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XIV. Iahrgaag

Marburg, Sonnabend, 30. August 1879

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-ÖHtltl scheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJluftrtrteü LonntagSdlatt" durch die Expedition (kkoch'sche

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes s owie d. Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Luchhandl. daselbst; Invalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

nbei Mrt a M., Berlin, «4, Söln ic.; Rudolf !> fe in Berlin, Frank-

Bb|! iurl a. T! »c.

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nimmt emgegen: Spedition d.vlattes, ^.Annoncen-Bureaux xh. Dietrich & Co. in 1 k j und Hannover; Th.

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Der schwarze Bettler. Novelle von M. Dobson. lFortsetzung.)

Die Neger hatten auf St. Domingo gesiegt und alle Kzosen waren vertrieben worden.

Ackerbau, Handel und Gewerbe sorgsame Pflege zü­nden und vor Allem bedürfen unsere StaatS-

Wen und den einzelnen Rechtsuchenden das Verfahre» ulicher und übersichtlicher zu gestalten. Für diese noch manche weitere Aufgaben gilt es, zu arbeiten, der konservativen Ueberzeugung, die für Erhal- der ewigen Güter in unserem Volksleben nicht min-

..... vizen, die sich gleichfalls in einer schweren KristS be- tn, der nachhaltigen Kräftigung durch Umsicht und rrsamkeit. Im Besonderen ist eS hier die Aufgabe, --Überschüsse, welche durch die Zoll- und Steuer- tzgebung des Reiches den Einzelstaäten zufließen sollen, Herabminderung der direkten Steuerlast zur Verwen- zu bringen, und deßhalb in erster Linie durch Ueber- vng reichlicher Mittel an die Kommunen und Kom- verbände diese in den seitherigen schwerlastenden Zu- »gen zu den direkten Staatssteuern zu erleichtern. Auf Gebiete des Eisenbahnwesens sind zunächst die großen hrsadern, soweit sie sich zur Zeit noch in Privatbesttz n, vor Allem zum Zwecke einheitlicher Regelung der ist in den Besitz des Staates zu bringen und daneben den Ausbau billiger Eisenbahnen niederer Ordnung Vortheile des großen Verkehrs nach Kräften zu ver- einern. Die Verwaltungsorganisation ist in ihrer Übung vor Allem dem örtlichen Bedürfniß anzu- und sie bedarf überall der Vereinfachung, um mitverwaltende Laienelement vor Ueberlastung zu

y ^(6 Frau Hortense Adeline Ollivier de Neuville jenen Mängnißvollen Brief abgesandt, packte sie alle ihreWerih- Mn zusammen, versah sich mit einer bedeutenden Summe Wes und begab sich mit ihrem Sohne Leonard nach Wr der englischen Inseln und von dieser alsbald nach Wdvn. Kaum angekommen, las sie in einer französischen «Ung die ihr doppelt angenehme'Todesnachricht ihres ^en, denn nicht allein war sie jetzt frei von allen Ban- j sondern da sie Wittwe des Capitän Ollivier war, meis Ult ihr Sohn einen Namen, den Niemand ihm streitig Klaß chen konnte. Kurze Zeit daraus erfuhr sie eine Neuig- * die indeß nicht so angenehm war.

Ader sie war jung, wunderbar schön und hatte in der ^htstadt von Großbritannien bereits sehr viele Bewnn- erworben.

Hierdurch war Hortense Adeline fast vollständig zu an! gerichtet, da es ihr noch nicht gelungen, ihre Plan- '*' fcu zu Geld zu machen.

y Aufforderung zur Wahlthiitigkeit.

5^ Unter dieser Ueberschrift richtet der Ausschuß des Wahl- inS der deutschen Konservativen eine Mahnung an die z/ gischen Mitglieder des Vereins, sich bei den bevor- «den Landtagswahlen einmüthig und eifrig zu bethei- rttt i Die Aufforderung tautet:

,Die bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhause

lkrzst für die nächste Zukunft unseres Vaterlandes von hoher - --Hmtung. Schwere Aufgaben sind auf dem Gebiet Schule des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche lngeifcfen. ES gilt Männer zu wählen, die ein rechtes standniß für dir Stellung der Kirche im Staat und Volksleben, für die Ausgabe der Kirche haben, die Allem berufen ist, den zersetzenden Wirkungen des oruck- tal Egoismus entgegen zu treten. Es gilt, der Kirche ^rechte Stellung in der Schule anzuweisen, die, fern taltviK Förderung unfruchtbarer Vielwisserei, vor Allem eine mtnz; tte gesunder Geistes- und Herzensbildung für unsere z&Ieife !mb soll. Für die wirthschaftlichen Fragen, für Fragen der Finanz- und Steuerpolitik liegt die Ent- H tung wesentlich in der Gesetzgebung des Reiches. r9QM t auch die Landesgesetzgebung hat die Aufgabe, in diesen 17 tm schweren Niederganges unseres vaterländischen Wohl- M dem wirthschaftlichen Leben in Stadt und Land,

Die Vorsehung hatte es jedoch anders beschlossen. ICD. tun drei Tage nachdem er den Brief erhalten, traf ihn . , mörderische Kugel eines Negers und machte seinem en Wen ein Ende. , Sein Detachement ward von den Jn- L2Uufc)enten angegriffen, der Capitän kämpfte mit verzweif- ^^Msvoller Tapferkeit, erhielt jedoch dabei die tödtliche ^ipöibe und sank sterbend in die Arme seines treuen Joseph.

der eintritt, wie für die sorgsame Pflege der redlichen Arbeit in jedem Beruf, die fcsthält an dem Guten, das aus der Vergangenheit durch die Erfahrung bewährt und überkommen ist, die aber nicht minder vorwärts blickt und Umschau hält, wo es zu helfen und zu beffern gilt. Im liberalen Lager herrscht Uneinigkeit, welche immer deut­licher besonders während der jüngsten NeichStagsverhand- lungen hervorgetreten ist und welche sogar zur Trennung innerhalb der liberalen Partei selbst führte, während diese gleichzeitig gänzlich darauf verzichten mußte, bei den wich­tigen Entscheidungen auf dem Gebiete der Finanzen und der Zollpolitik ihre früher eingenommene entscheidende Stel­lung zu, behaupten. Die Zerfahrenheit int liberalen Lager im Zusammenhänge mit dem schwindenden Vertrauen und der wachsenden Unzufriedenheit int Volke gegenüber der liberalen Gesetzgebung der jüngsten Vergangenheit mahnen in diesem Augenblicke doppelt zu festem Zusammen­schlüsse, zur Einigkeit innerhalb aller konservativen Kreise und zu eben so maßvoller als fester Verfolgung der großen Ziele konservativer Politik. Nur Einigkeit und thätiger Eifer werden bei den bevorstehenden Wahlen den Erfolg sichern. Mögm darum alle konservativen Elemente einig zusammenstehen im Wahlkampf, wie sie einig sind in der Liebe und Treue zu unserem erhabenen Kaiser und Köttig und im Vertrauen zu seinem starken Regiment, möge Jeder dessen eingedenk sein, daß auch er berufen ist, an feiner Stelle mit Hand anzulegen."

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Tagesbericht.

Wie aus Gastein gemeldet wird, gedenkt Fürst Bis­marck nächster Tage in Wien den Besuch des Grafen Andraffy persönlich zu erwarten. Falls sich die Nachricht bestätigt, dürfte auch der Commentar zu derselben unschwer zu machen sein. Die österreichische auswärtige Politik wird Deutschland gegenüber in Zukunft in derselben freundlichen Richtung gehalten werden wie bisher. Das scheint Fürst Bismarck zu wissen und nach außen, viel­leicht besonders Rußland gegenüber, bekunden zu wollen.

DieSchlesische Zeitung" läßt sich zum Wahlaufruf der Neukonservativen in folgender Weise vernehmen: Die überaus maßvolle Haltung dieses Programms deutet wahr­lich nicht auf eine Aer« reaktionären Sturmlaufens. In wirthschaftlicher Beziehung heißt es darin, daßunter Fest­haltung an den Grundsätzen altpreußischer Sparsamkeit die vom Reiche zu erwartenden Ueberschüsse in der Art zu verwenden seien, daß durch eine Reform der Klassen- und Einkommensteuer das lediglich aus der Arbeit fließende Einkommen entlastet, und durch Ueberweisung von Grund- und Gebäudesteuern an die Kommunalverbände Letztere erleichtert werden, wobei für eine gleichmäßige Berücksich­tigung der städtischen und der ländlichen Interessen Sorge

Nach längerem Zaudern nahm sie endlich die Hand eines jungen Lords an, der sich in ihrem Besitz für den glücklichsten Sterblichen hielt.

Unterdeß wuchs auch Leonard Ollivier de Neuville heran und war seiner Mutter unzertrennlicher Begleiter in der prachtvollen Equipage seiner Lordschaft, seines Stief­vaters. Seine sehr beschränken Fähigkeiten wurden nur mäßig ausgebildet, dennoch war er mit sich völlig zufrieden, ebenfalls mit dem Maaß seiner Kenntnisse, die wie gesagt, gering waren.

Der Mulatte Faval war seiner Gebieterin ebenfalls gefolgt und wenngleich frei, machte ihn seine Eitelkeit zu einem größeren Sklaven als je er gewesen, denn mit Ver­missen seiner ehemaligen Gebieterin gab er sich für einen Spanier aus, nannte sich hinfort Don Rodrigo de Ramero und wußte diesem Namen auch durch sein Auftreten Gel­tung zu verschaffen.

So vergingen mehrere Jahre, in welchen Hortense Adeline die Tonangeberin in ihren Kreisen war. Sie ward von ihrem Gatten vergöttert, der willig eine seiner schönsten Besitzungen hingegeben hätte, chr eine Freude zu bereiten.

Indeß dies Glück währte nicht lange. Lord John Cornburg ward von einem hitzigen Fieber ersaßt und sank nach einer kaum dreiwöchentlichen Krankheit in ein früh­zeitiges Grab. Seiner Wittwe blieb nach seinem Tode eine nur unbedeutende Einnahme, da die Familiengüter an einen entfernten Verwandten übergingen.

Kaum war das Trauerjahr verflossen, so versammette Lady Cornburg abermals einen Schwarm von Verehrern um sich, welche versuchten, ihre Neigung die Neigung der noch immer reizenden Wittwe zu gewinnen. Sie wider­stand jedoch Allen, da sie in aller Stille einen Plan gefaßt,

zu tragen sei." Von junkerlichen Sonderinteressen ist hier doch wahrlich nichts zu erkennen, von Abschaffung der Grundsteuer und Gott weiß was für Dingen, welche uns die Organe der strikten Opposition als unmittelbar drohend bezeichnen, ist mit keinem Worte die Rede. Das steuer­politische Programm der Conservattven steht vielmehr im vollen Einklänge mit dem, was von liberaler Seite neuer­dings angestrebt wird. In Bezug auf den Kultur­kampf wird es als feste Voraussetzung hingestellt,daß bei einer Verständigung zwischen der Staatsregierung und dem Heiligen Stuhle die unveräußerlichen Rechte des Staates gegenüber der Kirche gewahrt bleiben." Das klingt doch keineswegs nach einerkonservativ - klerikalen Koalition", noch weniger aber lassen sich pietistisch-klerikale Reaktivnstendenzen in dem wichtigen Satze des Programms erkennen, welcher von der Schule handelt.Für Volks- Unterricht", heißt es,ist durch gesetzliche Regelung der Unterhaltungspflicht der Schulen im Anschluß an die kom­munale Reform und durch angemessene Heranziehung der Staatskasse eine sichere, materielle Grundlage zu gewinnen. Soweit nicht dringende Ausnahmegründe vorliegen, ist der konfessionelle Charakter der Volksschule zu erhalten und die Leitung des Religionsunterrichts den Religionsgesell­schaften zu überlassen. Die Aufsicht über das gejammte Unterrichtswesen hat der Staat nach wie vor in fester Hand zu behalten." Das entspricht namentlich auch in Bezug auf den konfessionellen Charakter der Volks­schule durchaus dem Wortlaute der Verfassung und stimmt selbst zu demjenigen Programm, zu welchem der eben zurückgetretene Kultusminister sich stets in Wort und That bekannt hat. Geht, wie wir im Hinblick auf die ehrenwerthen Namen der Unterzeichner mit Zuversicht er­warten dürfen, die konservative Partei über dieses Pro­gramm nicht hinaus und behaupten, wofür ja gleichfalls belangreiche Anzeichen sprechen, die maßvollen Elemente im liberalen Lager die Oberhand, emanzipiren sie sich von der Herrschst derjenigen ihrer alten Führer, die heute nur eine Partei des Widerstandes und der Negation organisiren wollen, dann dürfen wir der nächsten Legislaturperiode des Landtags mit den besten Hoffnungen entgegensetzen.

Von den polttischen Parteiverhältniffen entwirft das Correspondenzblatt des deuffchen Verein« für die Rhein­provinz folgendes interessante Bild:Mißtrauen Aller gegen Alle! das ist die Signatur des Tages. Der Fort­schritt mißtraut dem Nattonal-Liberalismus, der die Brücke zur Verständigung mit der Regierung nicht ganz einreißen will; dieser mißtraut jenem, so fern er sich der principiellen Opposttton zuneigt; der Linke Flügel der National-Liberalen mißtraut dem rechten, der die Principien zu opfern in Gefahr stehe, um regierungsfähig zu bleiben; der rechte Flügel mißtraut den Freiconservattven, als welche sich von den

von deffen Gelingen sie sich ebenfalls große Vortheile für ihren Sohn versprach.

ES lebte nämlich in London ein reicher französischer Edelmann, der als Emigrant sich dorthin geflüchtet hatte und seitdem daselbst geblieben war.

Zu der Zeit als Hortense Adeline ihn kennen lernte, war er Wittwer und besaß nur eine siebenjährige Tochter, der er, der Marquis von Alincourt, seine ganze väterliche Zärtlichkeit zuwandte.

Obgleich ihr Sohn kaum das vierzehnte Lebensjahr erreicht hatte, bedachte Hortense mit ihrer gewöhnlichen Schlauheit, daß die kleine Blanche von Alincourt noch einstmals eine sehr passende Parthie für ihn sein würde. Um diese zu Stande zu bringen, wandte sie alle Verführungs­künste an, das Herz des Marquis zu gewinnen, was der listigen, schönen Creolin auch nach Wunsch gelang, denn wenn Herr von Alincourt auch seine erste Gemahlin nicht vergessen konnte, gab er dieser doch in Hortense Adeline, jetzt Lady Cornburg, eine Nachfolgerin.

Die Marquise beobachtete die ersten Monate nach ihrer Vermählung ein durchaus untadclhaftes Betragen. Dazu zeigte sie sich als eine bewunderungswürdige Stiefmutter und suchte eifrig die Liebe der kleinen Blanche zu gewinnen. Der Marques fühlte sich in dem neuen Verhältniß vollkommen glücklich und wünschte sich Glück zu der Wahl die er ge­nossen.

Bald jedoch ftiegen finstere Wolken an dem so heiteren Himmel auf. Frau von Silincourt vermochte nicht lange die sie. beherrschenden Leidenschaften zu unterdrücken und gar bald entdeckte der Marquis, daß er betrogen, entehrt sei. Seine Gemahlin zeigte jedoch eine so aufrichtige Reue, daß er ihr zwar ihre Schuld vergab, jedoch dieselbe, da