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Marburg, Mittwoch, 3. September 1879

XIV. Jahrgang

von den beiden Kaisern selbst, zwischen denen ein

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. öitn, wer cs gewesen ist, der diesem Manne den Anfang Äafl» htt Amte so schwer gemacht hat.

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fand für seine Maßnahmen die Unterstützung der Ma- ität der Volksvertretung, und was ebenso ins Gewicht

Hafter persönlicher Meinungsaustausch staltfand. Die liliativc soll dabei von dem Zar ausgegangen sein, welcher

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Hrssex'Xasiax.

Marburg, 2. Sept. Die Feier des heutigen Tages, des Gedenktages des welthistorischen Ereignisses der Ge- fangennahinc Napoleons und seiner Armee tritt zum neunten Male an uns heran. Wohl hat die Feier im Laufe der Jahre einen ruhigeren Charakter angenommen, bleiben aber wird der zweite September ein Nationalfest fo lange Liebe,

und dem Anträge Nechtsrath Ruppert's geht an die Re­gierung folgender Bericht. Das Institut der Bezirks- Inspektoren sei vornehmlich zur Überwachung der Lebens­rnittel vorhanden, ebenso der Stadt-Chemiker Professor Dr. Faichtinger. Die Bereitung und der Verkauf von Kunst­schmalz und Kunstbutter sei durch oberstrichterliches Er- kenntniß vom Jahre 1867 nicht zu beanstanden, doch sei diese Sorte im Publikum gar nicht beliebt. Eine Fälschung des Mehlcs mit Alaun oder Schwerspat sei einerseits nie constatirt worden, andererseits komme sie sehr theuer. Eine Beimengung von gemalenem Cedernholz zu Safran und Pfeffer sei unerwiesen. Die Verwendung von Stärkemehl zur Wurstbereitung sei nach wissenschaftlichem Gutachten nicht unzulässig, sobald es sich nicht um unmäßige An­wendung dieses Bindemittels zum Nachtheile der Consu- menten handelt. Gegen Wcinfälschung war schon hie und da einzuschrciten, doch ist die Prüfung immer schwierig. Am schwersten ausrottbar ist die Milchfälschung, doch wer­den verschärfte Strafen das ihrige thun. Rath Schanzen­bach fichrt aus, Kunstbutter werde jetzt so schön bereitet, daß sie von einer anderen nicht wegzukennen ist und oft als Gebirgsbutter auf den Tisch gestellt werde. Rcchts- rath Ruppert erachtet es als sehr wünschenswerth, daß sich das Publikum des Stadt-Chemikers durch Vermittelung des Magistrats fleißig bedienen möchte, und Bürgermeister Dr. Erhard! empfiehlt solches besonders den Kaufleuten, welche für die Echtheit ihrer Maaren haftbar sind. An­langend die Bierfälschungen constatirt RechtSrath Ruppert, daß sich bisher bei allen Visitationen keine anderen Zusätze zeigten, als Wasser oder Natron (zum „Aufschwänzen" verdorbenen BiereS).

Stuttgart, 1. Sept. Prälat Kapff ist gestorben.

Metz, 30. August. In betheiligten Kreisen ist die Nachricht im Umlauf, daß der Kaiser bei seiner Anwesenheit hicrsclbst von der Kaiserin und der Großherzogin von Baden begleitet sein wird. Dieselben werden zum 24. September, dem Tage der Parade, hier anwesend sein. Auch der König von Sachsen wird mit Bestimmtheit erwartet; da­gegen ist es noch ungewiß, ob der König von Würtembcrg welcher in Straßburg erwartet wird, auch nach Metz kommt, zumal hier würtembergische Truppen nicht in Gar­nison stehen.

»eigen nimmt entgegen ,Expedition d.vlatte» ■te d.Armoncen-Bureau; । Th, Dietrich & Co. ii fei und Hannover; Th etrich in Frankfurt a.M. ifenftein & Bvgl--r ir pikfurt a- M., T. rlin pjig, Cöln 2i.; Rudoh ule in Berlin, Frank fort a. ic.

Deutsches Reich.

Berlin, 1. September. Der Kaiser und die Kaiserin । gestern Abend von Babelsberg nach Berlin überge- elt. Dieselben besuchten heute Vormittag gemeinsam

Treue und Anhänglichkeit gegen seinen Kaiser in den Herzen des deutschen Volkes wohnen, so lange Dankbarkeit für die Großthatcn unseres dem Volke entwachsenen Heeres als ein erhebendes Nationalgefühl noch vorhanden ist. Kein Ereigniß des furchtbaren Krieges drang wohl tiefer in das Verständniß bei Hoch und Niedrig als jener Augenblick, wo der hochpüthige Franzosenkaiser, der Deutschland zu erniedrigen und zu zersplittern gedachte, sich selbst dem Führer der deutschen Heere, dem Könige des ihm so ver­achteten Preußens auf Gnade und Ungnade ergeben mußte, jener Augenblick, von dem der Sieger selbst in frommer Dernuth ausrief: „Welch' eine Wendung durch Gottes Führung!" Mit dem Tage von Sedan stand eö fest, daß bei jedem Deutschen der Gedanke Wurzel gefaßt hatte, wir haben wieder ein gemeinsames Vaterland — ein gemein­sames deutsches Reich — und werden sein für alle Zeil ein einig Volk von Brüdern. — Gerade in diesem Jahre tritt nun zu der Wandlung der Weltgeschichte, die der Sedantag bewirkt hat, noch ein ernster Mahnruf, jener Sprößling deö napoleonschen Kaiserreichs ist durch einen plötzlichen Tod dahingerafft und damit die Möglichkeit einer Wieder­holung der napoleonischen Weltherrschaft — bei der Ohn­macht der noch übrigen Napoleouiden — in mehr als weite Ferne gerückt. — Feiern und begehen wir daher den zweiten September als einen nationalen Fest- und Ehrentag, fern von allem prahlerischen Pochen auf unsere Macht und Stärke, und fern von jedem verächtlichen Herabblicken auf den damals zu Boden geworfenen Feind, bringen wir vielmehr als ein Volk, das seit jeher in seinen Geschicken das Walten der Vorsehung erblickte, dem Allmächtigen, der die blutige Entscheidung so wunderbar zu unseren Gunsten gelenkt hat, den schuldigen Dank dar! Dankbaren Herzens sei des greisen königlichen Feldherrn gedacht, der damals unser Volk in Waffen zu Sieg und Ehren geführt, und in bleibendem Gedächtniß seien Alle, die mit vollster Hingabe muthig und getreu ihm folgten! Möge denn eine solche Sedanfeier ihre segensreiche Einwirkung auf unsere inneren Verhältnisse nicht verfehlen und den Hader der Partheien mehr und mehr schwinden lassen, auf daß wir alle Zeit freudigen Herzens rufen: „Deutschland, Deutsch­land über Alles!"

Marburg, 2. September. Der „R.- und St.-Anz." veröffentlicht eine Verfügung des Justizministers vom 22. August, betr. die Vornahme des Sühneversuchs vor Privat­klagen gegen Studirende wegen Beleidigungen. Nach der­selben ist der nach § 420 der deutschen Strafprozeßordnung erforderliche Sühneversuch nicht von den Schiedsmännern, sondern von dem Rector resp. Prorector und in dessen Vertretung von dem Universitätsrichter (hier in Mar­burg von dem Syndikus) vorzunehmen.

Marburg, 2. September. In Anbetracht des heutigen Festtages müssen wir unsere Leser bitten, mit einer halben Zeitung zufrieden zu sein, da ja auch unser Personal und schließlich die Redaction selbst ihre Theilnahme an dem Feste beanspruchen möchten.

— Dem Schullehrer und Kantor Bondon zu Franken­hain, im Kreise Ziegenhain, ist das allgemeine Ehrenzeichen verliehen.

Hersseib, 29. August. Wie wir hören, ist Seitens des Herrn Landraths dem Herrn Bürgermeister unserer Stadt'Gelegenheit geboten worden, eilte durch seine, des Herrn Landraths, Vermittelung höheren Ortes zur Geltung zu bringende Eingabe der städtischen Behörde und indu­striellen Kreise an ihn in Betreff unseres Bahnhofsgebäudes einzureichen und handeln wir gewiß im Sinne der Bürger unserer Stadt, wenn wir hier auch unserem demnächst zu wählenden LandtagSabzeordneten diese Angelegenheit anS Herz legen, die uns schon Jahrelang beschäftigt und eben­solange mit dem betrübenden Bewußtsein erfWt, daß Hers­feld anderen, viel kleineren Städten, ja kleinen Dörfern gegenüber in dieser Beziehung sehr hat zurückstehen müssen. Auf der ganzen Sttecke der Bebra-Frankfurter Bahn findet sich selbst in. den kleinsten Zwischenstationen kein solches Empfangsgebäude, wie wir es seit Jntriebsetzung unserer Bahn besitzen. Wohl kein Fremder sucht hinter diesem Gebäude eine Stadt mit ca. 7000 Einwohnern, sondern muß wenn er z. B. die Bahnhofsgebäude von Hünfeld, Burghaun und Neukirchen passtet hat, denken, daß er vor irgend einem kleinen Dorfe hält. — Ein neues Bahnhofs­gebäude,. der Größe und industriellen Bedeutung Hersfelds angemeffen ist dringendstes Bedürfniß geworden und mit aller Entschiedenheit ist darauf hinzuwirkm, daß die Er­richtung eines folchen für unsere Stadt noch in den dies­jährigen Stvatshaushalts-Etat ausgenommen wird. Wir können daher den obigen schritt des Herrn Landraths nur

Ausland.

Wien, 1. Septbr. Die Abgeordneten - Conferenz in Linz nahm gestern einstimmig en bloc eine Resolution an, worin die Mitglieder der Derfassungspartei, unter Kund­gebung ihrer Besorgnisse für die Verfassung und für die Interessen der Deutsch - Oesterreicher angesichts der durch die Neuwahlen geschaffenen politischen Lage als ihre Ueberzeugung aussprechen: die staatsrechtlichen Grund­lagen des Reiches, die culturellen und freiheitlichen In­stitutionen seien unversehrt zu erhalten; nationale Wünsche nur auf dem Boden der Verfaffung zu befriedigen; die Orcnung der Staatshaushalte durch Sparsamkeit in allen Verwaltnngszwcigen, namentlich durch eine mit der Wehr­fähigkeit des Reiches vereinbarliche Herabminderung des Heeresauswandcs, anzustreben; die Besserung der wirth- schaftlichen Lage durch Initiativ - Anträge der Verfassungs- Partei anzubahnen; bei dem Zusammentritt des Reichs- rathes seien sämmtlicke Abgeordnete der Verfassnngspartci einzuberufen und in dieser Richtung ein einheitliches Vor­gehen herbeizuführen. ,— Das Lremdenblatt" bespricht die Resolution der Vcrfassungsparlei und sagt: Die Re­solution spricht Wünsche und Forderungen aus, welche nicht ausschließlich der Bocen der Oppositioitssührer allein sind, sondern vielmehr der gemeinsame Boden Aller sind und bleiben werden, welche dem Reiche den Frieden be­wahren und t essen innere Entwickelung schirmen und fördern wollen.

Koustautiuopel, 1. September. In der gestrigen Conferenz bezüglich der griechischen Frage antworteten die türkischen Bevollmächtigten auf die von den griechischen Ver­tretern in der ersten Conferenz verlesene Deklaration. Wie versichert wird, wurde von den türkischen Bevollmächtigten das 13. Berliner Kongreß - Protokoll als Grundlage der Verhandlungen aceeptirt.

t, die finanziellen Mittel, welche es ihm ermöglichten, Bedürfnisse seines Ressorts, namentlich auf dem Gebiete ’ Schule, in einer Weise zu befriedigen, wie eö keinem itt Amtsvorgänger bisher beschieden gewesen war. Hr. Puttkamer findet bei llebemahme seines Portefeuilles nur 1991 re Kaffen und — Mißtrauen. Hiernach muß also der rgängcr Falk's besser gewirthschaftet haben als der Vvr- iger Putlkamer's. Herr v. Puttkamer findet bei Ueber- I Jfyne seines Portefeuilles mir leere Kassen — und Miß- llirFtot Das mag wahr sein, aber wer hat die Kassen — und wer ist's, der ihm das Mißtrauen ent-

. 1871- Westerland aus Sylt, 31. August. Gestern fand f feierliche Eröffnung des deutsch-norwegischen Kabels u£- kh dm Generalpostmeister Dr. Stephan statt. Nachdem Sevill» Mbe die Anlage und die am äußersten Meeresgestade vtschlands gelegene Kabelstation besichtigt Hatte, sandte ,die erste unterseeische Depesche an das Marine- und —-jj ^-Departement in Christiania und meldete die erfolgte jtl#» Öffnung Sr. Majestät dem Kaiser. Kurze Zeit darauf j i ein Glückwunsch - Telegramm des Kaisers an den ]3u deralpostmeister ein, dessen Verlesung von den zu einem 13lchle vereinigten Festgästen mit begeisterten Hochs auf >8811- t. Majestät begrüßt wurde.

München, 30. August. In Bezug auf Lebensmittel- Hungen wurde der Magistrat München von der Re- \ ftlng von Oberbayern aufgefordert, in einem Berichte Hutheilen, welche Maßnahmen der Magistrat hiergegen $ und welche Erfahrungen dahier in dieser Hinsicht __x ktcht worden find. Nach den eingehenden Ausfühlungen

^ 'bringt, ehe Herr v. Puttkamer auch nur eine 80 Mr in se tem Amte angesetzt hat? Das erste hat doch excl» $ der Amtsvorgänger Puttkamer's gethan und das kre thun unsere Liberalen. Hr. v. Pulttamer aber ist 'beiden schuldlos. Wir wollen aber Notiz davon nehmen, dlit, wenn die Liberalen später einmal die Thätigkeit 8 Hin. v. Puttkamer beurtheilen werden wir ihnen sagen

°/9l, i Wunsch äußerte, daß durch einen möglichst ostensiblen t die Fortdauer der Freundschaft zwischen ihm und seinem c Pit Kim kundgethan wervc. Er selbst, den die leidenschast- fleinei kn Enunciationen der russischen Presse mtt nicht geringer [235 svrgniß erfüllten, entschloß sich, die Reise nach Warschau 7! rch einen Aufenthalt in Dünaburg zu unterbrechen und ** dortige freiwillige Feuerwehr zu besichtigen, um gleich- * ig dieser nichtswürdig verleumdeten Körperschaft eine rom ttante Genngthuung und den Verleumdern An eben so , llantes Dementi zu geben. Von deutscher Seite wurde *■ mteuffel's Sendung veranstaltet, weil dieser Militär be- Älich auch russischer Feldmarschall ist und seine per- liche Verwendung durch den Umstand, daß er Statthal- von Elsaß-Lothringen ist, das ersorderliche Relief em- ng. So wird von officiöser Berliner Seite die Ent- Mgsgeschichte der Manteuffel'schen Mission erzählt; 6 dabei auch Manches verschwiegen wird, versteht sich n selbst. — In einer liberalen Korrespondenz über die ibrikat rllung des CultuLministers v. Puttkamer heißt es: Dr. :n bei lk befand sich bei seinem Dienstantritt allerdings auch feber bt in einer besonders beneidenswerthen Stellung, aber

IxfttdhtttAAtt für dm Monat September nirUUUJjUl auf die Oberhesfische Zeitung und deren Gratisbeilage wer- i von allen Postanstalten (aus dem Lande von i Landpostboten) angenommen.

Die Ex-ed. d. Oberh. Zeitung.

Anzeigen nimmt entgegen dir Expedition d. Blattes sowicd. Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Tuchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; W. Tbienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

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Kunst- und die Gewerbe - Ausstellung. Der Kaiser ifing Nachmittags die Minister v. Bülow und Maybach ~ -fe erlheilte dem chinesischen Gesandten Li-fong-po, welcher ne Creditive überreichte, Antrittsaudienz. Die Krou- Hessin ist heute Nachmittag via Leipzig und München n Kurgebrauche nach Steiermark abgereist. — Der ,en fti| ission des Feldmarschalls v. Manteuffel ist, noch bevor erfraP» seine Reise antrat, wirksam vorgearbeitet worden, und

er ob i Un- >petit gbe- ndm 77 liehe lenz, ersen isge- lar- "~Re-

Er'cheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für dsS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllnftrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition («och'tche Duchdruckerei) bezogen 21 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (epi. Bestellgebühr). - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfa.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.