezahlen haben. Unter­dessen bleibt er der Abgott der Nation und die Deutschen würben eine Ausnahme von den Gesetzen der menschlichen Natur machen, wenn dem anders wäre." Doö Toryblatt irrt sich insofern, als es glaubt, die Popularität Bismarcks sei es allein, was die Armee unangetastet erhalte. So lange die Franzosen nach Rache verlangen -und russischer Hochmuth nach Krieg schreit, werden die Deutschen ihre

mllitärische Rüstung nicht ablegen, mag der Reichskanzler heißen, wie er will.

Zum Beweise, wie wett diejenige Zeitung, welche für das specielle Organ des Fürsten Gorffchakoff gilt, in der Aufwirbelung von recht artigen Wölkchen ging, möge Fol­gendes dienen. Ueber die Mission Manteuffels nach War­schau bringt nämlichSt. Petersburgskija Wedemofti" fol­gende deutsch-feindliche Auslastung:Alles ist beigelegt und Rußland droht keine Gefahr mehr. Vom Flüßchen Spree blieS man nur und alle schwarzen Wolken ver­schwanden wie eine Fata Morgana, am Horizont aber er­leuchtete eine helle Sonne, die wir jedoch nicht sehen . . . Denn in der Thai, was bedeutet die Reise des Feldmar­schalls Manteuffel Anderes, als einen einfachen Höflichkeits­brauch eines Monarchen dem andern gegenüber. General Manteuffel ist zwar ein Würdenträger, doch seiner dienst­lichen Lage nach kein Anhänger jenes Laboratoriums, in welchem dereiserne Kanzler" jeneMißverständnisse" schmiedete, die jetzt zwei Länder von einander scheiden. Vor dem russisch-türkischen Kriege hat auch der Sultan sehr eifrig seine ersten Würdenträger nach Livadia geschickt, um unfern Kaiser begrüßen zu lassen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß nach Warschau auch ein Vertreter des österreichischen Kaisers mit einer Begrüßung an unseren Monarchen kommen wird. Werden diese Ver­treter auch die Versicherungen mit sich bringen, daß die deutschen Kriegsvorbereitungen, die jetzt an unserer Grenze mit fieberhaftem Eifer fortgesetzt »erben, eingestellt wurden ober werden? Daß Bismarck feinen hegomenischen Ge­lüsten Rußland gegenüber entsagen wird? Daß Oesterreich- Ungarn von seinem weiteren Germanisiren im Orient ab­lassen wird? .... Wir werden so lange auf unserem festen und anständigen Standpunkt beharren, bis wir uns von dem Gegenthett des oben Gesagten überzeugt haben. In Anbetracht von Thatsachen aber, wie der Reise des Grafen Andrasty nach Gastein zum Fürsten Bismarck und dergl., sind alle Hoffnungen auf eine Freundschaft zwischen uns und Deuffchland-Oesterreich kindische Illusionen." Daß indessen dermalen dieses Gerede der Russischen Presse eine Kriegsgefahr in sich berge ist nicht anzunehmen. Sicher aber wird unser Kaiser durch seinen Besuch bei dem Rus­sischen Kaiser auch den Schein einer solchen Gefahr ver­scheuchen.

Deutscher «eich.

* Berlin, 3. September. Anfang nächster Woche wird mit Ausnahme des Ministers Hofmann, des dienstlich abwesenden KriegSministerS v. Kamecke und des eine Kur in Karlsbad gebrauchenden Finanzministers Bitter, das Staatsministerium in Berlin wieder versammelt fein. Der Cousistorialrath, Hof- und Domprediger Dr. Carw in

Bezug auf das Spielen gänzlich fremb waren, bem Sprecher zu.

Er begriff bie allgemeine Bestürzung, bie er erst jetzt gewahrte, nicht unb fragte, mechanisch sein auf bem Tisch liegenbeS Gelb zählend:

Weshalb aber bezahlt man mir nicht?"

Sie dürfen jenes Geld nicht mehr berühren, mein Herr, denn es ist confiscirt," entgegnete streng der Beamte.

Es gehört jedoch mir!" versetzte der Jüngling.

Still doch!" flüsterten die Spieler ihm zu.

Meine Herren", fuhr Ersterer fort,ich bitte um Ihre sämmtlichen Namen, damit wir sie aufftnben können, sobald der Polizeipräsident Ihrer bedarf."

Der Polizeipräsident?" wiederholte Godeffroy.Was aber will der von uns?"

Sttll doch!" riefen abermals bie Spieler, welche aus Erfahrung wußten, baß jeber Widerstand ihre Lage nur verschlimmern konnte. Sämmtliche Namen wurden ver­zeichnet und zum ersten Male bemerkte Gobesstoys, baß Ramero nicht mehr anwesenb war.

Er ist zur rechten Zett gegangen" bachte er.Um so bester für ihn, ich freue mich seinetwegen."

Jetzt ist bie Reihe an Ihnen," sagte in biesem Augen­blick ber Commistar.

Der junge Mann folgte schnell bem Beispiele ber Uebrigen unb schrieb seinen Namm unter bie anberen. Als ber Beamte diesen las, fragte er erstaunt:

Godeffroy? Haben Sie keinen Zunamen?"

Mein Herr" entgegnete ruhig der Jüngling,ich weiß nicht, was dieser Vorgang bedeutet. Ich bin Ihrem Wunsche nachgekommen, well Ihre Kleidung mir Ihren Stand ver- räth, dieser giebt Ihnen kein Recht, beleidigend ober unbe­

scheiden aufzutreten. Da ich jetzt nichts weiter mit Ihnen zu reben habe, so lasten Sie gefälligst mich bies Haus verlasten."

Sie sprechen auf eine sehr ungeziemende Weise, junger Mann", entgegnete ber Beamte,unb werben sich dadurch nur schaden. Ich finde Sie in einem Hause, wo heim­liches Spiel getrieben wird, an dem Roulettetisch, wo nur Ihr Geld liegt dazu nennen Sie einen Namen"

Den Meinigen, mein Herr!" unterbrach ihn Godeffroy.

Möglich, jedoch bezweifle ich es und kraft meines Amtes fordere ich Sie auf, mir augenblicklich zum Polizei- Präsidenten zu folgen!"

Bei diesem Worte wich alle Farbe ans des Jünglings Angesicht, die noch immer anbauernbe fiebrische Aufregung verließ ihn und er begann sich feiner Lage bewußt zu werben. Da er aber bmnoch glaubte, daß das, was ge­schehen, nicht als Verbrechen ihm angerechnet werden könne, so ahnte, er nichtz welch' furchbarer Schlag jetzt ihm drohte.

Diesen hatte jedoch Frau von Alincourt voranSgesehm, ihn herbeigeführt, denn durch ihn wollte sie ben Geliebten ihrer Stieftochter emiebrigen, entehren, bamit er nie toieber fein Haupt zu erheben, nie toieber im Hotel Alincourt zu erscheinen wage.

Der Polizeibeamte schickte sich an, ben Saal zu ver­lassen und gebot Godeffroy, ihm zu folgen.

Als beide die Ausgangsthür erreichtm, stand ber schwarze Bettler an einem Pfosten berfeiben, offenbar Jemaub er­wartend.

In der That wartete er auf ben jungen Mann, den allein unter allen Spieler er nicht ba« Haus hatte ver­lassen sehen.

»Ich hoffe, mein Herr", sagte biefer zu bem Beamten,