XIV. MkMg
JRacÖurg, Sonnabend, 23. August 1879.
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nten, so daß die Frühjahrssession des Reichstages neben » Etat aller Wahrscheinlichkeit nach vornehmlich den
dem juristischen Publikum in der Zuversicht scheiden zu dürfen, daß die Sammlung der Entscheidungen des Königlichen Obertribunals ihre Bedeutung und ihren Werth für die Rechtsprechung auch unter der neuen Gerichtsorganisation behalten wird."
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In gleicher Weise, wie in der bevorstehenden Landtags- Aon die Eisenbahnvorlagen den breitesten Raum ein- imen werden, soll auch der Bundesrath sofort nach seinem
Die „Politische Correspondenz" meldet aus Konstantinopel: Tie erste vorbereitende Sitzung der griechischtürkischen Grenzcommission wird wahrscheinlich am 23. d. stattsinden. Die Thäügkeit der Botschafter bei den fraglichen Verhandlungen wird sich ohne Präjudiz für eventuelle osficielle Vermittlung auf eine versöhnliche Einflußnahme auf die Verhandlungen nach Maßgabe etwa auf« tauchender Schwierigkeiten beschränken. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Bukarest: Der frühere rumänische Agmt in Serbien, Sturdza, ist zum diplomatischen Agenten in Sofia ernannt worden.
Die Aufregung hatte den Greis fast aller Kräfte be- * s?1 uud er sank auf sein Lager nieder, noch ehe er diese Mrte vollendet.
anberer Uebel nicht zu gedenken, die Schmarotzerpflanze Zwischenhandel geil empor und breitete sich aus in wirrer und vielverzweigter Verästung auf Kosten jeder productiven Thätigkeit. Dieser Zwischenhandel und ungerechtfertigte Hin- und Herhandel veranlaßt hauptsächlich das Mißver- hältniß zwischen Getreide- und Brotpreisen und vertheuert in ähnlicher Weise alle Lebensmittel. Ob jene liebreichen Freunde und klugen Vormünder solche Folgen des 8 72 vorausgesehen, sei unerörtert, verborgen bleiben konnten sie ihnen unmöglich. Sie hätten also lOfacheS Wehe! rufen müssen wegen dieser im Vergleiche zum Getreidezolle 10- fachen Brotvertheuerung — aber sie schwiegen! — Zwischenhandel — richtiger Verthenerungshandel — ist einer der vielen Fang- und Saugearme, mit denen die unproductiven Capitalmächte die productive Bevölkerung umklammern und ausbeuten; jener § 72 gestattet diesen Fang- und Saugearmen freien Spielraum, Getteidezölle schränken denselben ein — hinc illae lacrimae! Die Dummen sollen ja nicht durch Gesetze zu schützen sein — daß aber — den Klugen durch Gesetze zu wehren ist, dafür scheint das Er- gcbniß der Eingangs erwähnten Ermittellung zu sprechen."
Hannover, 21. August. Die heutige außerordentliche Generalversammlung der Hannover-Altenbekener Eisenbahngesellschaft hat den Vertrag wegen Ueberlassung der Bahn an den Staat mit 1760 von 1900 Stimmen angenommen. Auf eine bezügl. Interpellation wurde vom Verwaltungsrath ausdrücklich erklärt, daß dir Verträge zwischen dem Staate einerseits und der Magdeburg- Halberstädter resp. der Hannover-Altenbekener Eisenbahn andererseits nur combinirl zur Perfettion kommen könnten.
861«, 18. August. Das große Dombau Fest soll nicht an dem Jahrestage der Grundsteinlegung, vielmehr an dem an welchem Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1842 den Grundstein zum Fortbau legte, gefeiert werven. -Bon allen den Hohen und Höchsten Herrschaften, die der zweiten Grundsteinlegung beiwohnten, leben nur noch wenige, u. A. unser Kaiser Wilhelm, der damals als Prinz von Preußen hier weilte, und der Domprobst Dr. München, beide jetzt schon in den 80er Lebensjahren weit vorgerückt Bei dem letzten Zusammensein versprachen sich beide, sie würden, wenn möglich, bei dem Vollendungsfest zugegen sein. Man knüpft — so läßt sich das Frankfurter Journal schreiben — an dieses Fest auch die Hoffnung, den Papst in Köln zu sehen, was jetzt schon als wahrscheinlich bezeichnet wird, falls der Kulturkampf dann beigelegt worden ist.
Gotha, 20, August. Der Kongreß deutscher Thier- schutz-Vereine, der am 18. d. Mts. hier zum ersten Male zusammengelreten ist, hat sich seitens der Staats- und städtischen Behörden einer sehr sympathischen Aufnahme zu erfreuen gehabt. Seitens des Herzogs, der wie Seine Majestät der deutsche Kaiser telegraphisch vom Kongreß begrüßt ward, ging alsbald eine herzliche Antwort mit den
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großer Aufmerksamkeit prüfte.
k »£>, ich wußte, daß ich mich nicht geirrt!" rief et und Mk Augen erglänzten in lebhafter Freude. „H. A. — Ja,
In Bezug auf die Auflösung des Obertribunals schreibt Magdeburger Zeitung": Mit der Auflösung des ribunals hört nunmehr auch die weitere Fortsetzung Herausgabe seiner Entscheidungen auf, welche uns biö- t ein so lebendiges, interessantes Abbild der Strömungen ..en, in denen die preußische Gesetzgebung und RechtS- ng sich in den letzten fünfzig Jahren bewegt hat. In nächsten Zeit wird mit dem letzten (83.) Bande der uß dieser Sammlungen eintreten. Bekanntlich wurden t Entscheidungen in amtlichem Auftrage von drei Mtt- ern des höchsten Gerichtshofes herausgegeben. Senter« erth ist das Schlußwort dieser Redaktionscommission dem letzten Bande ihres Werkes. „In den weitesten isen des deutschen Vaterlandes", so heißt es da, „hat am 1. Oktober d. I. stattfindende Auflösung des höchsten ichtshofes ein Gefühl des Schmerzes hervorgerufen, ches nur durch die Rücksicht aus den inneren, einheit- AuSbau und die Befestigung des deutschen Reiches, it sich in der neuen Gerichtsverfassung und insbesondere der Einrichtung des Reichsgerichts vollziehen, gemildert kann .... Die Redaktionscommission glaubt von
könnt mich sehen," flüsterte er endlich in bewegtem Tone, „freut Euch, freut Euch mit mir, denn bald wird Euer letzter Wunsch erfüllt werden!"
3. Kapitel.
Der Marquis von Alincourt und feine Familie.
Das Hotel Alincourt war ein großes prachtvolles Gebäude, welches in einem wohlgepflegten Garten und an einer der belebtesten Straßen von Paris lag Sein Wappen war unter der republikanischen Regierung zerstört worden, aber nicht wieder erneuert, dennoch konnte man den Drachen der Alincourt, wie den Marschallsstab von Frankreich deutlich sehen, die noch an verschiedenen Stellen des Palastes vorhanden waren. In der Thal ein bencidenSwerther Besitz, zu dem man vermittelst einer hohen, breiten Marmortreppe gelangte, deren Stufen zu beiden Seiten mit seltenen Gewächsen geschmückt waren.
Zwar hatte die Marquise von Alincourt Don Rodigro de Ramero gesagt, sie erwarte einige Freunde, allein es versammelte sich an dem Abend bei ihr eine große glänzende Gesellschaft.
Die Vorhalle und Corridore waren hell erleuchtest; Livreediener eilten mit geräuschlosen Schritten die Teppich belegten Stufen auf und ab; Säle, Zimmer, wie alle Räumlichkeiten strahlten in einem von außen sichtbaren Lichtmeere und hie und da fiel durch eine Spalte, die die Vorhänge bildeten, das Auge der Neugierigen auf den kostbaren, glänzenden Goldrahmen irgend eines Familien- gemäloeö, während die strahlenden Lampen durch Seide und Gaze hindurch ihr Licht auf die gegenüberliegenden Häuser warfen.
Erst nach einer geraumen Weile murmelte er:
„Also jetzt habe ich sie gefunden, nach 20 Jahren unermüdlichen Suchens! — Aber wie oft schon mußte ich meinen Jrrthum einsehen, wenn ich am Ziele zu fein glaubte! — Wie? wenn dies auch wieder ein Traum wäre?"
Bei diesem Gedanken, den er weiter verfolgte, sank sein Haupt auf die Brust herab und eine tiefe Niedergeschlagenheit bemächtigte sich seiner. Bald jedoch zog neue Hoffnung, neuer Muth in fein Herz ein und sein Blick erheiterte sich, als er sagte:
„Nein, nein, eine innere Stimme flüstert mir zu, daß ich diesmal sicher gche! — Ich habe sie gefunden, meine Aufgabe ist erfüllt und — ich habe ihm mein Wort ge- hatten!">
Dann erhob er sich von seinem Lager, seine ausdrucksvollen Züge verriethen eine innere Bewegung, et kniete vor den alten Uniformstücken nieder und preßte lange die Epau- letten an seine Lippen.
In dieser Stellung verharrte er eine Welle, während seine Gedanken in die Vergangenheit zurückschweisten und zwei große Thräneu in seine Augen traten, die langsam die dunklen Wangen hinabrollttn. _
„Mait a moin!“ sagte er endlich mit weicher Stimme, sich unbewußt des sranzösisch-creolischen Negerdialectes bedienend. „Bon mait ä moin!“ (Mein guter Herr!)
Diese Worte schienen alle zärttichen Gefühle in der Brust deö Greises zu wecken; seine Thränen stoffen unaufhaltsam und noch einmal ergriff er die schwer goldenen Epauletten, betrachtete sie lange und drückte sie dann voll Inbrunst an seine Lippen.
„Ihr seid im Himmel, mein lieber guter Herr, und
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Der schwarze Bettler.
Novelle von M. Dobson.
(Fortsetzung.)
Die ganze Ausstattung dieses ärmlichen Raumes bestand einem Feldbett und einer kleinen Kiste, beide bescheiden
Mg int Vergleich zu den Gegenständen, welche die Mauer Zückten und »uf die das Licht des einzigen Dach- Wers fiel.
Diese Gegenstände aber waren ein Paar Hauptmanns- wUetten aus gediegenem Golde, über denen ein Tschako, *it ben französischen Farben geziert, hing. Unter diesem war, zwischen zwei kostbaren Pistolen, ein Degen an« ' Fracht, dessen Griff mit Perlen und Edelsteinen be- war.
iimbahngesetzen gewidmet sein wird. An erster Stelle natürlich der Entwurf, betreffend die Regelung der
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Aug. Die liberalen Zeitungen schreiben jetzt fast Tag für Tag, der neue Zolltarif werde die noth- wendigen Lebensmitteln verthenern. Wir haben schon früher an amtlich statistischen Zahlen nachgewiesen, daß das Brot vor Aufhebung des Zolles billiger gewesen und daß es nach Aufhebung desselben theurer geworden sei, der Grund der Vertheuerung aller Dinge und besonders der Lebensmittel liege hauptsächlich in dem Zwischenhandel, der sich unter der Herrschaft der schrankenlosen Gewerbefrecheit so endlos ausgedehnt hat. Einen neuen Beweis für diese alte Wahrheit liefern die „Mecklenburgischen Landesnachrichten", indem das Blatt folgendes mittheilt: „Nach einer Ermittelung des Magistrats zu Bayreuth haben dort in den Jahren 1867—69, als noch polizeilich die Brotpreife festgestellt wurden, int Durchschnitt gekostet: 200 Pfd. Roggen 19,50 M., 200 Pfd. Brot 20,20 M. Nachdem die Polizeitaxe durch § 72 der Reichs-Gewerbeordnung in Wegfall gekommen, stellte sich in ben Jahren 1871—78 bet Durchschnittspreis für Brot auf 29,44 M., während der Roggen nur 18,92 M. kostete. Das Pfund Brot wurde also durch Einführung der Gewerbeordnung um fast 5 Pfg. vertheuert, ohne daß all die liebreichen Freunde und klugen Vormünder des „armen Mannes" ihr Gewissen durch Stillschweigen zu solcher Unbill beschwert gefühlt hätten, während sie heute, wo durch den Getreidezoll eine Vertheuerung von äußerstens ’/2 Pfg. vielleicht in Aussicht steht, Wehe! Wehe! rufen in allen Tonarten. Vor Aufhören der Polizeitaxen betrug die Differenz zwischen Korn- und Brotpreisen 70 Pfg., nach Aufhören derselben 9,82 M., also 14mal so viel. Trotz dieses riesigen Aufschlages wird das Bäckergewerbe kaum einträglicher geworden sein, die Gewerbefrecheit hat ihm auch wohl den „goldenen Boden" eingeschlagen. Denn mit dieser schoß,
Anzeigen nimmt entgegen die Spedition b. Blattet s otoie d. Amwncen-Bureaux von ®. L Daube & Co. in Frankfurt a. M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thiene» in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
iscnbahngütertarife, über welchen die Bcrathungen schon im »tte idten Drittel des Septembers beginnen dürften. Im iUd; weiteren kommen die im preußischen Handelsministerium
ttef. m Reiche unterstehehenden Eisenbahnverwaltung bevor- yer. cht, geht eine äußerliche voraus. Zunächst beginnt in itjm Tagen die Verwaltung der Eisenbahnen in den [16s ikichslauden vom Reichskanzleramtsgebäude nach dem Ar- »tSministerium überzusiedeln. Sodann gilt es für sicher, j das Reichseisenbahnamt binnen Kurzem aus seinem 1 tzigen Gebäude (Linkstraße) nach einem den übrigen i irichsämtern näher gelegenen Lokale verlegt werden wird.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JluftrtrteS SonntagSdlatt" durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 2', Wort, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.
xh, Dietrich & Co. in w und Hannover; Th. irich in Frankfurt a.M.; isenstein & Bögler in Mrt a. M.. Berlin, „jg, Cöln ic.; Rudolf sie in Berlin, Frankfurt a. M. re.
|--J^ siederzusammentritt mit den Eisenbahnfragen beschäftigt
■ -‘tätigen nimmt entgegen: . ?Wkrpeditton d.BlatteS, ^udMiebÄnnoncen-Bureaux
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. Kaum hatte der Bettler seine ärmliche Wohnung be= ^en, als er hastig die Kiste aufschloß und den Deckel gelben öffnete. Dadurch wurde eine bedeutende Amne Geldes sichtbar, die aus allen nur gangbaren Münzen bestand und neben welcher ein altes ledernes - Menbuch lag, auf beffen blanker Stahlplatte ein Name A ^ravirt war. Zuerst verwahrte der Neger seine am ,e ito , gehabte reiche Ernte, dann ergriff er daS Buch, öff- 0 und nahm aus demselben einige Papiere, die er
poth.: ^arbeiteten drei Vorlagen, nämlich das Reichseisen- tzigesetz und die Gesetzentwürfe, betreffend Eisenbahn- WWMwaltungSgerichte und Eisenbahnrath, zur Berathung. ”*■* i liegen verschiedene Anzeichen vor, daß diesmal alle Uttel angewandt werden, um die genannten Gesetze zu- ichst im Bnndesrath zur Annahme zu bringen. In die- an Falle könnten die Gesetze im Frühjahr an den ReichS- § gelangen und bereits im nächsten Jahre frühzeitig in
l um- traft treten. Der inneren Veränderung, welche damit der