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ff- Geld,
Marburg, Sonntag, 24. August 1879
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lyeigen nimmt entgegen: Üt Lrpkdition d.vlatte«, jflBte d-Annoncen-Bureaux ggn Tb- Dietrich & Co. in geffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a .M.; Äasenstein & Bögler in fccitfnrt a M., Berlin, tztzzig, Köln ic.; Rudolf Kiffe in Berlin, Frankfurt <u M. «.
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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. PretS für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JLuftrirteS SonntagStlatt" durch die Expedition («och'fche Buchdrucker-l) bezogen 24 Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 M-rk 50 Pf«, (exel. Bestellgebühr. - JnsertionSgebühr für di- gespaltene Fl-10 Pf«
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Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; 2. Schlotte in
Bremen.
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tote» von Schlesien.
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Go Tagesbericht.
7*1 Der „Reichsanzetger" veröffentlicht heute die Ernennung - M Reichstags-Präsidenten v. Seydewitz zum Oberpräsi-
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Wo sind die Zeiten hin, als jeder Timesartikel, der irzmd ein wichtiges ausländisches Thema betraf, in deutschen toter« getreulich abgedruckt wurde, als die interessanteren tiefer Artikel durch die gesammte europäische Presse wieder- Men? DaS Weltblatt arbeitet noch mit denselben Künsten eie früher, unerschöpflich nimmt es den Mund voll Lob mb Tadel. Aber jetzt heißt eö von den Lehren der Times i Europa: „Die Weisheit läßt sich hören auf der Gasse
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• IM-SBl) Niemand achtet ihrer." Stur eine recht grobe — ■ M «hlen wir aus Höflichkeit den französischen Ausdruck — . iw tetise wird hin und wieder einmal allgemein bemertt, als h-rakteristisch für das Weltblatt. Neulich hatte die Times Ustverständlich ihren Berichterstatter nach Nancy geschickt. !us dem Mund desselben verkündet die Times der Welt Egendes: Bei der Recitatton des vielerwähnten Gedichtes - m Legouvs erinnert sich der Berichterstatter, was ihm fremder Diplomat sagte, der Deutschland wie sein „Bismarck, sagte der Diplomat, ist s Berlin nur gehaßt." Was doch ein TimeSkorrespondent fc kluge Diplomaten kennt und welche erschütternden Ge- 177 srimnisse sie ihm anvertrauen! Den Lesern der Times in England wird die Enthüllung gewiß sehr intereffant sein;
23 Pf. & Leser der Times in Frankreich werden sich sagen, wie -44 , Brecht namentlich in Deutschland den Franzosen gechan -7fi I md, wenn man sie der Unkenntniß des Auslandes zeiht. -83 , Sno das ist die einzige Lehre, die wir dem klugen TimeS- 'c>„ drrespondenten verdanken wollen. Wir wollen aufhören, d id'| üt geringen Fehler in der Beurtheilung des Auslandes, \\ 10ii k in Frankreich wie in jedem Lande unvermeidlich Dor« i hmnen, zu übertreiben und an die große Glocke zu hängen.
*'> Äsere Presse begeht deren mindestens so viele wie die
- 841 höfische. Aber dafür wollen wir die Gründlichkeit und
8.H uch der englischm Beobachtung und des englischen Ur- 4 - tzils immer mehr bewundern.
ll7 Mues Land kennt.
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daraus auf einen ungünstigen Stand der Berhand-
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Der schwarze Bettler.
Novelle von M. Dobson.
lFörtsetzung.)
„.Durch ein Decrct des Königs von Griechenland sind - WO Mann des zweiten Aufgebotes der Territorialarmee 874 st den Fahnen gerufen und der König hat seine Reise afc „Europa" — wie sich der Telegraph ausdrückte — klagt. Die Maßregel klingt recht kriegerisch und man
23^1 In GodeffroyS Herzen war beim ersten Blick die Liebe 1304 E Fräulein von Alincourt eingezvgen und daS junge Mchen enviederte .diese Liebe und war zu schwach, sich ^Ezuziehen, als sie sich derselbm bewußt ward.
k Manche von Alincourt zähtte erst 17 Jahre. Der 1744 satter und die Form ihres Gesichts war durchweg 3 höfisch und ihre eigenthümliche Schönheit bestand mehr 4 '/,' • Ausdruck als in der Regelmäßigtzit ihrer Züge.
- Sic besaß große blaue Augen, welche bald sanft blickten, 264- feurig leuchteten. Ihre Stim verrieth Verstand wie Ml, und ihr Mund von klassischem Schnitt und seltenem 99 jo ^bruck trugen wesentlich zur Vervollständigung der Schön- 9b.Ä ”1 ihres Angesichtes bei.
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। Seit der Zeit war letzterer ein gern gesehener Gast i'Ä Alincourt und trotz der Verschiedenheit des Al- 13A und der Stellung entstand zwischen beiden Männern 126| ke innige Zuneigung, die auf Dankbarkeit und Achtung $ gründet war. 715
Ihr Vater gestattete dem Heranwachsenden Mädchen möglichste Unabhängigkeit und übertrug dessen Hebet« ^hung weder der Stiefmutter, noch irgmd sonst Jemand. *9&oO ^Die Marquise, in der Absicht sich das Vertrauen chrer Mochtet zu erwerben, hatte diese stets mit der größten Hott» »Ste und Sanstmuth behandelt.
g.) 6ü „^nstinktmäßiv jedoch mißtraute Blanche der schönen ,oi.ga ^hen Creolin, bezweifelte die Aufrichttgkeit ihrer Liebe, 83.00 Inders in Dingen, die ihre und GoderffoyS Liebe be- ’K war sie auf ihrer Hut. Kurz, sie begegnete der
74l Nen schließen, wenn dieselben überhaupt schon begonnen Jj* Öen. Die Pforte verzögert übrigens den Beginn dieser ■S Mrhandlungen von Tag zu Tag. Während vorgestern 6«f 86 Telegramm aus Konstanttnopel zu berichten wußte, 103 k Botschafter der Mächte hätten in einer Collectiv-Rote 73b *=-— ■
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den Beginn der Verhandlungen binnen 48 Stunden gefordert — eine Meldung — deren Richtigkeit bei der verschiedenen Stellung der Mächte der griechischen Frage gegenüber sehr dahin steht —, wird dem „Reuterschen Bureau" unterm gestrigen von dort gemeldet: „Ehe die Unterhandlungen bezüglich der griechischen Grenzfrage eröffnet werden können, ist ein neuer kaiserlicher Jrade erforderlich, der die Commiffäre mit vollen Gewalten betraut. Der Minister des Aeußern hat den Botschaftern versprochen, daß die Berathungen beginnen würden, sobald der Jrade erlassen worden ist." Möglich, daß die griechische Maßregel mit dieser neuen Verzögerung in Verbindung steht und den Zweck eines Druckes auf die Pforte trägt. Was die Stellung der Mächte dieser endlosen Frage gegenüber betrifft, so cursiren darüber dauernd die widersprechendsten Nachrichten und in der unzweifelhaft vorhandenen Differenz in den bezüglichen Anschauungen liegt gewiß nicht zum kleinsten Theile die Ursache der bisherigen Unlösbarkeit der türkisch-griechischen Grenzfrage.
Deutsche- «eich.
Berlin, 22. August. Der Minister des Innern hatte unterm 18. April d. I. eine Cirkularverfügung an die Regierungen erlassen, betteffend die Vorbereitungen zur Herstellung der ersten Jahresliste der Schöffen und Geschworenen nach den Vorschriften der deutschen Gerichtsverfassung. Der Justizminister seinerseits hat unterm 22. vorigen Monats eine Verfügung über denselben Gegenstand an die Regierungen gerichtet. Jndeß hat der Minister des Innern unterm 14 d. M. den Regierungen eine zweite Verfügung zugehen lassen, in welcher Folgendes bestimmt wird: Seitens der Regierungspräsidenten sollen die Namen der zu den Geschäften des Ausschusses für die Bildung der Listen heranzuziehenden Staats - Verwaltungsbeamten und deren Stellvertreter, seitens der Vorstände der wahlberechtigten Verbände die Namen der von ihnen zu wählenden zu den Geschäften des Ausschusses heranzuziehenden Vertrauensmänner seitens der Gemeindevorstände die Urliften bis zum 1. September jeden Jahres den Amtsrichtern mit« getheilt werden. Ein so früher Zeitpunkt scheit noth- wendig, weil angemessener Weise bis zum 1. November jeden Jahres die Ausschußsitzung abzuhalten ist, vorher aber eine geräumige Frist verbleiben muß zur Zusammenstellung der Urlisten und zur Verkündigung des Beschlusses über die Einsprachen des Amtsrichters. Den wahlberechtigten Verbänden ist durch die Versügunq des Justizministers vom 22. Juli ein weiterer Zeitraum vom Januar bis August, zur Vornahme der Wahlen gewährt, um allen mit Einberufung der Wahlverbände möglicher Weise verknüpften Schwierigkeiten Rechnung zu tragen. Mit Aufstellung der Urlisten für Auswahl der Schöffen und Geschworenen ist nach Bestimmung des Ministers nicht vor
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Gattin ihres Vaters mtt der chr schuldigen Rücksicht, beobachtete jedoch ihr gegenüber die möglichste Zurückhaltung.
Das Stillschweigen, welches Blanche in Bezug auf ihre Neigung beobachtete, ängstigte die Marquise mehr als ein offenes Geständniß. Sie ermaß deren Leidenschaft nach ihren Befürchtungen und gerieth in Wuth und Verzweiflung, wenn ste daran dachte, daß der Trotz und Eigensinn eines Kindes alle Hoffnungen und Wünsche einer Frau und Mutter vernichten könnte.
Jndeß die Marquise war entschlossen, ihrer mütterlichen Liebe jedes Opfer zu bringen und sah daher sich rechtzeitig nach Waffen um, um den wirklichen oder imaginären Gefahren wirksam entgegenzutreten.
Godeffroy war der Inbegriff aller dieser Gefahren, und so hatte sie beschlossen, mitleidslos gegen ihn zu verfahren, ja so milleidslos, daß sie entschlossen war, über seine Leiche hinwegzuschreiten, sollte cs erforderlich sein!
Auch der Marquis von Alincourt hatte unbewußt dazu beigetragen, den tödtlichen Haß seiner Gemahlin gegen den jungen Mann zu erregen und zu nähren, denn als einst sie mit ihm über Godeffroy gesprochen, hatte er geantwortet, daß er gern in innigere Beziehungen zu ihm treten würde. Dies konnte natürlich nur durch Blanche geschehen und daß dies nicht geschehen sollte, dazu wollte sie jetzt einen Kampf beginnen, der nur mit dem Tode ihres Feindes enden durfte.
Bei dieser Gelegenheit möge auch de« Sohnes der Marquise erwähnt werden, der eigentlich unschuldigen Ursache so vieler strafbarer Gedanken, wie ehrgeiziger Pläne.
Er war so zu sagen ein hübscher junger Mann, fast
dem 1. Juli zu beginnen, weil sonst die Richtigkeit der Listen bis vor der Zeit, wo sie in Gebrauch genommen werden, durch eintretende Personal-Veränderungen beeinträchtigt werden könnte. — Das dritte Kriegsgericht gegen den Kapitän z. S. Graf v. Monts wird erst heute zu- fammentreten; dasselbe, anfänglich auf den 10. d. Mts. und bann auf den 20. d. Mts. angesetzt, hat, wie wir der „N. Pr. Ztg." entnehmen, aufgeschoben werden müssen, weil das Modell des „Großen Kurfürsten" zur Information für die Mitglieder des Kriegsgerichts «och nicht fertig gestellt war. Präses des Kriegsgerichts ist der General- Major, Kommandeur der 1. Garde-Jufauterie-Brigade und Kommandant von Potsdam, Bronsart v. Schellendorf, und Mitglieder desselben von der Marine die Korvetteu-Kapi- täns von Hippel, Valois, von PawelSz und Kuh«; die übrigen Mitglieder sind aus dem Offizier-Korps des Garde- Korps kommaudirt. Referent desselben ist der Marine- Auditeur der Station der Nordsee, Hildebrandt.
Braunschweig, 18. August. Im Beisein von etwa 10,000 Einwohnern wurde heute unter den Augen des Prinzen Albrecht von Preußen auf dem großen Erercier- platze ein größeres Cavalleriemanöver ausgeführt. Dasselbe fiel brillant und zur größten Zufriedenheit des Höchstcom- manbireuben aus. Nach bem Manöver begrüßte Se. Kgl. Hoheit ben Herzog von Braunschweig unb nahm an einem Frühstück Theil, welches ihm zu Ehren bie Offiziere veranstaltet hatten.
Darmstadt, 22. August. Anläßlich ber am 18. d. Mts. Hierselbst stattgehabten Enthüllung beö LanbeSbenk- mals hat ber Großherzog ben Geirerallieutenant z. D. v. Wittich in Anerkennung besten Tätigkeit in der hessischen Division im Frieden und im Kampfe vor neun Jahren ü la suite des Leibgarde-Regiments Nr. 115 gestellt und demselben das Verdienstkreuz verliehen.
Mainz, 22. August. Heute hatte sich unser Bezirksgericht wieder einmal mit einer Klage wegen MajestätS- deleibigung zu befassen. Der Ackersmann AnbreaS Jacob von Daxheim saß im Monat Juli in einer Wirtschaft unb trank gehörig über ben Durst. Bei tiefer Gelegenheit würbe stark politisirt unb begann Jacob sowohl auf die Vorsteher ber Gemeinde Daxheim, als auch auf ben deutsch«" Kaiser zu schimpfen. Es erfolgte eine Deuunciation und der Beschuldigte kam in Haft. Unter Annahme mildernder Umstände wurde der Angeklagte heute zu einet Gefängnißstrafe von 2 Monaten verurtheilt.
Stuttgart, 22. August. Der „Staats-Anzeiger" meldet, daß der deutsche Kronprinz auf ärztlichen Rath wegen eines nicht völlig befeitigten Fußleidens die Inspektionsreise nach Württemberg aufgeben mußte. — Die Ständeversammlung hat sich gestern vertagt. Sämmtliche Juftizgesetze einschließlich des Forstpolizeigesetzes sind zu Stande gekommen. — Die Ernennungen innerhalb des sechs Fuß hoch, mit untadelhastem Schnurrbart und stets nach bet Mobe gekleidet.
Herr Leonatb Ollivier be Neuville warb von seinem Schneiber als vollkommenstes Mobell betrachtet; er konnte die gebiegeufte Unterhaltung mit jedem Jockey des Lande« fuhren unb hatte von seiner Mutter seinen Witz so oft rühmen hören, baß er schließlich von besten Vorhandensein überzeugt war.
So ungefähr wat eö um den jungen Mann bestellt, welchen die Marquise von Alincourt ihrer Stieftochter zum Gatten geben wollte
Et fand Blanche ganz seinem Geschmack entsprechend und wat bereit, sie sich nebst dem Vermögen ihres Vaters anzueignen.
Dessen Einwilligung war nicht leicht zu erlangen, denn der Marquis, ber stets unb überall bie Formen ber Höflichkeit beobachtete, verbarg bie Gleichgiltigkeit nicht, die er bem Stiefsohne gegenüber empfanb, und so war wenig Hoffnung vorhanden, daß er je die Verbindung begünstigen werde. Das Einzige war, Blanche'S Gunst zu gewinnen, der ihr Vater noch nie einen Wunsch versagt hatte.
Dies zu erreichen, gab Frau von Alincourt sich alle erdenkliche Mühe; allein vergeblich, denn Blanche'S Herz widerstand allen Bemühungen des Herrn Leonard Ollivier de Neuville, wie ste auch seine ausgesuchte Toilette gänzlich ignorirte.
Dem wachsamen Auge der Marquise blieb dies nicht verborgen und so war sie denn überzeugt, daß Blanche ihr Herz bereits vergeben und ohne Zweifel an den atmen Godeffroy, ber nichts besaß als seine Kenntniste und erst kürzlich die Universität verkästen hatte.
Sie beschloß also die Feindseligkeiten zu eröffnen und