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JHarßurg, Mittwoch, 27. August 1879.
xiv. Jahrgang
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«eigen nimmt entgegen: .Expedition d.vlatte», sie d.Annoncen-Bureaur , Tb. Dietrich L Co. in ßel und Hannover; Lh. rlrich in Frankfurt a.M.; efenftein & Bögler in Ditfurt a. M., Berlin, pzig, Cöln re.; Rudolf dfe in Berlin, Frankfurt 6. M. ic.
Deutsches Reich.
** Berlin, 25. August. In mehreren Blättern wird der Plan dner Jnseratensteuer in der Voraussetzung besprochen, vaß derselbe von der Staatsregierung erwogen werde, allein an maßgebender Stelle ist über den Gegenstand nicht das geringste bekannt. — Kürzlich wurde eine ganze Reihe von Gesetzentwürfen genannt, welche dem Landtag zugehen sollen. Wir konnten damals die ganzen Mittheilungen in das Reich der Vermuthungen verweisen, weil jetzt darüber nicht einmal annähernde Angaben zu machen sind. In ähnlicher Weise wird nun auch dem Bundesrath in der Presse die Tagesordnung seiner nächsten Sitzung ausgestellt. Auch hier ist zu bemerken, daß nicht einmal über die Berufung des Bundesraths Positives zu melden ist, viel weniger über Gegenstände, welche in seiner ersten Sitzung berathen werden sollen. — Die russische Regierung hat Len Wunsch ausgesprochen, daß die auf diplomatischem Wege der Erledigung zuzuführenden Requisitionen deutscher Behörden an russische stets von einer beglaubigten russischen Uebersetzung begleitet werden. In Folge dessen ist Seitens des auswärtigen Amtes zur Erleichterung für die Behörden vorläufig auf die Dauer von 6 Monaten eine Einrichtung dahin getroffen, daß die fragliche Uebersetzung durch Vermittlung der deutschen Botschaft in Petersburg gegen eine Entschädigung von 80 Kopeken für je 25 Zeilen verlangt werden kann. — Nach der vom kaiserlichen Zoll- und Steuer > Rechnungs - Bureau aufgestellten Nachweisung der Einnahmen für verkaufte Wechselstcmpelmarken und gedruckte Blankets im 1. Quartal des laufenden Etatsjahres kamen im Gebiete der Reichspostverwaltung auf 1342942,15 M. (Preußen 855116,35 M.), Baiern 98347,45 M., Württemberg 49818,75 M., zusammen 1491109,55 M. Hiervon gehen die den Landesregierungen zukommenden 2t)/o ab mit 29,822 M. (Preußen 17,120 M.), sodaß für die Reichskasse verbleiben 1461287,55 M. Für den Verkauf wird den Pvstanstalten am Schluß des Etatsjahres eine Entschädigung von 2</2°/o der Bruttoeinnahme bewilligt. — Das binnen Kurzem erscheinende Heft des amtlichen Quellenwerks „Preußische Statistik" wird als Beiträge zur Medicinalstatistik des preußischen Staates und zur Sterblichkeitsstatistik der Bewohner desselben für das Jahr 1877 ausführliche Mittheilungen über die Selbstmorde bringen. Es wird nachgewiesen werden, daß deren Zahl seit dem Jahre 1874 fortdauernd zugenommen hat; während im Jahre 1873 2826 Selbstmorde vorkamen, weist das Jahr 1877 3559 männliche und 771 weibliche
Trge-bericht.
Dem Vernehmen nach wird der Kaiser von Rußland [ seiner demnächstigen Anwesenheit in Warschau im men des deutschen Kaisers durch den General-Feldmar- ell v. Manteuffel begrüßt. — Die „Nattonal-Zeitung" ibet hierzu noch: General-Feldmarschall v. Manteuffel rb auf seiner Reise nach Warschau von dem Oberst- stenant des 1. Garderegiments v. Lettow, dem Major Petersdorff (Kaiser-Alexander-Reg.), dem Rittmeister v. Ätzahn (6. Cuirassier-Reg.), dessen Chef der Kaiser von chland ist, und dem Hauptmann v. Manteuffel begleitet it Die Deputation soll am 28. August in Warschau treffen. _______________
Von den preußischen Ministern find gegenwärttg der
Feind sich zur Flucht und ließ ungefähr dreißig Verwundete zurück, von welchen acht Albanesen waren. Die österreichische Kompagnie zählte zwei Todte und fünf Verwundete, während die Arbeiter einen Verlust von vier Tobten und elf Verwundeten erlitten."
Selbstmorde, zusammen deren 4330 auf. — In Bezug auf das gesammte koncessionirte Anlagekapital für die unter Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen weist eine vom Reichseisenbahnamt gemachte Zusammenstellung nach, daß deffelbe Ende Juli d. I. betrug 1,250,712,200 M., nämlich 408,495,900 M. Stammaktien, 44,595,000 M. Prioritätsstammaktien und 797,621,300 M. Prioritäts- Obligationen. Die Länge der Bahnen, für welche dieses Capital bestimmt ist, beträgt 4475,86 Kil, so daß auf je 1 Kil. 279,435 M. entfallen. Bei den unter Privatverwaltung stehenden Privatbahnen betrug das Anlagekapital 3,069,559,057 M. und der Länge der Strecken 11970,92 Kil., so daß auf je einen Kil. 256,488 M. kommen. — Die im Reichseisenbahnamt aufgestellte Ueberstcht der Betriebsergebnisse der Eisenbahnen Deutschlands mit Ausnahme von Bayern für Juli d. I. erzielt für die 87 Bahnen eine Einnahme aus allen Verkehrszweigen bei 42 Bahnen höher und bei 45 geringer als im Juli des Vorjahrs und ebenso für die Zeit vom 1. Januar bis Ende Juli d. I bei 42 Bahnen höher, bei 45 geringer als in demselben Zeitraum des Vorjahrs.
Berlin, 25. August, lieber die in Aussicht stehende Gesetzvorlage zur Regelung der Waldtheilung wird der «Boss. Ztg." Folgendes berichtet: Nach uns zukommenden Mitt Teilungen haben den Bezirksregierungen rc. bereits die Grundzüge der für die bevorstehende Landtagssession bestimmten Gesetzesvorlage, betreffend die Regelung der Waldtheilung, zur Begutachtung vorgelegen. Danach soll da« Gesetz ausschließlich auf die von einer Realgemeinde oder einer Genossenschaft (Jntereffenschaft, Märkerschaft, Gehöfer- schaft rc.) besessenen, so wie auf die im Wege der Gemein- heitstheilung oder Servituten-Ablösung einer Mehrheit von Interessenten überwiesenen bestandenen oder unbestandenen Waldgrundstücke Anwendung finden, also nicht auch auf die Theilung der durch Erbgang mehreren Eigenthümern zugefallenen Waldgrundstücke. Die Naturaltheilung eines Waldgrundstücks soll nur statthaft sein, wenn die Mehrheit der Betheiligten zustimml und außerdem entweder die zu theilenden Grundstücke in anbeftr Culturart dauernd mit größerem Vortheile als zur Holzzucht benutzt werden können, einer solchen Benutzung auch landes- oder forstpolizeiliche Interessen nicht entgegen stehen; ober wenn die einzelnen Äntheile zu nachhaltiger forstmäßiger Benutzung geeignet bleiben und diese Benutzung in rechtsverbindlicher Art gesichert ist. Die auf die Bildung von Waldgenossenschaften bezüglichen Vorschriften des Gesetzes vom 6. Juli 1875 haben, so weit sie ohne ein Sondereigenthum der Wald- genvffen anwendbar sind, für Waldgrundstücke, auf welche das WaldtheilungSgesetz Anwendung findet, auch bann Geltung, wenn eS sich nur um ben Walbbesitz einer Real- gemetnbe, Genossenschaft rc. handelt. In diesem Falle bedarf cs der Zustimmung der in den §§ 24 und 25 Absatz
rat unterscheiden und im Extraordinarium sich auf das lernothwendigste beschränken. Es sollen deßhalb bei Hreren Ressorts nicht unerhebliche Herabsetzungen der gestellten Forderungen nothwendig geworden sein. Im misterium für öffentliche Arbeiten beginnen erst jetzt die behenderen Berathungen über die Eisenbahnfragen. — t Hauptarbeit des neuen Reichsschatzamts wird zunächst auf die Aufstellung de« nächstjährigen Reichshausetats beziehen.
Heber das jüngst in Caprica stattgehabte Gefecht einer rreichischen Truppenabtheilung mit einer Albanesenbande ^tet der Wiener Korrespondent der „Times": „Eine pagnie des 54. Infanterie-Regiments, welche einer mit ’ Ausbesserung einer Chaussee beschäftigten Arbeiterab- " ng als Eskorte beigegeben war, wurde benachrichtigt, sich eine bewaffnete Bande hinter einem buschigen , ungefähr 1000 Ellen abseits der Straße, herum- . Sobald die Bande bemerkte, daß sie von den eichischen Truppen entdeckt fei, eröffnete sie ein leb- , aber schlecht gezieltes Feuer auf dieselben. Der eichische Kommandant nahm mit einem Theile seiner -r-gnie das Gefecht auf und versuchte mit dem Rest, * ungefähr 100 Manu starken Gegner zu umgehen.
erfolgreicher Durchführung des Planes wendete der
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d.vlatte» sowie d. Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
- E°int täglich außer an den Wetttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JlluftrirteS Sonntagsblatt" durch die Expedition («och'fche Buchdruckeret) bezogen 2k Mark, durch die Postämter deS Deutschen RetcheS 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfa Für tn der Expedit,on zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.
in An- "shaltsetats erforderlichen Anordnung. Die hierauf bedruck' 8^en Arbeiten lassen es als ganz sicher erscheinen, daß [eriea 1 Staatshaushaltsetat dem Landtage sofort bei seinem ftalteiL ^mmentritte vorgelegt werden tamu Derselbe wird im uuzcii kdinarium, wie wir hören, sich von seinem Vorgänger -chleifc- ftalten, leleuch- [1215
JekrafL ^Minister und der Minister für öffentliche Arbeiten iv im 8 ihren Urlaubsreifen nach Berlin znrückgekehrt. Der erstere itb Berlin indessen noch einmal zur Theilnahme an den ungen mövern in Preußen und Pommern verlassen. Die rtose Preise des Finanzministers Bitter nach Karlsbad erfolgte ch dem Abschlüsse der für die Aufstellung des Staats-
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tonen Statue blieben.
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Auf Ehre, Mama!" rief Leonhard, Sie stellen unsere
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«Es wäre in der Thal Mangel an Bildung, wollte
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«Sie erzählen so himmlich!" bemerkte eine Gräfin.
„ »So witzig und voll Humor!" setzten verschiedene , sttteu hinzu.
Noch zögerte die Marquise, da aber in diesem Augen- 1 stk Ramerv ihr kühn und unerschrocken ins Auge schaute, d ® sie diesen Blick für eine Herausforderung und willte ^bezauberndem Lächeln ein, die Neugier ihrer Gäste zu
Der schwarze Bettler.
Novelle von M. Dobson.
(Fottsetzung.)
„Bringen Sie doch für Herrn von Ramerv einen W sagte freundlich die Witthin zu einem ihrer Gäste mit einer Ironie, die jedoch nur ihrem unglücklichen dier verständlich war, setzte Sie hinzu: „Nehmen Sie Don Rodrigo, Kranken unb Damen gebührt bieselbe
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i«7» k 3eder selbstständigen Handlung unfähig, folgte Ramerv 8 j st Einladung, indeß die Unterhaltung nach dem kurzen ^ischenfall allgemeiner wurde.
| .Frau Marquise", sprach jetzt Godeffroy, Sie geboten ® vorhin, Sie an die Geschichte eines Faval — ich «tsie f° lautete der Name — zu erinnern."
„Nach dem Souper — nach dem Souper, Herr Godeff- unterbrach ihn die Creolin mit einem Blick auf ihren ____ Hbar, dessen Züge jedoch unbeweglich, gleich denen einer
„wq tzgre, wcama! nes
4>l QUf eine harte Probe, “15,S
ich ihre Geduld noch länger auf die Probe stellen. Vernehmen Sie also jetzt die Geschichte des Mulatten Faval."
„Um aller Heiligen willen..nicht!" flüsterte jetzt in Todesangst Don Ramero.
„In St. Domingo", fuhr ruhig die Marquise fort, „lebte vor Jahren ein Mulatte, Namens Faval. Er war der Sohn einer Negerin und eines weißen Dieners.
„Genug!" flehte in nur ihr vernehmbaren Tönen Ramero. „Genug! ich will ihn zu Grunde richten — ihn tödten, wenn es sein muß!"
Frau von Alincourt fuhr jedoch in ihrer Erzählung fort, nachdem sie deS Mulatten Flehen durch einen vielsagenden Blick beanttvortet, der ihm deuttich sagte, daß unter ihnen der Pakt von Neuem jetzt besiegelt sei. Trotz dieses Blickes setzte sie den Bericht fort, den sie mit der größten Genauigkeit vervollständigte, jedoch beobachtete sie die Rücksicht, den Namen zu verändern, da sie ohne Verdacht zu erregen, die Erzählung füglich nicht abbrechen konnte. Um aber ihr Opfer vollständig in ihrer Gewalt zu behalten, setzte ste ihre Zuhörer davon in Kenntniß und fügte hinzu:
„Ich habe Ihnen eine wahre Geschichte erzählt, meine Herrschaften, auch ist Ihnen der Hauptcharakter derselben wohlbekannt. Zu einer anderen Zeit vielleicht werde ich mich auch bewegen lassen, Ihnen den wahren Namen zu nennen."
Nachdem die Sache diesen für ihn so günstigen Verlauf genommen, erlangte Ramero bald seine Sicherheit und Unverschämthett wieder, die er so weit trieb, daß gerade er darauf bestand, den Namm des Mulatten hören zu wollen, ein Verlangen, welches Leonard Ollivier be Neuville lebhaft unterstützte.
„Auf Ehre!" rief bies Muster aller Jünglinge, „ich würbe fünfzig Louisb'or geben, könnte ich ben Namen bieses unverschämten Betrügers erfahren."
Allein bie Marquise blieb unbeweglich und ihre Festigkeit galt Allen als ein unverkennbarer Beweis ihres großen Zartgefühls, wie ihrer taktvollen Discretion und als nachher an Don Rodrigo'S Arm ste den Speisesaal verließ, sagte sie scherzend:
„Sie trotziger Mensch toerben hoffentlich meine Lang- muth mit Dank anerkennen!"
„Mit meinem aufrichtigsten Dank, Gebieterin!" lautete bie leise Antwort.
„Ich rathe Ihnen jedoch, hinfort gefügiger zu feilt! — Aber," fügte sie nur ihm vernehmbar hinzu, „da Du versprochen hast, meinen Befehlen zu gehorchen, so sage mir vor allen Dingen, ob Dir die fraglichen Häuser bekannt sind."
„Ja, verschiedene."
„Dann wähle dasjenige, welche« den schlechtesten Ruf hat und von solcher Gesellschaft besucht wird."
„Ich werde nicht ermangeln, Gebieterin."
5. Kapitel.
Hortense Adeline be Neuville.
Im Jahre 18— lebte in Port-au-Prince auf St. Domingo eine kaum 16jährige Waise, Hortense Adeline be Neuville, welche zu gleicher Zeit die reichste unb schönste Erbin der französischen Colonie war. Ihr Vermögen ward auf zehn Millionen Frankm geschätzt nub wenn ihrer erwähnt warb, so geschah es mit jener Liebe unb Verehrung, die man Engeln zollt, beim sie war so rein, wie sie schön war, wenigstens ber allgemeinen Meinung nach. Ihre