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-Marburg, Sonntag, 31. August 1879.

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Der schwarze Bettler.

Novelle von M- Dobson. (Fortsetzung.)

dm Uebergang dieser Eisenbahn an den Staat auf den 12. September einberufen ist, dürfte die Einberufung der Generalversammlung der Köln-Mindener Eifenbahn-Gcsell- jchaft zu dem gleichen Zwecke bald folgen, lieber die Höhe ta Convertirnngs-Prämie sei auch iu dem letzteren Falle rwe Einigung zwischen der Regierung und den Gesell- fchastsvorständen uicht erzielt worden. Sie höre als ge- »itz bezeichnen, daß die Regierung hier wie dort über ihr

„Ich weiß, was Sie sagen wollen, allein alle Männer, welche hier spielen, sind reich oder hochgestellt, die ganz nach Neigung dem Vergnügen sich überlassen können und denen Verlust und Gewinn eine Nebensache ist. Wer aber wie Sie als alleiniges Eigenthum einen untadelhaften Ruf besitzt und dazu nur eine sehr bescheidene Einnahme hat,

Don Ramero, welcher unbeachtet gestanden.

„O, nicht doch!" stotterte „Aber Ramero," fuhr er nach „Sie haben mir noch nichts von

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dohl erwogenes Gebot nicht hinausgehen werde. Es bleibe Äzuwarten, ob die Actionäre die liberale Offerte deS Staates ablehnen und es auf den Abbruch der Verhaud- iangen ankommen lassen würden.

„Zehntausend Franken," murmelte Godeffroy. „Sehr wenig!" meinte der Pariser Dandy.

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lieber Godeffroy?" sagte von Jenem in der Nähe

erröthend der Jüngling, einer kleinen Pause fort, der schönen Unbekannten

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erzählt, welche Sie gestern Abend besuchte, denn es ist ja bereits Morgen."

„Godeffroy," entgegnete ungewöhnlich rauh Ramero, und seine sonst so glatte Stirn umdüsterte sich, „Godeffroy, ich bitte Sie inständig, des Vorfalls nie wieder zu er­wähnen ! lassen Sie uns jetzt einmal die Säle ansehen!"

Und der Mulatte ergriff den Arm des jungen Mannes und Beide gingen eine Weile schweigend neben einander. Godeffroy saun über die gehörte Unterhaltung nach, wäh­rend Ramero etwas in seinem Geiste zu erwägen schien, was er mittheilen wollte, jedoch nicht einzuleiten wußte.

Endlich sagte Godeffroy, seinen Gedanken Worte ver­leihend, laut:

„Zweimalhunderttausend Franken!"

„Was?" rief überrascht feil Freund.

„Ramero, noch nie in meinem Leben habe ich gespielt," sprach aufgeregt der junge Main, „sagen Sie mir daher, ob man wirklich an einem Abend 200,000 Franken ge­winnen kann?"

„O, in 10 Minuten," antwortete anscheinend gleich- giltig der Mulatte, während seine Augen voll Befriedigung glänzten.

„Wie wunderbar!" flüsterte sein Gefährte, „man kann also als Bettler sich an den Srieltisch setzen und —"

„Als Millionär sich erheben" unterbrach ihn der Ver-

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werde niemand mit einem Wunsche deS Auswärtigen Amtes, sich mit dem St. Petersburger Hofe auszusöhuen, verwechseln. So lange die beiden Kaiser (von Deutschland und Rußland) am Leben seien, werde der Austausch der­artiger militärischer Gebräuche im Schwünge bleiben und Fürst Bismarck sei ein zu gewiegter Staatsmann, um den Versuch zu machen, die sichtbar wachsende Entfremdung der beiden Regierungen auf die persönlichen Beziehungen der beiden Höfe auszudehnen. Das Zusammentreffen Bismarck's und Andrassy's am Vorabende des Rücktritts des Letzteren sei ein Beweis für die Erfüllung der Erwartungen deS Ersteren. Thatsächlich traf dies schon ein, als Rußland die Donau überschritt und den ersten Schuß gegen die türkischen Vorposten abfeuerte. Weder durch Worte, noch durch offene Thaten hat Bismarck ein Recht gegeben, Klage darüber zu führen, daß es während des Krieges oder des Berliner Congresses verlassen worden sei; allein es bleibt nichts desto weniger wahr, daß der fähige Kanzler Ruß­land seinem Schicksale überlasten hat, den Armeen der Türkei, der Vorsicht Oesterreichs und dm Warnungen Englands gegenüber. Warum hätte er auch anders handeln sollen? Es ist nicht Sache Deustchlands, die russischen Händel auszufechten. Gar sehr kam ihm (dem Kanzler) dabei die Tripel-Allianz zu Statten, ohne welche es ihm schwer gefallen wäre, dem russischen Drängen zu wider­stehen. Rußland hat es allein sich selber zu danken, daß es in die Grube gefallen, die es für andere zu graben bestärkt wurde; allein die Ueberzeugung, einen Jrrthum begangen zu haben, dürfte kaum dazu beitragen, die bitteren Gefühle der Diplomatie und deS Volkes von Rußland zu beschwichtigen. Diese sahen, welche Vortheile Deutschland ans der russischen Freundschaft erwachsen, und hofften, daß die Freundschaft Deutschlands sie in den Stand setzen werde, mit der Türkei nach Gutdünken umzuspringen, die Jnteressm Oesterreichs zw verletzen und mtt Füßen zu treten und England herauszufordern. Das war es gerade, was Fürst Bismarck erwartete: er hat seine alten Alliirten bitter getäuscht. Es hält nicht schwer, die Gefühle deS russischen Volkes zu verstehen, allein es hätte nicht ver­gessen sollen, daß Bismarck keine Rücksichten auf russischen Ehrgeiz nehmen konnte, sondern bloß die Interessen seines Landes im Auge halten durfte. „Die Politik hat kein Gewissen," pflegte Napoleon III. zu sagen und Fürst Gortschakoff erfuhr die glänzende Undankbarkeit Deutschland'S wie ihm dies schon einmal von Oesterreich passirte. WaS den Fall schlimmer und unerträglicher macht, ist der Um­stand, daß die beiden undankbaren Mächte heute dicke Freunde sind. Der Nachfolger Andrassy's ist persona grata in Berlin. Man glaube ja nicht, daß daS gute Einvernehmen zwischen Deutschland und Oesterreich neue Abenteuer bedeute. Deutschland hat mit der Vertheidigung deS Erlangten genug zu schaffen und ist das gute Einver-

„ Unglücklicher Knabe! — Wäre ich doch nur meiner Rache an dem mir so verhaßten Weibe halb so sicher, wie ich ihn inS Verderben stürzen werde — und dazu kommt et allen meinen Wünschen Halbwegs entgegen!"

Wie von einer geheimen Gewalt getrieben, diese höllische Prophezeiung zu bewahrheiten, zog jetzt Godeffroy Ramero nach dem Eingang eines Saales, aus dem bare Klang deS Goldes zu ihnen drang, ungestüm zu ihm:

„Lasten Sie uns spielen!"

„Spielen?" wiederholte Don Rodrigo i Ton, „wollen Sie spielen, Godeffroy?"

„Weshalb nicht; da Jeder spielen darf?"

„Wohl wahr, allein —"

„Watz?" fragte ungeduldig Godeffroy.

„Ich, an Ihrer Stelle, würde hier nicht spielen," ent­gegnete entschieden Don Rodrigo und seiner Gefährten fragenden Blick bemerkend, setzte er hinzu:

„Mein lieber Godeffroy, Sie sind doch fast so arglos toie, ein junges Mädchen! — Haben Sie denn niemals gehört, wie über Spieler abgeurtheilt wird?"

„Ohne Zweifel, jedoch —"

D den rentablen zu zählen seien. Die Regierung habe drßhalb gemeint, der Berlin-Anhalter eine vierprocentige Rente, der Rheinischen Eisenbahn für die Aktien Litt A. Men einer einproeentigen Converttrungsprämie eine sechs- stooentige Rente, für die jungen natürlich erst vom Tage ibter Dividenden - Berechtigung an, bis wohin die Rente

totigen nimmt entgegen: zjt Expedition d.vlattes, jMic d-Annoncen-Bureaux jen Tb- Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a M.; gfenstem & Vogler in

ilfurt a M., Berlin. Leipzig, Cöln Rudolj

jjffe in Berlin, Frank­furt a. M. ic.

„Träumen Sie etwa, daß ein glückliches Geschick Sie zum Millionär gemacht, mein

Die „Post" bringt heute den von Aegidi, Bethnsy-Hne, Frankenberg, Kardorff, Kräh, Stmgel, Thilo und Zedlitz unterzeichneten Wahlauftus der Freiconservativen. Im Ein­gänge wird erklärt, die freiconsetvative Partei glaube von der Aufstellung eines eigentlichen Parteiprogramms um so mehr absehen zu dürfen, als sie in der Vergangenheit die Grundsätze genugsam bestätigt zu haben glaube, die ihr auch künftig zur Richtschnur dienen würden. Bezüglich des Kulturkampfes heißt eS in dem Aufrufe: Die Partei beklagt tief den noch immer fortdauernden Zwiespalt inner­halb der Bevölkerung, welcher einen großen Theil unserer Mitbürger bisher von einem gedeihlichen Zusammenwirken mit der Mehrheit derselben vielfach fernhielt. Aber wie sie ihrerseits den gegenwärtigen Kampf niemals als reli­giösen oder coufefsionellen, sondern immer als vorwiegend politischen auffaßte, so glaubt sie, daß eine feste Grundlage für die Wiederherstellung dauernder Eintracht nur ge­wonnen werden kann durch eine thatsächlich gleichmäßige Unterordnung aller Staatsbürger und Parteien unter die Gesetze des Landes.

Die „Nordd. Allgem. Ztg." erfährt aus Wien von „gut unterrichteter Seite", daß Graf Andrassy nach seinem gestrigen Eintreffen in Wien zum Kaiser ins Brücker Lager gehen dürfte, um dem Kaiser über seine Reise nach Gastein zu berichten. Der Kaiser kehre am 5. September nach Wien zurück. Dann werde die Ernennung des neuen Mi­nisters des Aeußern erwartet; es dürfte jedoch die Ange­legenbeit wahrscheinlicherweise bis Mitte September vertagt werden. Nicht ohne Einfluß auf dieselbe würden nämlich die erwarteten Berichte der in den Sandschak Novibazar abgegangenen Special-Commissäre bleiben, da, Falls sofort zur Besetzung der Lim-Linie geschritten würde, Andrassy diese Action noch unter sejper Amtswirksamkeit und Ver­antwortlichkeit weihe vollziehen Lasten wollen. > -

Der telegraphisch fignalirte Artikel des „Standard" über die deutsch-russischen Beziehungen ist bemerkenswerth wegen der darin ausgedrückten Ueberzeugung, daß die Allianz der drei nordischen Mächte ihr Ende erreicht habe. Das englische Blatt glaubt nicht, daß die augenblickliche Er­bitterung der russischen Presse gegen Deutschland durch ben freundschaftlichen Besuch, welchen der Graf Andrasty dem Fürsten Bismarck in Gastein abgestaltet oder den in Aussicht gestellten Gegenbesuch in Wien besänftigt werden dürfte. Die Hauptgeheimnisse der Diplomatie seien der Wett niemals lange verborgen. Die Zusammenkunft der beiden Staatsmänner bilde ein würdiges Pendant zu dem kürzlichen Zusammentreffen der beiden Monarchen und könne nur dazu beitragen, den weit verbreiteten Eindruck zu bestärken, daß die Tripel-Allianz durch eine Doppel- Allianz ersetzt worden sei. Die Manteuffel'sche Mission

w| Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt ferner: Nachdem die Ni Generalversammlung der Potsdam-Magdeburger Eisenbahn- Gesellschaft mit der Aussicht auf eine noch folgende unbe­dingt beschlußfähige Versammlung zur Beschlußfassung über

Diesen neuen traurigen Gedanken nachhängend, folgte Auge des jungen Mannes der lieblichen Erscheinung, tie sie als Tochter vom Hause gegen Jeden sich freundlich «ivies, und er beneidete Jeden, der sich dieser Freundlich­st erfreute, wie er Jeden beneidete, dem das Geschick ^«chthum und -einen alten Namen verliehen, jene zwei Singe, durch die er gewiß in den Besitz bfr Hanb der Äonen Blanche gekommen, ba er von der Zuneigung bes Marquis zu ihm völlig überzeugt war.

Während nun Godeffroy diese und ähnliche Gedanken ’Kiter verfolgte, näherten sich ihm Herr Leonard Ollivier k Neuville, der am Arme eines anderen jungen Stutzers 174 durch ben Saal wanderte.

- Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Gutem Vernehmen - mch haben weitere Erwägungen es der Regierung angäng- 1W lich und zweckmäßig erscheinen lassen, auch noch den Er- ~ Derb der Berlin-Anhalter und der Rheinischen Eisenbahn

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o4> Herr Leonard Ollivier de Neuville,

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Anzeigen nimmt entgegen MtSjcpebitton b. Blattes s owic d. Annoncen-Bureanr een G L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'scke Buchhandl. datetbst; Jnvalidendaick in Beilin; SB. Thiene- in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

sucher. „Dergleichen Glücksfälle kommen fast jeden Tag vor."

Godeffroy schwieg, abermals nachsinnend und der Mu­latte dachte:

. iur 5pCt. beträgt, hier wie dort in Consols als einen 101} tztsprechenden Preis offeriren zu sollen.

- 7— „Bist Du diesen Abend glücklich gewesen, mein lieber 4 "= «onarb?" fragte Letzterer.

L „Auf Ehre, nein, mein lieber oantcnac," entgegnete r“ «vnuiu xDüiuin bi ynuvlUe, „im Gegentheil ziem- 'H unglücklich, ich habe kaum 500 Goldstücke gewonnen!"

für dm Monat September miOlUUUni auf bie Oberhessische Zeitung * und deren Gratisbeilage wer-

, «Auf Ehre!" fo wenig hat mir noch nie das Spiel ^gebracht," sagte bet Stiefsohn des Marquis von Alin- ^urt unb schritt, ohne Godeffroy bemerkt zu haben, mit ^8em Freunbe weiter, fügte jedoch Ersterem noch veruehm- tiatH hinzu: „Der englische Gesandschaftssekretär dagegen sehr glücklich, er hat 10,000 Louisd'or gewonnen!" 91* . „10,000 Louisd'or," flüsterte fast athemlos Gobeffroy, °l-5 Hy beibeit Freunden nachblickend, „gerade zweimalhundert- Msend Franken!"

Die Gxped. d. Oderh. Zeitung.

Tagesbericht.

Der Kaiser empfing am Donnerstag ben Generalfeld- siarschall v. Manteuffel vor besten Abreise in Audienz. — Scr „Reichs - Anzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Geh. Regierungsraths Schlieckmann zum Regierungs- Präsidenten in Gumbinnen.

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_ ben von allen Postanstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) angenommen.

isrlqemt täglich außer an den Magen nach Sonn- und Feiertagen. PretS für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrirteS SonntagSblatt" durch die Expedition (Koch'sche BuSdruekeret) bezogen U Mark, durch bte Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). - Jnsettionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für m der Erpedition zu crtdeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 35 Pfg. berechnet.

näher zu treten. Die erforderlichen Einleitungen dürften mmittelbar bevorstehen. Bei beiden Bahnen komme in 17<1 betracht, daß die künftigen Erträge durch verstärkte Be- 2^1 laftung mit Verzinsung und Amortisation der Anleihen _A ttfp. auch durch Vermehrung des Stamm-Actienkapitals 290} md durch Concurrenzen- Abbruch erleiden würden. Urn- 315 ftänbe, welche um so mehr ins Gewicht fielen, als manche 1”. Neubauten, womit diese Gesellschaften belastet, keineswegs

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