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origen nimmt entgegen: eKrptdition d.vlattes, «e d-Annoncen-Bureaur in xh, Dietrich & Co. in effel und Hannover; Th. ietrii in Frankfurt a.M.; Mein & Bögler in yglfurt a. M., Berlin, Miig, Cöln re.; Rudolf i»ffe in Berlin, Frank­furt a. M- re.

Marburg, Mittwoch, 13. August 1879

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OhchcUchk Jdtniig.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie d. Annoncen-Bureaux Den G- L- Daube L Co. in Frankfurt a. M; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: 6. Schlotte in Bremen-

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wdchenilichen BeilageJluftrirtrS LonntagSblntt" durch die Expedition (A och'sche Buchdruckerei) bezogen U Wart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Psg. (erd. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg. berechnet.

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- kgm, zuerst in Anregung gebracht wurde, von mehreren Lundesstaaten der Wunsch nach einer allgemeinen Revision ^9° -er Strafgesetzbuches ausgesprochen worden. Diesen Wunsch eben auch jetzt noch dieselben Regierungen, darunter die Th« rmßische, und der Reichskanzler ganz gewiß. Die preußische Kgierung soll jetzt eine Revision des Strafgesetzbuches um iiwthwendiger erachten, als nach einer im Justizministerium ieut msgestellten Uebersicht sich in neuerer Zeit die Verbrechen Md Vergehen wider die öffenlliche Ordnung, die Münz­sieg! ^brechen, die Vergehen, welche sich auf die Religion be­sieg! «hen, die Verbrechen und Vergehen gegen die Sittlichkeit an »d das Eigenthum, die Körperverletzungen rc. vermehrt

In Bezug auf die Revision des Strafgesetzbuches wird Voss' Ztg." Folgendes mitgetheilt: Nach uns zukom- ch'en Mittheilungen ist das Gerücht, es sei eine neue jifion des Strafgesetzbuches im Werke, keineswegs nur Feupi ein Niederschlag der abfälligen Urtheile zu betrachten, He der Reichskanzler und die offiziöse Presse wiederholt n die allzu große Milde der neuen Strafgesetzgebung strAnacht haben. Tatsächlich ist bereits vor mehreren Jahren $0$ ls der Gedanke, eine Novelle zum Strafgesetzbuche Vorzü­

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rj.jjijinblicf auf die bevorstehenden Neuwahlen erkennen wir tf als unsere Pflicht, die Wähler und Gesinnungsgenossen

15- der Centrumsfrattion im ganzen Lande aufzufordern, auf.

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festen Grunde der von unserer Partei stets vertretenen zu« Grundsätze zu beharren und für die Sache der Wahrheit, bli bei Rechtes und der Freiheit mit um so größerer Ent- , schiedenheit einzustehen, als die Folgen der unseligen Wirk- siiv frmkeit des modernen Liberalismus, dessen Zusammenbruch den Wendepuntt zum Bessern anzeigt, immer klarer zu Tage 651 treten. Daß diese Anschauung auch in maßgebenden Krei- -vn, jm Platz greift, wird erkennbar. Aber noch ist der innere Frieden nicht hergestellt, insbesondere der Kirche die freie Bewegung und Selbstständigkeit noch verschränkt, die eben !» sehr ihr und des christlichen Volkes heiliges unver- ,1 äußerliches Recht wie die Bedingung ihrer segensreichen Wirksamkeit für Staat und Gesellschaft ist. Je mehr es heute noch thut, die christlich gläubige Gesinnung zu wecken tiit und zu fördern, dieselbe in Unterricht und Erziehung, in Bildung und Wissenschaft, in der Gesetzgebung und im

Nach einem von dem Reichskommissar für die Welt» Heilung in Sydney, Geheimen Regierungsrath Reuleaux, Berlin eingetroffenem Telegramm ist derselbe Anfang ^Aeses Monats in Sydney wohlbehalten eingetroffen.

Der Vorstand des Centrums hat folgenden Wahl­aufruf veröffentlicht: Beim Abschluß der gegenwärtigen Dahlperiode des preußischen Abgeordnetenhauses und im

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Die Prinzessin von Zwei-Brücken.

Novelle von Rud. Wellnau.

«Fortsetzung.)

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p* Um diese Zeit war es, wo der Marschall Conrad von -9.7 Asven seinen Besuch wieder erneuerte, und Sabine zu Lt einer bestimmten Erklämng nöthigte. Wieder wie früher

-Achte er mit den schmeichelhaftesten Worten, mit den süßesten, blumigsten Reden das Herz der Jungfrau zu be­rücken; aber umsonst war sein Bemühen, sie lehnte stand­haft jeden Antrag ab. Ja, als er wagte, seinen Arm um ihren Nacken zu legen, ergriff sie das Schlüsselbund, drohte, damit sich zur Wehre zu setzen, falls er nicht abließe, sie N belästigen und mit der bestimmten Erklärung, nie, möge E auch kommen, wie es wolle, in seine Pläne zu willigen, « sie ihn von sich.

, Der Marschall hielt es demnach für gerathen, jeden Sittichen Versuch, die Jungfrau für sich zu gewinnen, auf- Ageben. Er nahm dieserhalb Rücksprache mit der Priorin, die bereitwillig auf seine Pläne einging und Sabine eine dunkle Zukunft prophezeite, falls sie ihren starren Sinn dicht ändern und den Rathschlägen ihres Protektors Folge _We, der versprochen, bei seiner Wiederkehr ernstlichere .,13* Maßregeln zu ergreifen, wenn sie bis dahin nicht anderer Hs Aleinung und Sinnesart geworden sei.

A . In stiller, einsamer Mitternachtsstunde, wo die Geister Httr Lieben sie freundlich umschwebten, wo der Mond, der H die kleinen Fenster hereinlugte und wie ein Heller nächt­licher Wächter, an ihrem Lager stand, da rang Sabine in dftinstigem Gebet und flehte zu Gott um Kraft und Stärke, die herannahende Versuchung standhaft überwinden zu ^Mien, bat um Rath und Hülfe in diese» Seelenqualm

öffentlichen Leben zur Richtschnur zu machen, um so mehr müssen wir die Befestigung aller hemmenden Schranken, insbesondere derjenigen Gesetze verlangen, welche die Selbst­ständigkeit und die Rechte der Kirche, den christlichen Charakter der Schule, das Recht der Eltern auf die Er­ziehung ihrer Kinder beeinträchtigen. Die im Reichstage erstrebte Umkehr zu einer besseren Wirtschaftspolitik hat unter Mitwirkung der Centrumspartei, in treuem Fest­halten an deren Programm, begonnen. Aber sie kann nur Dauer und Werth haben, wenn ihr eine Finanzwirthschast zur Seite steht, welche nach den von uns stets vertretenen Grundsätzen in weiser Sparsamkeit die Ausgaben be­schränkt und dadurch die so feierlich versprochene Erleich­terung der direkten Steuern, die Entlastung der Communen herbeisührt. Eine Entwickelung der Selbstverwaltung in Gemeinde, Kreis und Provinz, welche, fern vom Geist der Gleichmacherei, ohne Mißtrauen, mit Achtung der ererbten und bewährten Eigenthümlichkeiten der Landesthrtle erfolgt, wird das Vertrauen und die Liebe zum Staatsverbande heben, die unabhängige Gesinnung fördern, die unerschwing­liche Last der communalen Besteuerung mindern, der Ueber- fluthung mit Gesetzen steuern. Die Umkehr von den Wegen des falschen Liberalismus auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens muß mit Vorsicht, aber stetig unter dem Grundsatz erfolgen, die verfassungsmäßigen Rechte des Volkes zu wahren, und überall das Recht zur Geltung zu bringen. Für diese, durch das Centrum stets vertretenen Grundsätze wollen wir weiter kämpfen, wenn die Wähler mit uns an denselben festhalten und durch die Wahlen dies bethätigrn. In Anbetracht der tiefgreifendm Bedeutung der bevor­stehenden Neuwahlen richten wir an unsere Gesinnungs­genossen dringende Aufforderung, Alle an der Wahlurne zu erscheinen. Wir stehen an einem ernsten Wendepunkt. ES gilt, fest und ausdauernd die Fahne hoch zu halten, welcher wir mit Stolz und ungebrochenen Muthes stets gefolgt sind. Erfülle denn ein Jeder seine Pflicht al« Staatsbürger und als Christ in dem siegverheißenden Kampfe für Wahrheit, Recht und Freiheit.

, Im August 1879.

Der Vorstand der Centrums-Fraktion im preußischen Abgeordnetenhause 1876 bis 1879.

Frhr. v. Schorlemer-Alst. Windthorst (Meppen.) Reichen­sperger. GajewSki. de Syo. Osterrath. Hüffer. Biesen­bach. Gras v. Matuschka. Dr. Franz. Kaufmann. Frhr.

v. Heereman.

DieElberfelder Zeitung" führt in einem Artikel zur Wahlbewegung aus, daß die oppositionelle Taktik dahin gehe, die Wahlen zum preußischen Landtage zu einer In­stanz für die Kritik der zoll- und steuerpolitischen Beschlüsse des Reichstags zu gestalten. Im Landtage soll der Einzel­staat Preußen als Richter über daö Reich angerufen wer-

und um Muth und Verträum, um siegreich aus diesem Kampfe mit der bösen, arglistigen Welt hervorzugehen. Ueber diesen Kämpfen und Mühen ihrer Seele im heißesten Gebet, war die Jungfrau endlich eingeschlummert; da war es ihr, als ob der Geist des verklärten Vaters über ihrem Lager schwebte und freundlich lächelnd auf die arme ge­quälte Tochter herabsah; seine Lippen bewegten sich und mit milder Stimme sprach er:

Sei getrost, meine Tochter und fürchte nichts; Dein Glaube und Dein Vertrauen läßt Dich nicht zu Schanden werden I"

Hierauf verschwand der theure Vater; aber Sabine erwachte am Morgen neu gestärkt und ermuthigt, mit frohen Hoffnungen und frischem Vertrauen.

Eine geraume Zeit verfloß, ohne daß Sabine in irgend einer Weise belästigt wurde. Der Winter war ver­gangen und der Früchling mit seinen Blättern und Blüthen brach sich Bahn. Bald waren zwei Jahre verstrichen, seit­dem Sabine sich in den Räumen des Klosters befand, und noch keine Nachricht, kein Wort vom guten Vater, der lieben Heimath hatte sie erhalten. Hier hatte das Gerede von ihrem plötzlichen Verschwinden seine Zeit gehabt; da aber von ihrem ferneren Schicksale nichts bekannt geworden war, so dachte man ihrer immer seltener und nur wo der NamePrinzessin von Zwei-Brücken" erwähnt wurde, ge­dachte man ihres seltsamen Geschickes. Ein Herz aber schlug ihr jetzt mehr, als je mit verdoppelter Liebe, und dies Herz hörte nicht auf, ihrer zu gedenken!

Sabinens stete Bangigkeit hatte sich mit der Zeit ge­legt, da die Prophezeiungen der Frau Claudia bis jetzt noch nicht in Erfüllung gegangen waren, und der Mar-

den, hier solle der preußische Einzellandtag die Stimmen der Reichstagsminorität in einer bestimmt abgegränzten Frage, der wirthschaftspolitischen, zur Geltung bringen und sich somit der Landtag über den Reichstag stellen. Sie fährt sodann fort:Diese haltlose Forderung richtet sich für jeden denkenden Menschen von selbst. Der Wähler, welcher sich nicht zum blinden Werkzeuge der Agitatoren machen lassen will, wird aus sich selbst heraus zu der Ueberzeugung gelangen, daß es die Aufgabe der kommenden Landtagssession nicht sein kann, sich mit dem Reiche in Zwiespalt zu setzen und eine unfruchtbare Kritik an Ge­setzen zu üben, welche zu ändern gar nicht in seiner Macht steht; daß der preußische Landtag vielmehr sich achtungs­voll auf den Boden zu stellen hat, welchen die Reichs­gesetzgebung für alle Glieder des Reiches geschaffen hat. Wir halten diese fortschrittliche Taktik, weil auf große Schichten der Bevölkerung berechnet, nicht für ganz unge­schickt, insofern eine, wenn auch vielleicht nur sehr geringe Verstärkung der oppositionellen Gruppen aus derselben hätte hervorgehen können. Aber unsere Parteihäupter der extremen Linken sind eben keine großen politischen Köpfe. Sie haben natürlich als zweiten Faktor ihrer Wahlagitation wir brauchen diesen Ausdruck keineswegs in einem tadelnden Sinne, sondern nehmen dasselbe Agitationsrecht für uns in Anspruch die durch die neuen Minister- Ernennungen und durch die konservativ-klerikale Waffen­brüderschaft bedingte Aenderung in der inneren preußischen Politik benutzt. Dieses rein politische Motiv ist nun aber nicht ihr ausschließliche« Eigen­thum, es gehört allen freisinnigen Parteien an bis zum äußersten rechten Flügel der Nationalliberalen. Eine solche Gemeinsamkeit des Kampfmittels mochte den Linkenführern nicht behaglich erscheinen. Sie wollten etwas Appartes für sich; man heißt nicht umsonst extrem. Der Mangel an politischer Klugheit verleitete sie, die Forderung der übrigen Liberalen zu überbieten, und sie schrieben auf ihre Fahne die ParoleWeg mit Bismarck!" Aus welchen Klaffen der deutschen Bevölkerung die Wähler rekrutirt werden sollen, welcher dieser Parole folgen und den Schöpfer der deutschen Einheit von seinem Platze stoßen wollen, da« dürfte das ewige Geheimniß jener Parteiführer bleiben. Die Welt wird urtheilen, daß dieselben mit dem ganz gut kalkulirten wirthschaftlichen Agitationsmittel ein politisches von so ungeheuerlichem Ungeschick verbunden haben, daß sie jeden möglichen Partei-Erfolg bei dm Wahlen von vornherein sich selbst verstellt haben. Für jeden Deutschen, welcher sein Vaterland liebt, bleibt BiSmarck's Namen voll­tönend, wie ein Klang ruhmvollster Zeiten, bett wir bis in die fernsten Tage lebendig unter uns zu erhalten wün­schen. Ihn al« Abschreckmittel verwerthen zu wollen, kann nur demjenigen in den Sinn kommen, welcher auf einem Jsolirschemel sitzt und weiß es kaum."

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schall lange Zeit nicht erschienen war, sie zu peinigen und mit seiner Liebe zu quälen.

Eines Tages, Sabine hatte eben zur Vesper geläutet, ließ sie ihre Augen vom niederen Glockenthurm über die Mauer des Klosters hinweg auf die grünenden Saaten schweifen. Da fuhr langsam ein schwerbeladener Fracht­wagen deö Weges daher, am Siechenhof vorüber und hielt an der Hinteren Mauer de« Klosters still, um dm ermüde­ten Gäulen eine kurze Rast zu gönnen und sie zu tränten. Sabine glaubte anfangs ihren Augen nicht trauen zu dürfen, wieder und wieder heftete sie ihren Blick auf die Person des Fuhrmanns, dessen Gesicht ihr ein altbekanntes zu sein schien. Ost hatte sie von ihm den Zoll , erhoben, wenn er mit seinem Geschirr die Brücken passirte. Die Jungfrau sann und sann, fein Name schwebte ihr auf den Lippen und sie strengte die ganze Kraft ihres Gedächtnisse« an, denselben zu nennen. Endlich gelang es und der laute freudenvolle Ruf:

Echtermeyer, seid Ihr'« wirklich?" glitt unwillkürlich, ohne daß sie es eigentlich wußte, über ihre Sippen. Be­troffen sah der Gerufene sich nach allen Seiten um, und gewahrte endlich mit seinen Späheraugen das Mädchen am Schallloch des Thurmes. Er hatte nichts Eiligeres zu thun, als hinaufzusteigen auf den schwerbeladenen Wagen, von wo aus er die Jungfrau besser ins Auge fassen und somit leichter ein paar Worte mit ihr plaudern konnte. Auch er schien jetzt die Jungfrau zu erkennen und rief in freudiger Ueberraschung:

Seid Jhr's wirklich ober ist's nur Euer Geist, der meinen Namm nannte? Seid Ihr Sabine, die verschollene oder todtgeglaubte Tochter des allen braven Daniel Weise ?

Wohl bin ich's," erwiderte das Mädchen,und leide