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rioK, kietstn mmmt rmgkgen: v SfcpeMtien b.Blattei, K ac »id-Annoncen-Bureaur » „ xh, Dietrich & Co. in 3d und Hannover; Th. itei ^jch in Frankfurt a.M.; r, uftnftein & Logier in gfltfurt a M., Berlin, larl iiiio, Cbln ic.; Rudolf in Berlin, Krank- fort a. M- rr.

Marburg, Dienstag, 19. August 1879

uv. Jahrgang

ObecheM ZitiiW.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d.Blattes s owie b. Annoncen-Bureauk v»n ®. L- Daube & Co. in Frankfurt a- M; JSger'sche Buchhandlung daselbst; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Invalide »dank in Berlin; W- Thiene- in Clberfeld; C. Schlotte in Bremen-

»richeint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JInftrtrteS SonntagSblatt" durch die Erpedttwu (R och fche Buchdruckerei) bezogen % Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Mark 50 Psg. (epi. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für du gespaltene Zeile 10 Pf».

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 85 Psg. berechnet.

Der Haudwerkertag in Breme«.

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;t, nur dir eine Bezeichnung „Staats» jen. Lange Zeit hat man wunder ge- Fortschritt und welche Aufklärung darin ßge. Man' dachte nicht mehr an Schuster und Schneider, M Bauern und Kaufleute, sondern nur noch an Staats- tnrger, und nach diesen abstrakten Staatsbürgertheorien ~ »urde auch die Gesetzgebung des Landes zugeschnitten. Es torbe als ein Verbrechen gegen Fortschritt und Aufklärung brandmarkt, wenn von besonderen wirtschaftlichen Inter­im geredet wurde. Man machte die wirtschaftlichen In- »essenkreise weiß, ihre Interessen seien am besten gewahrt, «nn man gar nicht den Versuch mache, sie zu schützen, »adern statt dessen den Grundsatz des schrankenlosen Gehen- Wens und der freien Concurrenz etablirte. Als einzig ittechtigter wirtschaftlicher Gesichtspunkt wurde das Jn- Kefse der Consumenten und der dieses Interesse befrie­dende Handel gelten gelassen. Die schlimmen Folgen

Der Verband selbstständiger Handwerker hat sich in rtmen, wie bereits mitgetheilt, als politische „Gewerbe- utei" etablirt und folgendes Programm angenommen:

„Das nächste Ziel der deutschen Handwerker- und Ge- kchepartei ist die prinzipielle Umgestaltung der jetzigen werbegesetzgebung, welche in folgendem besteht: a. Tren- ,«g des Fabrikgesetzes von der Gewerbeordnung; b. Ve­rmag der Gewerbeordnung von allen Bestimmungen, rlche polizeilicher oder civilrechtlicher Natur sind oder in «füge Spezialgesetze gehören; c. Entwickelung des Jmmngs- chtes und der den Innungen zustehenden gewerbegericht- hm Befugnisse; d. principielle Uebergabe der gewerblichen mchung, sowohl derjenigen mittels der Lehre, als auch njemgen mittels der Fachschule, an die fachgewerbliche orporatiou; e. Ausarbeitung einer, sowohl den besonderen nhältnissen der Großindustrie, bez. ihrer verschiedenen rauchen, als auch den socialen Zeitbedürfnissen und dem »lande des öffentlichen Rechtsbewußtseins entsprechenden abrikgesetzgebung. Die Handwerker- und Gewerbepartei hnt ebenso wie irgend eine andere Partei den Gedanken, ü anderen, ihr nicht principiell feindlich gegenüberstehen- m Parteien eine Verständigung einzugehen, von sich ab. bet sie hält es für ihre Aufgabe, als selbstständige poli- che Partei aufzutreten und sich in diesem Sinne von Im Verbindungen, welche ihr Wirken und die Geltend­machung ihres Standpunktes beeinträchtigen könnten, lvSzu-

Es ist für einen gesunden Fortschritt zu halten, wenn lh im Volke wieder Parteien auf Grund realer Interessen Ken, statt sich, wie es der Liberalismus in die Mode _____ Kracht hatte, immer nur um allgemeine politische Theorien Kschaaren. Der Liberalismus hat das Volk in eine unter- iedslose Masse zusammengerührt und sür Alles, was ■ fRmfchenantlitz trag! " — - -

M bürget" übrig gelassi » «rint, welch' ein Foi ™ !äae. Man dackle ni

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Der schwarze Bettler

Novelle von M. Dobson. (Fortsetzung.)

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„Ich bin Ihnen sehr verbunden," entgegnete mit einiger Zurückhaltung Godeffroy, „allein ich weiß kaum. —*

„Welche Hilfe und Beistand ich Ihnen leisten kann, ___ vcht wahr? Noch weiß ich's zwar auch nicht — allein l©n T^her erfreute ich mich einer freundlichen Aufnahme im p« Nel Alincourt, und wenn ich in der letzten Zeit nicht P0 gewesen, so geschah es nur, weil —Hier schwieg lfl gr Mulatte einen Augenblick und fuhr dann mit merklicher iruhe fort: „Ich habe wirklich unrecht gehandelt, mich so lange nicht zu zeigen, und sehe mich veranlaßt, )«n in diesen Tagm meine Besuche zu erneuern. Es wird izäßö W also leicht eine Gelegmheit finden, oder herbeigeführt ^kivl ®nbtn, wo —"

Godeffroy ergriff die Hand seines Freundes, drückte toselbe und sagte:

„Sie sind wirklich sehr gütig, Ramero, mtb ich nehme __ Är Anerbieten mit Dank an. Indeß um einem Freunde dienen zu können, muß man ihn ganz kennen, mich DhrS toer kennen Sie nur sehr wenig."

in 8 „Besser als Sie meinen," versetzte Don Rodrigo, blle '■ «Sleiiie Vermuthungm werden mich schon sicher geleitet lab« toben und Ihre Lebensgeschichte derjenigen aller jungen [22 "tomanheldm gleichen, lieber Ihre Geburt wffsen Sie -^ftohts; Ihre Mutter oder irgend ein gutherziger Bankier ™ »versendet Ihnen monatlich Ihr bescheidenes Einkommen."

1 „Genau so steht es indeß nicht mit mir."

„Aber doch ungefähr?"

„Meine Lage ist noch trauriger, als das Beispiel, welches K da anführen, Ramerosagte schmerzlich bewegt der

dieser liberalen Theorie liegen nun vor aller Augen. Der Handel hat Alles überwuchert, Alles ist zum Handelsartikel gemacht, sogar das Gewerbe und der Grundbesitz. Nun seufzen und klagen die darniederliegenden vernachlässigten produktiven Jntereffenkreise: Gewerbe, Industrie und Acker­bau, und ringen danach, sich wieder Geltung zu verschaffen. Aber leider stecken selbst die Vertreter dieser Jnteressen- kreise noch bis an die Ohren in den allgemeinen liberalen politischen Theorien und auch auf dem Gewerbetag ist eS wieder hervorgetreten, daß man sich immer noch nicht von diesen Theorien befreit hat, wenn man auch in ben spe- ciellcn wirthschaftlichen Fragen zu einer besseren Einsicht gekommen ist. Es hat sich das namentlich darin gezeigt, daß die Mehrzahl der Versammlung noch immer den Wahn hegt, daß auf Grundlage der liberalen, auf das nur immer Laufenlassen gegründeten Gewerbeordnung, deren Wesen gerade in der Verneinung aller bestimmten Ordnung und eben in diesem Gehenlassen besteht, das Gewerbe aufs Neue mit bestimmten Ordnungen erbaut werden könnte. Man redet von Innungen, will aber auch sie auf diesem Boden als sogenannte facultative construiren und bedenkt nicht, daß eine facultative Innung gar keine Innung, son­dern lediglich ein Verein ist, aus dem Jeder jeden Augen­blick ein- und austreten kann. Man scheut, sich obligato­rische Innungen zu schaffen, trägt aber trotzdem kein Be­denken, sür diese sacultativen Innungen doch wieder solche Privilegien zu verlangen, welche mit der Gewerbeordnung, welche man nicht verlassen will, im schreiendsten Wider­spruche stehen. Das ist ein unhaltbarer, widerspruchsvoller Standpuntt, welchen die Handwerker aufgeben müssen, wenn sie wirklich etwas erreichen wollen. Die Herren wollen selbst neben ihrem Handwerk zugleich Kaufleute bleiben, aber gleichzeitig räsonniren sie darüber, daß Kaufleute durch ! ihre Magazine mit aus dem Auslande bezogenen Maaren ihnen so große Concurrenz machen und die Existenz des Handwerks ruimren. So lange die Gewerbepartei einen » so halben, unklaren Standpunkt einnimmt, so zwar, daß sie mit beiden Füßen noch in den liberalen Theorien steht, aber mit den Händen nach Rettung in der Lust herum fuchtelt, haben wir wenig Hoffnung für ihre Bestrebungen. Gesetzlich läßt sich ein solcher Standpunkt gar nicht ver- werlhen.

Tagesbericht.

Wie die „N. Pr. Ztg." vernimmt, ist der Contre- Admiral Bätsch, welcher seine sechsmonatliche Festungshaft seit etwa vierzehn Tagen in Magdeburg, nicht wie ander­weitig gemeldet, in Friedrichsort abbüßt, von Sr. Maje­stät dem Kaiser und Könige begnadigt worden und sieht man seiner Ernennung zum Direktor der Admiralität an Stelle des zur Disposition gestellten Vice-Admirals von Henk in nächster Zeit entgegen. .

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Jüngling. „Meine Geburt ist in der Thal mir ein Ge- heimniß, Vater und Mutter habe ich nie gekannt,.— in dem Institute, wo ich erzogen, wurden regelmäßig alle Kosten durch einen ungenannten Correspvndenten bezahlt, und seit ich es verlassen, erhalle ich monatlich 300 Francs."

„Wer aber giebt mir das Geld?" . _ ;<o-

! „Das kann Ihnen ja gleichgütig sein:" . ■»:

„Werde ich e« immer erhalten?"

„Das ist eine andere Frage, die indeß wohl, nach Allem was vorgegangen, zu bejahen ist. Wer aber bringt Ihnen das Geld?"

„Das weiß ich nicht! .

„Unsinn! Sie müssen doch den Boten sehen."

„Bis jetzt haben ihn meine Augen nicht erblickt." a

„Das ist allerdings wunderbar!"

„Ja, Ramero, sehr wunderbar und sehr grausam ge­handelt! — O, glauben Sie mir, ohne wahnsinnige Liebe, welche mich beherrscht, würde ich dem geheimnißvollm Geber dies Almosen zurückgeben, würde jene Kreise verlassen, in denen aller Wahrscheinlichkeit nach, ich nicht das Recht habe, einen Platz zu behaupten und mein Leben durch Arbeit zu fristen suchen--"

„Still! still, Freund Godeffroy! und schlagen Sie sich solche Gedanken au« dem Sinn. Es ist heutzutage nicht so leicht, sich seinen Unterhalt zu verdiene« und namentlich ohne Einfluß und Mittel, wie Sie gestellt sind, Wenn Sie erst in Ihrem Berus sich einige Anerkennung erworben und — vielleicht nach zehn Jahren — unter unserer; Advokaten einen ehrenvollen Rang einnehmen, bann möge« sie diese Gaben zurückreichen, jetzt jedoch, verliebt oder nicht, müssen Sie sie annehmen. Wie aber gelangen Sie zn Ihnen?" .. . ..... , „

Die Berliner Fortschrittspartei hat mit der durch ihr Organ ausgegebenen Wahlparole „Fort mit Bis mar" im Lande kein Mück gehabt. Breslau und Kiel, die nörd­lichste wie die südlichste Domäne der Partei, haben sich von der anmaßenden Berliner Führung losgesagt. Die Breslauer Fortschrittspartei geht und wählt mit den Na­tional-Liberalen zusammen.

Die „Kieler Zeitung" ermannt sich in Folge der neu­lichen Zurechtweisung in der „Volks-Zeitung" sogar zu einem förmlichen Pronunciamiento. Sie schreibt: „Fort mit Bismarck". Die „Volks-Zeitung" läßt es sich nicht nehmen, festzustellen, daß diese Phrase in einem Artikel der „Pari. Corr." enthalten war. Das ist vollkommen richtig, aber vollkommen falsch ist, daß die „Parlamentarische Correspondenz", herausgegeben von den Abgeordneten Lu­dolf Parisius und Eugen Richter", ein officiöseS Organ der deutschen Fortschrittspartei sei. Für den Inhalt der parlamentarischen Correspondenz sind allein die beiden ge­nannten Abgeordneten verantwortlich und nicht die Partei; für die Provinzpresse ist die allmonatlich erscheinende Cor­respondenz fast ohne Bedeutung und sie maßt sich wohl selbst nicht an, das Urtheil der größeren Blätter zu be­stimmen. Was uns betrifft, so gehen wir vollkommen unseren eigenen Weg, aber wir befinoen UNS dabei in der Gesellschaft unserer schleswig - holsteinschen Freunde. Und so hatten wir ein Recht, uns gegen die Zuschiebung des „Fort mit Bismarck" zu verwahren, tote wir uns das Recht nicht nehmen lassen, rundweg zu erklären, daß, wenn die deutsche Fortschrittspartei sich in dem Lager der heutigen „Volks-Zeitung" befände, wir mit unseren Freunden nicht dabei sein würden. v "

In einer Wahlversammlung der vereinigten Liberalen zu Elbing wurden unter dem Beifall der Versammlung, wie die „Elbiuger Ztg." berichtet, folgende Liebenswürdig­keiten über den Reichsadler zum Besten gegeben: „Nach­dem wir dem infalliblen Papst losgeworden, sollen, mir den infalliblen Reichskanzler erhalten! Der Gott ist noch nicht herabgekommen und auch nicht in der Gestalt eines Reichskanzler«! In vier Wochen studirt man nicht Na­tionalökonomie auf dem Dörfchen Varzin! Ein Bismarck ist auf nationalökonomischem Gebiete nicht werth, einem Delbrück die Schuhriemen zu lösen." Das geht allerdings nach der Richter'scheu Melodie: „Fort mit Bismarck!" Die liberalen Zeitungen scheinen sich noch zu .fürchten, ihren Leierkasten nach dieser Melodie zu stellen; aber unter sich scheinen die Herren, wie die Edinger Versammlung beweist, die Melodie tüchtig einzuüben.

Die Richtigstellung der von dem Herrn Kultusminister in Cösliu gesprochenen Worte durch den Reichsanzeiger

„Kaum wage ich es zu sagen, Sie werden mir nicht glauben."

„Auf die Gefahr hin, erzählen sie nur!"

„Nun, so vernehmen Sie, daß regelmäßig zwischen dem ersten und fünften jeden Monats ich ein sorgfältig ver­siegeltes Packet mit 15 LouiSd'or finde."

„Wo aber?"

„Hier auf dem Balkon."

„Hier? und sie haben nicht versucht zu entdecken, wer sie dahin legt! Ich hätte auf der Lauer gestanden."

„Das habe ich gethan und mehr als eine Nacht wachend hinter dem Fenstervorhang zugebracht."

„Und Nichts entdeckt?" - '■> ■<

„Nicht das Geringste."

„Da hat gewiß ein weibliches Wesen die Hand im Spiel", sagte nachdenklich Don Rodrigo.

„Sie irren", entgegnete sein Gefährte, „denn wenn ich auch nicht weiß, von wem es kommt, bin ich doch über­zeugt, daß das Geld von einem Manne auf den Balkon gelegt wird."

„Wie aber sind Sie eigentlich zu Keser Ueberzeugung gekommen?"

„Ungefähr vor einem Jahre hatte ich die ganze Nacht hinter der Gardine Wache gehalten und vernahm gegen Morgen auf dem Balcon ein leises Geräusch. Ich stürzte hinaus, sah aber nur noch den Schatten eine« Mannes, welcher hinter der Kirche verschwand."

„Sie haben sich vielleicht vom Dämmerlichte täuschen ' lassen?"

„So dachte ich auch, zündete schnell eine Lampe an und ging auf die Straße. Da in dm vergangenen Tagen die Maurer an dem Hause gearbeitet hatten und das